Umwetlfreundlich fahren

Umweltfreundlich Auto fahren: Sprit sparen, Elektroautos und Alternativen

Autos und Umwelt – zwei Themen, die nah beieinanderliegen. Tatsächlich führen Abgase von Kraftfahrzeugen weltweit zu Luft-, Umwelt- und Gesundheitsschäden. Allerdings gehört das Autofahren zum Alltag und ist von unserer Welt nicht wegzudenken. Mittlerweile gibt es viele gesetzliche Regelungen, die für Verringerungen der Umweltschäden durch Autos sorgen sollen. Aber auch Autofahrer selbst haben mehrere Möglichkeiten die Umweltbelastung durch ihr Auto zu verringern.

Sprit sparen und die Umwelt schonen

Wer mit dem Auto unterwegs ist, verbraucht Sprit und belastet damit die Umwelt. Allerdings haben Autofahrer viele Möglichkeiten den Kraftstoffverbrauch ihres Fahrzeugs zu senken und können somit die Natur und das Portemonnaie entlasten.

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Das Benzin sparen beginnt schon vor der Fahrt. Der Motor sollte erst dann gestartet werden, wenn tatsächlich losgefahren werden soll. Das Warmlaufen Lassen des Motors im Stand kostet unnötig viel Sprit. Zudem wird der Motor während der Fahrt schneller warm und senkt dann tatsächlich den Spritverbrauch. Spritsparend ist es außerdem, das Gaspedal beim Anfahren nicht voll durchzutreten.

Kurz nach dem Anfahren sollte bereits in den zweiten Gang geschaltet werden und dann bei etwa 2000 Umdrehungen in der Minute in den nächsten Gang gewechselt werden. Im Stadtverkehr können die 50 km/h ohne Probleme im 5. Gang gefahren werden.

Ab einer Geschwindigkeit von 100 km/h steigt der Kraftstoffverbrauch überproportional. Auf der Autobahn eignet sich daher eine Geschwindigkeit zwischen 100 km/h und 130 km/h, am effektivsten sind 110 km/h.

Um Sprit zu sparen, sollte außerdem so selten wie möglich die Bremse benutzt werden. Bei roten Ampeln, Ortseingängen oder Änderungen der Geschwindigkeitszone kann mit eingelegtem Gang herangerollt werden. Bei längeren Standzeiten, etwa an Bahnübergängen sollte immer der Motor ausgestellt werden, denn schon ab 10 Sekunden Standzeit lohnt sich das sowohl ökonomisch als auch ökologisch.

Für den Benzinverbrauch ist auch die Beladung des Autos von Bedeutung. 100 Kilogramm Gewicht sorgen für einen Mehrverbrauch von etwa einem Liter auf 100 Kilometer. Deshalb sollten ungenutzte Gegenstände aus dem Kofferraum entfernt und die Einkäufe nicht zu lange durch die Gegend gefahren werden. Auch Gepäckträger auf dem Dach oder Fahrradhalter sind bei Nichtnutzung unnötiger Ballast und verursachen außerdem Luftwiderstand. Auch Ausstattungen wie Klimaanlage oder Sitzheizung sorgen für einen erhöhten Spritbedarf.

Auch die Reifen des Autos spielen beim Verbrauch eine Rolle. Beim Aufpumpen der Reifen hilft es, den Barwert für Reifen unter Volllast aufzupumpen, weil ein geringerer Reifenwiderstand zu einem geringeren Spritverbrauch führt. Auf keinen Fall sollte jedoch deutlich mehr Luft aufgepumpt werden. Auch zu wenig Luft sollten die Reifen nicht haben, denn dann erhöht sich der Verschleiß und der Bremsweg.

Infografik: So sparen Sie Benzin

Die Alternativen zum Auto: Öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad

Die umweltfreundlichste Nutzung des Autos besteht zweifelsfrei darin, es stehen zu lassen. Sie müssen deswegen aber nicht zu Hause sitzen, denn es gibt vielfältige Möglichkeiten auf das Auto zu verzichten und trotzdem ans Ziel zu kommen. Etwa die Hälfte aller Autofahrten machen Kurzstrecken unter 6 Kilometer aus und die können in den meisten Fällen auch problemlos mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Zudem werden Autos zwar als häufigstes Fortbewegungsmittel benutzt. In der der Regel stehen sie aber 23 Stunden am Tag ungenutzt auf dem Parkplatz.

Vorteile des Fahrrads

Laut Zweirad-Industrie-Verband besitzen die Deutschen etwa 71 Millionen Fahrräder, allerdings nutzen einer Forsa-Umfrage zufolge 57 Prozent ihr Auto täglich und nur 19 Prozent das Fahrrad. Nach einer Studie des Sinus-Forschungsinstituts wird auf das Fahrrad größtenteils verzichtet, weil der Weg zu weit ist, die Fahrt zu lange dauert oder sie als zu anstrengend empfunden wird.

Radfahren

Allerdings gibt es drei gute Gründe um sich häufiger auf den Drahtesel zu schwingen:

  • Geld sparen: Das Fahrrad ist in der Anschaffung deutlich günstiger als ein Auto und auch Reparaturen kommen nicht so häufig vor und kosten meist weniger. Zudem ist für das Fahrrad keine spezielle Versicherung notwendig und das Tanken kann man sich auch sparen.
  • Gesundheit fördern: Wer mit dem Fahrrad fährt, tut vor allem etwas für seine Gesundheit. Weil der Großteil des Gewichts auf dem Sattel lagert, werden die Gelenke weniger belastet als etwa beim Joggen. Zudem werden fast alle Muskeln am Körper und auch die Lunge gestärkt. Durch regelmäßiges Fahrrad fahren wird außerdem Stress abgebaut und die Psyche stabilisiert.
  • Umwelt schützen: Das Radfahren verursacht, anders als das Autofahren, kein CO2 und trägt damit dazu bei, dass Sie Ihren ökologischen Fußabdruck deutlich verringern.

Vorteile des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs

Wenn der Weg zum Ziel tatsächlich zu weit ist, um mit dem Fahrrad zurückgelegt zu werden, dann bietet der öffentliche Personennah- und -fernverkehr eine Alternative. Schon jetzt leben 40 Prozent der Menschen in Großstädten ohne Auto, wohl auch wegen der guten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr.

Im Bahntest 2014/2015 untersuchte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Effizienz von Verkehrsmitteln. Verglichen wurden dabei Bahn, Fernbusse und Pkw. Der VCD kam zu dem Ergebnis, dass Fernbusse in den meisten Fällen die finanziell günstigste Fortbewegungsmöglichkeit sind. Rechnet man noch die Faktoren Zeit und CO2-Ausstoß mit ein, dann kommt man beim VCD zum Ergebnis, dass die Bahnfahrt in 60 Prozent der Fälle am zeitsparendsten, günstigsten und umweltfreundlichsten ist. Bei Fernbussen trifft das auf 40 Prozent der untersuchten Fälle zu. Am interessantesten ist wohl, dass sich das Auto in keinem der untersuchten Fälle durchsetzen konnte. Wenn nur 1 Prozent der Autofahrer auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen würde, dann könnte in Deutschland jedes Jahr der Ausstoß von einer Million Tonnen Kohlendioxid verhindert werden, so der VCD.

Interessant ist, dass die Nutzung von Bus und Bahn wohl auch gesundheitliche Vorteile hat. Eine Untersuchung der Universität Pennsylvania in den USA ergab, dass Pendler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anstatt mit dem Auto zur Arbeit fahren durchschnittlich 3 Kilogramm im Jahr abnehmen. Schon wer zur Haltestelle geht, anstatt in das Auto vor der Haustür einzusteigen, tut etwas für seine Gesundheit.

Die Kosten von Fahrrad, Auto und ÖPNV im Vergleich

Die hier ermittelten Kosten sind Durchschnittswerte für einen täglichen Arbeitsweg von zehn Kilometern. Die Ausgaben können je nach Fahrrad- und Automodell, Betriebs- und Fixkosten sowie Wohnort schwanken. Zudem gilt es zu bedenken, dass sich die Monatskarte des ÖPNV durch häufigeren Gebrauch nicht verteuert oder dass Fahrrad und Auto bei längeren Strecken nicht drastisch in den monatlichen Kosten steigen.

 FahrradAutoÖPNV
monatliche Kostenca. 20 Euro durch Wertverlust und Reparatur38 Euro Benzinkosten + 250 Euro Wertverlust + 30 Euro Werkstattkosten + 100 Euro Fixkosten (Versicherung, Steuern, etc.) = ca. 418 Euroca. 80 Euro für eine Monatskarte in einer Großstadt

Trotz dieser Ergebnisse wird das Auto wohl noch lange das liebste Fortbewegungsmittel der Deutschen bleiben. Zwar schätzten laut einer Umfrage des VCD 77 Prozent der Befragten die günstigen Preise der Fernbusanbieter und etwa die Hälfte sehen vor allem die Bequemlichkeit bei der Bahn als Pluspunkt. Im Auto sehen aber 90 Prozent der Befragten den Vorteil der guten Erreichbarkeiten von Orten und die Flexibilität bei der Nutzung. Wer gar nicht auf das Auto verzichten möchte, sollte sich über die Alternative des Carsharing informieren.

Elektroauto

Öko-Mobilität: Elektroauto, Erdgasfahrzeug und Hybridwagen

Das Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren zu lassen. Derzeit sieht es allerdings danach aus, dass dieses Ziel auf keinen Fall erfüllt wird. Derzeit gibt es knapp 12.000 Elektroautos und ob sich die Zahl in 5 Jahren auf die Million erhöhen lässt, ist fraglich. Immerhin gibt es derzeit etwa 98.000 Erdgasfahrzeuge und 85.000 Hybridautos, also Fahrzeuge mit zwei verschiedenen Antriebsarten. Positiv ist, dass der Absatz der Fahrzeugen mit alternativen Antrieben bisher jährlich zunahm. Bis die deutsche Autolandschaft komplett “grün” ist, wird es wohl noch eine Weile dauern.

Die umweltfreundlichsten Autos 2015

Ökotrend kürt umweltfreundliche Autos

Beim Kauf eines Autos spielt nicht mehr nur der Preis und die Leistung, sondern auch die Ökologie eine Rolle. Die AutoTest veröffentlichte in ihrer Ausgabe 01/2015 die Ergebnisse einer Studie des ÖKOTREND-Instituts zu den umweltfreundlichsten Autos. Als Sieger geht der BMW i3 Range Extender hervor. Auf den Plätzen zwei und drei folgt der VW Golf GTE und Toyota Prius Plug-in-Hybrid.

Zudem gibt ÖKOTREND Empfehlungen für bestimmte Antriebsarten beim Fahrzeug. Uneingeschränkt empfehlenswert sind laut ÖKOTREND:

  • Benzinmotor Euro 6
  • Benzinmotor Euro 6 mit Direkteinspritzung
  • Dieselmotor Euro 6 mit Partikelfilter und Stickoxidminderungstechnik
  • Voll-Hybrid: Benzin -und Elektromotor
  • Mild-Hybrid: Benzin – und kleiner Elektromotor
  • Start-Stopp-Funktion
  • Erdgas (CNG)

Außerdem werden Plug-in-Hybride und batteriebetriebene Elektroautos empfohlen, wenn der Strom dafür aus regenerativen Quellen stammt.

Die verbrauchsgünstigsten Autos laut ADAC

Der ADAC bewertet in regelmäßigen Abständen Autos nach ihrem Verbrauch, dem CO2-Ausstoß und den Gesamtkosten pro Monat. Dabei wird nach der Kraftstoffart und der Wagenklasse unterschieden.

  • Kleinst- und Kleinwagen: Toyota Yaris Hybrid
  • Untere Mittelklasse: Lexus CT 200h Automatik (Hybrid)
  • Mittelklasse: Ford Mondeo 2.0 Hybrid Powershift
  • Obere Mittel- und Oberklasse: Lexus GS 300h Automatik (Hybrid)
  • Kleinst- und Kleinwagen: Citroen C3 BlueHDi 100 Selection
  • Untere Mittelklasse: Peugot 308 BlueHDi 120 STOP&START Active
  • Mittelklasse: Skoda Octavia 1.6 TDI GreenLine
  • Obere Mittel- und Oberklasse: Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID 7G-TRONIC PLUS

Die umweltfreundlichsten Autos laut VCD

Der Verkehrsclub Deutschland zeichnet seit 1989 jedes Jahr die umweltfreundlichsten Autos aus. Die Bewertungskriterien sind dabei CO2-Ausstoß, Lärmbelastung, Rußpartikel-, Stickoxid- und Benzolausstoß.

Platz 1: Lexus CT 200h
Platz 2: Seat Mii 1.0 Ecofuel Start&Stop
Platz 2: Škoda Citigo 1.0 CNG Green tec
Platz 2: Volkswagen eco up!
Platz 3: Peugeot 308 1.6 BlueHDi 120 STOP&START

Umweltfreundlich tanken dank E10?

Besitzer von Erdgas- und Elektroautos tanken umweltschonend Strom und Erdgas. Seit Januar 2011 können auch Besitzer mit herkömmlichen Autos angeblich etwas für die Umwelt tun, nämlich mit dem Tanken von E10. Anders als normales Benzin enthält der sogenannte Biokraftstoff fünf bis zehn Prozent Bioethanol. Die neue Kraftstoffart wurde eingeführt um, den Verbrauch fossiler Energie zu senken und damit den CO2-Ausstoß zu verringern, denn Bioethanol wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

Vorteile von E10Kritikpunkte am "Biokraftstoff"
Günstiger als normales Super-BenzinUnverträglichkeit bei einigen Automodellen
Teile des Kraftstoffs aus nachwachsenden RohstoffenGrößerer Bedarf von Anbauflächen kann zu Waldrodungen und Monokulturen führen
Anbaupflanzen nehmen CO2 aufDurch Herstellung/Transport möglicherweise sogar schlechte Klimabilanz
Weniger Abhängigkeit von ErdöllieferantenErhöhter Verbrauch (durchschn. 1,5 Prozent)

Am Gesamtkraftstoffverbrauch in Deutschland macht E10 derzeit etwa 15 Prozent aus und ist damit eher gering. Viele Autofahrer boykottieren den Kraftstoff oder sind sich einfach ob seiner Auswirkungen im Unklaren. Ein ursprünglich angedachter 90-Prozent-Anteil liegt auf jeden Fall noch in weiter Ferne.

Darum gibt es die Umweltplakette

Am 1. Januar 2008 wurden in Berlin, Hannover und Köln die ersten Umweltzonen eingerichtet. Mittlerweile gibt es in Deutschland etwa 70 solcher Zonen. Sie dürfen nur dann mit einem Auto befahren werden, wenn dieses eine entsprechende Umweltplakette trägt. Insgesamt gibt es drei verschiedene Plaketten: Eine Grüne mit der Stufe 4, eine gelbe mit der Stufe 3 und eine rote mit der Stufe 2. Zu welcher Kategorie ein Auto gehört, erfährt man durch einen Blick in den Fahrzeugschein. Dort geben die letzten beiden Zahlen der Emissionsschlüsselnummer an, welche Plakette das Auto erhält. Die Plakette gibt es bei der örtlichen Zulassungsstelle, in Werkstätten oder beim TÜV. Fährt man ohne eine Plakette in eine der Umweltzonen, muss man mit einem Bußgeld von 80 Euro rechnen.

Plakette_Umwelt

Die Umweltzonen wurden hauptsächlich eingerichtet, um die Feinstaubbelastungen in bestimmten Regionen zu verringern. Allerdings gibt es bisher nur wenige bzw. wenig aussagekräftige Studien zu den Auswirkungen. Einige Untersuchungen haben ergeben, dass die Feinstaubbelastung in den Umweltzonen nicht oder nur leicht zurückging. Da die meisten Autos in Deutschland mittlerweile die EU-Abgasnorm erfüllen, sind sogar einige Politiker für eine Abschaffung der Umweltzonen.

 

KFZ-Versicherungen belohnen Umweltbewusstsein

Das Bemühen um die Umwelt und eine deutliche Verringerung des CO2-Ausstoßes macht sich für Autofahrer bezahlt.


Sie sind nicht nur günstiger unterwegs – bezogen auf die reinen Betriebskosten –, sondern sparen seit Mitte 2009 auch bei der Kraftfahrzeugsteuer. Sie basiert nun auf Hubraum und CO2-Ausstoß. Je weniger Kohlendioxid der Motor produziert, desto günstiger wird es für den Halter. In diesem Punkt können und wollen die Autoversicherungen natürlich nicht hinten an stehen. Die Idee, Fahrer mit günstigeren Tarifen zu belohnen, wenn sie auf umweltfreundliche Technik setzen, schwelt schon seit einigen Jahren.

2007 kündigte die Allianz an, klimaschonendes Autofahren zu honorieren. Mit ins Boot holte sie den Umweltverband WWF. Gemeinsam erarbeiteten sie ein grundlegendes Konzept. Das Ergebnis nennt sich ECOmotion, stellt aber keinen eigenen Tarif dar, sondern ein Emissions-Minderungszertifikat. Der CO2-Ausstoß soll dadurch kompensiert werden, dass Geld in Klimaschutzprojekte investiert wird. Bei der Ergo-Versicherungsgruppe ist man schon weiter. Sie kündigte 2008 an, dass ihre drei Kfz-Versicherer für umweltfreundliche Fahrzeuge rund zehn Prozent günstigere Tarife anbieten werden. Bei der Victoria-Versicherung, einem Ergo-Unternehmen, heißt es dazu: „… bieten wir Ihnen als erste Versicherung in Deutschland einen Kraftfahrt-Versicherungstarif, der Umweltfreundlichkeit und kraftstoffsparendes Fahren belohnt.“

Umwelt

Inzwischen sind mehrere Versicherungen auf den Zug aufgesprungen.
Die VCD Service GmbH nennt ihr Produkt „VCD Eco-Line“ und bietet einen Öko-Bonus, der sich an der „ökologischen Qualität“ des Autos orientiert. Berücksichtigt wird dabei neben der Schadstoffklasse vor allem der CO2-Ausstoß. Realisiert wird die Autoversicherung zusammen mit der DA Direkt. Mit von der Partie in Sachen Umweltbonus ist auch Direct Line. Das Unternehmen sagt klipp und klar „umweltfreundlich fahren und Geld sparen“. Dazu wird ein CO2-Rabatt angeboten, von dem unter anderem Besitzer eines Hybridautos profitieren.

Doch nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch im benachbarten Ausland, in Österreich und der Schweiz, gehen immer mehr Versicherungsunternehmen dazu über, Öko- oder Umwelttarife zu konzipieren.

Bei der Axa-Winterthur in der Schweiz gibt bis zu 20 Prozent Nachlass bei Kfz Haftpflicht- und Kaskoversicherung. Gewährt wird der Rabatt, wenn das Fahrzeug nicht mehr als 140 g/km an CO2 abgibt. Optimal also bei einem Hybridantrieb – der Prius beispielsweise liegt mit einem 78 PS-Motor bei rund 104 Gramm je Kilometer und der VW Polo Blue Motion erreicht Wert von 102 bis 108 Gramm. Bei der Zurich Connect kommt es weniger auf den Kohlendioxidwert, sondern vielmehr auf den Antrieb an. Bei Alternativen wie Hybrid oder Gas gibt es einen Prämiennachlass von drei Prozent.

Dass in Zukunft bei den Autoversicherungen Umwelttarife für Hybridfahrzeuge und andere Alternativen gang und gäbe sind, ist sehr wahrscheinlich. Dann macht sich Umweltbewusstsein auf breiter Ebene in Heller und Pfennig bezahlt.

Niedrigenergiefahrzeuge

Wer den Begriff „Niedrigenergiefahrzeug“ zum ersten Mal hört, fühlt sich sicher sofort an den Hausbau erinnert. Schließlich zählt hier das sogenannte Niedrigenergiehaus zu den neuen Trends im 21. Jahrhundert. Der Gedanke ist eigentlich gar nicht so falsch, da hinter beiden ein ähnliches Konzept steckt:

tesla-roadster

Als Niedrigenergieautos werden Fahrzeuge bezeichnet, die im Vergleich zu heutigen Fahrzeugen deutlich weniger Energie aufwenden müssen, um sich über eine festgelegte Distanz fortzubewegen. Durch den Minderverbrauch an Energie reduziert sich natürlich auch die Menge des benötigten Kraftstoffes. Aktuell liegt der Grenzwert bei 0,58 kWh/km, erst unterhalb dieser Grenze hat sich ein Pkw den Titel „Niedrigenergiefahrzeug“ verdient. Die etwas ungewohnte Angabe in kWh/km ergibt sich aus dem Anspruch, verschiedene Kraftstoffe miteinander vergleichen zu können.

Wie erreichen Automobilhersteller diesen günstigen Energieverbrauch bei einem Niedrigenergiefahrzeug? Hier sind vor allem die Konstrukteure und Designer gefragt. Der erste und sicher auch äußerlich markanteste Schritt in Richtung eines reduzierten Verbrauchs besteht in einer strömungsarmen Karosserie. Diese sollte beim Fahren einen möglichst geringen Luftwiderstand zeigen, was sich in einem niedrigen Cw-Wert niederschlägt. Weiterhin ist für eine möglichst große Reduzierung des Verbrauchs auch die Größe des Rollwiderstandes von entscheidender Bedeutung. Widerstandsarme Reifen und ein geringes Fahrzeuggewicht sorgen hier für eine entsprechende Verbesserung der Werte. Aufgrund der Tatsache, dass die Schwere eines Fahrzeugs einen nicht unbedeutenden Beitrag zum Energieverbrauch liefert, dürften schwere Geländewagen und Luxus-Pkw eher ein seltenes Bild auf den Straßen der Zukunft werden.

Um ein echtes Öko-Auto zu konstruieren, welches diesem Anspruch in jedem Moment gerecht werden kann, muss allerdings ein möglichst emissionsfreier Antrieb angestrebt werden. Hierbei hat die Autoindustrie lange auf Elektrofahrzeuge gesetzt. Leider sind hier mehrere Schwierigkeiten zu überwinden, was etwa die begrenzte Reichweite betrifft (gemessen am Verbrennungsmotor). Solarfahrzeuge versorgen sich zwar kontinuierlich selbst mit Strom, sind aber nicht überall einsetzbar und aufgrund der technischen Spezifikationen im Alltag noch unpraktikabel. Als weiterer Lösungsansatz wäre dagegen ein Einsatz der Brennstoffzelle denkbar, dem allerdings auch heute noch technische Grenzen gesetzt sind. Bevor es also zum flächendeckenden Einsatz echter Öko-Autos ohne Verbrennungsmotor kommt, müssen sich die Autofahrer noch einige Jahre gedulden.

Erdgasfahrzeuge

Erdgas Auto

Eine der vielen Möglichkeiten, mit denen sich Pkws antreiben lassen, ist der sogenannte Erdgasantrieb. Hierbei wird ein Nebenprodukt der Erdölindustrie verwendet, welches für viele Konzerne eher von untergeordneter Bedeutung ist und aus diesem Grund lange Zeit nicht beachtet wurde. Einer der großen Vorteile ist die problemlose Verwendungsmöglichkeit des Erdgases in einem handelsüblichen Ottomotor. Auch Motoren, die bereits heute mit normalen Kraftstoffen betrieben werden, lassen sich ohne größere Umbauten auch mit Gas nutzen. Allerdings ergeben sich an dieser Stelle auch einige Nachteile, denn auf der einen Seite muss der Rohstoff wieder tief aus dem Schoß der Erde gefördert werden, was einen entscheidenden Einfluss in unterschiedlichste Ökosysteme darstellt.

Hierdurch wird natürlich der Umweltschutzfaktor geringer. Auf der anderen Seite ergibt sich aus den Eigenschaften des Erdgases ein energetisches Problem, denn im gasförmigen Zustand reicht die Energiedichte bei Weitem nicht aus, um nur einen annähernd so hohen Wirkungsgrad zu erzielen wie bei herkömmlichen Treibstoffen. Aus diesem Grund muss das Erdgas verflüssigt werden und kann erst so an den Verbraucher abgegeben werden. Durch diesen Vorgang wird natürlich wieder eine gewisse Menge Energie verbraucht. Daneben müssen auch spezielle Tanks in den Fahrzeugen verbaut werden. Demgegenüber stehen allerdings ein geringerer Preis und ein niedrigerer Ausstoß an Schadstoffen. Inwiefern sich Erdgas als Alternative zum Benzin behauptet, werden erst die nächsten Jahre zeigen.

 

Biokraftstoffe

Biokraftstoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Mittlerweile kommt ihnen eine hohe Bedeutung zu.


Die Politik hat erkannt, dass Biokraftstoffe eine der besten Möglichkeiten darstellen, um Unabhängigkeit von fossilen Kraftstoffen zu erlangen. Anders als die fossilen Rohstoffe, die lediglich begrenzt vorhanden sind, kann für Biokraftstoffe eine dauerhafte Verfügbarkeit gewährleistet werden. Es gibt derzeit drei Arten von Biokraftstoffen, die zum Betrieb von Automobilen in Betracht gezogen werden können.

Da wäre zunächst einmal das Bioethanol, bei welchem es sich um einen Alkohol handelt, der als stärke-, zucker- oder cellulosehaltigen Rohstoffen gewonnen wird. Unter den Biokraftstoffen nimmt Bioethanol die Schlüsselrolle ein, da es von Bezinmotoren verbrannt werden kann. Es wird bereits seit Jahren dem Benzin und Super Benzin beigemischt. Theoretisch wäre es aber möglich, dass Automobile auch zu 100 Prozent mit Bioethanol betankt werden.

An zweiter Stelle folgt das Biodiesel. Hierbei handelt es sich um einen Kraftstoff, der entweder aus Pflanzenöl oder aus tierischen Fetten gewonnen wird. Im Rahmen der Herstellung werden dem Biodiesel ca. 10 Prozent Methanol zugeführt. Bisher ist dieser Kraftstoff nur an einigen ausgewählten Tankstellen verfügbar, eine Beimischung zum normalen Diesel ist für die Zukunft vorgesehen.

Zu guter Letzt gibt es noch das so genannte Biogas, das in erster Linie aus pflanzlichen Abfallstoffen gewonnen wird. In Deutschland spielt dieser Kraftstoff nur eine untergeordnete Rolle, was vor allem daran liegt, dass der Anteil an gasbetriebenen Fahrzeugen schlichtweg zu gering ist.

LPG In anderen Ländern, wie zum Beispiel der Schweiz, wird dem Biogas eine höhere Bedeutung beigemessen. In einigen Städten werden beispielsweise öffentliche Busse mit Biogas angetrieben.

Die Gewinnung und Verwendung von Biokraftstoffen wird gerade in Deutschland kontrovers diskutiert,
da sie neben ihren Vorteilen auch einige Nachteile mit sich bringen.

So besteht eines der größten Probleme schlichtweg darin, dass längst nicht alle Fahrzeuge auf den Einsatz dieser Kraftstoffe ausgelegt sind. Zum einen können die Kraftstoffe nicht von allen Motoren verbrannt werden, zum anderen setzen sie vor allem den Kraftstoffschläuchen sowie den Dichtungen zu.

Des weiteren wird von zahlreichen Experten argumentiert, dass Biokraftstoffe ebenso umwelt­schädlich wie fossile Kraftstoffe sind. So entstehen beispiels­weise klimaschädliche Gase, die beim Anbau der Pflanzen freigesetzt werden.

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