Rückkehr in die GKV: Wege zurück ins gesetzliche System

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Wer sich einmal für die private Krankenversicherung (PKV) entschieden hat, hat es häufig schwer, danach wieder in eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) eintreten zu können. Der Gesetzgeber sieht dafür enge Voraussetzungen vor.
Sich in jungem Alter und mit gutem Gesundheitszustand preisgünstig bei einem privaten Anbieter zu versichern und in höherem Alter zu einer gesetzlichen Krankenkasse zurückzukehren, die sogenannte „Rosinenpickerei“ zwischen den Systemen, ist politisch nicht gewollt und daher nur in Ausnahmefällen möglich. Auch die Wiederaufnahme von Menschen ohne Krankenversicherung ist nur unter Inkaufnahme hoher Nachzahlungen für nichtversicherte Jahre möglich. Welche Möglichkeiten es gibt und was Versicherte dabei beachten sollten.

Wechsel von der PKV in die GKV

KrankenkassenvergleichWer einmal den Status „Privatversicherter“ erlangt hat, kann nur zurück in die gesetzliche Krankenkasse, wenn er in der GKV versicherungspflichtig wird. Eine Ausnahme bilden Studenten: Hier ist der PKV-GKV-Wechsel vereinfacht, denn sie können sich nach ihrem Studium für das gesetzliche System entscheiden, auch wenn sie während ihres Studiums privat versichert waren. Für Angestellte und Selbständige gelten dagegen unterschiedliche Regelungen. Grundlagen dafür sind die Paragraphen 5 und 6 des Sozialgesetzbuches V (SGB V).

Regelungen für Arbeitnehmer

Angestellte Versicherte in der PKV können auf Antrag zu einer gesetzlichen Krankenkasse zurück, wenn ihr Einkommen für mindestens ein Jahr unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn das Bruttoeinkommen langsamer als die Versicherungspflichtgrenze wächst oder der Arbeitnehmer dieses aufgrund einer Teilzeitbeschäftigung unter die aktuelle Einkommensgrenze drücken kann. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Versicherungsnehmer in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig war.

Regelungen für Selbständige

VergleichenFür Selbständige (Ausnahme: Künstler und Publizisten) gilt die Versicherungspflicht in der GKV nicht. Sie können frei wählen, in welchem System sie sich krankenversichern. Sind sie aber einmal Mitglied in der PKV, können sie nur zurück in die GKV, wenn sie für mindestens zwölf Monate eine nichtselbständige Beschäftigung aufnehmen, deren Arbeitsentgelt unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Wird gar kein Einkommen mehr erzielt, ist unter Umständen auch eine beitragsfreie Mitversicherung in der Familienversicherung über den Ehepartner möglich.

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Menschen ohne Krankenversicherung: Vereinfachte Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung

GKV-VersicherungAuch heute noch sind Hunderttausende in Deutschland ohne Krankenversicherung. Seit der Einführung der Krankenversicherungspflicht wird ihre Rückkehr durch Nachzahlungsforderungen für Zeiten der Nichtversicherung ab 2007 erschwert. Die Bundesregierung hat eine Reform der Wiederaufnahme beschlossen: Wer sich bis Ende 2013 bei einer Krankenversicherung gemeldet hat – die Zuordnung erfolgt meist nach der Berufsgruppe – wurde von den Forderungen befreit. Wer die Frist verpasst hat, muss dagegen Prämiennachzahlungen in Kauf nehmen. Aber auch hier gilt: Je länger Sie mit der GKV Rückkehr warten, umso mehr Kosten könnten auf Sie zukommen.

ACHTUNG: Altersgrenze 55 beachten!

Doch auch, wenn alle nötigen Bedingungen erfüllt sind, der Wechsel von PKV in die GKV ab 55 Jahren ist mit weiteren Hürden verbunden. Personen über 55 Jahre haben kaum eine Chance zum Wechsel. Ab diesem Alter sind Versicherungsnehmer versicherungsfrei und müssen in der privaten Versicherung versichert bleiben. Der Gesetzgeber will somit verhindern, dass die „guten Risiken“ – also junge und gesunde Menschen – in der PKV und die „schlechten Risiken“ – also ältere und häufiger kranke Menschen – gesetzlich versichert sind. Für den umgekehrten Krankenkassenwechsel gesetzlich in privat gilt die Grenze von 55 nicht.

Möglichkeiten bei Arbeitslosigkeit und bei Renteneintritt

Wer seinen Job verliert und Arbeitslosengeld I (ALG I) bezieht, kann sich in der Regel wieder gesetzlich versichern. Personen, die vor dem Bezug von Arbeitslosengeld II (ALG II, Hartz-IV) dagegen privat versichert waren, müssen dies auch während ihrer Arbeitslosigkeit.

Auch Rentner bleiben in der Regel privat versichert. In der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) werden lediglich Personen versicherungspflichtig, die in der zweiten Hälfte der Erwerbstätigkeit mindestens zu 90 Prozent gesetzlich versichert waren. Wer diese Mindestversicherungszeit nicht erfüllt, kann sich nur dann freiwillig in der KVdR versichern, wer in den letzten fünf Jahren mindestens 24 Monate lang in der GKV war oder wenn aktuell mindestens ein Jahr lang eine Pflichtversicherung vorlag.

Befreiung von der Versicherungspflicht

Wer sich in der Vergangenheit von der Versicherungspflicht befreien lassen hat, hat so gut wie keine Chance in die GKV zurückzukehren, da die Befreiung unwiderruflich ist. Eine Ausnahme besteht lediglich im Falle von Arbeitslosigkeit undArbeitslosengeld I.

Vorversicherungszeit im Ausland

AuslandskrankenversicherungDer Weg in die GKV ist auch über einen Umweg denkbar: Personen, die für eine bestimmte Zeit in die Niederlande, die Schweiz oder Schweden gehen (Wohnsitz oder Erwerbstätigkeit) müssen sich dort gesetzlich versichern und können diese Zeit bei der Rückkehr in Deutschland als Vorversicherungszeit nachweisen und werden gegebenenfalls in der deutschen GKV versicherungspflichtig.

Aktuelles Gerichtsurteil

RechtPrivatversicherte dürfen laut einem Gerichtsurteil des Sozialgerichts Düsseldorf (Aktenzeichen S 8 KR 1061/12) auch dann nicht in die GKV zurückkehren, wenn der private Versicherer den PKV-Vertrag im Nachhinein für ungültig erklärt. im konkreten Fall waren falsche Angaben bei den Gesundheitsfragen Grund für die Beendigung des Vertrages seitens des Versicherers. Der Versicherte gab jedoch an, dass die Fehler durch einen Makler verursacht wurden. Er kann dennoch nicht in die GKV zurückkehren. Ihm bleibt die Aufnahme in den sogenannten Basistarif der PKV.

Nur in ganz bestimmten Fällen erlaubt das Gesetz eine Rückkehr von privat in die gesetzliche Krankenversicherung. Dazu muss bei den meisten berufstätigen Menschen eine Änderung des Berufsstatus‘ erfolgen. Angestellte werden beispielsweise wieder versicherungspflichtig und zurück in die gesetzliche Krankenkasse.
Die Altersgrenze liegt bei 55 Jahren. Darüber ist es nur sehr schwer, teilweise gar nicht mehr möglich, in die Gesetzliche zurück zu wechseln. Privatversicherte über 55 sollten sich eher mit Alternativen beschäftigen, z.b. mit dem internen Tarifwechsel, der nicht mit finanziellen Verlusten verbunden ist.
Der Beruf spielt eine wichtige Rolle dabei, welches System wann gewählt werden darf. Allgemein gilt sowohl der Wechsel GKV-PKV als auch umgekehrt ist meist zu Beginn und zum Ende eines Berufsstatus möglich. Angestellte, Selbständige und Studenten sowie Beamte und Erwerbslose sollten hier die jeweiligen Regelungen beachten.

PKV-Regelungen für verschiedene Berufe

Greift die Pflichtversicherung, erfolgt die Rückkehr, bzw. der GKV Wechsel automatisch, es sei denn Sie treten von der Pflichtversicherung zurück und bleiben privatversichert. Dazu haben Sie eine Übergangsfrist von wenigen Wochen, in der Sie eine Rückkehr entscheiden sollten.