Aktuelle Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung

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Die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt als dynamische Einkommensgrenze die maximal zu leistenden Beiträge zur Krankenversicherung und deckelt damit die Beiträge zur Krankenkasse.

Für den Wechsel zur privaten Krankenversicherung ist für Angestellte die aktuelle Versicherungspflichtgrenze entscheidend. Beide Grenzen werden jedes Jahr an die statistische Einkommensentwicklung des Vorjahres angepasst. Eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze bewirkt für Gutverdiener eine Beitragserhöhung zur Krankenkasse, da sich der GKV-Höchstbeitrag in Abhängigkeit zur Grenze berechnet. Eine geringere Bemessungsgrenze bewirkt dagegen eine Absenkung des Maximalbeitrags.

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Tipp: Berechnung des Krankenversicherungsbeitrags

Beitragsbemessungsgrenze Versicherungspflichtgrenze
Grenze der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bis zu der Beiträge für die jeweilige Krankenkasse fällig werden. Einkommensgrenze, deren regelmäßige Überschreitung den Wechsel in eine private Krankenkasse (PKV) auch für Angestelle ermöglicht.
Werte für 2017: Werte für 2017:
52.200,00 Euro jährlich 4.350,00 Euro monatlich 57.600,00 Euro jährlich 4.800,00 Euro monatlich

Das Einkommen über der Bemessungsgrenze bleibt unberücksichtigt bei der Bemessung der Krankenkassenbeiträge. Im Bereich des privaten Krankenversicherungssystems ist die aktuelle Grenze lediglich relevant für den Basistarif und den Pflichtanteil des Arbeitgeberzuschusses. Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze waren bis 2003 identisch. Seitdem existieren zwei Grenzen zur Krankenversicherung.

Bemessungsgrenzen für die Krankenversicherung bis 2015

Jeweils jährlich wird die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung und Pflege­versicherung sowie auch andere Rechengrößen und Bezugsgrößen zur Sozial­versicherung an das durchschnittliche Bruttolohn-Niveau der Versicherten per Rechts­verordnung angepasst.

Beitragsbemessungsgrenzen der letzten Jahre

Jahr jährlich monatlich Jahr jährlich monatlich
2017 52.200 € 4.350,00 € 2011 44.550 € 3.712,50 €
2016 50.850 € 4.237,50 € 2010 45.000 € 3.750,00 €
2015 49.500 € 4.125,00 € 2009 44.100 € 3.675,00 €
2014 48.600 € 4.050,00 € 2008 43.200 € 3.600,00 €
2013 47.250 € 3.937,50 € 2007 4.750 € 3.562,50 €
2012 45.900 € 3.825,00 € 2006 42.750 € 3.562,50 €

Bei den Bemessungsgrenzen zur Sozial­versicherung sind verschiedene Rechen­größen von Bedeutung. Die Einkommensgrenzen der Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Renten­versicherung sind dynamische Grenzen, die beeinflusst durch gesetzliche und wirtschaftliche Umstände jährlich neu berechnet werden müssen. Bei der Ermittlung spielt v.a. das Verhältnis der Entgelte des vergangenen gegen­über dem vorvergangenen Kalenderjahr eine Rolle. Wurden Sonder­zahlungen bezogen oder vollzog sich eine Tätigkeit nicht über das ganze Kalenderjahr, wird die Grenze anteilig berechnet.

Einfluss auf den Arbeitgeberanteil

Zudem spielt die Beitragsbemessungsgrenze (Krankenversicherung) bei der Höhe des Arbeitgeberzuschusses für Angestellte eine Rolle. Dieser setzt sich u.a. zusammen aus dem Arbeitgeberanteil zur KV (7,3 Prozent) und der Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Dabei ist es unerheblich, ob ein Arbeitnehmer gesetzlich oder privat versichert ist.

Tipp

Arbeitnehmerbeitrag zur Krankenversicherung berechnen!

Weitere Informationen über die gesetzliche und private Krankenversicherung sowie die Beitragsberechnung im Überblick: Krankenversicherung für Angestellte

Bedeutung der Bemessungsgrenzen für die PKV

Seit 1. Januar 2009 müssen Privatanbieter einen brancheneinheitlichen Basistarif anbieten. In Bezug auf die Kosten und Leistungen gelten die gleichen Bedingungen wie in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Aufnahme von Neukunden in diesem Tarif ist für die PKV-Anbieter verpflichtend und muss zudem ohne vorherige Gesundheitsprüfung erfolgen.

Auch der Beitrag im Basistarif ist an die Beitragsbemessungsgrenze zur Krankenversicherung gekoppelt und damit auch an den GKV-Höchstbeitrag. Maximal zu leistender Beitrag im Basistarif: 639,38 Euro. Allerdings steht der Basistarif häufig in der Kritik, weil er aufgrund der Preisbindung zu teuer ist. Viele andere Tarife leisten mehr und kosten weniger (PKV Test-Übersicht).

Gesetzliche Grundlage

RechtDas Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht die jeweils aktuellen Bezugs- und Rechengrößen zur Sozialversicherung immer zum Ende eines jeden Jahres im Bundesgesetzblatt. Meist sind die spezifischen Grenzen aber auch schon vorher als sogenannte Verwaltungsvorschriften online abrufbar. Bevor die Beitragsbemessungs- und Jahresentgeltgrenzen des neuen Jahres aber endgültig veröffentlicht werden können, müssen sie in letzter Instanz noch vom Bundesrat beschlossen werden. Mit Änderungen ist hier aber meist nicht mehr zu rechnen.

Ehepartner

Die Beitragsbemessungsgrenze hat auch Auswirkungen auf die Beitragshöhe von Familien. Zurückzuführen ist dies u.a. auf die jeweilige Aufteilung der Erwerbsarbeit. Liegen Familieneinkommen über der aktuellen Grenze entstehen in Ein- und in Zweiverdienerehen unterschiedlich hohe Beiträge.

Bei der Diskussion um die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung stellt die Beitragsbemessungsgrenze immer wieder einen Streitpunkt dar. Ihre Anhebung ist eine Option um die Einkommensseite der GKV zu verbessern. So fordern Bündnis 90/Die Grünen beispielsweise eine Bürger­versicherung mit einer Bemessungs­grenze auf dem Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Linke wünschen sich dagegen eine gänzliche Abschaffung und damit das unbeschränkte Solidarprinzip („Jeder nach seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“) in der GKV. Nach den Bundestagswahlen 2013 sind diese Pläne aber zunächst vom Tisch.

Rechenbeispiel: Auswirkungen durch Erhöhung der BBG-Werte

Auch wenn die Krankenkassenbeiträge stabil bleiben, müssen Versicherte, die über der aktuellen Bemessungsgrenze liegen, höhere Beiträge leisten, wenn die Grenze angehoben wird. Ein Rechenbeispiel:

Beispiel 1:

Angestellter

0
monatlichem Bruttoeinkommen

maximaler Arbeitnehmeranteil 2015:

342,38 €

maximaler Arbeitnehmeranteil 2016:

351,71 €

Beispiel 2:

Freiwillig Versicherter

0
monatlichem Bruttoeinkommen

maximaler Beitrag 2015:

643,50 €

maximaler Beitrag 2016:

661,05 €

Hintergrund: Bemessungsgrenzen in der Sozialversicherung

Die Festlegung der Beitragsbemessungsgrenzen folgt dem innerhalb der Sozialversicherung geltenden Solidarprinzip:

  • Beitragshöhe richtet nach der Leistungsfähigkeit des Versicherten
  • Orientierung des Leistungsanspruchs an der Bedürftigkeit und nicht am individuellen Risiko eines Versicherungsnehmers
  • Versicherungs- und Beitragspflicht kraft Gesetzes (SGB V)

Gutverdiener bzw. Einkommensstarke zahlen dementsprechend für Versicherte mit niedrigerem Lohnniveau mit – allerdings nur innerhalb gewisser Grenzen. Einkommen über diesen Bemessungsgrenzen gelten als unantastbar. Auch in Österreich bedient man sich eines solchen Modells. Die sogenannte „Höchstbeitragsgrundlage“ deckelt hier die Beiträge zur österreichischen Sozialversicherung.