Die Beitragsanpassung war Ende letzten Jahres eines der bestimmenden Themen auf dem Gebiet der privaten Krankenversicherung (PKV). Prämienerhöhungen – so die Befürchtungen – könnten bei steigendem Alter zu immer höheren und unkalkulierbaren finanziellen Belastungen führen. Um dies zu verhindern, hat die PKV Konzepte entwickelt, die diesen Befürchtungen entgegenwirken sollen. Es handelt sich dabei um so genannte Beitragsentlastungstarife. Diese haben zwar wiederum eine steigende Prämie zur Folge, versprechen aber eine (zum Teil deutliche) Reduzierung der Prämien im Alter. Die Beitragsentlastungstarife sind zwar keine Neuentwicklung auf dem Tarifmarkt der privaten Krankenversicherung, seit Inkrafttreten des Bürgerentlastungsgesetzes im vergangenen Jahr sind diese jedoch deutlich attraktiver (weil steuerlich absetztbar) geworden.

Sinkende Beiträge im Alter

Beitragsentlastungstarife sollen vor allem eines bewirken: Kalkulierbarkeit der Kosten im Alter. Durch dieses Tarifmodell bleiben die Beiträge im Alter nicht nur stabil, sie werden auch um einen gewissen Betrag reduziert. Wenn der Versicherte dann noch einen Zuschuss von Seiten des Arbeitgebers erhält, lohnt sich die Beitragsentlastungskomponente doppelt.

Steuerliche Absetzbarkeit

Bis zu 80 Prozent beträgt die steuerliche Absetzbarkeit der Beitragsentlastungskomponenten, auch die Abgeltungssteuer greift hier nicht. Die Nachfrage steigt entsprechend. Vor allem Ärzte zeigen ein verstäktes Interesse an dieser Tarif-Option. Planungssicherheit ist ein weiterer Hauptgrund für die Attraktivität des Modells. Wird zum Beispiel die maximale Beitragsentlastung von 100 Prozent gewählt, wird später nur noch diese als Prämie für den Versicherungsschutz fällig. Bis zu diesem vertaglich geregelten Zeitpunkt werden auch die Entlastungskomponenten entsprechend der Beitragsanpassungen erhöht.

Die Konkurrenz zum Konzept: Der Kapitalmarkt

Natürlich stehen die Beitragsentlastungskomponenten in direkter Konkurrenz zu anderen Altersanlageformen. Und so war laut DKV das Interesse an diesen Tarifergänzungen bisher eher gering. Dennoch lassen sich auch bei der DKV gesteigerte Nachfragen erkennen. Zudem gilt die Faustformel: Je früher, desto besser. Kritik hingegen kommt von Verbraucherschützern. Es sei nicht immer leicht, gute Tarife für diese Form der Altersanlage zu finden. Auch in Bezug auf die Gesetzgebung ist die weitere Ausgestaltung der Beitragsentlastungstarife offen. Dennoch empfehlen sie, möglichst frühzeitig weitere Rücklagen für das Alter aufzubauen.