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Gebäudeversicherung 2017-04-28T14:59:15+00:00

Die Gebäudeversicherung als wichtiger Schutz des Wohneigentums

Rund 20 Millionen Bundesbürger haben mittlerweile eine Gebäudeversicherung oder Wohngebäudeversicherung abgeschlossen. Als spezifische Schadensversicherung ist sie vor allem für Hausbesitzer und Wohnungseigentümer empfehlenswert, die ihre Wohn- oder Geschäftsgebäude sowie Nebengebäude und Garagen ausreichend absichern wollen.

Planung eines Hauses

Die Gebäudeversicherung sichert dabei insbesondere Schäden ab, die beispielsweise durch Brand, Sturm, Hagel oder auch Leistungswasser entstehen können. Die Wohngebäudeversicherung ist grundsätzlich keine Pflichtversicherung, kann aber unter Umständen nach einem Hausbau von den Kreditgebern als Sicherheit verlangt werden.

Gebäudeversicherung im Vergleich:
Online-Rechner für Beiträge

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InformationIn der Regel sind mit einer Gebäudeversicherung alle im Versicherungsvertrag bezeichneten Gebäude abgesichert. Weitere Nebengebäude auf dem Grundstück sowie größere Carports oder Gartenhäuser müssen dagegen bei vielen Versicherern separat versichert werden. Die Wohngebäudeversicherung ist explizit von der Versicherung für den Hausrat und der privaten Haftpflichtversicherung zu trennen:

Wichtige Sachversicherungen im Überblick

Gebäudeversicherung Hausratversicherung Haus- und Grundbesitzhaftpflicht
Schützt das Gebäude und alles, was mit diesem fest verbunden ist. Deckt Schäden an allen vom Versicherten eingebrachten, „beweglichen“ Gegenständen zum Neuwert ab, die sich im Haus bzw. in der Wohnung befinden.
Zur Zielgruppe zählen Besitzer eines vermieteten Einfamilienhauses oder eines Zwei- bzw. Mehrfamilienhauses; versichert sind Ansprüche aus der Verletzung von Pflichten des Versicherungsnehmers.
z.B. Nebengebäude, Mauern, Fliesen, verklebte Teppiche, Einbaumöbel, Heizungsanlage, Markisen, Satellitenschüsseln z.B. Bilder, Elektrogeräte, Textilien, Möbel, Porzellan, Teppiche, Markisen, Satellitenschüsseln z.B. Schneeräumen, Streuen, Beleuchtung, Schadensfall auf dem Grundstück, übergreifendes Feuer auf Nachbarhäuser
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Der richtige Schutz gegen Sturm, Hagel und Feuer

Finanztest: „Für Hausbesitzer ist eine Wohngebäudeversicherung unverzichtbar.“ (Stiftung Warentest test.de 07/11)

Wohngebäudeversicherung im Test bei Focus online:
„Wohngebäudepolice ist oberste Priorität.“ (focus.de)

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Folgende Leistungen werden im Schadensfall in den meisten Fällen vom Versicherungsnehmer übernommen:

  • anfallende Reparaturkosten
  • Abbruchkosten und Aufräumarbeiten
  • Bewegungs- und Schutzkosten
  • Schadenabwendungs- und Minderungskosten
  • Mietausfall und Mietwert
  • Neuerrichtungskosten bei Totalschaden (Voraus­setzung: Wiederaufbau innerhalb von drei Jahren)

Was bei der Wohngebäudeversicherung zu beachten ist

1.
Wahl des Versicherungsvertrags

Beim Abschluss der Wohngebäudeversicherung ist vor allem die sogenannte “verbundene Gebäudeversicherung” empfehlenswert. Sie kommt für die Schäden durch Feuer, Leitungswasser und Sturm auf.

2.
Versicherungsschutz individuell ausrichten

Je nach den individuellen Rahmenbedingungen sind meist auch weitere Zusatzleistungen, sogenannte Deckungserweiterungen, sinnvoll. Wichtig ist es zudem, eventuelle Ein- und Erweiterungsbauten der Versicherung mitzuteilen, damit es nicht zur Unterversicherung kommen kann. Folgende Leistungen können häufig als zusätzliche Leistungen bei den Anbietern vereinbart werden:

  • Aufräumkosten (z.B. für Bäume)
  • Mehrkosten wegen Auflagen
  • Kosten für Dekontamination
  • Kosten für Ableitungsrohre
  • Kosten für weitere Grundstücksbestandteile
  • Überspannungsschäden nach Blitzeinschlag
  • Verzicht auf Leistungskürzungen
  • Kosten für die Photovoltaikanlage
  • Schäden durch Flüssigkeiten

Hinweis: Wer eine Immobilie im Ausland besitzt, benötigt eine spezielle Gebäudeversicherung für das Ausland. Diese sogenannte Ferienhausversicherung schützt häufig nicht nur die Immobilie selbst, sondern auch dazugehörige Garagen oder Gartenlauben.

3.
Elementarversicherung gegen Naturkatastrophen

Zusätzlich sollten Versicherte überprüfen, inwieweit auch eine Elementarschadenversicherung notwendig sein kann. Dies ist gerade in Zeiten zunehmender Unwetterschäden besonders wichtig, da ein Wasserschaden nach Hochwasser, Starkregen oder durch große Schneelasten meist nicht durch die Gebäudeversicherung abgedeckt wird. Bei der Beurteilung des individuellen Risikos kann der Versicherer oder die ansässige Wasserwirtschaftsbehörde Abhilfe schaffen.

Die Kosten für eine Wohngebäudeversicherung können sehr unterschiedlich ausfallen, der Beitrag hängt dabei von mehreren Faktoren ab:

  • Baujahr: Mit dem Alter des Gebäudes steigt auch das Risiko eines Schadensfalls.
  • Größe: Zusätzlich relevant ist die Quadratmeterzahl des Gebäudes und aller zum Objekt dazugehörigen Flächen.
  • Bauartklasse: Grundsätzlich ist eine Versicherung für aus Stein errichtete Gebäude wesentlich günstiger als zum Beispiel für Fachwerkhäuser oder in Lehmbauweise errichtetes Wohneigentum, da das Risiko für Brände hier geringer ist.
  • Standort: Die Tarifzone ergibt sich meist aus der geografischen Lage des Wohneigentums. Deutschland ist dabei in sogenannte Gefahrenstufen eingeteilt. Die Einstufung der Beitragshöhe richtet sich demnach nach den bestehenden Risiken des Wohnstandortes.
  • Nutzungsart: Wird das Gebäude auch gewerblichund nicht nur zu Wohnzwecken genutzt, ist mit höheren Beiträgen zur Gebäudeversicherung zu rechnen. Handelt es sich um ein rein gewerblich genutztes Gebäude, ist hingegen eine spezielle Gewerbeversicherung erforderlich.
  • Versicherungssumme: Ebenso bestimmt die Art und Höhe der zu ersetzenden Kosten im Schadensfall die Höhe des Beitrags.

Der Versicherungswert eines Gebäudes wird innerhalb der Gebäudeversicherung bis heute in Preisen von 1914 in Goldmark angegeben. Dabei erfolgt eine jährliche Anpassung an die Inflationsrate bzw. an die Preisänderungen in der Bauwirtschaft. Die Umrechnung wird mit Hilfe des sogenannten gleitenden Neuwert­faktors vorgenommen, welcher in regelmäßigen Abständen neu festgelegt wird.

Die Höhe des Gebäudewertes bzw. der Versicherungssumme lässt sich durch die Multiplikation des Wertes 1914 mit dem aktuellen Indexwert berechnen:

Gebäudewert = Gebäudeversicherungswert 1914 * Neuwertfaktor

aktueller Neuwertfaktor 2015: 15,66

Das Angebot von Wohn­gebäude­versicherungen ist wie auch in anderen Versicherungsbranchen vielfältig. Daher sind fundierte und vor allem objektive Verbraucherinformationen bei der Suche nach dem besten und günstigsten Anbieter mittlerweile unerlässlich. So nimmt beispiels­weise Stiftung Warentest sowohl die Gebäude- als auch die Elementarversicherung regelmäßig unter die Lupe.

1A-Tipp3

Gleitende Neuwertversicherung

Damit die Gebäudeversicherung jederzeit einen ausreichenden Schutz gewährleisten kann, sollte möglichst ein „gleitender Neuwertfaktor“ im Vertrag vereinbart werden. Ist diesem Fall erstattet der jeweilige Anbieter nach einem Totalschaden immer den Aufbau zu den aktuellen Baupreisen. Auch die Prämie wird jährlich an die Preisentwicklung angepasst.

Neu abgeschlossene Verträge werden in der Regel für drei Jahre abgeschlossen. Danach verlängert sich die Laufzeit meist automatisch für ein Jahr. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um eine Gebäudeversicherung zu kündigen (auch bei Wechsel der Versicherung).

Kündigungsart Bedingungen
Kündigung zum Ablauf ordentliche Kündigung; spätestens drei Monate vor dem Ablaufdatum
Kündigung nach Beitragserhöhung vor Anbieterwechsel Sonderkündigungsrecht; Kündigung bis spätestens einen Monat nach Zugang der Mitteilung über die Erhöhung
Kündigung nach Eigentümerwechsel automatische Versicherung nach Kauf einer Immobilie mit bestehender Gebäudeversicherung; Kündigung innerhalb eines Monats nach Kenntnisnahme
Kündigung nach einem Schaden außerordentliche Kündigung; frühestens zum sofortigen Zeitpunkt, spätestens nach Ablauf des Versicherungsjahres
Kündigung zum Ende des dritten Versicherungsjahres generelles ordentliches Kündigungsrecht; danach zum Ende jedes weiteren Jahres möglich

Die wichtigsten FAQ im Überblick

Generell sollte jeder Haus- oder Wohnungseigentümer über den Abschluss einer Gebäude- bzw. Wohngebäudeversicherung nachdenken. Denn durch Risiken wie Brand, Sturm, Hagel, Leitungswasser oder gar Naturkatastrophen können sehr schnell Kosten entstehen, die ohne eine entsprechende Absicherung den finanziellen Ruin bedeuten. Zudem verlangen mittlerweile die meisten Banken im Hinblick auf eine Immobilienfinanzierung den Abschluss einer Gebäudeversicherung.
Versicherte sollten beachten, dass die Gebäudeversicherung nur solche Dinge absichert, die mit dem Haus oder der Wohnung fest verbunden sind. Schäden am nicht mit dem Haus verbundenen Mobiliar sind somit also nicht versichert. Hierfür muss extra eine Hausratversicherung abgeschlossen werden. Aus der Gebäudeversicherung ausgenommen sind außerdem Schäden, die durch Erdrutsch, Erdsenkung, Lawinen, Sturmflut oder Ähnliches verursacht werden. Je nach geografischer Lage ist daher eine zusätzliche Elementarschadenversicherung empfehlenswert. Zu beachten ist auch, dass die Versicherer nicht für alle vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Schäden aufkommen und zwar auch dann nicht, wenn Schnee, Hagel, Schmutz oder Regen durch unverschlossene oder undichte Fenster eintreten.
„Jein“. Der Vermieter darf in die Nebenkosten auch die Wohngebäudeversicherung mit aufnehmen und auf den Mieter umlegen. Dies ist in der Verordnung zur wohnwirtschaftlichen Berechnung geregelt. Im engeren Sinne zählt die Gebäudeversicherung aber zu den Betriebskosten. Diese fließen aber wiederum in die Nebenkostenabrechnung mit ein.
Nein. Grundsätzlich sind Sachversicherungen nicht als Sonderausgaben absetzbar. Dazu zählt neben der Kfz-Kaskoversicherung, Hausrat- und Rechtsschutzversicherung auch die Gebäudeversicherung. Steuerlich absetzbar sind lediglich die Kosten bei einer vermieteten Immobilie. Wer seine Immobilie ausschließlich selbst nutzt, hat diese Möglichkeit nicht.
Die verbundene Wohngebäudeversicherung ist die heute übliche Form zur Absicherung eines Wohngebäudes und verbindet einzelne Gefahren wie Feuer, Leistungswasser und Sturm in einer Police. Bei der klassischen Police kann demgegenüber jedes dieser Risiken einzeln versichert werden.
Wenn Sie am oder im Wohnobjekt etwas ändern, sollten Sie dies Ihrer Versicherung mitteilen, sofern sich auch die Risikoverhältnisse verändert haben könnten. Unter Umständen muss Ihre Police dann angepasst werden. Wird ein Anbau hinzugefügt oder ein Gewerbebetrieb eröffnet, muss dies stets der Versicherung gemeldet werden, da sonst nur ein eingeschränkter oder gar kein Versicherungsschutz mehr besteht.
Sogenannte “Allmählichkeitsschäden” sind Schäden, die nicht sofort, sondern erst im Verlauf von Wochen oder Monaten entdeckt werden. Sie können beispielsweise durch die anhaltende Wirkung von Dämpfen, Gasen, Temperatur, Feuchtigkeit oder allgemeiner Beanspruchung entstehen. In der Vergangenheit waren solche Schäden nur selten Bestandteil der Wohngebäudeversicherung. Heute gibt es aber immer mehr Versicherer, die Tarife anbieten, in der auch Allmählichkeitsschäden mit abgedeckt sind.
Grundsätzlich sollten Versicherte nach einem eingetretenen Schaden den Versicherer unverzüglich informieren und gleichzeitig mögliche Maßnahmen zur Regulierung des Schadens einleiten. Da die Versicherung das Recht hat, den Schaden zu begutachten, sollte der Schaden ausreichend dokumentiert und beschädigte Gegenstände nicht sofort entsorgt werden. Erste Reparaturen sollten nur nach ausführlicher Dokumentation (per Video oder Fotos) durchgeführt werden. Es empfiehlt sich, eine Reparatur sofort bei der Schadensmeldung mit der Versicherung abzustimmen.