Private Krankenversicherung: Leistungen optimal nutzen

Ärzte

Mittlerweile gehören rund 8,9 Millionen Menschen einer privaten Krankenversicherung an. Vor allem die umfassenden und individuellen Leistungen sind Vorteile der privaten Krankenversicherung, die immer mehr Versicherte überzeugen, den Schritt in das private Versicherungssystem zu wagen. Ein Wechsel von der GKV in die PKV kann sich durchaus lohnen.

Umfangreiche Leistungen, kurze Wartezeiten, schnelle Termine:

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Das Leistungsangebot der privaten Krankenversicherung unterscheidet sich je nach Leistungskatalog des jeweiligen Tarifs. So werden verschiedene Hilfsmittel und Heilmittel komplett oder zu einem bestimmten Prozentsatz erstattet. Zu den betreffenden Hilfsmitteln gehören Brillen, Hörgeräte, Prothesen und Kontaktlinsen.

PKV-VersicherungAuf Seiten der Heilmittel zählen etwa Massagen, Fango, Arztbesuche, Osteopathie- und Zahnbehandlungen und Medikamente dazu. Des Weiteren gibt es ambulante Tarife, die alle durchzuführenden Behandlungen abdecken, bei denen die Versicherten anschließend wieder nach Hause fahren.

Weitere Leistungen im Überblick

Auch Vorsorgeuntersuchungen, beispielsweise die U-Untersuchungen für Kinder, zur frühzeitigen Erkennung von Krankheiten werden von vielen privaten Krankenversicherungen erstattet. Versicherungsinteressierte sollten sich allerdings je nach individueller Situation auch speziellere Fragen stellen, beispielsweise: Welche private Krankenversicherung übernimmt eine künstliche Befruchtung?

Zudem wurden Unisex-Tarife eingeführt, bei denen die Beiträge unabhängig von dem Geschlecht sind. Verbrauchern bereitet es zunehmend Schwierigkeiten, Leistungen und Tarife der privaten Krankenkassen zu überschauen.

Es besteht die Möglichkeit, dass PKV-Versicherte sich für einen Vertrag entscheiden, der höhere Kosten für den Aufenthalt in einem Einbettzimmer abdeckt. Alternativ ist es möglich, einen niedrigeren Beitrag zu wählen, bei dem normale Regelleistungen angeboten werden. Je nach Tarif ist eine Behandlung durch den Chefarzt oder eine Behandlung ohne Chefarzt enthalten.

Privat Versicherte haben zudem die Möglichkeit, zwischen einem Mehrbettzimmer oder einem Einzelzimmer zu wählen (abhängig vom Tarif). Ein Ergänzungstarif in Form einer Krankenzusatzversicherung für Komfortbehandlungen empfiehlt sich, sofern diese Leistung gewünscht ist, der bestehende Tarif diese Leistung jedoch nicht vorsieht. Beamte erhalten spezielle Beihilfe-Tarife, da sie vom Staat die Beihilfe als Zuschuss zur Krankenabsicherung erhalten.

Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich der Leistungen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung.

freie Arztwahl nur Ärzte mit Kassenzulassung
freie Arztwahl nur Ärzte mit Kassenzulassung
Heilpraktikerleistungen
Medikamente Zuzahlungen notwendig
Brillengläser nur ab einer Veränderung von mind. 0,5 Dioptrien
Kontaktlinsen nur in Ausnahmefällen
Heilbehandlungen Zuzahlungen notwendig
freie Krankenhauswahl nächstgelegenes Krankenhaus
freie Arztwahl Hausarztprinzip
Ein-/Mehrbettzimmer Mehrbettzimmer

Checkliste: Welche Leistungen Sie brauchen – und welche nicht

  • Übernahme der Kosten für Psychotherapie: Hier sollten sowohl ambulante als auch stationäre Therapien (durch Psychotherapeut) abgedeckt werden.
  • Hospiz-Unterbringung: Die Kosten für einen stationären Hospizaufenthalt sollten übernommen werden.
  • Keine Kurortklausel: Diese schließt die Übernahme von Kosten für eine ambulante Versorgung in einem Kurort aus, wenn nicht die Behandlung während eines vorübergehenden Aufenthaltes am Kurort nötig wird oder der Patient dort wohnt.
  • Ergotherapie und Logopädie: Die Kosten sollten vom Versicherer erstattet werden.
  • Übernahme der Kosten bis zum 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte (Höchstsatz): Der Versicherer sollte Kosten über dem Regelsatz (2,3fach) übernehmen.
  • stationäre Anschlussheilbehandlung: Medzinische Rehalbilitationsmaßnahmen nach Operationen oder schwerer Krankheit müssen übernommen werden.
  • Zahnbehandlung: Mindestens 70 Prozent der Kosten für Zahnleistungen wie Inlays oder Kronen sollten übernommen werden, unabhängig von Prophylaxe.
  • Offener Hilfsmittelkatalog: Alle medizinisch notwendigen Hilfsmittel werden erstattet und nicht nur solche, die im Katalog gelistet sind. Dies hat beispielsweise den Vorteil, dass auch neue Mittel, die in einem geschlossenen Katalog möglicherweise nicht aufgeführt sind, erstattet werden.
  • Kranken- oder Krankenhaustagegeld: Hier müssen Versicherte festelegen, ab welchem Tag und zu welchem Tagessatz sie versichert sein möchten.
  • zusätzliche Leistungen zur Pflegeversicherung: Leistungen, die über die gesetzliche Pflegeversicherung hinausgehen, können separat vereinbart werden.
  • Übernahme der Kosten von Kuren: Hier sollten sowohl ambulante als auch stationäre Behandlungen abgedeckt werden.
  • Übernahme der Kosten von Impfungen: Versicherte sollte darauf achten, ob für Schutzimpfungen ein Selbstbehalt anfällt.
  • Ambulante Palliativmedizin: Hiermit wird die Palliativversorgung im häuslichen Umfeld abgedeckt.
  • Chefarztbehandlung und Zwei-/ Einbettzimmer: Der Versicherte kann hier vorher festlegen, welche Leistungen beim Krankenhausaufenthalt individuell wichtig sind und im Tarif enthalten sein sollten.
  • Erstattung von Sehhilfen: Die Kostenübernahme für Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen sollte bei Bedarf ggf. in den Tarif aufgenommen werden.
  • Heilpraktikerleistungen und alternative Behandlungsmethoden beim Arzt: Bei Bedarf sollte die PKV hier Leistungen erstatten.
  • Auslandsrücktransport: Dieser ist vor allem notwendig, wenn keine separate Auslandskrankenversicherung vorhanden ist.
  • Beitragsrückerstattung bei Nichtinanspruchnahme: In einigen Tarifen bekommen Versicherte Teile ihrer Beiträge zurückerstattet, wenn sie keine Leistungen der PKV in Anspruch genommen haben.

Wer privat krankenversichert ist und länger als 6 Wochen krank wird, ist mit einer Krankentagegeld-Absicherung über eine PKV auf der sicheren Seite. Mit dem Begriff Krankentagegeld werden finanzielle Leistungen bezeichnet, die eine Versicherung an ihre Versicherungsnehmer im Falle einer Arbeitsunfähigkeit zu leisten hat. Diese Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit sind nicht mit Berufsunfähigkeit zu verwechseln.

1A-Tipp3

Übernahme Arbeitgeberanteil

Arbeitgeber sind ausschließlich dann verpflichtet ihren 50-prozentigen Arbeit­geber­anteil zur privaten Kranken­versicherung zu übernehmen, wenn ausreichend Kranken­tagegeld versichert ist (80 Prozent des Nettoeinkommens).

Karenzzeit für Arbeitnehmer

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Tage Karenzzeit für Arbeitnehmer

Karenzzeit bezeichnet den Zeitraum innerhalb von 42 Tagen nach Eintreten einer Arbeitsunfähigkeit. Während dieser Zeit ist der Arbeitgeber verpflichtet, das Gehalt des Arbeitnehmers weiterhin zu zahlen. Die private Krankenversicherung ist während der Karenzzeit von jeglichen Pflichten der Ersatzzahlungen entbunden. Erst mit Ablauf des Karenzzeitraumes hat der Versicherungsnehmer Anspruch auf Zahlungen der privaten Krankenkasse. Der Arbeitgeber hingegen kann seine Gehaltsfortzahlung nach 42 Tagen einstellen. Selbstständige in der privaten Krankenversicherung sollten ein Krankentagegeld ab dem ersten Tag vereinbaren.

Rechenbeispiel für Bedarf an Tagegeld-Leistungen

Bevor ein Krankentagegeld vereinbart wird, muss jedoch genau kalkuliert werden, wie hoch der Tagessatz sein muss, um den Lebensstandard zu halten.

Rechnung Beispiel Arbeitnehmer Beispiel Selbstständiger
Einkommen/Bilanz Monatsgehalt: 4.500 € + 13. Monat Urlaubs-/Weihnachtsgeld Jahresumsatz: 75.000 € Betriebsausgaben: 25.000 €
Bruttojahresverdienst 58.500 Euro 50.000 Euro
nach Pauschalabzug 25 % Steuern 43.875 Euro 37.500 Euro
zzgl. Arbeitgeberanteil Kranken-, Pflege-, Renten- Kranken-/Pflegeversicherung*: + 300 € Rentenversicherung**: + 4384,80 € + 0,00 €
ermittelter Tagessatz*** 134,89 € 104,16 €

* Beitrag zur privaten Krankenversicherung: 600 €, davon 50 % durch den Arbeitgeber = 300 €; ** 58500 € x 80 % x 18,9 % / 2 = 4384,80 €;
*** Nettoverdienst + Arbeitgeberanteil Kranken-, Pflege-, Rentenversicherung / 360 Tage

Wie lange zahlt die private Krankenversicherung Krankentagegeld?

Die Auszahlungsdauer kann im Vertrag ab dem vereinbarten Starttag unbegrenzt für den Zeitraum der Krankheit festgelegt werden. Sie endet dann, wenn der Versicherte wieder gesund ist, wenn eine Berufsunfähigkeit eintritt oder bei Renteneintritt.

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass Privatpatienten deutlich häufiger als gesetzlich Versicherte Medikamente bekommen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss als “mit beträchtlichem Zusatznutzen” eingestuft werden. Medikamente ohne anerkannten Zusatznutzen würden hingegen nicht häufiger an PKV-Versicherte vergeben. Quelle: Wiss. Institut der PKV.

In der Regel sind Maßnahmen für Kuren und Rehabilitation Leistungssache der gesetzlichen Träger der Rentenversicherungen. Aus diesem Grund sind die meisten Arbeitnehmer oft gesetzlich abgesichert.

Einige Privattarife beinhalten trotzdem die Leistungen von Kuraufenthalten, falls der Fall eintritt, dass gesetzliche Kostenträger die Kostenübernahme verweigern. Andere versichern diese Leistung durch zusätzliche Kurtarife.

Ausland-Reise

Im Ausland

Bei einem kurzzeitigen Auslandsaufenthalt innerhalb der Europäischen Union besteht in der Regel keine Notwendigkeit, eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

Selbst bei einem Aufenthalt von bis zu zwei Monaten außerhalb Europas ist der Gesundheitsschutz von vielen PKV-Tarifen abgedeckt. Hier gilt es allerdings, die genauen Tarifbedingungen und den Leistungsumfang vor Reiseantritt zu überprüfen. Genügen die Auslandsleistungen nicht oder dauert der Aufenthalt mehr als zwei Monate, ist eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung auch für Privatversicherte erforderlich.

Ein vorher festgelegter Euro-Betrag ist die am häufigsten genutzte Form des Selbstbehalts. Außerdem ist es möglich, eine Beteiligung pro Fall (beispielsweise 15 Euro pro Fall), einen prozentualen Jahresanteil oder eine Grenze zur Deckelungs zu vereinbaren (zum Beispiel alle Kosten über 1.500 Euro). Auch Staffelungen sind denkbar, zum Beispiel werden im ersten Jahr Kosten bis 500 Euro erstattet. Im zweiten Jahr werden dann bis 1.000 Euro erstattet. Dieses Prinzip setzt sich so weiter fort.

Auch eine Kombination der verschiedenen Formen der Selbstbeteiligung ist möglich. Zum Beispiel wird die Sehhilfe bis 90 Prozent und bis maximal 750 Euro erstattet. Aktuelle Testberichte zur Privatversicherung fassen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Formen der Selbstbeteiligung zusammen.

Mehr Kostenbewusstsein durch Selbstbehalt

Die Kosten für die private Krankenversicherung werden bis zu einer festen Grenze vom Versicherten allein getragen. Das senkt nicht nur die direkten Kosten für eine Behandlung, sondern bringt zudem erhebliche Einsparungen bei den Verwaltungskosten. Ein Selbstbehalt stärkt die Eigenverantwortung der Versicherten, da Bagatellschäden und deren Leistungsübernahme in der PKV deutlich reduziert werden. Das trägt zur Beitragsstabilität der Tarife bei.

Eine Selbstbeteiligung lohnt sich deshalb vor allem für Personen, die gesund sind und selten den Arzt aufsuchen. Häufig nehmen junge Menschen diese Möglichkeit der Beitragssenkung wahr. Allerdings sollte man die Höhe der Selbstbeteiligung sorgfältig abwägen. Jeder muss sich gut überlegen, in welcher Höhe ein Eigenanteil an den Gesundheitskosten finanzierbar ist, sobald mehr Arztbesuche nötig werden sollten.

Ein Rechenbeispiel zur Selbstbeteiligung

jährliche Selbstbeteiligung (SB) Monatsbeitrag Ersparnis Effektiv gespart*
keine SB 113,01 €
300,00 € 73,56 € 39,45 € 14,45 €
600,00 € 53,01 € 60,00 € 10,00 €

* Übrige Ersparnis, wenn Selbstbeteiligung in voller Höhe gezahlt wurde.

Je höher die Selbstbeteiligung ist, desto geringer fällt die effektive Ersparnis bei Fälligkeit der vollen Selbstbeteiligung im Krankheitsfall aus. Vor allem niedrige Selbstbeteiligungen können sich lohnen. Höhere Summen ab 1.000 Euro bewirken zwar einen deutlich niedrigeren Monatsbeitrag, bringen aber im Krankheitsfall und bei Ausnutzung der vollen Selbstbeteiligung womöglich kaum noch oder gar keinen Spareffekt.

Alternative Heilmethoden – schonende Behandlung für Privatversicherte

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nehmen alternative Heilpraktiken in der PKV einen wichtigen Stellenwert ein und gelten vielfach als Standardleistung. Wenn man also alle Voraussetzungen für die PKV erfüllt, sollte ein Wechsel überdacht werden.

Folgende Behandlungs­methoden und diagnostische Konzepte umfassen das Gebiet der Alternativmedizin:

  • Homöopathie und Naturheilverfahren
  • Körpertherapieverfahren
  • Entspannungsverfahren (Meditationen) und Akupunktur
  • Osteopathie (Chirotherapie, Chiropraktik) sowie Angewandte Kinesiologie
Übersicht Alternativmedizin in der PKV
Vorteile individuell gewünschte Behandlungsoptionen können meist eigenständig gewählt oder ein Selbstbehalt vereinbart werden
Leistungen Kostenerstattung für alternative Heilmethoden durch Heilpraktiker und Ärzte für Naturheilverfahren
Beiträge richten sich im Wesentlichen nach Alter und Geschlecht des Versicherten sowie nach dem gewählten Leistungsspektrum

InformationFür Privatversicherte ist es relevant, ob für die Kinderlosigkeit ein organischer Befund, eine genaue Ursache diagnostiziert wird. in diesem Fall übernehmen die privaten Versicherer die Behandlungs­kosten komplett. Bei unerfülltem Kinderwunsch ohne organischen Befund hingegen müssen die Versicherten die gesamten Kosten selbst tragen. Es gilt das „Verursacherprinzip“, das heißt derjenige Partner, auf den sich die Kinderlosigkeit zurückführen lässt (oder eben seine Versicherung), muss für die gesamten kosten aufkommen. Versicherte müssen darauf achten, dass ihr Tarif die Kostenübernahme nicht ausschließt.

Weitere wichtige Leistungen der privaten Krankenkassen

Vor allem bei Kindern kommt es schon in der frühen Entwicklung häufig zu sprachlichen Störungen. Logopäden behandeln Menschen mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die von einer organischen oder funktionellen Erkrankung hervorgerufen werden. Diese Leistungen werden in der Regel im Rahmen der privaten Familienversicherung für Kinder erstattet.

Eine der Hauptaufgaben ist die Vorbeugung von Störungen. Während einer Erkrankung können Logopäden ebenfalls dazu beitragen, mögliche Folgen für die Sprache, die Stimme oder das Sprechen zu verhindern oder abzumildern. Im Folgenden sind einige Anwendungsgebiete für Leistungen, die ein Logopäde erbringt, zu finden:

  • Sprachtherapie mit Erwachsenen nach einer Kehlkopftherapie
  • Therapie von Sprech- und Atikulationsfehlern (Lispeln, Stottern, Poltern)
  • Behandlung von Säuglingen und Kindern mit Ess- und Trinkschwierigkeiten
  • Sprach- und Sprechtherapie mit Kindern, die Probleme mit dem Erlernen der Sprache oder der Aussprache sowie Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten haben
  • Behandlung von berufstätigen Personen, die einer hohen stimmlichen Belastung ausgesetzt sind (zum Beispiel Lehrer, Erzieher, Sänger)
  • Koordination von Stimme, Artikulation, Atmung und Tonus (zum Beispiel nach Schlaganfällen)

Die privaten Krankenversicherungen (PKV) rechnen verordnete Arzneien (wie homöopathische Mittel) und Heilmittel meist gemäß der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) und nach dem Hufelandverzeichnis ab. Bei diesem Verzeichnis handelt es sich um eine Abrechnungshilfe, die alternative Heilbehandlungen, wie Akupunktur und Shiatsu aufführt. Mittlerweile stellt diese für fast alle Heilpraktiker den Standard dar.

Mit Ausnahme der Homöopathie erhalten Mitglieder der gesetzlichen Vorsorge häufig nur geringfügige Leistungen aus dem Bereich der alternativen Heilmethoden, so dass im Behandlungsfall in nahezu allen Fällen hohe Eigenleistungen und Zuzahlungen fällig werden. Eine private Heilpraktikerzusatzversicherung kann solche Leistungen übernehmen.

Die private Krankenversicherung übernimmt Leistungen für Psychotherapie je nach gewähltem Tarif. In manchen günstigen Tarifen ist die Psychotherapie ganz ausgeschlossen, andere Tarife bieten zum Teil nur reduzierte Leistungen, sodass Eigenanteile vom Versicherten übernommen werden müssen. Beispielsweise wird nur eine niedrigere Stundenanzahl genehmigt oder die Wahl des Therapeuten eingeschränkt. Daher sollten Sie vor dem Wechsel in die PKV die Angebote auch auf diesen Aspekt hin genau prüfen.

Portrait of a man with long noseIn bestimmten Fällen hat die Krankenversicherung das Recht, dem Versicherungs­nehmer den Leistungsanspruch zu verweigern. Dies kann beispielsweise eintreten, wenn die private Krankenversicherung herausfindet, dass falsche Angaben in der Risikoprüfung gemacht wurden.

Stellen sich bei der Risikoprüfung eines Antragstellers der privaten Krankenversicherung schwerwiegende Krankheiten heraus, so kann die PKV die Behandlungen für diese Krankheiten aus dem Leistungsspektrum ausschließen.

Dies bezeichnet man schließlich als Leistungsausschlüsse. Ein Beispiel hierfür wäre ein trockener Alkoholiker als Antragsteller, bei dem die PKV die Leistungen ausschließt, die im Falle eines Rückfalls zu entrichten wären. Leistungsausschlüsse können durch erhöhte Monatsprämien verhindert werden.

Häufig gestellte Fragen zu den Leistungen – FAQ

Ein Versicherungsvertrag der PKV kann im Grundsatz alle gewünschten Leistungen enthalten. Man sollte sich vor Vertragsabschluss aber im Klaren sein, welcher Beitrag in etwa aufgewendet werden kann. Unbedingt geklärt werden sollten folgende Dinge: Welche Leistungen soll es bei einem Krankenhausaufenthalt geben und wie hoch sollten die Erstattungen beim Zahnersatz sein? Ist ein Krankentagegeld notwendig? Soll es eine Selbstbeteiligung geben? Soll es Beitragsrückerstattungen geben, wenn die Leistungen nicht in Anspruch genommen werden? Wie ist der aktuelle Gesundheitszustand?
Die Leistungen der PKV sind vertraglich und individuell geregelt. Werden sie einmal vereinbart und unterschrieben, so sind sie dem Versicherten garantiert und können im Nachhinein nicht mehr von der Versicherungsgesellschaft geändert werden.
Wenn ein Versicherter über mehrere Jahre keine Leistungen in Anspruch genommen hat, bietet die Versicherung ihm oft Beitragsrückerstattungen an, die sogar die Höhe von mehreren Monatsbeiträgen umfassen können. Daher kann es manchmal sinnvoll sein, wenn kleinere Arztrechnungen nicht eingereicht, sondern selbst gezahlt werden.
Dies ist nicht der Fall. Wenn ein Versicherter länger im Krankenhaus liegen muss, so kann sich die Klinik direkt mit der Krankenversicherung in Verbindung setzten und die Kosten dort direkt abrechnen. Der Erkrankte muss die Rechnungen in diesem Fall also nicht erst selbst tragen.
Hat man einen Vertrag ohne jährliche Anpassung, so bleiben die bei Vertragsabschluss vereinbarten Leistungen immer gleich. Lediglich der monatliche Beitrag kann sich in diesem Fall ändern, wobei dann ein Sonderkündigungsrecht für Privatversicherte vorgesehen ist. Ist ein Vertrag abgeschlossen worden, der Anpassungen vorsieht, so muss geprüft werden, wann genau es Anpassungen geben kann. So kann es zum Beispiel statt einer Beitragserhöhung auch eine Erhöhung der Selbstbeteiligung geben. Vor Vertragsabschluss sollte präzise geprüft werden, ob sich solch eine Anpassungsklausel wirklich lohnt.
Für Personen, die großen Wert auf alternative Heilbehandlungen legen, bieten mittlerweile die meisten Versicherer Tarife an, die Leistungen für Alternativmedizin und Naturheilverfahren vorsehen. Auf diese Weise werden Aufwendungen für solche Alternativbehandlungen erstattet, die gemäß den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) und dem Hufelandverzeichnis abgerechnet werden.
Die Kosten für alternative Heilbehandlungen und Arzneimittel, welche von der Schulmedizin anerkannt sind, werden in der Regel von der Versicherung erstattet. Die Voraussetzung für die Erstattung ist, dass sie sich in der Praxis als ebenso Erfolg versprechend gezeigt haben wie schulmedizinische Methoden.
Zunächst sollten Sie sich entscheiden, ob eine “reine” Zusatzversicherung für eine bestimmte ausgewählte Leistung passt oder eine private Krankenversicherung, die aus mehreren Versicherungsbausteinen besteht. Zudem ist es empfehlenswert nur solche Versicherungen abzuschließen, die nach dem Gebührenverzeichnis (z.B. für Heilpraktiker nach Hufelandverzeichnis), aber auch nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abrechnen. In jedem Fall empfiehlt sich eine umfassende Recherche sowie ein unabhängiger Vergleich der zahlreichen Versicherungsmöglichkeiten.
Wer Kunde der privaten Krankenversicherung ist, kann sich bei alternativen Heilmethoden über eine freie Ärztewahl erfreuen. Menschen, die die Absicherung ihrer Gesundheit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) anvertrauen, müssen hingegen auf Ärzte zurückgreifen, die der kassenärztlichen Vereinigung angehören. Wer Alternativmediziner aufsucht, sollte auf deren fachliche Qualifikation achten.
Bis wann Sie Belege und Rechnungen einreichen können, ist genau festgelegt: Es gilt eine Verjährungsfrist von zwei Jahren. Diese beginnt mit Ende des Jahres, in dem der Versicherte die Rechnung bekommen hat. Eventuelle Beitragsrückerstattungen, die für ein Jahr bereits gezahlt wurden, werden aber möglicherweise abgezogen.
In solchen Fällen kann der Ombudsmann der PKV helfen. Dieser nimmt sich neutral dem Anliegen an und kann in vielen Fällen Lösungen finden. Es handelt sich um eine Schlichtungsstelle, die für Versicherte kostenlos ist.