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Video-Ratgeber: Das private System in Kürze

 Vorteile und Nachteile der PKV

 Wer sich privat versichern kann

 Kosten und Tarife - Das System im Überblick

Umfangreiche Leistungen, kurze Wartezeiten, schnelle Termine Jetzt privat versichern

Derzeit sind rund 8,9 Millionen Menschen in Deutschland privat versichert. Wir zeigen, wann eine Privatversicherung sinnvoll ist, welche genauen Vorteile das System bietet und wer Zugang hat.

Aktuell: Einige private Krankenversicherungen haben zum Jahr 2015 Beitragserhöhungen angekündigt. Die Steigerungsraten bewegen sich im Schnitt im niedrigen einstelligen Prozentbereich, können aber in einzelnen Tarifen bis zu 50% betragen. Neukunden sind stärker betroffen als Bestandskunden.

Nur bestimmte Berufsgruppen können sich versichern, sofern die Bedingungen für den Eintritt erfüllt sind. Für die Wahl des Unternehmens stellen wir Ihnen einen Beitrags-Rechner sowie einen Vergleich bekannter Anbieter zur Verfügung, damit Sie eine Tarifübersicht erhalten. Vorteile des Systems sind neben Mehrleistungen auch Beitragserstattungen, kurze Wartezeiten und eine schnelle Terminvergabe beim Arzt.

Wichtige Vorteile im Überblick:

Viele Menschen entscheiden sich für eine Privatkasse wegen umfangreicher Leistungen (abhängig vom Vertrag individuell wählbar. Sie zahlen nur das, was sie wirklich benötigen).

 Kurze Wartezeiten, kurzfristige Terminvergabe, Komfortbehandlung

 Umfassende Kostenerstattung für Zahnbehandlung

 Keine Zuzahlungen (je nach Tarif)

 Über 90 Prozent zufriedene Kunden

Checkliste: Das macht eine gute Privatversicherung aus

Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden und den Versicherungsvertrag unterzeichnen, können Sie mit einigen Merkmalen prüfen, ob die Versicherung Ihren Bedürfnissen entspricht.

  • Beitragsstabilität: Das Unternehmen bietet eine solide Finanzbasis und wirtschaftet erfolgreich am Markt. Das hat Einfluss auf die Beitragsberechnung, so dass Ihre Beiträge in guten Händen sind und damit auch langfristig stabil bleiben.
  • Tarifvielfalt: Die Versicherung hat mehrere Tarifvarianten zur Auswahl, aus denen Sie wählen können. So erhalten Sie sich auch langfristig ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Das Unternehmen bietet Beitragserstattungen, z.B. für nicht genutzte Leistungen.
  • Die Versicherung zahlt eingereichte Arzt-Rechnungen unbürokratisch und zügig
  • Das Unternehmen bietet sowohl Tarife, die schon lange auf dem Markt sind, als auch solche, die erst wenige Jahre verfügbar sind (10 Jahre oder weniger). Dann können Sie bei Bedarf später besser Ihren Tarif optimieren.
  • Servicequalität: Prüfen Sie, ob die Krankenversicherung gute Kontaktmöglichkeiten bietet. Dazu zählt auch eine möglichst kostenlose, mindestens Montag bis Freitag erreichbare Hotline.
  • Sofern Sie Wert darauf legen einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, prüfen Sie dies vorher.

Einige Aspekte sind für Außenstehende und Neukunden schwer einzuschätzen. Prüfen Sie daher aktuelle PKV-Testberichte und Rankings. Diese enthalten vielfach Informationen über Servicequalität oder die finanzielle Situation der Anbieter.

5 häufige Irrtümer zur PKV

Stimmt nicht, gutverdienende Angestellte machen gerade 13 Prozent aller Privatpatienten aus. Alle anderen sind unabhängig vom Einkommen versichert.

Stimmt nicht. Kosten für Krankheiten, die nach Vertragsbeginn erstmals auftreten, werden übernommen. Beiträge ändern sich nicht.

Das kann man nicht pauschalisieren. Gerade für Beamte ist die Private trotz Kindern meist die günstigere Alternative. Auch für gutverdienende Angestellte und Selbständige kann die private Familienversicherung günstiger sein. Jede Familie sollte das für sich durchrechnen.

Steigende Beiträge sind ein generelles Problem der Krankenversicherung - sowohl im privaten als auch im gesetzlichen Bereich. Hauptgrund ist die sogenannte "medizinische Inflation", also die allgemeine Kostensteigerung im medizinischen Sektor. Hierzu gehören Kosten für Ärztehonorare, Behandlungen und Medikamte.

Es trägt immer eine ganze Jahrgangsgruppe eines Tarifs das Krankheitsrisiko dieser Altersgruppe, anstatt wie in der GKV, alle jungen das Risiko aller Älteren tragen. Angesichts der Demographieentwicklung wird das private System von vielen Experten sogar als vorteilhaft für die Zukunft angesehen. 


Zugang - Wer kann eine private Krankenversicherung abschließen?

PKV für Angestellte

Angestellte

Angestellte

Angestellte mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze können sich privat versichern. Sie erhalten einen Zuschuss vom Arbeitgeber.

PKV für Angestellte
Einkommensgrenze

Selbständige

Selbständige

Selbständige

Selbständige profitieren von der Privaten vor allem, wenn Sie bei Eintritt jung sind und wenig Vorerkrankungen haben. Der Eintritt ist auch über 55 Jahre noch möglich.

PKV für Selbständige
KV für Existenzgründer

PKV für Beamte

Beamte

Beamte

Für Beamte sind private Krankenversicherungen besonders geeignet, da nur dort Anspruch auf Beihilfe durch den Dienstherren besteht.

PKV für Beamte
Beamtentarife im Test

Versichertenstruktur der PKV

 

Angestellte, Selbständige und Beamte sind die drei größten Gruppen der Privatversicherten. Doch das System steht weiteren Personengruppen ebenso offen, dazu zählen.

  • Familien und deren Kinder
  • Studenten und Personen im Fernstudium
  • Rentner und Pensionäre

Weitere Berufsgruppen im Überblick

Selbst bei Arbeitslosigkeit ist eine private Krankenversicherung möglich, allerdings nur für Personen, die bereits vor der Arbeitslosigkeit hier versichert waren. Welche Versicherung generell am besten passt, kann über einen aktuellen PKV-Vergleich im Internet geprüft werden.

Daten & Fakten zum System

Anzahl der Anbieter 45
PKV-Versicherte 8.9 Mio
Pflegeversicherte 9.5 Mio
Zusatzversicherungen 23.5 Mio
Gezahlte Leistungen 23.4 Mrd €*
Beitragseinnahmen 33.9 Mrd. €*
Gesparte Rückstellungen 166.9 Mrd. €*

Quelle: PKV-Verband. * = ohne Pflegeversicherung

Aktuelle Testergebnisse

Insbesondere große Gesellschaften wie Debeka oder DKV haben viele unterschiedliche Tarife im Angebot. Wichtig ist darauf zu achten, das Leistungen und Kosten der Tarife gut aufeinander abgestimmt sind.

Daher sollten Sie verschiedene PKV im Test z.b. bei Stiftung Warentest und anderen Testagenturen vergleichen.

PKV im Test bei Stiftung Warentest

Gute PKV-Beratung kann Kosten und Beiträge minimieren

PKV-Beratung

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Spezielle Beratung durch Fachleute

Vor einer Versicherungsberatung sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie eine kostenpflichtige oder kostenlose Beratung in Anspruch nehmen. Beides hat bestimmte Vorteile.

Kostenlose Provisionsberatung

  • durch Versicherungsmakler (Vermittlung mehrerer Unternehmen)
  • durch Versicherungsvertreter (Vermittlung eines bestimmten Unternehmens) oder

Vorteil:

Beratung bleibt kostenlos, wenn Sie keinen Vertrag abschließen.

Nachteil:

Makler oder Vertreter verdienen eine Provision, sobald ein Produkt verkauft wurde. Die Provision ist dem abgeschlossenen Vertrag eingepreist, wird letztlich also vom Kunden bezahlt. Kritiker monieren, Neutralität sei beim Provisionsmodell nicht immer gewährleistet.

Tipp:

Fragen Sie nach der Höhe der Provision. Sie sollten sich außerdem sicher sein, welche Versicherung Sie genau brauchen. Nehmen Sie sich im Zweifel nach dem Gespräch Bedenkzeit, bevor Sie einen Vertrag unterzeichnen.

Beratungsangebote einsehen

Kostenpflichtige Honorarberatung

  • Spezialisierte Anwälte & zugelassene Versicherungsberater
  • Bund der Versicherten (nur für Mitglieder) & Verbraucherzentralen

Vorteil:

Da das Honorar nicht an den Verkauf eines Produktes gebunden ist, wird die Beratung oft als neutraler angesehen.

Nachteil:

Kunde zahlt für Beratungsleistung. Üblich sind Stundensätze oder Pauschalen. Das Honorar ist aufwandsbasiert, auch wenn Sie keine Versicherung abschließen. Als Kunde ist es schwer einzuschätzen, ob Beratungszeit angemessen ist. 

Tipp:

Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor, damit Sie möglichst viele wertvolle Informationen für sich mitnehmen.

Beratung speziell zum Tarifwechsel

Die PKV in Zahlen

Trotz ständig steigender Mitgliederzahlen leidet auch die private Krankenversicherung unter dem zunehmenden Kostendruck im Gesundheitswesen. Zwar blieben die Verwaltungskosten stabil, jedoch sind die Pro-Kopf-Ausgaben kontinuierlich angestiegen. 

Innerhalb der vergangenen Jahre verzeichneten die privaten Krankenversicherungen einen stetigen Zuwachs ihrer Mitgliederzahlen. Die Zahl der Versicherten stieg von 7,2 Millionen im Jahr 1998 auf rund 9 Millionen im Jahr 2015. 2009 waren etwa 1,6 Millionen mehr Menschen in einer privaten Krankenversicherung versichert, als noch im Jahr 1998. Dies entspricht einer Steigerung von mehr als 22 Prozent. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenversicherungen ist die Zahl der privaten Krankenversicherungen in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben. Derzeit können sich deutsche Bundesbürger in 45 privaten Versicherungsunternehmen versichern lassen. Im Jahr 1998 waren es mit 52 nur wenige private Krankenversicherungen mehr.

Auch in der privaten Krankenversicherung wird der Kostendruck im Gesundheitssystem offensichtlich. Die Ausgaben pro Versicherten stiegen im Zeitraum 1998 bis 2010 um gut 40 Prozent. Die gesamten Leistungsausgaben im gleichen Zeitraum sogar um 75 Prozent. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung konnte die PKV den Kostendruck durch Steigerung der Einnahmen kompensieren. Offenbar kann hier flexibler und besser auf Probleme im Gesundheitswesen reagiert werden.

Beachtlich ist, dass die PKV die Verwaltungskosten je Mitglied in den Jahren zwischen 1998 und 2008 nahezu konstant halten konnte. Die jährlichen Steigerungen der Gesamtverwaltungskosten sind zwar spürbar, bezogen auf die Versichertenzahlen jedoch minimal. Grundsätzlich gilt: Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung sind die Verwaltungskosten in der privaten Krankenversicherung gering.

Quelle: Zahlenbericht der privaten Krankenversicherung 2010/2011 des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V.

Rückstellungen, Mitglieder, Ausgaben und Einnahmen

Die Altersrückstellung in der privaten Krankenversicherung ist eine kalkulatorische Spareinlage jedes Versicherungsnehmers, durch welche die steigenden Kosten im Alter abgesichert werden. Hierdurch soll eine beständige Beitragsstabilität gewährleistet werden.

Jahr Gesamt in Milliarden €* je Mitglied
1998 44,62 6.192 €
1999 52,14 7.087 €
2000 59,55 7.946 €
2001 68,22 8.848 €
2002 76,30 9.628 €
2003 85,14 10.497 €
2004 93,81 11.358 €
2005 103,40 12.340 €
2006 113,43 13.362 €
2007 123,65 14.463 €
2008 134,38 15.081 €
2009 145,32 16.493 €
2010 158,00 17.762 €

* in Milliarden Euro

Jahr Mitglieder Einnahmen* Leistungsausgaben Ausgaben/Versicherter
1998 7.205.700 17,17 12,01 1.666 €
1999 7.356.400 17,94 12,58 1.710 €
2000 7.493.800 18,70 13,14 1.753 €
2001 7.710.200 19,76 13,93 1.806 €
2002 7.923.800 21,10 14,72 1.857 €
2003 8.110.400 22,89 15,29 1.885 €
2004 8.259.400 24,54 16,02 1.939 €
2005 8.373.000 25,48 16,75 2.000 €
2006 8.489.100 26,61 17,27 2.034 €
2007 8.549.000 27,58 18,32 2.142 €
2008 8.620.000 30,30 20,17 2.333 €
2009 8.810.900 31,46 21,12 2.397 €
2010 8.895.500 33,27 21,92 2.464 €

* in Milliarden Euro

Alle Kosten, welche nicht der Leistungserbringung an den Kunden dienen, werden als Verwaltungskosten bezeichnet. Dazu gehören beispielsweise Aufwendungen für Personalkosten, Unternehmensführung- und Steuerung bzw. des Rechnungswesen.

Jahr Summe in Mio. € je Mitglied  
1998 653,50 90,69 €  
1999 682,90 92,83 €  
2000 712,40 95,07 €  
2001 734,80 95,30 €  
2002 750,80 94,75 €  
2003 758,00 93,46 €  
2004 758,60 91,85 €  
2005 781,70 93,36 €  
2006 786,10 92,60 €  
2007 783,10 91,60 €  
2008 790,20 90,85 €  
2009 802,60 91,09 €  
2010 815,00 91,61 €  

Wie funktioniert die PKV? Merkmale im Überblick

Merkmale Erklärung
Prinzip Das System funktioniert nach dem Prinzip der Kapitaledeckung. Leistungen werden mit den Beiträgen des Versicherten bezahlt. Jeder sorgt für sein Risiko innerhalb der Tarifgemeinschaft vor.
Mitgliedschaft Gesundheitsprüfung zu Beginn notwendig (Ausnahme: Basistarif)
Familienversicherung jedes Familienmitglied wird einzeln versichert
Abrechnung Kostenerstattungsprinzip
privatärztliche Behandlung freie Arztwahl, Behandlung durch Spezialisten, Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer oder Mehrbettzimmer

Unsere Leser fragen - wir antworten: Die beliebtesten FAQ

Eine pauschale Antwort ist hier nicht möglich. Für Beamte ist die private Krankenversicherung sinnvoll, weil sie nur im privaten System Anspruch auf den Beihilfezuschuss des Dienstherrn erhalten. Angestellte und Selbständige sollten verschiedene Kriterien genau abwägen (insbesondere hohes Einkommen? Kinder/Familie? Besondere Leistungen gewünscht?). Eine ausführliche Entscheidungshilfe bietet unsere "Checkliste gesetzlich oder privat".

Generell sind die Beiträge bei jungem Einstiegsalter am günstigsten (auch langfristig). Formal gibt es keine Altersgrenze nach oben, allerdings steigen die Beiträge mit höherem Alter überproportional. Nach dem 50. Lebensjahr noch eine private Krankenversicherung abzuschließen, ist zwar möglich, aber finanziell kaum noch sinnvoll.

Wichtig ist, den Leistungskatalog genau zu überprüfen. In der privaten Krankenversicherung sollten zum Beispiel weder Leistungen fehlen (Unterversicherung), noch unnötige Risiken versichert werden (Überversicherung). Außerdem sollten Aspekte wie die Leistungen der Versicherung im Ausland, attraktive Präventionsangebote oder Optionen für Beitragsrückerstattung genügend Aufmerksamkeit erhalten. Dies gilt ebenso für mögliche Zusatzleistungen und den Service sowie die Beratung vor Ort.

Nein, das Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze ist nur eine Voraussetzung, um sich privat versichern lassen zu können. Seit 2011 schreibt der Gesetzgeber vor, mindestens ein Jahr lang über der Grenze liegen zu müssen. 

Der persönliche Tarifvergleich legt nicht nur eine große Preisvielfalt offen, er ist für Sie auch absolut unverbindlich. Somit verpflichtet er nicht zum Abschluss eines Vertrages. Im Interesse der Verbraucher bieten wir diesen Tarif- und Preisvergleich kostenlos an. Als unabhängiges Verbraucherportal legen wir großen Wert darauf, dass unser Beitragsvergleich viele verschiedene Anbieter, darunter auch Testsieger von Stiftung Warentest oder Finanztest, einbezieht. Bei dem Vergleich wird kein bestimmtes Unternehmen bevorzugt. Sollten Sie dennoch aufgrund von Vorerfahrungen einen bestimmten Anbieter bevorzugen, kann dies in der Bedarfsanalyse berücksichtigt werden.

Prinzipiell ist das System auch für bereits erkrankte Personen nicht ausgeschlossen. Die Versicherung darf jedoch Zuschläge für besondere Krankheitsrisiken verlangen oder in schweren Fällen den Versicherungsantrag ablehnen. Für Krankheiten, die nach Vertragsbeginn erstmals diagnostiziert werden, sind keine Zuschläge zu zahlen.

Natürlich können auch Kinder in die private Krankenversicherung aufgenommen werden. Der Beitrag ist i.d.R. deutlich niedriger als für Erwachsene, das zeigen Beitragsrechner im Internet, weil das Eintrittsalter und der Gesundheitszustand entscheidende Faktoren sind.

Nein, nach einer Gehaltserhöhung darf die Versicherung die Monatsbeiträge nicht erhöhen, denn die Beiträge sind unabhängig vom Einkommen. Beitragserhöhungen sind dennoch möglich, etwa aufgrund steigender Kosten im Gesundheitswesen, die auf die Versicherten umgelegt werden (siehe Frage 1).

Die Selbstbeteiligung (auch Selbstbehalt) hilft, den Verwaltungsaufwand bei der Versicherung gering zu halten, da nur Rechnungen ab einer bestimmten Höhe eingereicht werden. Für Versicherte bringt eine Selbstbeteiligung mehr Eigenverantwortung und niedrigere Beiträge. Daher ist die Selbstbeteiligung besonders für Menschen geeignet, die Wert auf die günstigste Absicherung legen.

Eine Rückkehr in das gesetzliche System ist nicht ausgeschlossen, allerdings sind hieran einige Bedingungen geknüpft. Dazu zählen das Unterschreiten der Einkommensgrenze oder Arbeitslosigkeit. Im letztgenannten Fall gelten die Versicherungsregeln für Arbeitslose. Weiterhin gilt eine Altersgrenze von 55 Jahren; darüber ist ein Systemwechsel in der Regel ausgeschlossen.

Beitragssteigerungen im Laufe mehrerer Jahre oder Jahrzehnte sind in der Krankenversicherung (gesetzlich und privat) Gang und Gäbe. Hauptgrund sind allgemeine Kostensteigerungen (Ärztehonorare, Krankenhauskosten, innovative Behandlungen etc.). Privatversicherte, deren Beiträge über das normale Maß hinaus steigen, haben jederzeit die Möglichkeit zur Tarifoptimierung bei ihrer Gesellschaft (gleiche Leistungen für weniger Geld).

Da Frauen statistisch gesehen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer und somit länger und mehr Leistungen beziehen, liegen die Beiträge für Frauen häufig über denen für Männer. Diese Regelung hat der Europäische Gerichtshof in einem Urteil gerügt und angeordnet, dass Versicherungsverträge ab Ende 2012 geschlechtsneutral (Unisex) sein müssen. Deshalb wird es künftig nur noch geschlechtsneutrale Unisex-Tarife geben. Die Beiträge für die private Krankenversicherung könnten sich daher für beide Geschlechter nach und nach angleichen. Einen Überblick zur Thematik bietet unsere Unisex-Tarife-Infografik.

Die Abrechnung erfolgt direkt mit dem Leistungsträger (z.B. Arzt, Krankenhaus, Apotheke). Die Kosten werden zunächst vor Ort durch den Versicherten bezahlt. Über diesen Betrag erhalten Patienten eine Rechnung, die wiederum nach Einreichen bei der Versicherung erstattet wird. Vorteil dieses Systems ist, das Patienten Überblick über die in Anspruch genommenen Leistungen behalten. In manchen Tarifen mit Beitragserstattung ist es manchmal sogar günstiger, die Rechnungen allein zu tragen und dafür den Anspruch auf Beitragserstattung am Jahresende zu behalten.

Um schnell und direkt einen Überblick über die Preise in den unterschiedlichen Krankenversicherungstarifen zu erhalten, ist ein Tarifvergleich im Internet zu empfehlen. Wir bieten einen Online-Vergleich, so dass Sie gleich am Bildschirm sehen, mit welchen Kosten Sie rechnen können. Wir empfehlen anschließend eine detaillierte, an der Lebenssituation orientiere Bedarfsanalyse.

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