Private Pflegeversicherung Vergleich 2016 – Fakten

Die Leistungen der Pflegeversicherung sind rechtlich durch den Gesetzgeber festgelegt. Dies gilt auch für die Leistungen in der privaten Pflegeversicherung. Häufig reichen diese jedoch nicht aus, um die hohen Kosten der Pflege zu decken.

Aufgrund des demografischen Wandels steigt die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland jährlich an. Gleichzeitig decken die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung sowie die der privaten Pflegepflichtversicherung nicht immer alle Pflegekosten ab, die monatlich erforderlich sind und sogar mehr als doppelt so hoch sein können. Betroffene und deren Angehörige müssen in der Folge häufig auf ihr eigenes Erspartes zurückgreifen. Aus diesem Grund ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll. Diese steht grundsätzlich sowohl Versicherten der gesetzlichen als auch der privaten Pflegeversicherung offen, um damit ihre Leistungslücken zu schließen.

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Die wichtigsten privaten Pflegeversicherungen im Überblick

Pflege-Bahr: Staatliche Förderung nach dem Riester-Prinzip
Seit Anfang 2013 fördert der Staat die private Pflegezusatzversicherung. Ziel ist es die Absicherung der Menschen im Pflegefall zu günstigen Beiträgen zu verbessern. Was die neuen Angebote bereithalten und für wen sie besonders empfehlenswert sind.

Pflegetagegeldversicherung als optimale Absicherung im Alter
Die Pflegetagegeldversicherung dient der privaten Absicherung des Pflegerisikos. Versicherte erhalten als regelmäßige Zahlung ein Pflegetagegeld, das durch den Versicherungsnehmer festgelegt wird. Nähere Infos zum Thema.

Pflegekostenversicherung – Gesetzliche Leistungen aufstocken
Bei der Pflegekostenversicherung übernimmt der Versicherer die anfallenden (Pflege-) Kosten, meist jedoch nicht in vollem Umfang. Für die Erstattungen der Pflegekosten müssen alle Leistungen vom Arzt attestiert werden.

Pflegerentenversicherung – volle Flexibilität
Eine Pflegerentenversicherung gewährt den Versicherten regelmäßige Rentenzahlungen, sobald eine Pflegebedürftigkeit auftritt. Dabei ist es unerheblich, ob die Pflege in speziellen Einrichtungen, zu Hause durch Pflegekräfte oder durch Angehörige erfolgt.

Für wen die private Pflegeversicherung sinnvoll ist

  • Menschen ab dem 40. Lebensjahr: 
    Ab Mitte 40 sollte spätestens jeder für sich überlegen, wie die eigene Pflege im Ernstfall finanziert wird. Gibt es Kinder, die die Pflege übernehmen könnten? Sind Rücklagen vorhanden, um einen Pflegedienst oder den Aufenthalt im Pflegeheim zu bezahlen?
  • Jüngere Menschen:
    Selbst jüngere Menschen sind vor dem statistischen Risiko einer plötzlichen Pflegebedürftigkeit (etwa durch Unfall nicht geschützt). Doch bevor Sie schon in jungen Jahren Geld für eine private Pflegeversicherung ausgeben, ist es sinnvoll, andere Risiken wie Berufsunfähigkeit, Tod oder Arbeitslosigkeit zuerst abzusichern.
  • Ältere Menschen und Senioren:
    Eine Pflegeversicherung ist sinnvoll – selbst im Alter nehmen die meisten Versicherungen noch Versicherte auf. Allerdings sind die Beiträge bei spätem Einstieg entsprechend höher. Der Pflege-Bahr ist eine gute Alternative.
  • Erwachsene Kinder:
    Ob eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist, sollten sich auch erwachsene Kinder für ihre Eltern fragen. Unter Umständen macht es Sinn, dass Kinder die Pflegeversicherung ihrer Eltern zahlen (z.B. weil diese dazu finanziell nicht in der Lage sind). Denn tritt der Pflegefall bei den Eltern ein, müssen in der Regel die Kinder für die Kosten aufkommen. Gut, wenn dann schon eine private Pflegezusatzversicherung existiert, die die gesetzliche Pflegelücke größtenteils oder sogar vollständig schließt.
Pflegetagegeld Pflege-Bahr Pflegerente Pflegekosten
Beitragszahlung laufend laufend variabel laufend
Befreiung vom
Beitrag
ist möglich, aber oft von der Pflegestufe abhängig nein ja, wenn Leistungen erbracht werden ist möglich, aber oft von der Pflegestufe abhängig
Berücksichtigung
der Inflation
bei Dynamik im Vertrag bei Dynamik im Vertrag bei Dynamik im Vertrag ja, bei Restkostentarifen
Gewinnbeteiligung nein nein nein nein
Leistungen frei
verfügbar
ja ja ja nein
Leistungen abhängig von
der gesetzlichen Pflegeversicherung
ja ja nein ja
Leistungen unabhängig von Pflegestufe nein nein ja ja, bei Restkostentarifen
Absicherung der
Pflegestufe 0
in vielen Fällen ja ja ja in vielen Fällen ja
Kostennachweis
notwendig
nein nein nein ja
empfohlenes
Mindestalter
bei Eintritt
30 Jahre
Höchstalter bei
Eintritt
zwischen 65 und 75 Jahren 65 Jahre zwischen 50 und 65 Jahren
staatlicher Zuschuss nein 5 Euro monatlich nein nein
Ablehnung des Eintritts möglich ja nein ja ja
maximale Wartezeit nach Vertragsbeginn i.d.R. 3 Jahre 5 Jahre 3 Jahre 3 Jahre

Versicherungsmöglichkeiten und Tarife

Folgende Arten lassen sich im Bereich der privaten Pflegeversicherung unterscheiden:

  • Pflegetagegeldversicherung: Beliebteste Pflegezusatzpolice
  • Pflege-Bahr: Pflegetagegeldversicherung mit staatlicher Förderung
  • Pflegerentenversicherung: Besondere Form der Lebensversicherung, die im Pflegefall eine Rente auszahlt
  • Unfallpflegerentenversicherung: Wie Pflegerentenversicherung, Pflegebedürftigkeit ist aber explizite Folge eines Unfalls
  • Pflegekostenversicherung: Pflegepolice zur Aufstockung der gesetzlichen Lücke

Weitere Service-Dienstleistungen

Aufgrund des Umfangs und der Komplexität der Antragstellung, die mit der Pflege eines Familienmitgliedes einhergeht, bieten viele Zusatzpflegeversicherungen weitere Services an. Diese dienen dazu, Betroffene schnell und unbürokratisch zu beraten. Unter anderem sind geeignete Pflegemaßnahmen Gegenstand dieser Beratungsservices. Dies gilt ebenso für Informationen über Pflegestufen und Leistungen der Pflegekassen. Der Anspruch der Versicherten auf diese zusätzliche Leistung wurde bereits durch ein Gerichtsurteil bestätigt und darüber hinaus auch gesetzlich verankert.

Berechnung des Beitrags zur privaten Pflegezusatzversicherung

Die Beiträge zur privaten Pflegezusatzversicherung werden ähnlich wie bei der privaten Pflegevollversicherung einkommensunabhängig berechnet. Anders als bei der Pflegepflichtversicherung können sowohl Prämien als auch Leistungen individuell festgelegt werden. Weitere Faktoren, die für den monatlichen Beitrag ausschlaggebend sind:

  • Alter des Versicherungsnehmers bei Vertragsabschluss
  • Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers
  • Vereinbarte Leistungsstaffelungen nach Pflegestufen

Unfallpflegerentenversicherung

Speziell für Personen über 60 Jahre stellen Unfälle ein besonderes Risiko dar, denn viele Verletzungen verheilen schlechter als bei jüngeren Menschen. Ähnlich wie bei der Pflegerentenversicherung erhält der Versicherte bei der Unfallpflegerentenversicherung eine monatliche Geldleistung im Pflegefall. Der Unterschied besteht darin, dass die Pflegebedürftigkeit direkt aus einem Unfall resultieren muss. Neben den monatlich festgelegten Leistungen bieten viele Versicherer weitere Leistungen an, die meistens beitragsfrei sind. So sind zum Beispiel Einmalzahlungen ab einer bestimmten Invalidität vereinbar. Ein weiterer Vorteil der Unfallpflegerentenversicherung besteht in den möglichen Einmalzahlungen an die Hinterbliebenden im Todesfall.

Tarife in der Pflegekostenversicherung

In der Pflegekostenversicherung gibt es ganz unterschiedliche Tarife, wie beispielsweise:

  • Tarife, in denen die Kosten eines vollstationären Aufenthaltes in Pflegeeinrichtungen vollständig oder nur zur Hälfte übernommen werden
  • Tarife, die die gesetzlichen Leistungen um einen bestimmten Prozentsatz (50 bis 100 Prozent) erhöhen
  • Tarife, die alle restlichen Kosten abdecken

Leistungen, Beiträge und Steuern

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 3b des Einkommenssteuergesetzes (EStG) sind die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung in voller Höhe abzugspflichtig. Die Beiträge zur Pflegezusatzversicherung hingegen sind nur im Rahmen der Höchstbeträge nach § 10 Abs. 4 EStG als Sonderausgaben abzugsfähig. Das Pflegegeld, das an Pflegepersonen gegeben wird, die Angehörige des Pflegebedürftigen sind oder ihm gegenüber eine sittliche Pflicht erfüllen, ist steuerfrei.

Die Pflegelücke schließen: Hilfe durch den Pflegeversicherung-Rechner

Die Pflegelücke kann oft nur durch eine private Pflegezusatzversicherung geschlossen werden. Dafür gibt es verschiedene Arten und Tarife, zum Beispiel die Pflegetagegeldversicherung. Die Beiträge zu diesen Versicherungen sind von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich, daher ist es wichtig sie zu vergleichen. Berechnen kann man die möglichen Beiträge beispielsweise über den Beitragsrechner zur Pflegeversicherung.

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