Umweltzone


In den vergangenen Jahren haben die ökologischen Folgen des Betriebs von Automobilen in den Industrienationen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Neben den bekannten Klimagasen CO2 oder NOx haben in diesem Zusammenhang auch die ausgestoßenen Partikel immer weiter an Bekanntheit erlangt. Vor allem der sogenannte Feinstaub taucht in den Medien und Publikationen zu diesem Thema immer wieder auf.


Generell werden alle Feststoffe der Luft als Staub bezeichnet und anhand ihres Durchmessers klassifiziert. Für die Gesundheit besonders gefährlich sind vor allem Partikelgrößen ab einem Durchmesser von unter 10 Mikrometer, da diese durch Menschen und Tiere eingeatmet werden können und in ihrer Langzeitwirkung schwere Schäden nach sich ziehen. Als Quelle kommen unterschiedlichste Ursachen in Frage: Neben der künstlichen Entstehung im Rahmen von Verbrennungsvorgängen in Fahrzeugmotoren sind auch natürliche Ursprünge bekannt, etwa die Erosion von Böden. Gerade in städtischen Ballungsgebieten kommt es zu einer starken Konzentration des künstlichen Feinstaubs, der hier vor allem aus dem Straßenverkehr und der Bewegung von Massen (Schüttgut, Bautätigkeit o.ä.) entsteht und sich in den Städten verteilt.


Bezogen auf das Gewicht ist der Anteil kleiner Partikelgrößen zwar relativ gering, wird dagegen Menge und Oberfläche betrachtet, ergibt sich hier ein gänzlich anderes Bild.


Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 80% der gesamten Partikeldichte in diesem Zusammenhang auf den Feinstaub entfallen. Und je kleiner die einzelnen Staubanteile werden, umso größer sind ihre Auswirkungen auf die Gesundheit. Ab einem Durchmesser von 10 Mikrometer dringen einzelne Partikel über Mund und Nase bis in die Lunge vor und können ab 0,1 Mikrometer sogar in den menschlichen Blutkreislauf gelangen.

Neben der entzündlichen Wirkung dient Feinstaub vor allem Schwermetallen und Dioxinen als Träger, wodurch sich diese langfristig toxisch wirkenden Stoffe in Organismen ansammeln können und die Gesundheit beeinträchtigen. Um die Belastungen durch Feinstaub zu senken, existieren unterschiedliche nationale Regelungen, die von Mautgebühren bis zum Einbau von Partikelfiltern reichen.


Übersicht der jeweiligen Plakettenfarben


Feinstaubplaketten

© Markus Baumer (CC BY-SA 2.0 de)


Die Feinstaubverordnung sieht vier unter­schiedliche Schadstoffgruppen vor, die jeweils anhand einer eigenen Plakette gekennzeichnet werden. In die Schadstoffgruppe 1 fallen Fahr­zeuge, die eine besonders hohe Schad­stoff­emission haben, in die Schad­stoff­gruppe 4 fallen die Fahrzeuge mit den niedrigsten Schadstoffemissionen.

Schadstoffgruppe 1: Keine Zuteilung einer Plakette
Schadstoffgruppe 2: Rot
Schadstoffgruppe 3: Gelb
Schadstoffgruppe 4: Grün

Feinstaubplakette

Die Feinstaubplakette (auch Umweltplakette genannt) dient der Kennzeichnung von motorisierten Personen- und Lastkraftwagen hinsichtlich deren Emissionsgrad von Feinstaub.


Am 1. März 2007 ist die so genannte Feinstaubverordnung in Kraft getreten, die zur Verringerung der Feinstaubemission beitragen soll. Die Verordnung sieht unter anderem vor, dass Fahrzeuge mit hoher Feinstaubemission bestimmte Gebiete, die so genannten Umweltzonen, nicht passieren dürfen.

Wer eine Umweltzone mit einem Fahrzeug befährt, das keine Feinstaubplakette aufweist oder nicht den Vorschriften der jeweiligen Umweltzone entspricht, begeht einen Gesetzesverstoß. Solch ein Verstoß kann mit einem Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg sowie einem zusätzlichen Bußgeld in Höhe von 40 Euro (Stand 2008) geahndet werden.


Wer für sein Fahrzeug eine Feinstaubplakette beantragen möchte, kann dies unterschiedlichen Ortes tun:

Sowohl an den Zulassungsstellen als auch bei den technischen Untersuchungsdiensten wie TÜV oder DEKRA können Feinstaubplaketten beantragt werden. Eine technische Untersuchung bzw. eine Messung der Abgaswerte ist übrigens nicht erforderlich. Stattdessen reicht die Vorlage des Fahrzeugscheins oder des Fahrzeugbriefs bzw. bei neuen Fahrzeugen der Zulassungsbescheinigung völlig aus. Die Kosten für die Plakette belaufen sich auf ca. fünf Euro. Auf der Plakette wird mit einem lichtechten Stift das Kfz-Kennzeichen eingetragen, bevor sie auf der Innenseite der Frontscheibe festgeklebt wird.

 

Umweltzone


Der Begriff Umweltzone hat zum Zeitpunkt seiner Einführung, dem 01. Januar 2008, unter den Autofahrern oft für Verwirrung und teilweise auch zu sehr emotionalen Reaktionen geführt, da sich einige Fahrzeughalter durch die Regelungen aus den Innenstädten ausgegrenzt fühlen. Was verbirgt sich aber hinter dieser Bezeichnung?

Als Umweltzone werden in Deutschland einzelne Bereiche von Kommunen zusammengefasst, in denen besondere Verordnungen in Kraft getreten sind, die zu einer Minderung der Schadstoff- bzw. Feinstaubbelastung führen sollen. Aufgrund der Einführung dieser Umweltzonen dürfen sich Kraftfahrzeuge in diesen Bereichen nicht aufhalten, welche die geforderten Werte nicht einhalten können und deshalb nicht die geforderte Schadstoffklasse erreichen. Allerdings regelt die Feinstaubverordnung auch Ausnahmen, wenn es sich etwa um die Pkw gehbehinderter Bürger oder um Oldtimer handelt.

Ursache für die Verbannung von Autofahrern aus deutschen Ballungszentren ist die Wirkung des Feinstaubs auf die menschliche Gesundheit. Durch das Ein­dringen der Festpartikel in die Atmungsorgane kommt es langfristig zur Schä­di­gung der Betroffenen, die in letzter Konsequenz auch zum Tod führen kann.

Mit dem Beschluss der EU-Richtlinie existieren genaue Vorgaben aus Brüssel, was Grenzwerte und die Senkung des Feinstaubaufkommens betrifft. Leider ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu deutlichen Überschreitungen dieser Werte in deutschen Großstädten gekommen. Aufgrund dieser Tatsache haben sich größere Städte wie Berlin, Tübingen oder Köln zur Einführung der Umweltzonen entschieden, in denen der Aufenthalt ohne entsprechende Feinstaubplaketten nicht mehr gestattet ist. Damit wurden zum Zeitpunkt der Einführung alle Fahrzeuge der Schadstoffgruppe 1 aus dem Stadtverkehr verbannt.

In den nächsten Jahren werden die Anforderungen sukzessive erhöht, bereits ab 2009 dürfen sich in Hannover nur noch Kraftfahrzeuge der Klasse 3 und 4 in der Umweltzone aufhalten. Verstöße gegen die Vorschriften der Feinstaubverordnung können für den Fahrer eines Pkw durchaus teuer werden.

Wer zum Beispiel in einer Umweltzone ohne gültige Plakette durch die Ordnungsbehörden erwischt wird, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 40 Euro und einem Punkt im Verkehrszentralregister rechnen.



Umweltprämie

Die Umweltprämie bezeichnet eine spezielle Form der Förderung zum Kauf von Neufahrzeugen. Sie ist Bestandteil des so genannten Konjunkturpaket II, das im Januar 2009 verabschiedet wurde. Der Förderzeitraum gilt von 14. Januar 2009 bis zum Ende desselben Jahres. Die Förderung sieht vor, dass Autokäufer einen finanziellen Zuschuss erhalten. Die Höhe des Zuschusses beläuft sich auf 2.500 Euro, die nach dem Autokauf direkt an den Autokäufer fließen.


alte AutosDer Erhalt der Förderung ist an die Erfüllung mehrere Voraussetzungen gekoppelt. Von zentraler Bedeutung ist das Vorhandensein eines Altautos: Die Prämie kann nur beantragt werden, wenn ein mindestens neun Jahre altes Altfahrzeug vorhanden ist. Dieses Fahrzeug muss verschrottet werden – daher wird die Umweltprämie umgangssprachlich auch als Abwrackprämie bezeichnet. Die Regierung wollte mit der Prämie nicht nur den Absatz von Neufahrzeugen ankurbeln, sondern auch alte, umweltschädliche Fahrzeuge von der Straße holen.

Hinsichtlich der weiteren Voraussetzungen für den Erhalt der Förderung ist anzumerken, dass primär Neufahrzeuge gefördert werden. Es werden ebenso Jahresfahrzeuge gefördert, deren Erstzulassung nach dem 1. Januar 2008 erfolgte. Allerdings müssen diese Jahresfahrzeuge von einem Autohersteller, einer Autovermietung oder einem Werksangehörigen eines Autoherstellers stammen, damit diese als förderfähig eingestuft werden können. Zudem wird auch das Neuwagenleasing gefördert.


Für die Abwicklung, sprich die Prüfung der Anträge sowie die Auszahlung der Förderbeiträge, ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) verantwortlich. Innerhalb der ersten Monate gingen bei der Bafa so viele Anträge ein, dass man dort völlig überfordert war. Dies hatte zur Folge, dass die Antragsteller relativ lange warten mussten, bis ihre Anträge bearbeitet werden konnten. Die Auszahlung der ersten Umweltprämien nahm fast vier Monate in Anspruch. Außerdem war das Interesse an der Umweltprämie deutlich größer als die Bundesregierung angenommen hatte: Aufgrund der hohen Nachfrage musste der Fördertopf, der von der Regierung zur Verfügung gestellt wurde, von 1,5 Mrd. Euro auf 3,0 Mrd. Euro erhöht werden.