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Video Ratgeber: Wie Sie durch die private Pflegeversicherung vorsorgen

"Eine Pflegezusatzversicherung eines privaten Versicherers kann zusätzliche Leistungen sichern." Finanztest (2/2011)

Ein sorgloses und abgesichertes Leben im Alter wünschen sich wohl alle Menschen, doch im Pflegefall kann dieser Traum schnell zerplatzen. Der Grund: Sowohl die gesetzliche als auch die private Pflegepflichtversicherung bieten nur ungenügende Leistungen - viele Kosten sind selbst zu tragen.

Nicht wenige Experten sind der Auffassung, dass die Pflegepflichtversicherung als eine “Teilkaskoversicherung” anzusehen ist. Viele Kosten werden im Pflegefall nicht vollständig getragen. Kann die betroffene Person nicht auf genügend Eigenkapital zurückgreifen, droht Altersarmut. Auch Kinder werden oft an den Pflegekosten ihrer Eltern beteiligt. Mit einer guten Pflegezusatzversicherung lässt sich die "Pflegelücke" kostengünstig schließen.

Pflege in den eigenen 4 Wänden finanzieren. Mit privater Vorsorge klappt's  Pflegetarife finden

Das System der Pflegeversicherung in Deutschland

Was ist eine Pflegeversicherung und seit wann gibt es sie? Die Pflegeversicherung besteht seit dem Jahr 1995 als fünfte Säule der Sozialversicherung in der Bundesrepublik Deutschland. Seit dem stellt sie eine Pflichtversicherung dar. Sie ist eng gekoppelt an die Säule der Krankenversicherung und besteht daher auch aus einem gesetzlich-sozialen und einem privaten System.

In der gesetzlichen Pflegeversicherung sind alle Kassenpatienten versichert und zwar auch bei derselben Krankenkasse. Im Rückschluss müssen demnach alle Privatversicherten auch private Pflegeversicherungen haben. Im Vergleich zur Krankenversicherung unterscheiden sich die Leistungen in der Pflegeversicherung zwischen den beiden Systemen jedoch kaum. Träger der Pflegeversicherung ist also die jeweilige gesetzliche oder private Krankenversicherung.

Tipps: Rechtzeitig über Vorsorgeoptionen informieren

In nahezu allen Lebenslagen gilt: Vorbereitung ist bereits die halbe Miete. Dies trifft auf die Pflegeversicherung um so mehr zu. Für die meisten Versicherungsnehmer ist eine mögliche Pflegebedürftigkeit ferne Zukunftsmusik. Doch über einige Dinge, z.B. mögliche alternative Wohnprojekte sollten sich die Versicherten im Voraus gründlich Gedanken machen und entsprechende Informationen einholen, etwa mit Hilfe des Pflegeversicherung Rechners. Die Möglichkeiten sind hier vielfältig. Tritt der Pflegefall dann ein, muss der Antrag auf Leistungen so zügig wie möglich an den Versicherer übermittelt werden, denn dieser zahlt erst ab Antragstellung.


Pflegetagegeldversicherung

Um die Versorgungslücken in der Pflegepflichtversicherung zu schließen, ist es wichtig eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Nur damit steht im Pflegefall ausreichend Geld zur Verfügung.


Pflege Bahr

Mit dem "Pflege Bahr" gibt es seit Anfang 2013 eine private Pflegeversicherung, die vom Staat gefördert wird. Die Police zeichnet sich durch Grundleistungen aus und kann auch bei schweren Vorerkrankungen abgeschlossen werden.


Pflegeantrag stellen

Bevor Leistungen aus der Pflegeversicherung bezogen werden können, steht eine Begutachtung der Pflegesituation an. Was beim Antrag zu beachten ist, wann Sie Leistungen erhalten und was bei einer Ablehnung zu tun ist.


Worauf gibt es in der Pflegeversicherung einen Anspruch - Was zahlt sie?

Bei einer Pflegebedürftigkeit hat man Anspruch auf folgende Dinge aus der gesetzlichen Pflegeversicherung:

  • Sachleistungen: Sachleistungen sind die Leistungen, die ein Pflegebedürftiger durch den Dienst eines Pflegeheims oder eines Pflegedienstes in Anspruch nimmt.
  • Geldleistungen: Wird ein Pflegebedürftiger von Angehörigen, Bekannten, Freunden oder Nachbarn gepflegt, so kann eine Geldleistung ausgezahlt werden. Diese erhält der Pflegebedürftige zu Beginn des Monats auf sein Konto und kann sie beliebig ausgeben.
  • Kombinationsleistungen: Bei den Kombinationsleistungen werden Sach- und Geldleistungen miteinander kombiniert. Ein Teil dieser Leistungen erhält wiederum der Pflegedienst direkt von der Pflegekasse. Welche Leistungen das sind, spricht der Pflegebedürftige individuell mit seinem Pflegedienst ab. Die Kosten der unterschiedlichen Leistungen sind in einem Rahmenvertrag zwischen Pflegedienst und Pflegekassenverbänden festgehalten.
  • Kostenerstattungen: Kostenerstattungen gibt es vor allem für Heil- und Hilfsmittel. Es muss dort aber streng zwischen den Zuständigkeiten der Krankenversicherung und der Pflegeversicherung unterschieden werden. Die Pflegeversicherung ist lediglich für Pflegehilfsmittel wie Pflegebetten, Betteinlagen, Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel verantwortlich.

Externe Beratung zur Pflege

Insbesondere die Durchführung der richtigen und effektiven Pflege ruft bei Angehörigen oft Probleme hervor. Viele sind mit der Pflegebetreuung überfordert - obwohl es externe Unterstützung gibt. Wichtige Anlaufstellen sind die bundesweiten Pflegestützpunkte, die in allen Bundesländern ein flächendeckendes Netz zur Beratung bieten. 

Außerdem bieten Sozialverbände vielfach unterstützung an, unter anderem der Sozialverband Deutschland (SoVD), der ebenfalls mit vielen Filialen ein bundesweites Beratungnetz aufgebaut hat. Auch eine telefonische Beratung zur Pflege gehört dazu. 

 Private Pflegezusatzversicherung: Die optimale Ergänzung

Eine private Pflegevorsorge wird immer wichtiger. Die Pflegepflichtversicherung ist und bleibt wohl auch in Zukunft eine "Teilkaskoversicherung". Im Pflegefall entstehen so schnell große finanzielle Deckungslücken, die durch Pflegezusatzversicherungen geschlossen werden können.

Wer sich ernsthaft mit dem Thema Pflegezusatzversicherung auseinander setzt, verliert schnell den Überblick. Nicht nur, dass es unterschiedliche Versicherungsformen gibt, auch gibt es bei den vielen Anbieter eine große Anzahl an Tarifen. Durch den "Pflege-Bahr" wurde die Vielfalt der Branche sogar noch einmal erhöht. Der Abschluss einer Police zur privaten Pflegevorsorge ist eine ganze individuelle Angelegenheit. Pauschale Tipps sind schwer zu geben. Auf der Suche nach dem optimalen Tarif sollte man jedoch einige Dinge beachten.

Checkliste: So finden Sie eine gute Pflegezusatzversicherung

Viele Menschen sind auf der Suche nach einer Pflegezusatzversicherung, wissen jedoch nicht, woran eine gute Police zu erkennen ist. Hier finden Sie einige Eckpunkte, an denen Sie sich orientieren können:

  • Leistungen sollten auch die wirtschafltichen Folgen der Demenz ohne eigentliche Pflegebedürftigkeit auffangen (Pflegestufe 0).
  • Der Versicherer sollte das Gutachten des MDKs über die Pflegebedürftigkeit in jedem Fall uneingeschränkt anerkennen.
  • Leistungsbezug auch bei einem Wohnort außerhalb Deutschlands oder der EU.
  • Anpassung der Leistungen um feste Zuwächse in bestimmten Zeitabständen (Leistungsdynamisierung).
  • Nachversicherungsgarantien ohne Gesundheitsprüfung (z.B. bei Anpassung der Leistungen, aufgrund einer Neubewertung des Schutzbedarfs).
  • Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit
  • Umfassende Service-Leistungen (individuelle Beratung, Online-Pflegestützpunkte etc.)

 FAQ - Die wichtigsten Fragen zur Pflegeversicherung

Jeder! In Deutschland besteht eine Pflicht zur Pflegeversicherung. Gesetzlich Versicherte schließen diese bei ihrer Krankenkrankasse ab. Privat versicherte Personen haben ihre Pflegeversicherung in der Regel auch bei ihrem privaten Krankenversicherungsunternehmen.

Die Prüfung des individuellen Pflegebedarfs nach der Antragstellung obliegt in der gesetzlichen Pflegeversicherung dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Die privaten Versicherungen beauftragen zur Prüfung die Medicproof GmbH.

Ja und nein. Das Sozialgesetzbuch XI sieht eine Beitragsbefreiung im Pflegefall formal nicht vor. Diese ergibt sich jedoch, wenn Sozialhilfe bezogen werden muss. Bei den Pflegezusatzversicherungen ist dies individuell in den Policen festgelegt. Bei der Auswahl eines Tarifes sollte darauf geachtet werden, dass Beiträge im Pflegefall wegfallen, um die finanziellen Belastungen so gering wie möglich zu halten.

In der Regel nein. Bei der Pflegepflichtversicherung, handelt es sich um reine Risikoversicherungen ohne Sparanteil.

Ja. In der sozialen Pflegeversicherung gelten die gleichen Voraussetzungen wie in der gesetzlichen Krankenversicherung (Familienversicherung). Anders als in der privaten Krankenversicherung können in der privaten Pflegepflichtversicherung jedoch auch Kinder ohne eigenes Einkommen über 450 Euro bis zum 21. Lebensjahr kostenfrei mitversichert werden. Bei immatrikulierten Studenten verlängert sich die Mitversicherung sogar bis zum 25. Lebensjahr. Dies gilt jedoch nicht für Pflegezusatzversicherungen.

Wer sich pro Woche mindestens 14 Stunden um eine pflegebedürftige Person kümmert und zusätzlich nicht mehr als 30 Stunden erwerbstätig ist, erhält die Beiträge zur Rentenversicherung aus der Pflegeversicherung gezahlt. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der Pflegestufe des zu Pflegenden und der aufgebrachten Zeit. Auch eine beitragsfreie Unfallversicherung besteht für die Zeit der Pflege. Wird durch die Pflegeperson Pflegezeit in Anspruch genommen, ergibt sich zudem eine kostenlose Arbeitslosenversicherung. Die Kranken- und Pflegeversicherung kann sich häufig aus der  Familienversicherung ergeben. Außerdem ist eine freiwillige Krankenversicherung nötig, in der der Mindestbeitrag von 137,33 Euro gezahlt werden muss.

Der Antrag auf Leistungen ist dem jeweiligen Träger der Pflegeversicherung zuzustellen. Im Fall von gesetzlich versicherten Personen ist dies die Krankenkasse. Im Fall einer privaten Pflegevollversicherung das jeweilige Versicherungsunternehmen, bei dem die Police abgeschlossen wurde.

Inwieweit sich bei einem Leistungsbezug aus einer Zusatzversicherung weitere Überprüfungen der Pflegebedürftigkeit ergeben oder ob diese aus der Vollversicherung übernommen werden, hängt ganz vom Versicherer und dem gewählten Tarif ab. Auch “Nachkontrollen” der Pflegebedürftigkeit in bestimmten Abständen sind in einigen Policen inbegriffen.

Nein. Die Pflegeversicherung ist eine reine Versicherung gegen das Pflegerisiko. Tritt das abgesicherte Risiko nicht ein (z.B. durch vorzeitige Kündigung), verfallen die Beiträge. Auch im Todesfall entstehen keine Bezüge für Hinterbliebene. Eine Ausnahme kann jedoch in der Pflegerentenversicherung entstehen: Hier lassen sich Garantieleistungen ab einem bestimmten Alter auch ohne Pflegebedürftigkeit vereinbaren.

In der Regel nein. Die meisten Pflegezusatzversicherungen sehen dies nicht vor. In der Pflegerentenversicherung kann eine mögliche Einmalauszahlung, also ein Sparanteil, jedoch vereinbart werden. Dafür fallen monatlich jedoch höhere Beiträge an.

Hier hat der Gesetzgeber eine sehr spezielle Regelung getroffen. Die Pflegetagegeldversicherung und die Pflegekostenversicherung sind im Bereich der Krankenversicherung angesiedelt und die Bezüge aus diesen damit steuerfrei. Anders bei der Pflegerente: Da diese im Bereich der Lebensversicherung angesiedelt ist, können unter Umständen Steuerpflichten entstehen, so z.B. bei vereinbarten Garantieleistungen ab einem bestimmten Alter oder Versicherungszeitraum.