Bußgeldkatalog: Strafen bei Verkehrsdelikten


Warnschild

Neues Punktesystem 2014

  • Führen eines Fahrzeugs ohne TÜV über mindestens acht Monate: 60 Euro plus ein Punkt
  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (Fahrerflucht): drei Punkte
  • Fahren mit Sommerreifen bei winterlichen Verhältnissen: 60 Euro plus ein Punkt
  • Abbiegen, ohne Rücksicht auf Fußgänger zu nehmen: 70 Euro plus ein Punkt
  • Teile verlorener Ladung liegen gelassen, Gefährdung: 60 Euro plus ein Punkt

Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen und soll nur einen kleinen Einblick in die relativ hohe zu erwartende Strafe bei Verstößen geben.



Jeder kennt und fürchtet ihn: Den Bußgeldkatalog. In ihm werden zu erwartende Strafen bei Verkehrsdelikten festgelegt. Er wird jedes Jahr erneuert und angepasst. Als Verkehrsteilnehmer sollte man sich in jedem Fall an die geltende Straßenverkehrsordnung halten. Ein Blick in den Bußgeldkatalog hilft, die geltenden Bestimmungen einzuhalten. Der permanente Verstoß dagegen kann schnell sehr teuer werden und im schlimmsten Fall den Verlust des Führerscheins nach sich ziehen.



Wissen auffrischen

Besonders langjährigen Fahrern wird angeraten, ihr Wissen zu überprüfen. Auf Grund des neuen Punkte – Systems werden verschiedene Verstöße härter geahndet. Nicht alltägliche Vorhaben, wie das Fahren mit Anhänger, sollten deshalb vor Fahrtantritt nochmals genau recherchiert werden. Das bezieht sich besonders auf einzuhaltende Geschwindigkeiten und Sicherheitsabstände. Auch das Überfahren einer rote Ampel ist kein Kavaliersdelikt. Es kann ohne Weiteres zum Verlust der Fahrerlaubnis führen, zumindest aber zu Bußgeld bis 360 Euro, Punkten in Flensburg und Fahrverbot. Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort gibt drei Punkte. Fahrerflucht mit unterlassener Hilfeleistung wird als Straftat nach dem Strafgesetzbuch behandelt. Auch wenn die Haupt- oder Abgasuntersuchung für mehr als acht Monate überschritten ist, gibt es neben einem Bußgeld in Höhe von jeweils 60 Euro auch noch einen Punkt in Flensburg.


Achtung!

Nach der neuen Punkteregelung verliert man seinen Führerschein bereits mit dem Erreichen von acht, statt bisher 18 Punkten.


Fahrfehler


Fazit

Tatsache ist, dass Verkehrsverstöße und Ordnungswidrigkeiten härter bestraft werden als früher. Das ist auf Grund der Unfallstatistik durchaus gerechtfertigt. Bußgelder und Fahrverbote sollen zu überlegtem und vorausschauendem Fahren anregen und eine erzieherische Wirkung erzielen. Entsteht eine Gefährdung oder gar ein Schaden, sind die Ausmaße beim ständigen Anwachsen der Verkehrsdichte bald nicht mehr überschaubar. Fast alle Verkehrsregeln beruhen auf Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung. Gegenseitige Rücksichtnahme ist das Grundgebot. Schon allein der Schutz unserer Mitmenschen gebietet ein umsichtiges Fahrverhalten. Man sollte regelmäßig einen Blick in den Bußgeldkatalog und die geltenden Verkehrsregeln werfen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Auch routinierte Fahrer sind vor Vergehen nicht gefeit. Dasselbe gilt für Fahrradfahrer, die nicht im Besitz eines Führerscheins sind. Auch diese unterliegen der StVO.



Hintergrund: Verwarnung vs. Ordnungswidrigkeit

Im Rahmen des Bußgeldkataloges muss zwischen einer Verwarnung und einer Ordnungswidrigkeit unterschieden werden. Bei der Letztgenannten handelt es sich um einen Verstoß gegen geltendes Recht, was nur mit einem Bußgeld geahndet wird. Die Gesetzesübertretung stellt somit nur eine leichte Rechtsverletzung dar, von der im ersten Moment keine Gefahr für andere ausgeht. Allerdings sind die Grenzen hier natürlich fließend: einige der Verstöße gegen die StVO können auch härter bestraft werden, wenn zum Beispiel die Geschwindigkeit sehr stark überschritten wird oder der Fahrer unter dem Einfluss von Alkohol steht. In solchen Fällen droht ein Fahrverbot als Reaktion auf die Ordnungswidrigkeit. Verwarnungen stellen in diesem Zusammenhang einen noch geringfügigeren Gesetzesübertritt dar und ziehen lediglich ein Verwarngeld nach sich.

Wie aber definiert sich die Schwere eines Verstoßes? Was die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit betrifft ist hier von großer Bedeutung, ob es sich um eine Übertretung innerhalb von Ortschaften handelt oder die zu hohe Geschwindigkeit außerorts gemessen wurde. Welche Konsequenzen bei einer bestimmten Geschwindigkeit drohen, legt der Gesetzgeber in aktuellen Regelwerken fest, die jedem Bürger zugänglich sind. Daneben spielt auch das allgemeine Verkehrsrisiko eine Rolle, schließlich werden nicht nur Geschwindigkeitsübertretungen geahndet, sondern auch ein Nichteinhalten des notwendigen Sicherheitsabstandes, wofür im schlimmsten Fall mit einem 3-monatigen Fahrverbot und einer hohen Geldstrafe gerechnet werden muss.



Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer

Einem großen Teil der Bevölkerung ist bekannt, dass bereits geringe Mengen Alkohol ausreichen, um die Fahrtüchtigkeit negativ zu beeinflussen. Eine der wichtigsten Veränderungen betrifft die Wahrnehmungsfähigkeit und Informationsverarbeitung der betroffenen Personen, denn Alkohol wirkt im Allgemeinen auf das menschliche Nervensystem und verändert die Geschwindigkeit der Reizleitung.

So verändert sich etwa die Geschwindigkeit, mit welcher die Pupille des Auges auf einen Lichtreiz reagiert, was am Ende zur Folge hat, dass Autofahrer unter Alkoholeinfluss wesentlich schneller geblendet werden können. Daneben werden Geschwindigkeiten und Entfernungen nicht mehr zuverlässig wahrgenommen, da die Fokussierung der Linse im Auge eingeschränkt wird und die Aktivität des Gehirns ebenfalls von der Wirkung des Alkohols betroffen ist. Gerade der letzte Punkt sollte jeden Verbraucher nachdenklich stimmen, denn eine niedrigere Hirnaktivität sorgt auch dafür, dass die Verarbeitung von Informationen und die Reaktionen auf einen Sachverhalt deutlich eingeschränkt werden. Und um an dieser Stelle eine signifikante Veränderung zu bewirken, reichen bereits geringe Mengen Alkohol aus.

Neben dem Gefährdungspotenzial, welches vom Alkohol hinterm Steuer für andere ausgeht, steht an dieser Stelle aber auch der Versicherungsschutz auf dem Spiel. Sobald ein Unfall direkt auf den Einfluss von Alkohol zurückgeführt werden kann, sind Versicherungen im Allgemeinen nicht mehr bereit, den Haftungsansprüchen nachzukommen und verweigern die Leistungen im Schadensfall. Zwar wird die Haftpflichtversicherung den entstandenen Schaden anderer Verkehrsteilnehmer decken, aber am Ende die Kosten vom Schädiger wieder einfordern. Bis zu einem Wert von 0,5 Promille kommen Fahrer im Straßenverkehr noch mit einem blauen Auge davon, zwischen 0,5 und 1,1 Promille werden dagegen ein Bußgeld bis zu 1500 Euro, sowie ein Fahrverbot bis zu drei Monaten fällig. Fahranfänger und Personen unter 21 Jahren dürfen sich nur mit einem Alkoholwert von 0,0 Promille im Straßenverkehr bewegen.

Wer mit 1,1 Promille oder mehr Blutalkoholkonzentration unterwegs ist, erfüllt die Definition der absoluten Fahruntüchtigkeit. Dies gilt als Straftat und wird mit einer hohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafe geahndet.