Richtig in eine neue private Krankenversicherung wechseln

Werden die relevanten Bedingungen erbracht, kann ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) oder des Anbieters durchaus sinnvoll sein und einige Vorteile mit sich bringen: Durch einen Krankenversicherungswechsel lassen sich Beiträge sparen und auch Leistungen optimieren.

Private Versicherung

Dieser Schritt sollte allerdings gründlich vorbereitet werden. Die Checkliste zum PKV-Wechsel zeigt, worauf Sie achten sollten, bevor Sie Ihre Krankenversicherung wechseln. Vor diesem Schritt sollten Versicherte vor allem klären, welche Leistungen sie von der neuen Krankenversicherung wünschen. Zu berücksichtigen sind dabei neben den gängigen Leistungen auch Zusatzleistungen und die Beiträge.

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Möglichkeiten zum Wechsel der privaten Krankenversicherung

In Berücksichtigung der persönlichen Bedürfnisse, Ansprüche und gesundheitlichen Risiken erhält jeder Versicherte einen passenden Tarifvertrag für die private Krankenversicherung. Ein Wechsel in eine private Krankenkasse hat einige Vorzüge:

Wechsel in die private Krankenversicherung von der gesetzlichen

Jedes Jahr wechseln mehr Menschen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung als umgekehrt. Grund sind häufig die Vorteile der PKV, die sich für viele ergeben. Neukunden profitieren zudem sehr häufig von jungen Tarifen zu günstigen Konditionen. Wer sich erstmals privat versichert sollte sich daher über folgende Punkte vorab informieren oder eine unabhängige PKV-Beratung nutzen:

  • Welche Leistungen werden benötigt? Es wird nur für versicherte Leistungen gezahlt. Wer zuviel absichert, zahlt oft auch zuviel.
  • Welche Kosten entstehen durch den Wechsel GKV-PKV? Kostenersparnis für bestimmte Berufsgruppen, Doppelverdiener und Gutverdiener. Auch Tarife für Familien bedenken
  • Ist eine Selbstbeteiligung sinnvoll? Das führt zu einer höheren Eigenbeteiligung, reduziert aber den Monatsbeitrag spürbar.
Bereits privat Versicherte sollten bei einem Wechsel einiges beachten. Wer alle erworbenen Rechte (Rückstellungen etc.) behalten möchte, sollte sich zuerst über Alternativen bei seiner eigenen PKV erkundigen (Tarifwechsel).

Folgende Punkte müssen Sie nur bei einem Anbieterwechsel beachten!
Privatversicherte sollten in ihren Vertrag schauen, dort sind Kündigungsfrist und Sonderkündigung verankert.

Für Neukunden: Eine private Versicherung lohnt vor allem in folgenden Fällen:

  • Mehr Leistungen als in GKV gewünscht
  • Für junge und gesunde Personen
  • Für bestimmte Berufsgruppen: Selbständige und Angestellte, Beamte
  • Kündigungsfrist beachten
  • Fordern Sie eine schriftliche Kündigungsbestätigung an!
  • Kündigung wird erst wirksam, wenn eine neue Krankenvollversicherung nachgewiesen werden kann
  • In der privaten Krankenversicherung erfolgt in der Regel eine Gesundheitsprüfung vor dem Beitritt
  • Wechsel gegebenenfalls für mitversicherte Familienmitglieder beachten
  • Den Aufnahmeantrag muss der Hauptversicherte stellen
Die Aufnahmebestätigung der neuen Kasse muss rechtzeitig an die alte Krankenversicherung geschickt werden. Dann wird die Kündigung wirksam und der Krankenversicherungswechsel ist abgeschlossen. Leistungen können ab sofort bezogen werden, sofern keine Wartezeiten gelten.
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Prüfen Sie im Vorfeld, welche Tarife für Sie in Frage kommen. Es gibt große Preisunterschiede, sodass ein vorheriger Marktvergleich ratsam ist. Anschließend sollten Sie vor dem Vertragsabschluss eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen.
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Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse ist möglich, jedoch sind einige Voraussetzungen dafür notwendig. Ein Wechsel von der PKV in die GKV ist in unterschiedlichen Konstellationen möglich, vor allem wenn sich der Berufsstatus so ändert, dass die gesetzliche Pflichtversicherung wieder greift. Das kann z.B. in der Krankenversicherung für alle Selbständigen gelten, die wieder angestellt arbeiten, aber weniger als die aktuelle Versicherungspflichtgrenze verdienen. Auch für Angestellte, deren Einkommen wieder unter die Grenze rutscht, ist eine Rückkehr möglich. Im Übrigen ist die Rückkehr an die Altersgrenze von 55 Jahren gebunden.

 Wer nach der Selbständigkeit eine befristete Stelle zu den o.g. Konditionen für unter ein Jahr antritt, muss im Anschluss nicht zurück in die private Krankenversicherung (gilt seit August 2013). Voraussetzung dafür ist, dass die Versicherung in der PKV nicht mehr besteht und auch nicht in eine Anwartschaft überführt wurde.

Möglichkeiten für Personen über 55 Jahre

Personen über 55 sind versicherungsfrei. Das bedeutet: Auch wenn alle Voraussetzungen für eine erneute Mitgliedschaft in der GKV erfüllt sein sollten, müssen diese Personen Mitglied der privaten Krankenversicherung bleiben.

Grund für die Reglementierung der Rückkehr ist laut Gesetzgeber, dass Versicherte nicht im Laufe des Lebens das jeweils günstigere Versicherungssystem wählen. So wird verhindet, dass junge und gesunde Personen die günstige private Krankenversicherung wählen und dann im Alter die Gesetzliche, um die Risiken und Kosten der Versichertengemeinschaft aufzubürden.

Hinweis: Wer vorsorglich plant in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren, um später in die Krankenversicherung der Rentner zu können, sollte sich vorher genau über die Bedingungen informieren. In die KVdR darf nur, wer in der zweiten Hälfte des Arbeitslebens mindestens 90 Prozent der Zeit in der gesetzlichen Kasse versichert gewesen ist. Zweitens muss ein Anspruch auf Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen. Also Erwerbminderungsrente, Altersrente oder Hinterbliebenenrente.

Grundsätzlich kann in die PKV wechseln, wer die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Bei einem Wechsel in die private Krankenversicherung müssen einige Aspekte für einen lückenlosen Schutz beachtet werden. Folgende Kriterien gelten für die Mitgliedschaft bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen:

Kündigen Sie Ihre bestehende Krankenversicherung erst, wenn sie eine passende private Kasse gefunden haben.

Hintergrund: Wenn man seine Krankenversicherung kündigt, muss man aufgrund der seit 2009 bestehenden allgemeinen Krankenversicherungspflicht in Deutschland zwingend und lückenlos einen neuen Anbieter wählen. Bis zum letzten Versicherungstag muss daher beim früheren Versicherer ein Nachweis über die neue Versicherung erbracht werden, damit die Kündigung rechtskräftig werden kann.

Wer seine private Krankenkasse verlassen möchte, muss Fristen einhalten: Bei ordentlicher Kündigung drei Monate zum Ablauf des Kalenderjahres. In einigen Fällen ist eine außerordentliche Kündigung möglich, z.B. bei Beitragserhöhungen. Dann ist die Kündigung außerhalb der Frist möglich.

Nach einem Gerichtsurteil des Sozialgerichts Düsseldorf (Aktenzeichen S 8 KR 1061/12) können zwischenzeitlich privat Versicherte auch dann nicht in die GKV zurückkehren, wenn ihr PKV-Vertrag im Nachhinein für ungültig erklärt wird. Im verhandelten Fall führten falsche Angaben bei den Gesundheitsfragen zur Beendigung des Vertrages durch die Versicherung. Obwohl die Fehler zwar durch einen Makler verursacht worden sein sollen, darf der Kläger dennoch nicht in die GKV zurückkehren – er kann jedoch in den Basistarif der PKV aufgenommen werden.

Alternative: Wenn die Rückkehr mit Verlusten verbunden ist

Ist ein Wechsel zurück in das gesetzliche System nicht möglich oder mit hohen Verlusten (Altersrückstellungen) verbunden, können Versicherte mithilfe eines Tarifwechsels innerhalb der Versicherung Einsparpotentiale ausschöpfen und einen kostengünstigeren Versicherungsschutz erzielen. Dieses Wechselrecht hat der Gesetzgeber in § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) festgeschrieben.

Während der Anbieter bei Versicherten über 60 Jahre ohnehin zur Information über günstigere Tarifalternativen verpflichtet ist, sollten jüngere Versicherte mit ausreichender Versicherungszeit diese Option regelmäßig selbst überprüfen oder sich von unabhängigen Versicherungsexperten beraten lassen. Der Vorteil an dieser Art der Tarif- und Beitragsoptimierung ist, dass bestehende Rückstellungen übertragen werden können und keine erneute Gesundheitsprüfung fällig wird.

Optionen für „Grenzgänger“

Um in die gesetzliche Krankenkasse zurückzukehren gibt es noch eine weitere Möglichkeit für Selbstständige oder Menschen über 55 Jahren. Sie können zum Beispiel für eine bestimmte Zeit in die Niederlande gehen. Jeder, der dort einen Wohnsitz oder Arbeit hat, muss sich nämlich bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Bei der Rückkehr nach Deutschland kann diese Zeit dann mit Hilfe des Formulars E 104, welches vom ausländischen Versicherer ausgefüllt wird, als Vorversicherungszeit nachgewiesen werden. Dann wird der Rückkehrer versicherungspflichtig in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung. Wie lang die Zeit im Ausland sein muss, ist vom jeweiligen Land abhängig. Andere mögliche Länder wären auch die Schweiz oder Schweden.

Häufige Fragen (FAQ) zum Wechsel der privaten Krankenkasse

Oftmals lohnt sich der Schritt bei einem hohen Einkommen, für Doppelverdiener, bei Selbständigkeit sowie für Beamte. In der PKV richten sich die Beiträge dann nicht nach dem Einkommen, sondern den gewählten Leistungen. Ob für die private Krankenversicherung ein Wechsel lohnt, hängt auch davon ab, ob Zusatzleistungen in den Tarif aufgenommen werden sollen.
Im Gegensatz zum Anbieterwechsel müssen Sie beim Tarifwechsel Ihre bisherige private Kasse nicht verlassen, sondern lediglich den Tarif. Vorteil: Sie müssen nicht kündigen, keine Fristen einhalten, behalten Altersrückstellungen und müssen auch keine erneute Gesundheitsprüfung ablegen. Dieser Schritt eignet sich für langjährig Versicherte mit hohen Monatsprämien.
Vor der Entscheidung sollte ein unabhängiger Versicherungsvergleich durchgeführt werden. Unter Umständen sind durch einen Wechsel von privat zu privat hohe Einsparungen möglich. Wer auf bestimmte Anbieter setzt, kann gezielt Tarif-Angebote eines bestimmten Unternehmens anfordern. Im Einzelfall können Personen, die bereits privat versichert sind, einen Wechsel innerhalb der eigenen PKV-Gesellschaft prüfen. Oftmals ergibt sich dabei mehr Sparpotenzial als beim Wechsel des Anbieters.
Grundsätzlich nein. Es gibt aber Ausnahmen: Angestellte können in die GKV zurückkehren, wenn ihr Bruttoarbeitsentgelt wieder unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Dies trifft beispielsweise zu, wenn das Gehalt langsamer als die Gehaltsgrenze steigt oder von Vollzeit- auf Teilzeitbeschäftigung gewechselt wird. Selbständige können wieder zurück wenn sie ein Angestelltenverhältnis aufnehmen und unter der Versicherungspflichtgrenze verdienen. Studenten, die während ihres Studiums privat versichert waren, können nach ihrer Exmatrikulation in eine gesetzliche Krankenkasse zurückwechseln.
Angesparte Rückstellungen können bei einem Tarifwechsel innerhalb der eigenen privaten Krankenversicherung vollständig mitgenommen werden. Anders beim Wechsel zu einem anderen Unternehmen. Dann lassen sich die Rückstellungen entweder gar nicht, oder – wenn der Vertrag nach 2009 abgeschlossen wurde – in der Höhe des Basistarifs übertragen.
Für einen Wechsel in die private Krankenkasse gibt es Voraussetzungen (z.B. Einkommensgrenzen), die je nach Berufsgruppe variieren. Für einen Tarifwechsel gilt dagegen keine Grenze. Allerdings sollte der Vertrag mindestens sieben Jahre bestehen.