Alu oder Stahl? Passende Felgen für Ihr Auto finden

Felge

Tipps für den Felgenkauf

  • Achten Sie generell darauf nur Felgen zu kaufen, die eine ABE oder ein Teilgutachten haben.
  • Prüfen Sie gewissenhaft, ob Sie diese mit den gewünschten Reifen an Ihrem Fahrzeug montieren dürfen.
  • Fahren Sie nie mit einer Felgen/Reifenkombination ohne ABE oder entsprechenden Eintrag in die Papiere.
  • Vorsicht beim Kauf von gebrauchten Felgen. Erwerben Sie keine Felgen mit beschädigter Oberfläche.
  • Nutzen Sie einen Felgenkonfigurator, um bequem die passenden Felgen zu finden und deren optische Wirkung zu testen.

Viele Autofahrer betrachten Felgen lediglich aus optischer Sicht. Wenn Sie sich neue Felgen kaufen, sollten Sie aber unbedingt an die Sicherheit denken. Gebrauchte Felgen sind zwar günstig, bergen aber ein Sicherheitsrisiko. Generell kann ein scheinbar günstiger Kauf auf Kosten der Sicherheit gehen.


Der Felgenkonfigurator unterstützt Sie bei der Auswahl

Die meisten Händler, bei denen Sie online Felgen kaufen können, bieten einen Felgenkonfigurator an. Dieser hilft Ihnen, passende und schöne Felgen zu finden. Tipp: Geben Sie zunächst die Reifengröße aus Ihrer Zulassung und den Fahrzeugtyp ein, bevor Sie nach einer Felge schauen, die Ihnen optisch zusagt. Da die wenigsten Felgen für alle Fahrzeuge und Reifengrößen angeboten werden, ist es sinnvoll die Auswahl zunächst auf die Modelle zu beschränken, die Sie für Ihr Fahrzeug verwenden dürfen. Übrigens, die Konfiguratoren zeigen Ihnen auch, wie die ausgewählten Felgen an einem Fahrzeug aussehen.

Gebrauchte Felgen haben oft versteckte Mängel

Kleine Kratzer, die zum Beispiel beim Waschen in der Waschanlage entstehen können, sind harmlos. Tiefe Kratzer oder verbogene Ränder sind gefährlich. Da Leichtmetallfelgen empfindlicher sind als Stahlfelgen, sollten Sie bei Alufelgen genau hinsehen. Ist die obere Lackschicht bei Leichtmetallfelgen beschädigt, verzichten Sie besser auf den Kauf. Es ist nicht damit getan, wenn Sie die Felgen lackieren, um den Schaden zu verdecken. Sie können nicht erkennen, ob eine Felge an Stabilität verloren hat oder verzogen ist. Achten Sie, wenn Sie gebrauchte Felgen montiert haben, unbedingt auf Änderungen im Fahrverhalten. Schalten Sie eine Fachwerkstatt ein, wenn Ihnen irgendetwas seltsam erscheint.

Anmerkung zu Alu- und Stahlfelgen

Alufelgen bieten in der Regel weder mehr Komfort noch mehr Fahrsicherheit, denn moderne Stahlfelgen sind kaum schwerer als Alufelgen. Lediglich bei großen Felgen sind Leichtmetallfelgen im Sommer sinnvoll. Alu bietet Gestaltungsmöglichkeiten, die für eine bessere Lüftung der Bremsen sorgen. Die Entscheidung zwischen Stahl- und Leichtmetallfelgen fällt in der Regel eher nach optischen als nach technischen Aspekten. Übrigens alle Felgen haben eine Oberflächenvergütung, die zum Teil auch zu Festigkeit und damit zur Sicherheit beiträgt. Polieren verringert die Festigkeit, während Verdichten diese erhöht.

Probleme mit den neuen Felgen vermeiden

Sofern Sie keine Felgen kaufen, die für Ihr Fahrzeug und die gewählten Reifen zugelassen wurden, müssen Sie die Felgen bei der Dekra oder beim TÜV abnehmen lassen. Sollten sie zu den Felgen nur ein Festigkeitsgutachten bekommen, müssen Sie selbst den Nachweis erbringen, dass die Felge im Hinblick auf die Abmessungen und die Einpresstiefe für Ihre Reifen zugelassen ist. Dieser Nachweis ist in der Praxis kaum möglich. Sie benötigen daher ein Teilegutachten. Mit diesem ist die Abnahme unkompliziert, weil nur der ordnungsgemäße Einbau kontrolliert wird.

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Optimierung der Leichtmetallfelgen

Leichtmetallfelgen lassen durch Veränderungen in der Bauweise noch weiter optimieren, was eine zusätzliche Reduzierung der ungefederten Massen bewirkt.


Ein Weg in diese Richtung besteht zum Beispiel darin, die Radschüssel aus mehreren Einzelteilen zu fertigen. Allerdings haben Leichtmetallfelgen einen entscheidenden Nachteil gegenüber einer Stahlfelge, wenn es um die Korrosionsbeständigkeit geht. Hier schneiden normale Felgen besser ab, weshalb eine Leichtmetallfelge im Winter nicht eingesetzt werden sollte. Sobald streusalzhaltiges Wasser mit dem Material in Berührung kommt, sind irreparable Schäden an der Felge die Folge. Aus diesem Grund empfiehlt es sich während dieser Witterung, Räder mit normalen Stahlfelgen zu fahren.

Magnesiumfelgen

Magnesiumfelgen zeichnen sich durch ein besonders niedriges Gewicht aus. Da sie noch einmal ein ganzes Stück leichter als Aluminiumfelgen sind, werden sie vor allem im Bereich des Motorsports eingesetzt. Ursprünglich wurden die Felgen auch im Motorsport entwickelt. Allerdings sind sie heute auch für konventionelle Fahrzeuge zu haben.


Im Autobereich trifft man vergleichsweise selten auf Felgen, die aus Magnesium gefertigt sind. Dies ist gleich auf zwei Gründe zurückzuführen. Zunächst einmal verhält es sich so, dass Magnesiumfelgen mit einem stolzen Preis aufwarten: Längst nicht jeder Autofahrer ist dazu bereit, so viel Geld für Felgen auszugeben, die sich später an einem Alltagsfahrzeug wieder finden. Beim zweiten Grund handelt es sich um die Anfälligkeit: Magnesiumfelgen gelten als vergleichsweise empfindlich gegen Stöße und andere Einwirkungen. Gerade im Alltag kann es vergleichsweise schnell vorkommen, dass man die Felgen beschädigt. Allerdings bleiben anders als bei Stahl- oder Aluminiumfelgen nicht nur kleine Dellen oder Kratzer zurück – oftmals brechen gleich ganze Stücke heraus, so dass die teuren Felgen plötzlich nicht mehr zu gebrauchen sind.

Motorrad

Bei den meisten Käufern, die Magnesiumfelgen für den privaten Gebrauch erwerben, handelt es sich um Motorradfahrer. In diesem Bereich ist seit Jahren eine zunehmende Beliebtheit dieser Felgen festzustellen, was genau genommen auch nicht verwundert. Denn zunächst einmal ist es so, dass Motorradfahrer deutlich weniger Geld investieren müssen: Zwei Felgen sind eben deutlich günstiger als vier Felgen. Zudem macht sich die Gewichtsreduzierung, die durch den Umstieg auf Magnesium erfolgt, noch viel deutlicher bemerkbar. Somit ist der Nutzen, den die Felgen bieten, einfach größer – zudem es sich auch im Alltagsverkehr deutlich schwieriger gestaltet, die Felgen zu beschädigen.

Weil diese Felgen von Autofahrern nur relativ selten gekauft werden, ist es um das Angebot auch nicht sonderlich gut bestellt. Gerade im Autobereich hält sich das Felgenangebot sehr stark in Grenzen: Interessenten können nur auf relativ wenige Modelle blicken, bei denen eine Montagen an Straßenfahrzeugen möglich ist.

Unwucht bei Felgen

Autofahrer, die nach einem Reifenwechsel über Vibrationen und ein Flattern bei höheren Geschwindigkeiten klagen, werden als erste Vermutung für die Ursache von ihrem Kfz-Mechaniker sicher den Begriff der Unwucht zu hören bekommen.


Unw… – was!? Die Unwucht ist ein Begriff innerhalb der Fahrzeugtechnik, der nur selten gebraucht wird, daher das häufige Unverständnis und die Ratlosigkeit bei vielen Autofahrern bei der „Diagnose Unwucht“. Was also ist eine Unwucht?

 

Die Aussage, dass es sich dabei um einen Reifen handelt, der nicht richtig „rund“ läuft, stimmt nur zum Teil. Denn das Phänomen ist eher eine Auswirkung der Unwucht. Wer eine Unwucht genau erklären will, muss sich der Physik bedienen und zwar der Mechanik im Speziellen. Hier taucht der Begriff einer Unwucht in der Rotationsbewegung von Körpern wieder auf. An dieser Stelle muss aber zwischen der dynamischen und statischen Unwucht unterschieden werden. Letztere ist dadurch gekennzeichnet, dass die Rotation zwar immer in einer Ebene stattfindet, sich aber die Rotationsachse und der Schwerpunkt verschieben.

Bei der dynamischen Unwucht bleibt dagegen der Schwerpunkt bestehen, die Rotationsachse und damit die Rotationsebene bewegen sich dagegen in einer Kreiselbewegung um den Schwerpunkt. Schuld ist bei beiden Effekten eine ungleiche Verteilung der Massen. Für den ersten Fall, die statische Unwucht, wäre zum Beispiel ein Gewicht auf nur einer Seite des Rotationskörpers verantwortlich, das kein Gegenüber hat. Die dynamische Unwucht entsteht dagegen aufgrund der Tatsache, dass es an zwei verschiedenen Stellen zu einer ungleichen Massenverteilung kommt. Für einen Autofahrer ergibt sich aus der letzteren Variante die Konsequenz des flatternden Reifens.

 

Wie lässt sich eine Unwucht aber beheben? Oder muss gleich der ganze Reifen entsorgt werden? Natürlich können Autofahrer beruhigt aufatmen, denn eine Unwucht, gleich welcher Art, lässt sich ohne Weiteres in der Autowerkstatt wieder ausgleichen. Dazu wird einfach gemessen, an welcher Stelle die ungleichen Massen auftreten. Entsprechend dem Messergebnis kann durch ein Anbringen von Gegengewichten das „Flattern“ bei hohen Umdrehungsgeschwindigkeiten wieder ausgeglichen werden.