Deutsche Krankenversicherung – Vorteile der beiden Säulen

Mutter mit Tochter

Ein umfassender und effektiver Schutz der Gesundheit kann nur mit der richtigen Krankenversicherung, die genau zu dem Versicherungsnehmer passen sollte, gewährleistet werden. Vor dem Anbieterwechsel schauen sich viele Versicherte mehrere Alternativen an, um die passende Police zu finden.

Wer den Rat von Fachleuten in Anspruch nimmt, kann eine Menge Geld sparen. Verschaffen Sie sich daher zuerst einen Überblick über den Markt der verschiedenen Versicherungsträger. Sie erhalten hier entscheidungsrelevante Informationen über die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen (PKV).

Wie finde ich günstige Tarife der Krankenversicherungen?

KrankenzusatzDie Vorteile der beiden Systeme – Gesetzlich oder Privat?

Beide Systeme haben verschiedene Vorteile, die je nach beruflicher oder persönlicher Lebenssituation bzw. den Bedürfnissen des Versicherten variieren können. Hier finden Sie einige beispielhafte Vorteile des gesetzlichen und des privaten Systems sowie Merkmale ihrer Ausgestaltung. Der Krankenversicherungsvergleich:

Vorteile gesetzliche Krankenversicherung

  • Beitrag unabhängig von Alter & Gesundheitszustand
  • Beitragsfreiheit während des Mutterschutzes oder des Bezugs von Krankengeld
  • Vorerkrankungen ohne Relevanz
  • Alle Krankenkassen mit identischen Leistungen
  • Höheres Mutterschaftsgeld

Vorteilhaft für folgende Personen

  • Familien mit mehreren Kindern
  • Chronisch kranke Menschen
  • Bestimmte Berufsgruppen, vor allem Studenten

Vorteile private Krankenversicherung

  • Freie Arzt- & Krankenhauswahl
  • Weltweiter Versicherungsschutz; in Abhängigkeit von der Vereinbarung
  • teilweise Rückerstattung der Beiträge im Falle der Nichtinanspruchname von Leistungen – tarifabhängig
  • Umfassendere Leistungen möglich
  • Beitragsberechnung unabhängig vom Einkommen

Vorteilhaft für folgende Personen

  • Junge Menschen
  • Personen mit hohem Einkommen
  • Bestimmte Berufsgruppen, z.B. Beamte

1A-Tipp3

Kriterien für guten Kundenservice
Ihr zukünftiger Krankenversicherer sollte den Kundenservice groß schreiben. Das heißt:

  • Achten Sie auf Preisstabilität bzw. Zusatzbeiträge.
  • Die Versicherung sollte auch im Ausland attraktive Leistungen bieten.
  • Bei Unfällen gilt: Eine schnelle und unbürokratische Abwicklung ist positiv.
  • Wichtig sind eine kompetente Beratung, guter Service und eine entsprechende Erreichbarkeit.
  • Prüfen Sie Zusatzangebote, wie Sonderleistungen und Bonusprogramme.

Das sollten Sie bei der Anbieterwahl beachten

Wie bei anderen Versicherungen auch, lassen sich durch einen Beitrags-Check preiswerte Angebote prüfen. Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit, Experten in Ihrer Nähe zu kontaktieren, bevor Sie einen Vertrag abschließen.

Abhängig von den persönlichen Anforderungen hängt die passende Krankenversicherung von verschiedenen Merkmalen ab. Es gilt: Der billigste Tarif ist nicht immer der beste. Bei der Suche nach Ihrem 1A Gesundheitsschutz sollten Sie folgendes beachten:

1. Nicht nur der Beitrag sollte im Mittelpunkt stehen.

2. Der günstigste Tarif kann im Krankheitsfall nicht immer alle notwendigen Leistungen gewährleisten.

3. Qualität und Leistungen des Versicherers sollten ebenfalls im Vordergrund stehen

4. Für die gesundheitliche Absicherung gilt: Das Preis-Leistungs-Verhältnis sollte ausgewogen sein.

5. Die private Versicherung stellt eine gute Alternative dar, sollte als Vollversicherung aber sorgfältig geprüft werden.

Die Primärleistung einer Krankenversicherung ist die Übernahme der Kosten zur Heilung und Behandlung von Krankheiten. Aber auch andere Leistungen entscheiden über die Güte eines Versicherers für Krankheitskosten. Wichtige Fragen, die es im Vorfeld zu beantworten gilt, sind beispielsweise: Wie gestaltet sich die Höhe der Kostenübernahme im Bereich ambulante, statio­näre oder zahnärztliche Ver­sorgung,welche Anstrengungen werden in Bezug auf das Qualitätsmanagement unternommen? Wie hoch ist die Eigenbeteiligung bei Medikamenten, Heil- und Hilfsmitteln? Je nach individuellem Bedarf und weiteren Voraussetzungen sind dies wichtige Fragestellungen bei der Entscheidung für ein System der Krankenversicherung.

Gemäß dem Sachleistungsprinzip erhalten Versicherte im gesetzlichen System not­wen­dige Naturalleistungen (Sach- oder Dienstleistung), ohne dafür in finanzielle Vorleistung treten zu müssen. Die medizi­nische Versorgung läuft hier bargeldlos. In der Privatversicherung ist demgegenüber das Kostenerstattungsprinzip vorherrschend. Demnach müssen die Patienten zunächst selbst für die Vergütung der Ärzte oder des Krankenhauses aufkommen. Die privaten Unternehmen erstatten die Geldleistung anschließend nach Einreichen der Arzt­rechnung ganz oder vollständig zurück.

Für eine geeignete Absicherung gegen den Krankheitsfall, sollten auch Entscheidungskriterien für unterschiedliche Berufe und Berufsgruppen berücksichtigt werden. Hierzu zählen etwa:

Krankenversicherung für Mediziner und Ärzte
gesundheitliche Absicherung für angestellte Beschäftigte
Krankenversicherung für Beamte und Beamtenanwärter
Krankenversicherung für Ingenieure und Architekten
Gesundheitsschutz für selbstständig berufstätige Menschen
Krankenversicherung, mit der Studenten abgesichert sind
gesundheitliche Absicherung für Richter und Anwälte
Krankenversicherung für beratende Berufe

Bei einem Jobwechsel bleibt der Versicherte grundsätzlich bei der bisherigen Krankenkasse versichert und muss dem neuen Arbeitgeber eine Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse vorlegen.

Limitiert wird die Leistung und Erstattungs­höhe der Krankenversicherung aber auch von gesetzlichen Rahmen­bedingungen. Für gesetzlich Versicherte ist beispielsweise das Sozialgesetzbuch V (Kranken­versicherung) und das Sozial­gesetz­buch XI (Pflegeversicherung) maßgebend. Die Versicherungsbedingungen privater Anbieter werden u.a. vom Versicherungs­­vertrags­gesetz (VVG) und dem Versicherungs­aufsichts­gesetz (VAG) bestimmt. Letzteres legt beispielsweise den sogenannten 10-Prozent-Zuschlag fest, mit dem Beitragsstabilität im Alter erreicht werden soll.

Die Krankenversicherung ist wesentlicher Teil der Sozialversicherung. Sie trägt die Kosten für Behandlungen im Krankheitsfall oder bei Mutterschaft, sodass die medizinische Versorgung stets gewährleistet ist.

Die deutsche Sozialversicherung
Geschichte der Krankenversicherung

Seit 2009 herrscht in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht. Damit soll sichergestellt werden, dass jeder Bürger für den Krankheitsfall abgesichert ist.
Einige Themen, die zum Einstieg in die Grundlagen der Krankenversicherung dienen:

Aktuelle Beitragsbemessungsgrenze
Krankenversicherungspflicht für alle

Als Träger der gesetzlichen Kranken­versicherung verfügen die Krankenkassen über das Selbst­verwaltungs­recht. Die ehrenamtliche Ausübung der Selbstverwaltung wird –  abgesehen von der Handhabung bei den Ersatzkassen – sowohl durch gewählte Vertreter der Versicherungsnehmer als auch der Arbeitgeber umgesetzt.

Im vorbenannten Ausnahmefall sind nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes ausschließlich Versicherte in der Selbstverwaltung aktiv. Die Gestaltung eines großen Teils der Gesundheitsversorgung erfolgt durch die Selbstverwaltung. Es werden Verträge mit den Leistungserbringern geschlossen.

Bei den PKV-Trägern handelt es sich um private Versicherungsunternehmen, die als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit oder als Aktiengesellschaften agieren. Ähnlich wie in der GKV erfolgt im ersten Fall eine Selbstverwaltung durch Versichertenvertreter. Im Falle von Überschüssen gehen diese zurück an die Versicherten oder in die Rücklage.

Die Leitung der Aktiengesellschaften erfolgt durch die Anteilseigener. Die Aktionäre können – sofern vorhanden – von Gewinnausschüttungen profitieren. Im Interesse der Versicherungsnehmer und deren Belange unterliegen die Versicherungsunternehmen der Aufsicht durch den Staat.

Ein System im ständigem Wandel

Die Krankenversicherung in Deutschland wird immer wieder Neuerungen unterzogen. Auch in der Zukunft wird dies nicht anders sein. Neuerungen, die die Branche beschäftigen, sind:

Pläne, die Bürgerversicherung einzuführen
Neue Unisex-Tarife in der PKV

Bereits jetzt befindet sich der gesamte Markt im Wandel. Der Wettbewerb nimmt weiter zu. Gleichzeitig gibt es immer mehr Fusionen und die Anzahl der Krankenversicherungen in Deutschland ändert sich dadurch ständig. Als Herausforderungen werden insbesondere die demografische Alterung und der medizinisch-technische Fortschritt und die sich daraus ergebenden Finanzierungseffekte auf die Krankenversicherungen angesehen.

Versicherung System

Themen zum Weiterlesen

Krankenversicherungspflicht
Der Schutz der Gesundheit mittels einer Krankenversicherung stellt in Deutschland eine gesetzliche Pflicht dar.

Voraussetzungen zur PKV
Beitragsbemessungsgrenze
Prinzip der Zusatzbeiträge
Plan zur Bürgerversicherung

Betriebliche Krankenversicherung
Krankenzusatzversicherungen über den Betrieb erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit bei den Belegschaften.

Checkliste für den Wechsel der GKV
Checkliste für den PKV-Wechsel
Prinzip der Kopfpauschale
Unisex-Versicherungstarife

InformationDie Gesundheitspolitik legt in der Regel fest, welche Einkünfte bei Pflichtversicherten oder freiwillig Versicherten im gesetzlichen System zu den beitragspflichtigen Einnahmen zählen. Bei Pflichtmitgliedern wird das Arbeitsentgelt und daraus abgeleitete Einkommen zur Beitragsbemessung herangezogen. Dagegen wird bei freiwilligen Mitgliedern die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit berücksichtigt, d.h. neben den Einkünften aus selbständiger und nichtselbständiger Arbeit werden auch Einkünfte aus Kapitalvermögen und Mieteinnahmenhinzugezogen.

Auch ohne Kranken­versicherungs­pflicht würde sich die Mehrheit der Deutschen vermutlich für den Abschluss einer Krankenversicherung entscheiden. Denn ohne eine Kranken­versicherung besteht ein doppeltes Risiko:

1. bezüglich des Gesundheitszustands und des künftigen Bedarfs an medizinischen Leistungen

2. bezüglich des künftigen Einkommens und der finanziellen Konsequenzen, die aufgrund der Inanspruchnahme der medizinischen Leistungen entstehen

Gesundheitssysteme im Vergleich

Im europäischen Vergleich sind die Deutschen überdurchschnittich zufrieden mit ihrem Gesundheitssystem. Dies geht aus der von Europ Assistance in Auftrag gegebenen und vom Institut Cercle Santé Société (CSA) durchgeführten internationalen Studie hervor, für die rund 5.000 Personen befragt wurden. Die 500 teilnehmenden Deutschen ordneten ihre Zufriedenheit mit dem nationalen Gesundheitssystem bei fünf (Skala von 1-10) ein. Der europäische Durchschnitt lag bei 4,7. Lediglich die Zunahme der Zwei-Klassen-Medizin und die steigenden Gesundheitsausgaben bereiten den Befragten Sorge.

Das duale System der Krankenversicherung in Deutschland ist in Europa nahezu einzigartig. Ein Blick ins Ausland zeigt die Ausgestaltung der Krankenversicherung in ausgewählten Ländern:

Österreich

  1. Pflichtversicherung für unselbständig Beschäftigte (Krankenversicherungsträger ist vom Dienstgeber und dessen Standort abhängig)
  2. Zusatz- oder Privatversicherung

Schweiz

  1. freie Wahl der Krankenkasse: alle Kassen mit gleichem Leistungsspektrum, Prämien verschieden hoch
  2. obligatorische Grundversicherung, die Krankheit und Mutterschaft abdeckt, gegebenfalls auch Unfall (immer mit festgelegtem Grundbetrag, der Franchise genannt wird und 10% Selbstbehalt), Zahnbehandlungen sind so gut wie ausgeschlossen
  3. freiwillige Zusatzversicherungen: ambulante und Spital-Zusatzversicherungen, für Zahnbehandlungen/ Zahnersatz und kieferorthopädische Therapie

Niederlande
3 Leistungssäulen:

  1. obligatorische Pflege- und Langzeitversicherung (AWBZ)
  2. obligatorische Krankenversicherung (ZVW)
  3. fakultative private Krankenversicherung

England und Wales

  1. jeder Bürger ist über den NHS (National Health System) versichert
  2. private Krankenversicherung (etwa 10 % der Bevölkerung)

USA

  1. Medicare: für Ältere 65+ und behinderte Menschen
  2. Medicaid: Notfallbehandlung für Einkommensschwache
  3. Versicherungsschutz über den Arbeitgeber (freiwillig)
  4. verschiedene Arten privater Krankenversicherungen
  5. viele Bürger sind nicht versichert oder unterversichert

Belgien

  1. obligatorische Krankenversicherung
  2. Kostenerstattungsprinzip: Patienten müssen in Vorkasse gehen
  3. private Zusatzversicherungen möglich
  4. Nur in Flandern: obligatorische Pflegeversicherung
  5. Näheres zur Krankenversicherung in Belgien: http://www.flandern.be/de/pflege-und-familie/krankenversicherung