PKV-Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft gemäß VVG §204

 

Bis zu 50% Ihrer Beiträge sparen

mit einem Tarifwechsel ganz ohne Kündigung

„Sind Sie bereits viele Jahre privat versichert und möchten weniger Beitrag zahlen? Dann kann der Wechsel in einen günstigeren Tarif bei Ihrem Versicherer lohnen.“
(Finanztest 3/2013)

PKV-Beiträge senken – Gleiche Leistungen, in jedem Alter möglich

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Teurer werdende Beiträge in der PKV lassen Privatversicherte verzweifeln. Doch auch, wenn die private Krankenversicherung zu teuer geworden ist, gibt es eine ganz einfache Lösung. Mit einem PKV-Tarifwechsel innerhalb der eigenen Versicherungsgesellschaft lässt sich der Beitrag senken – um bis zu 50 Prozent, ohne Leistungen einzubüßen. Doch es gibt einiges zu beachten.

Private Krankenversicherungen sträuben sich häufig, Altkunden in neuere und dadurch günstigere Tarife umzubuchen. Grund ist, dass den Unternehmen dadurch oft finanzielle Nachteile entstehen. Gängige Praxis bei vielen Gesellschaften ist es daher, Versicherten mit Tarifwechselwunsch den Basistarif zu empfehlen. Doch gesetzlich stehen andere Möglichkeiten offen.

Möglichkeiten zur Tarifoptimierung für privat Versicherte

Um den steigenden Beitragskosten zu entkommen, gibt es einen sehr effektiven Weg – nämlich die Möglichkeit des Tarifwechsels innerhalb der PKV (Tarifoptimierung). Jeder Versicherte hat nach Paragraph 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) das Recht, einen günstigeren Tarif mit den selben Leistungen in der eigenen Versicherungsgesellschaft abzuschließen – und das unter Mitnahme bereits erworbener Rechte (Altersrückstellung, Gesundheitzustand etc.). Damit umgehen Sie eine ungünstige Risiko- und Kostenverteilung Ihrer Tarifgruppe (siehe Abbildung).

Der Effekt der “Entmischung” der Tarifkollektive

Wenn in bestimmten Tarifen mehr Gesunde abwandern als geplant und somit mehr Kranke als geplant in dem Tarif in einer Altersgruppe bleiben, sprechen Experten von “Entmischung”. Das heißt die Risiken (krank/gesund) sind nicht weiter so “vermischt”, dass sich Einnahmen und Kosten die Waage halten. Sogenannte schlechte Risiken und damit höhere Kosten gewinnen die Überhand – der Tarif wird teurer in der jeweiligen Altersgruppe.

Je länger Sie in Ihrem Tarif privat versichert sind und je mehr Beiträge Sie zahlen, desto vielversprechender ist die Tarifoptimierung und das finanzielle Einsparpotenzial durch den Tarifwechsel. Das können mehrere tausend Euro jährlich sein. Ein Tarifwechsel ist in der Regel dem Verlassen der PKV vorzuziehen, wenn Sie seit mindestens 7 Jahren Kunde sind.

Tarifwechsel Vergreisung

Lassen Sie sich nicht von folgenden Behauptungen Ihrer Versicherung irritieren:

  • nur gegen Gesundheitsprüfung
  • kleinere Beiträge und vergleichbarer Versicherungsschutz unvereinbar
  • Tarif nur für bestimmte Jahrgänge zu haben
  • Tarif nur für Neukunden offen
  • nur gegen Risikozuschlag
  • kompliziertes, äußerst zeitaufwändiges Verfahren

Denn all das stimmt nicht. Die Allianz scheiterte 2010 mit solch einem Fall vor Gericht. Der Kunde bekam Recht und durfte den Wechsel in einen günstigeren Tarif vornehmen.

50 Prozent Ersparnis sind keine Seltenheit

In einen günstigeren Tarif wechseln kann der Kunde im Grunde, so oft er möchte. Um bis zu 50 Prozent können viele Kunden die Kosten senken. Durchschnittlich zahlen Kunden, die den Tarifwechsel bereits vollzogen haben, 2.000 bis 2.500 Euro pro Jahr weniger. Laut Stiftung Warentest lassen sich in Einzelfällen sogar bis zu 500 Euro monatlich einsparen. Bei der Tarifoptimierung stellt sich aber neben dem undurchsichtigen Dickicht des Tarifdschungels noch eine weitere Schwierigkeit ein: Selten gibt es dieselben Leistungszusagen bei zwei verschiedenen Tarifen.

Unverbindliche Fallbeispiele zur Tarifoptimierung:

Tarifwechsel

Völlig problemlos ist ein Wechsel zu einem anderen Tarif, der genauso viel leistet wie der alte. Beinhaltet der billigere ins Auge gefasste Tarif jedoch mehr Leistungen, darf die Versicherungsgesellschaft für die Mehrleistung – und zwar nur dafür – eine neue Gesundheitsprüfung verlangen oder einen Risikozuschlag erheben. Wer eine Gesundheitsprüfung scheut oder diese nicht besteht, kann jedoch auf die Mehrleistung verzichten. Dann bleibt in dem neuen, günstigeren Tarif quasi der alte Leistungsumfang bestehen.

Beitragsentlastung im Alter für Personen ab 55 und Rentner

Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung gehen insbesondere für Rentner mit großen finanziellen Herausforderungen einher, denn ältere Menschen verfügen in der Regel über weniger Geld als während ihrer berufstätigen Zeit. Um die monatliche Belastung durch den Beitrag zu reduzieren und sich einen größeren finanziellen Spielraum zu verschaffen, gibt es theoretisch zwei Möglichkeiten; den PKV-Wechsel und den Tarifwechsel innerhalb der eigenen Gesellschaft.

Praktisch ist nur eine Möglichkeit attraktiv für Rentner: Um die über viele Versicherungsjahre bei ein- und derselben Privatversicherung angesparten Altersrückstellungen nicht zu verlieren, können auch Rentner am Beitrag sparen, indem sie altersunabhängig in einen kostengünstigeren Tarif ihrer Versicherung wechseln. Dabei müssen Sie nicht auf ihren bisherigen Leistungsumfang verzichten.

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Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU)

„Ein Tarifwechsel […] wird ihnen nicht gerade leicht gemacht. Vor allem ältere Versicherte mit einer kleinen Rente scheinen mir hiervon betroffen zu sein“

Copyright: Bundesregierung / Steffen Kugler

Stiftung Warentest (Ausgabe Finanztest 3/2012)

„Kunden, die einen Tarifwechsel bei Ihrem Versicherer durchsetzen, sparen zwischen 100 und 500 Euro Beitrag im Monat“

Bund der Versicherten

„Um aktuell den Beitrag zu senken, gibt es die Möglichkeit des Tarifwechsels  innerhalb des gleichen Unternehmens.“

Verbraucherzentrale Bundesverband

„[Untersuchungen] bestätigen, dass mit den unterschiedlichsten Methoden versucht wird, die Kunden daran zu hindern, in günstigere Tarife zu wechseln. Obwohl den Versicherten dieses Recht nach dem Gesetz ausdrücklich zusteht.“

Spiegel Online (Beitrag v. 6/2013)

„Die Gesellschaften setzen bei Kunden, die in einen günstigeren Tarif wechseln wollen, auf das Prinzip Verunsicherung.“

Karl Lauterbach, Gesundheitspolitiker (SPD) Juni 2013

„[…] Die PKV betrügt Kunden systematisch um die Möglichkeit, geringere Beiträge zu zahlen.“

Die Tarifoptimierung ist altersunabhängig möglich für alle PKV-Versicherten. Lohnenswert ist sie besonders für Kunden ab 50 Jahren, die schon seit vielen Jahren bei einem Unternehmen versichert sind.

Die über mehrere Jahre im Rahmen der Beitragszahlungen angesparten Altersrückstellungen können problemlos in den neuen Tarif mitgenommen werden.

Die für den Eintritt in die PKV obligatorische Gesundheitsprüfung wird nicht erneut notwendig.

Der Versicherer ist bei Kunden ab dem 60. Lebensjahr dazu verpflichtet, konkrete Hinweise zu geben, wie sie den Beitrag optimieren können. Der neue Tarif sollte eine vergleichbare Absicherung bieten.

Checkliste: Voraussetzungen prüfen: Lässt sich Ihr Tarif optimieren?

Der Wechsel in einen Neutarif bei der bestehenden Versicherung verspricht hohe Einspareffekte. Doch für diesen Schritt sollten folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Private Krankenvollversicherung
  • Monatlicher Beitrag beträgt mindestens 400 Euro
  • Vertrag besteht seit mindestens 7 Jahren oder länger bei dieser Versicherungsgesellschaft

Für folgende Personen lohnt der Tarifwechsel besonders:

  • Versicherte mit geringer Selbstbeteiligung
  • Kunden von fusionierenden Unternehmen
  • Rentner, denn diese bezahlen sehr häufig zu hohe Beiträge
  • Frauen, die durch Unisex in der PKV günstiger wegkommen

Für folgende Personen verspricht eine Tarifoptimierung wenig Einsparungen:

  • Beamte mit Anspruch auf Beihilfe
  • Versicherte bestimmter Gesellschaften, z.B. der Debeka, SDK, Alte Oldenburger und LVM. Der Grund dafür ist, dass diese Versicherungsunternehmen ungünstige Tarifstrukturen haben bzw. selten neue Tarife auflegen. Daher stehen kaum Neutarife zur Verfügung, die Einsparpotenzial bieten.

Alternative: Wechsel in ein anderes Unternehmen. Vergleich anderer PKV-Angebote

Rückwechsel in gesetzliche Krankenversicherung letzte Option

Viele erwägen angesichts hoher Beiträge, zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Allerdings ist das insbesondere für ältere Versicherte gar nicht und für jüngere (bis 55) nur mit erheblichen Verlusten und über Umwege möglich. Der interne Tarifwechsel mit seinen Vorteilen wie der Übertragung der Altersrückstellungen, Leistungserhalt und Beitragsersparnis sollte grundsätzlich die erste Option sein. Grundsatz: Die private Krankenversicherung zu verlassen und zurück in das gesetzliche System zu wechseln wird mit zunehmendem Alter immer nachteilhafter.

Kosten senken durch Optimierung des Risikozuschlags

Außerdem ist es möglich, nur eine Optimierung seines PKV-Risikozuschlages vorzunehmen. Denn einmal vereinbarte Risikozuschläge für Vorerkrankungen sind nicht unabänderlich festgeschrieben und meist ohnehin zeitlich begrenzt. Der Versicherte kann die Herabsetzung seines Risikozuschlages verlangen, wenn seine Erkrankung die risikoerhöhende Bedeutung gemäß Vertrag verliert.

Hintergrund ist, dass die Versicherung nicht verpflichtet ist, den Kunden auf die Möglichkeit der Reduzierung oder Streichung des Zuschlags hinzuweisen. Einen Automatismus, wonach die Versicherung den Risikozuschlag gemäß Tarifvereinbarung nach eigener Entscheidung streicht, gibt es ebenfalls nicht. Dies passiert in der Regel nur auf Inititative des Kunden!

Der Tarifwechsel innerhalb der bisherigen Krankenversicherung (KV) bietet verschiedene Vorteile. Wir haben 10 für Sie zusammengestellt:

  1. KV-Wechsel ist nicht notwendig
  2. In der Regel 2- bis 3-stellige Beitragsersparnis
  3. Ihnen gehen keine Leistungen verloren
  4. Altersunabhängige Durchführbarkeit
  5. Neue Gesundheitsprüfung ist nicht notwendig
  6. Ihre Altersrückstellungen gehen nicht verloren
  7. B.ürokratischer Aufwand entsteht nicht
  8. Kostenfreie Recherche von Tarifalternativen
  9. Ihr KV-Ansprechpartner bleibt erhalten
  10.  Keine Begründung gegenüber der KV nötig

PDF-Checklisten – zum Download

Stolperfallen: Lassen Sie sich vom Tarifwechselwunsch nicht abbringen

Viele Versicherte haben nach einer Anhebung der Beiträge den Impuls, das Unternehmen zu wechseln oder sogar in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren. Doch Vorsicht: Wer lange im jetzigen Tarif versichert ist, sollte beim gleichen Unternehmen bleiben und durch einen neuen Tarif die Beiträge reduzieren. Sonst gehen mühsam gesparte Altersrückstellungen und andere Rechte verloren. Nur wenn Sie die Voraussetzungen nicht mitbringen oder Sie erst kurzzeitig im aktuellen Tarif sind, sollten Sie den Anbieterwechsel als Alternative in Erwägung ziehen.
Der Basistarif ist vergleichsweise teuer und leistet wenig. Auch Stiftung Warentest und andere Verbraucherstellen bestätigen, dass der Basistarif kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet und nur in Notfällen in Anspruch genommen werden sollte, z.B. bei Arbeitslosigkeit – dann zahlt das Jobcenter den Beitrag.
Eine Erhöhung des Selbstbehaltes reduziert häufig zwar die Beiträge. Allerdings ist die Wirkung eher kurzfristig, denn sobald die Selbstbeteiligung im Krankheitsfall voll ausgeschöpft werden muss, steigt die Eigenbeteiligung und damit die Kosten für den Versicherten.
Der Tarifwechsel ist völlig unabhängig vom Alter des Versicherten. Auch über 55 Jahren und bis ins hohe Alter können Sie diesen Schritt vollziehen. Gegenteilige Behauptungen sind falsch! Die Obergrenze von 55 Jahren gilt dagegen als Voraussetzung zum erstmaligen Eintritt in eine private Krankenversicherung.
Es kann vorkommen, dass Unternehmen (oder Makler) bessere, günstigere Tarife zurückhalten und stattdessen nur leicht günstigere Policen mit weniger Leistungen als Alternative aufzeigen. Wirklich gute Tarife mit Sparpotenzial werden vielen Versicherten daher nicht immer gezeigt. Ein anderer Versuch, Versicherte von der Tarifoptimierung abzubringen, sind sogenannte “Spartarife fürs Alter”. Hiermit lässt sich der Beitrag im Rentenalter zwar drücken, aber nur gegen teilweise kräftigen Aufpreis in der Gegenwart. Laut Stiftung Warentest ist diese Form der Beitragsreduzierung jedoch aufgrund geringer Transparenz mit Vorsicht zu genießen.
Viele Versicherer haben bereits versucht, durch einen Aufpreis (“Tarifstrukturzuschlag”) den Tarifwechsel unattraktiv zu machen. Dies ist jedoch gesetzlich untersagt. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig bestätigte dies bereits 2010. Seitdem besteht Rechtssicherheit, dass der pauschale Risikozuschlags aus Anlass des Tarifwechsels unzulässig ist – so formulierten es die Leipziger Richter.
Die Behauptung, es gingen durch einen Tarifwechsel Leistungen und Privilegien verloren, sind falsch, sofern der Tarifwechsel richtig durchgeführt wird. Es ist daher ratsam, sich Unterstützung zu suchen, um nicht allein mit der Versicherung verhandeln zu müssen. Laut einer stichprobenhaften Erhebung der Verbraucherzentrale ist dies nur in 4 von 144 Fällen problemlos geglückt.
Gemäß einer Entscheidung des Amtsgerichts München vom 02.07.2013 dürfen Selbstbeteiligungen weder kombiniert, noch aneinandergereiht werden. In der Ergänzung eines BGH-Urteils vom 12.09.2013 (IV ZR 28/12) wurden doppelte Selbstbeteiligungen für nicht zulässig erklärt. Viele Privatversicherte haben somit über Jahre zu hohe PKV-Beiträge bezahlt und können Rückzahlungen fordern.

Jedes Jahr aufs Neue erhöhen viele private Krankenversicherungen ihre Beiträge mit der Begründung, Medikamente, medizinisches Personal und medizinische Geräte würden ebenfalls teurer werden.

Davon sind in den vergangenen Jahren die größten PKV-Anbieter betroffen gewesen. Die Höhe der durchschnittlichen Erhöhungen schwankt bei Bestandskunden je nach Tarif und Anbieter zwischen 0,5 und sieben Prozent.