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Private Rechtsschutzversicherung Vergleich & Test 2017

Eine Rechtsschutzversicherung ist in vielen Fällen sinnvoll, da sie im Leistungsfall Kosten für den Anwalt, das Gericht und Gutachter teilweise oder vollständig übernimmt. Auch Privatpersonen sollten über eine Rechtsschutzabsicherung nachdenken, denn in den letzten Jahren hat die Anzahl der Gerichtsverfahren im privaten Bereich stark zugenommen.

Beratung

Geregelt wird die Rechtsschutzversicherung im Versicherungsvertragsgesetz (VVG), Teil 2 Kapitel 2. Es gibt viele verschiedene Arten dieser Versicherung. Privatpersonen sollten Leistungen und Kosten vergleichen. Rechtsschutzversicherungen können nicht rückwirkend abgeschlossen werden (etwa für ein laufendes Gerichtsverfahren).

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Der Beiträg zur Rechtsschutzversicherung ist bei den verschiedenen Versicherungsgesellschaften unterschiedlich. Daher sollten die Beiträge und auch die Leistungen vor Vertragsabschluss mit anderen verglichen werden. Die Kosten können aber auch durch folgenden Strategien gesenkt werden:

  • Selbstbehalt: Auf Wunsch kann bei Vertragsabschluss ein Selbstbehalt vereinbart werden.
  • lange Laufzeit: Möglicherweise kann der Beitrag auch gesenkt werden, indem eine längere Laufzeit gewählt wird.
  • Zahlungsart: Wer seine Beiträge für das ganze Jahr auf einmal zahlt, kann auch Geld sparen.
  • Schadensfreiheit: Oft ermöglichen Versicherungen Rabatte, wenn lange Zeit kein Schadensfall eintritt.
  • Individuelle Leistungen: Wer einen Vertrag mit individuell zugeschnittenen Leistungen und kein vorgefertigstes Paket wählt, kann ebenfalls Geld sparen.

Abgesichert gegen Rechtsstreitigkeiten

Rechtsschutzversicherung bei Stiftung Warentest: „Der Versicherer übernimmt Anwalts- und Verfahrenskosten für viele Rechtsstreitigkeiten.“ (1/2012)

Focus Money: „Eine Police kann sinnvoll sein, wenn der Partner noch berufstätig ist (…).“ (T. Rudnik, Bund der Versicherten, Focus-Interview)

In den letzten Jahren hat die sogenannte Mediation immer mehr an Bedeutung gewonnen. Damit können vor allem Zeit und auch Geld gespart werden. Das Mediationsgesetz von 2012 soll diese Art der Streitschlichtung und damit der außergerichtlichen Konfliktlösung fördern. Rechtsschutzversicherer haben sich dem angepasst. Zum Inhalt des Gesetzes gehört beispielsweise, dass ein Anwalt in seiner Klageschrift angeben muss, ob Mediation oder eine andere Art der außergerichtlichen Konfliktlösung stattgefunden hat.

Leistungen zum Rechtsschutz im Überblick

EuroIn der Regel wird bei Vertragsabschluss eine Deckungssumme vereinbart, die üblicherweise bei 250.000 Euro pro Rechtsschutzfall liegt. Diese Summe ist in den meisten Fällen ausreichend, um zwei gerichtliche Instanzen zu durchschreiten. Es können aber auch Verträge ohne Deckungsbegrenzung abgeschlossen werden. Darin enthalten sind dann folgende Leistungen:

  • Anwaltgebühren des Rechtsanwaltes, welcher vom Versicherten frei gewählt werden kann
  • Zeugengelder und Honorare für Sachverständige
  • Gerichtskosten
  • Kosten des Gegners, wenn der Versicherungsnehmer diese tragen muss.
  • Strafkautionen in der Regel bis 50.000 Euro.

Diese Leistungen werden getragen:

  • Kosten von Streitigkeiten um Verträge, zum Beispiel bei fehlerhafter Ware oder einem schlechten Handwerker oder auch einem Darlehen bei einer Bank
  • Kosten beim Erstreiten von Schadensersatz etwa nach einem Verkehrsunfall
  • Kosten für einen Streit mit dem Finanzamt, zum Beispiel wegen der Einkommenssteuer

In vielen Verträgen werden Selbstbeteiligungen vereinbart, die etwa 150 bis 250 Euro pro Rechtsschutzfall betragen. Der Schutz gilt in ganz Europa und oft sogar noch in den Anliegerstaaten des Mittelmeeres, zum Beispiel in Algerien und Marokko.

Eine Rechtsschutzversicherung ist grundsätzlich für jeden sinnvoll, denn juristische Streitigkeiten bis hin zu Gerichtsverfahren können jeden treffen. Als Beispiel sind Streitigkeiten zwischen Mietern zu nennen. Bei einem Gerichtsverfahren entstehen schnell sehr hohe Kosten, die durch Rechtsschutzversicherungen übernommen werden können. Auch die Prozesskosten, die nach einem Urteil entstehen, können von der Versicherung getragen werden.

Diese Leistungen werden nicht getragen:

  • Kosten bei Streitigkeiten am Bau (z.B. Baumängel)
  • Kosten für Schäden, bei denen andere Versicherungen greifen, z.B. die Kfz-Haftpflicht- oder der Schutz über die Privathaftpflichtversicherung

  • Kosten im Streit ums Falschparken
  • Klagen gegen eine Bank wegen Falschberatung
  • Bei Verbrechen oder vorsätzlich begangenen Vergehen (Betrug oder Beleidigung)
  • Kosten bei Streitigkeiten um eine Kündigung oder ein schlechtes Arbeitszeugnis

Tarife der Rechtsschutzversicherung im Test

Regelmäßig nehmen verschiedene Test- oder Rating-Agenturen die Tarife der Rechtsschutzversicherung unter die Lupe. Dazu gehören zum Beispiel Finanztest oder Morgen & Morgen. Die folgende Tabelle fasst einige Testergebnisse zusammen.

Im Dezember 2013 veröffentlichte Ökotest einen Test von 68 Tarifen der Rechtsschutzversicherung. Geprüft wurden dabei die Leistungen für Familien, die eine Privat-, Berufs-, Miet- und Verkehrs­rechtsschutz­versiche­rung abgeschlossen haben. Die allgemeine Selbstbeteiligung lag da­bei bei maximal 500 Euro pro Rechtsschutzfall. Vier Versicherer haben nicht an dem freiwilligen Test teilgenommen. Zu den Testsiegern gehören unter anderem der Tarif  KompaktPlus von Roland, der Tarif TOP-Star von der Rechtsschutz Union und das Deckungskonzept Premium von der Degenia.

M&M + Wirtschaftswoche 07/2013

1 Rechts. Union (Tarif: T10 TOP)

2 Arag (Tarif: Aktiv-RS Komfort)

3 Arag (Tarif: Basis)

4 WGV (Tarif: Optimal)

5 Allrecht (Tarif: RS)

Finanztest 12/2014

1 Allrecht/Deurag (Tarif: Privat)

2 DAS (Tarif: Premium)

3 Arag (Tarif: Aktiv Premium)

4 HDI/Roland (Tarif: Basis + RisikoPlus + Rundum Sorglos)

5 Bruderhilfe (Tarif: PBV Plus)

Unterschiedliche Formen von Rechtsschutzversicherungen

Rechtsschutzversicherungen können viele verschiedene Risiken absichern. Welche genau in einem Vertrag enthalten sind, kann man den allgemeinen Rechtsschutzbedingungen (ARB) entnehmen, welche der Versicherungspolice beigelegt werden. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) veröffentlicht immer wieder Musterbedingungen. Die meisten Rechtsschutzpolicen bieten folgende Angebote:

  • Privatrechtsschutz und Berufs-Rechtsschutz für Nichtselbstständige (§25 ARB)
  • Verkehrs-Rechtsschutz für ein oder mehrere Fahrzeuge (§21 Abs. 2 ARB)
  • Verkehrs-Rechtsschutz für alle Fahrzeuge der Familie (§21 Abs. 11 ARB)
  • Fahrer-Rechtsschutz (für Fahrer von fremden Fahrzeugen, §22 ARB)
  • Privat-Rechtsschutz für Selbstständige (§23 ARB)
  • Berufs-Rechtsschutz für Selbstständige, Rechtsschutz für Firmen und Vereine (§24 ARB)
  • Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz für Nichtselbstständige (§ 26 ARB)
  • Landwirtschafts- und Verkehrs-Rechtsschutz (§27 ARB)
  • Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz für Selbstständige (§28 ARB)
  • Rechtsschutz für Grundstückseigentum und Miete (§29 ARB)

Eine sehr spezielle Versicherung für Ordnungs­widrigkeitenrechtsschutz trägt die Kosten für ein Verfahren wegen einer Ordnungs­widrigkeit oder eines Bußgeldes. Park- oder Halteverstöße sind aber nicht abgesichert.

Weitere Formen dieser Versicherung

Art Merkmale
Steuerrechtsschutz Bei der Steuerrechtsschutzversicherung muss man sehr vorsichtig sein, denn diese deckt lediglich eine Klage vor einem deutschen Finanz- oder Verwaltungsgericht ab. Dieser Klage muss jedoch ein Einspruchsverfahren gegen einen Bescheid vorausgehen. Dies ist durch den Steuerrechtsschutz nicht abgedeckt.
Sozialgerichtsrechtsschutz Die Sozialgerichtsrechtsschutzversicherung deckt Klagen vor einem deutschen Sozialgericht ab. Dieses betrifft zum Beispiel Streitigkeiten mit einer gesetzlichen Sozialversicherung, welche im schlimmsten Fall ohne Anwalt und Gericht nicht geklärt werden können. Die Kosten dafür trägt dann die Versicherung.
Strafrechtsschutz Die Strafrechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten für die Verteidigung in einem strafrechtlichen Verfahren. Dabei wird aber noch einmal zwischen verkehrsrechtlichen und nicht verkehrsrechtlichen Verfahren unterschieden.

Das muss beim Wechsel der Rechtsschutzversicherung beachtet werden

1. Die Kündigungsfrist

AchtungBei einem Vertrag mit einem Jahr Laufzeit, die sich automatisch immer wieder um ein Jahr verlängert, gibt es eine Frist von drei Monaten zur Kündigung zum Ende des Jahres. Verträge mit einer Laufzeit von fünf Jahren können in der Regel zum Ende des dritten Jahres beziehungsweise in den folgenden Jahren mit einer Frist von drei Monaten zum Jahresende gekündigt werden.

2. Übernahme von Altfällen zum neuen Versicherer

Nur wenn der neue Vertrag nahtlos an die alte Rechtsschutzversicherung anschließt, übernimmt der neue Versicherer auch Fälle, die zeitlich eigentlich noch dem alten Versicherer zuzuordnen wären.

3. Achtung bei veränderten Leistungen!

Beim Wechsel sollte man unbedingt auf die vertraglich vereinbarten Leistungen achten. Wichtig ist, dass Sie im neuen Vertrag nicht schlechter gestellt sind oder Leistungen, die Sie benötigen, wegfallen. Neuere Verträge bieten beispielsweise oft weniger Schutz beim Streit um Geldanlagen.

Nutzen von Privat-Rechtsschutzversicherungen

Eine Privat-Rechtsschutzversicherung ist vor allem bei Familienstreitigkeiten, bei Uneinigkeiten nach Unfällen, bei Nachbarschaftsstreiten oder bei der Durchsetzung von Garantieansprüchen notwendig. Sein Recht vor Gericht durchzusetzen, kann sehr teuer werden und sogar zur Privatinsolvenz führen. Alle Gerichts- und Anwaltkosten werden bei den obengenannten Fällen übernommen. Nach dem Abschluss einer solchen Versicherung gibt es normalerweise eine Wartezeit von drei Monaten, bevor sie in Anspruch genommen werden kann.

Der Verkehrs-Rechtsschutz

Autobahn

Im deutschen Straßenverkehr sind mehr als 40 Mio. Fahrzeuge unterwegs. Da kann es schnell zu einem Unfall und nachfolgenden Schadens­ersatz­ansprüchen der Unfallgegner kommen. Daher sind Verkehrs-Rechtsschutz­verträge für Personen sinnvoll, die viel mit dem Auto unterwegs sind. Soll zum Beispiel Schadens­ersatz eingeklagt werden, so kann dort die Rechtsschutzversicherung einspringen und die Kosten übernehmen. Viele Kfz-Versicherungen schließen solche Leistungen bereits ein. Prüfen Sie also, ob Sie bereits über eine solche Absicherung verfügen.

In den letzten Jahren haben immer mehr Deutsche die Wichtigkeit der Rechtsschutz­versicherung entdeckt und deshalb eine abgeschlossen (Quelle: GDV):

Jahr Verträge in Millionen
2006 19,48
2007 20,47
2008 20,57
2009 20,65
2010 20,93
2011 21,1
2012 21,2
2013 21,4

Die Anzahl der Leistungsfälle in den vergan­genen Jahren zwischen 2006 und 2010 ist, wie die folgende Tabelle zeigt, während der vergan­genen Jahre relativ stabil geblieben (Quelle: GDV):

Jahr Leistungsfälle in Millionen
2006 3,55
2007 3,65
2008 3,69
2009 3,88
2010 3,82
2011 3,83
2012 3,78
2013 lag noch nicht vor

RechtIn vielen Fällen kommt es vor, dass die Versicherung die Leistungen verweigert. In diesen Situationen ist es wichtig, richtig und zügig zu reagieren. Im Falle der Ablehnung von Leistungen kann der Versicherte einen Gutachter einschalten, der klärt, ob diese gerechtfertigt war oder nicht. Die häufigsten Gründe dafür hat Finanztest zusammengestellt:

„Der Fall ist von der Versicherung nicht gedeckt“ oder „Der Fall liegt zeitlich vor dem Beginn des Versicherungsschutzes“

In beiden Fällen ist es wichtig, den Ombudsmann einzuschalten. Dieser leitet kostenfrei ein Schlichtungsverfahren ein. Sollte dieser nicht für den Versicherungsnehmer entscheiden, kann immer noch eine Klage gegen die Rechtsschutzversicherung eingereicht werden.

„Der Fall hat mangelnde Erfolgsaussichten“ oder
„Es liegt Mutwilligkeit vor“

Nur wenn die Klage des Versicherungsnehmers rechtlich nicht vertretbar ist, hat sie mangelnde Erfolgsaussichten vor Gericht. Deshalb ist diese Begründung der Rechtsschutzversicherung nur selten erfolgreich.

10 häufig gestellte Fragen zur Rechtsschutzversicherung – FAQ

Jeder Mensch kann in die Situation gelangen, einen Rechtsstreit führen zu müssen. Aus diesem Grund sollte grundsätzlich auch jeder eine Rechtsschutzversicherung abschließen. Gründe, einen Anwalt aufzusuchen, sind zum Beispiel: Probleme mit dem Vermieter oder Arbeitgeber oder auch einfach nur ein Nachbarschaftsstreit. Abhängig vom gewählten Tarif kommt die Rechtsschutzversicherung für solche juristischen Kosten auf. Die Kosten für einen Rechtsstreit können mit jeder gerichtlichen Instanz stark steigen.
Natürlich ist der Versicherungsnehmer der Rechtsschutzversicherung auch die versicherte Person. Wird kein Single-Tarif abgeschlossen, so sind auch der Ehepartner und die minderjährigen Kinder mitversichert. Volljährige Kinder sind mitversichtert, solange sie in der Ausbildung und unverheiratet sind.
Grundsätzlich sollte in der Rechtsschutzversicherung ein Jahresvertrag vereinbart werden, da so besser und einfacher das Versicherungsunternehmen gewechselt werden kann. Zudem sollte man sich genau über die Verträge informieren und die Beiträge sowie Leistungen bei unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften vergleichen. Zudem sollten Ehepartner und Kinder mitversichert werden.
Es lohnt sich nicht, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, wenn sich bereits ein Rechtsstreit anbahnt, da sich die Versicherungen davor mit Wartezeiten schützen. Diese Wartezeiten betragen oft zwischen drei und sechs Monaten.
Die Versicherungen schützen sich mit Wartezeiten von drei bis sechs Monaten vor der Kostenübernahme bereits absehbarer oder laufender Rechtsstreitigkeiten. Das bedeutet, dass erst nach dieser Zeit Leistungen in Anspruch genommen werden können. Diese Wartezeiten gibt es z.B. bei Verwaltungsrechtsschutz in Verkehrssachen, Arbeits- und Sozialgerichts-Rechtsschutz, Steuer-Rechtsschutz vor Gerichten, Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht sowie Rechtsschutz für die selbstgenutzte Wohneinheit. Bei Leih- und Leasinggeschäften gilt die Wartezeit nicht. Wechselt der Versicherte das Versicherungsunternehmen, so gibt es normalerweise keine Wartezeit.
Kinder sind in einem Familientarif, ähnlich wie in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung, automatisch mitversichert. Dann besteht ein Versicherungsschutz, solange sie unverheiratet sind und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet ist, außer sie gehen vorher eine dauerhafte Anstellung ein. Volljährige Kinder, die ein eigenes Fahrzeug besitzen, brauchen aber eine eigene Verkehrsrechtsschutzversicherung.
Grundsätzlich gilt: Je höher die Selbstbeteiligung, umso niedriger der Beitrag. Allgemein sollte man pro Rechtsschutzfall eine Selbstbeteiligung von 300 Euro vereinbaren.
Eine Berufsrechtsschutzversicherung ist zum Beispiel sinnvoll, wenn der Arbeitgeber eine Anstellung unberechtigterweise kündigt, den Lohn nicht zahlt oder Zeugnisse falsch oder gar nicht ausstellt. Auch bei Disziplinarverfahren bei öffentlich Bediensteten ist eine Berufsrechtsschutzversicherung hilfreich.
Im Schadensfall muss das Versicherungsunternehmen umgehend informiert werden. Der zuständige Sachbearbeiter wird dann den weiteren Weg besprechen. Wichtig ist, dass Fristen eingehalten werden. Diese können dem Versicherungsvertrag entnommen werden.
Handelt es sich um einen Rechtsstreit in Deutschland, so kann der Versicherte den Anwalt frei wählen. Dieser sollte aber in der Umgebung sein, damit der Anfahrtsweg zu einem Prozess nicht zu weit ist, denn diese Kosten werden eventuell nicht erstattet. Eine Klage sollte erst eingereicht werden, sobald die Versicherung der Leistungsübernahme zugestimmt hat. Die Rechtsschutzversicherung kann aber auch einen Anwalt beauftragen, um Fristen zu wahren oder einen höheren Schaden zu vermeiden.

Eine Rechtsschutzversicherung gehört genau wie die Hausratversicherung nicht zu den Sach­versicherungen, die als Vorsorge-Aufwendungen von der Steuer abgesetzt werden können. Mit den Beiträgen zu Renten-, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung liegt man meist schon über den Höchstbeträgen, welche bei der Einkommens­steuererklärung berücksichtigt werden.

Rechtsschutzversicherungen, die beruflich bedingt sind, oder auch der Arbeits-Rechtsschutz, welcher in einer Privat-Rechtsschutzversicherung enthalten sein kann, können allerdings abgesetzt werden. Als Werbungskosten können diese in der Anlage N geltend gemacht werden.