Motorradversicherung: Der optimale Schutz für Ihr Zweirad

Alle passionierten Motorradfahrer sehnen sich das Ende des Winters in jedem Jahr förmlich herbei. Was dann folgt, gleicht einem Ritual: Die Maschine wird aus der Garage geholt und überprüft, bevor sich dann endlich die erste Ausfahrt des Jahres anschließt. Doch Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen, dazu zählt auch ein geeigneter Versicherungsschutz.

Pause auf dem Motorrad

Statistiken zeigen, dass das Unfallrisiko für Motorradfahrer höher liegt als für Autofahrer. Eine optimale Versicherung für das Motorrad ist daher umso wichtiger. Dabei ist Motorradversicherung aber nicht gleich Motorradversicherung.

Verschiedene Versicherungsarten sind zu unterscheiden, die unterschiedliche Schadensfälle bei einem Unfall abdecken. Eine Haftpflichtversicherung ist dabei als einzige Pflichtversicherung vorgegeben. Über eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung sowie weitere Versicherungstypen kann der Schutz des Motorrades zusätzlich erweitert werden.

Nicht nur die Versicherungsarten, auch deren Beitragsberechnung ähneln der Versicherung für das Auto. So werden für zur Berechnung der Prämien die üblichen Parameter herangezogen:

  • Regionalklasse (Wohnort des Versicherungsnehmers)
  • Typenklassen (Motorradmodell)
  • Alter des Versicherungsnehmers, Dauer der Fahrerlaubnis
  • Schadenfreiheitsklasse (Unfallfreiheit des Versicherungsnehmers)
  • Erstzulassung des Motorrades
  • jährliche Fahrleistung

InformationDazu kommen weitere Faktoren, die relativ spezifisch für die Motorradversicherung sind. So ist entscheidend, um welchen Zweirad-Typ es sich handelt. Leichtkrafträder und Leichtkraftroller sind entschieden günstiger versicherbar als Motrorräder. Bei letztgenannten ist darüber hinaus wichtig, ob es sich um Chopper, Sport- oder Geländemodifikationen handelt. Zusätzlich ist der Hubraum des Motorrades und damit die Leistungsklasse entscheidend für die Beiträge.

Tipp: Versicherer gewähren Rabatte

Die Beiträge sind jedoch nicht so starr wie sie auf den ersten Blick erscheinen. In bestimmten Fällen gewähren die Versicherer Rabatte, die äußerst lohnenswert sein können. Die häufigsten Rabattfälle sind dabei:

  • bei dem Motorrad handelt es sich um ein Garagenfahrzeug
  • zusätzlich ist ein Auto bei dem gleichen Versicherer versichert
  • Versicherungsnehmer ist verheiratet

Vor allem in der Motorradversicherung macht es sich bemerkbar, den zur Fahrt des Zweirades berechtigten Personenkreis einzuschränken. Bei der Mitversicherung eines zweiten Fahrers können sich die Beiträge schnell verdoppeln.

Checkliste: Verkehrstauglichkeit des Motorrads regelmäßig prüfen!

Vor allem nach einer längeren Ruhephase im Winter muss das Motorrad regelmäßig gewartet werden, denn wer fahrlässig ein nicht-verkehrstaugliches Motorrad führt, riskiert im Schadensfall seinen Versicherungsschutz zu verlieren. Regelmäßig zu prüfen ist dabei:

  • Ist die Prüfplakette noch gültig?
  • Funktioniert die Beleuchtung einwandfrei? (Scheinwerfer, Bremslicht, Blinker, Reservelampen)
  • Ist der Ölstand korrekt?
  • Wie ist die Reifenbeschaffenheit? (Risse, Profil, Luftdruck)
  • Ist die Kette ausreichend geschmiert und auf Spannung?
  • Ist die Bremsanlage funktionstüchtig? (Bremsklötze, Gummischläuche, Bremsflüssigkeit)
  • Wie steht es um Radlager, Lenkkopflager, Schwinglager?

Wer nicht technikaffin genug ist, um selber zu prüfen, sollte dafür unbedingt eine Fachwerkstatt aufsuchen.

1A-Tipp3Viele Versicherte melden ihr Motorrad über die Wintermonate ab, um die Versicherungsbeiträge in der Zeit einzusparen. Zur Vermeidung von Bürokratie und Verwaltungskosten können auch saisonale Kennzeichen genutzt werden. Die Beiträge sinken dann um etwa ein Drittel ab. Gleichzeitig kann für den entsprechenden Gegenzeitraum bei den meisten Anbietern ein Auto zu günstigen Konditionen versichert werden.

Kündigen Sie ihre alte Motorradversicherung nicht vorschnell, sondern erst, wenn ihre neue Versicherungs­police sicher ist. So wird ein dauerhafter Versicherungs­schutz gewährleistet. Dieser ist aufgrund des erhöhten Unfallrisikos für Motorradfahrer umso wichtiger.

Motorradversicherungen in Deutschland

RechtDer Gesetzgeber hat jedem Kfz-Führer in Deutschland eine relativ große Wahlfreiheit über den individuellen Versicherungsschutz eines jeden Fahrzeuges zugesprochen. Lediglich die Haftpflichtversicherung ist als Pflichtversicherung für jedes zugelassene Kfz vorgeschrieben. Damit haftet der Halter des Motorrads für Schäden, die Dritten durch das Fahren des Fahrzeugs entstehen könnten.

Zur Ergänzung des Versicherungschutzes für Schadensfälle am eigenen Motorrad stehen dieTeilkaskoversicherung und die Vollkaskoversicherung zur Verfügung. Die Teilkaskoversicherung sichert gegen Schäden ab, die kaum beeinflusst werden können und wird daher von Experten allgemein angeraten. Auch der Schutz einer Vollkaskoversicherung für Motorräder sollte nicht unterschätzt werden, denn Anschaffungskosten der Maschine und der nötigen Schutzkleidung sind meist immens. Die Vollkaskoversicherung sichert dann auch Schäden, die durch selbstverschuldete Unfälle entstehen. Häufig werden zumindest Teilkaskoversicherungen als Kombiverträge mit der Haftpflichtversicherung zusammen angeboten.

Die drei wichtigsten Versicherungsformen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Haftpflichtversicherung Teilkaskoversicherung Vollkaskoversicherung
Pflichtversicherung Wahlversicherung Wahlversicherung
mit Schadenfreiheitsrabatt Schadenfreiheitsrabatt nur als Kombiversicherung mit Vollkaskoversicherung mit Schadenfreiheitsrabatt
sichert Schäden Dritter ab, z.B.: Personenschäden: Invalidenrenten, Kosten zur Heilung; immaterielle Schäden: z.B. Schmerzensgeld; Vermögensschäden; Sachschäden: Beschädigungen an Verkehrszeichen etc. sichert Schäden am eigenen Kfz durch: Brand oder Explosion; Diebstahl inklusive Einbruch und Raub; unmittelbare Wettereinwirkungen; Glasbruchschäden; Marderschäden ohne Folgen; Schmorbrandschäden; Wildunfälle mit Haarwild sichert Schäden am eigenen Kfz durch: Vandalismus; selbstverschuldete Unfälle (ausgenommen sind Schäden bei Vorsatz oder Fahrlässigkeit; dazu zählt beim Motorrad auch das Nichttragen entsprechender Schutzkleidung)

FAQ: Die häufigsten Fragen zur Motorradversicherung

Eine Haftpflichtversicherung ist durch den Gesetzgeber vorgeschrieben. Wer ein Fahrzeug ohne diese führt, macht sich strafbar. Auch eine Teilkaskoversicherung sollte abgeschlossen werden, versichert sie doch Schäden, die meist aus „höherer Gewalt“ geschehen. Der Abschluss einer Vollkaskoversicherung und weiterer Schutzbriefe sollte von jedem individuell durchdacht werden.
Das hängt von den individuellen Konditionen ab. Bei langjährigen Kunden mit hoher Schadenfreiheitsklasse lohnt es sich häufig, das Kfz über den Winter angemeldet zu lassen. Der Grund: Für An- und Abmeldung berechnen die zuständigen Ämter jeweils Gebühren. Liegen diese zusammen oberhalb der Beiträge für den Zeitraum, in dem das Motorrad abgemeldet werden soll, lohnt eine Winter-Stilllegung nicht – ansonsten, ja.
Für jemanden, der definitiv für einen bestimmten Zeitraum, hauptsächlich im Winter, nicht auf sein Motorrad zurückgreifen will und dies nicht vom aktuellen Wetter abhängig macht, ja. Dadurch spart man den bürokratischen Aufwand und die Gebühren der An- und Abmeldung bei den Zulassungsstellen. Versicherungsbeiträge entfallen selbstverständlich für den Zeitraum der Nichtzulassung.
Im Falle einer Beitragserhöhung und nach einem Schadensfall besteht ein Sonderkündigungsrecht. Ansonsten handelt es sich bei den Policen um Laufzeitverträge mit einer Kündigungsfrist von einem Monat. Für Verträge, die sich zum Jahreswechsel stillschweigend verlängern, bedeutet dies einen jeweiligen Stichtag am 30.11. Bei saisonal zugelassenen Motorrädern liegt der Kündigungstermin meist jeweils auf dem Saisonbeginn. Die Frist endet auch hier jeweils einen Monat vorher. Einzelheiten sind aber in jedem Fall den einzelnen Policen zu entnehmen. Die eigentliche Kündigung erfolgt dann formlos. Vordrucke sind häufig im Internet zu finden.
Eine Übertragung der Schadenfreiheitsklasse ist in der Regel möglich, jedoch wird nicht die Klasse direkt übertragen, sondern die unfallfreie Zeit angewendet, da eine Einstufung in die Rabattklassen bei Auto und Motorrad unterschiedlich schnell verlaufen. Bei Zweirädern verläuft die Hochstufung in den Schadenfreiheitsklassen schneller als bei Autos. Wer sein Auto aufgrund der Schadenfreiheitsklasse seines Motorrades versichert, sollte sich daher nicht über eine niedrigere Rabattklasse wundern.

Tipp

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