Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich – Ratgeber für 2017!

 

Finanzexperten sehen die Berufs­unfähig­keits­versicherung als eine der wichtigsten Versicherungen im Bereich der Vorsorge. Aber warum ist die Berufs­unfähig­keits­versicherung so wichtig? Jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland muss seinen Beruf vor Erreichen des Rentenalters aufgeben. Über zehn Prozent trifft es vor dem 40. Lebensjahr.

Jeder 5. wird berufsunfähig

Jetzt den Ernstfall absichern!

Warum ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig?

Der Abschluss eines Versicherungsvertrags bietet Schutz vor den finanziellen Gefahren einer Berufsunfähigkeit. Da die gesetzlichen und betrieblichen Leistungen meist unzureichend sind, wird der private Schutz immer wichtiger. Ein Versicherungsschutz besteht auch dann weiter, wenn der Arbeitsplatz verloren geht oder sich der Beruf des Versicherten ändert. Hauptziel ist der Ausgleich von Einkommensausfall.

Infografik Berufsunfähigkeit → Jetzt ansehen

Infografik Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich 2017!

Wichtige Themen zur Berufsunfähigkeit

Zwei Drittel ohne BU-Schutz

Das Risiko aufgrund einer Krankheit, Invalidität oder eines Unfalls berufsunfähig zu werden, schätzt etwa jeder zweite deutsche Angestellte als gering ein. Dies zeigt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Forsa, die die Gothaer Versicherung und das F.A.Z.-Institut in Auftrag gegeben haben. Während psychische Krankheiten zu erleiden als nur wenig wahrscheinlich angesehen wird, betrachten die Befragten Erkrankungen des Bewegungsapparates und Krebserkrankungen als größere Bedrohung für die eigene Arbeitskraft.

Nur etwa ein Drittel der Deutschen hat sich daher für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung entschieden. Neben der Unterschätzung des Risikos könnte auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ein Grund für die Unterversicherung sein. So sind die BU-Angebote für 31 Prozent der Erwerbstätigen schlichtweg zu teuer. Für weitere 20 Prozent sind dagegen die Leistungen unzureichend. 16 Prozent der Befragten räumen ein, sich noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben.

Berufsunfähigkeit Risiko

Wahrscheinlichkeit, in einem bestimmten Alter vor dem 65. Lebensjahr berufsunfähig zu werden:

Alter Frauen Männer
20 Jahre 43 % 38 %
30 Jahre 41 % 37 %
40 Jahre 39 % 36 %
50 Jahre 34 % 29 %

Quelle: Focus.de

ARD-Mittagsmagazin: BU-Video

Checklisten zum Download

Berufsunfähigkeitsversicherung Wechsel
BU richtig wechseln

Was vor dem Wechsel zu bedenken ist
PDF herunterladen(80 KB)

Checkliste Berufsunfähigkeitsversicherung Vertrag
Besten BU Tarif finden

Kriterien für einen guten Vertrag
PDF herunterladen (89 KB)

Häufigste Gründe für eine Berufsunfähigkeit:

  • 31 %  Nervenkrankheiten
  • 21 %  Skelett- & Bewegungsapparat
  • 15 %  Sonstige Krankheiten
  • 15 %  Krebs
  • 9 %  Unfälle
  • 8 %  Herz- & Gefäßerkrankungen

Quelle: Eigene Recherchen

Tipps und Ratgeber zur Berufsunfähigkeit

Checkliste: Tipps, was beim Abschluss zu beachten ist

Schließen Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung im jungen Alter ab: Die Beiträge sind dann günstiger, die Hürde der Gesundheitsprüfung einfacher zu nehmen. Die meisten Versicherungen bieten Tarife schon für Auszubildende oder Studenten an, mit denen frühzeitig der angestrebte Beruf und die damit verbundene soziale und finanzielle Stellung versichert wird.
Vereinbaren Sie einen Vertrag mit Dynamik der BU-Rente. Hintergrund: So tragen Sie dem Umstand Rechnung, dass das Geld auf Grund der Inflation kontinuierlich an Wert verliert
Grundsätzlich ist eine jährliche Zahlung der Prämie in einem Betrag der monatlichen Zahlung vorzuziehen, da der Beitrag so bis zu 3 Prozent günstiger wird. Allerdings kann dann auch nur im Jahresrythmus gekündigt werden.
Beantworten Sie die Gesundheitsfragen des Versicherers stets wahrheitsgemäß. Andernfalls kann der Versicherer die Rentenzahlung im Ernstfall verweigern.
Es ist wichtig, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung flexibel bleibt: Sie sollten die Rente anpassen können, wenn Ihr Einkommen steigt, außerdem sollten Sie die Möglichkeit haben, bei Zahlungsschwierigkeiten – etwa infolge von Krankheit oder Arbeitslosigkeit – den Vertrag pausieren zu können, ohne dass eine Gesundheitsprüfung erforderlich ist, wenn Sie ihn wieder aktivieren wollen.
Prüfen Sie den Geltungsbereich Ihrer Police. Gilt der Versicherungsschutz nicht nur europa-, sondern auch weltweit? Sofern ein weltweiter Schutz vorhanden ist, ist dieser zeitlich begrenzt? Was passiert, wenn Sie Ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen?
Für eine gute Qualität spricht, wenn der Anbieter vertragsgemäß auf die Anwendung des § 19 Abs. 3 und 4 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) verzichtet. Tut er dies nicht, hat er bei unverschuldeter Anzeigepflichtverletzung durch den Versicherungsnehmer das Recht, höhere Prämien zu verlangen oder den Vertrag gar zu kündigen. Verzichtet der Versicherer außerdem auf den Paragraphen zur Prämien- und Leistungsänderung (§ 163 VVG)? Tut er dies nicht, kann er bei unvorhergesehenen Änderungen des Leistungsbedarfs die Prämienhöhe entsprechend anpassen.
Achten Sie darauf, unter welchen Umständen der Versicherungsschutz ausgeschlossen ist. Dies kann beispielsweise bei selbstverschuldeten Unfällen im Straßenverkehr der Fall sein, bei bestimmten Berufsgruppen in Ausübung Ihrer Tätigkeit wie etwa fliegendem Personal (Luftfahrtklausel) oder bei außergewöhnlichen Ereignissen wie einem Terroranschlag.
Ab welcher Pflegestufe oder ab welchen Pflegepunkten wird eine Berufsunfähigkeit anerkannt? Dies variiert je nach Versicherer: So erkennen dies einige schon ab einem Pflegepunkt, andere erst nach drei Pflegepunkten an.
Aufgrund der zahlreichen Versicherungsmöglichkeiten und der Unterschiede zwischen Tarifen empfiehlt es sich, Hilfe durch einen qualifizierten Berater oder Makler zu suchen. So erhöhen Sie die Chancen, einen guten Vertrag zu erhalten. Durch Risikoanfragen mithilfe eines kompetenten Maklers können Sie darüber hinaus zunächst herausfinden, welcher Anbieter Sie unter welchen Bedingungen versichern würde.

Unser Tipp für Sie: Die Leistungshöhe ausreichend ansetzen

TippWie hoch die Leistungen tatsächlich sein müssen, orientiert sich wiederum am jeweiligen Einkommen des Versicherten. Wichtig ist, dass im Falle der Berufsunfähigkeit der Lebensstandard gehalten werden kann – eine Absicherung von 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens gilt als ideal.

Junge Erwachsene & BU-Absicherung

68 Prozent der 16- bis 29-Jährigen haben bislang keine BU-Versi­cherung abgeschlossen. Warum unter 30-Jährige mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zögern, zeigt eine Studie des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Swiss Life:

  • Desinteresse: “Mit dem Thema Berufsunfähigkeit habe ich mich bisher noch nie beschäftigt.” (46 Prozent)
  • Finanzielle Gründe: “Dafür habe ich nicht genügend Geld zur Verfügung.” (33 Prozent)
  • Fehleinschätzung: “Das Risiko einer Berufsunfähigkeit schätze ich nicht so groß ein.” (16 Prozent)
  • Unverständnis: “Das Thema und die Informationen dazu sind mir zu kompliziert.” (14 Prozent)
  • Misstrauen: “Ich habe kein ausreichendes Vertrauen, dass die Versicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit auch zahlt.” (9 Prozent)
  • Sorglosigkeit: “Ich vertraue darauf, im Zweifelsfall durch meinen Arbeitgeber oder den Staat ausreichend abgesichert zu sein.” (7 Prozent)

Focus Online

10 Fakten zur Arbeitskraftsicherung

1.
Erwerbsminderung: Etwa 180.000 Menschen scheiden jährlich durch eine Erwerbsminderung aus dem Berufsleben aus.

2.
Frühjahrsputz: Die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Daher ist der Frühjahrsputz das Unfallrisiko Nummer 1.

3.
Männer unter 65: Statistisch wird jeder Vierte, besonders Männer, vor seinem 65. Lebensjahr berufsunfähig.

4.
Arbeitsweg: Ein Viertel der Deutschen haben eine BU. Besonders der Weg zur Arbeit birgt Unfallrisiken mit sich.

5.
Vorsätze: 8 Prozent der deutschen Arbeitnehmer nehmen sich vor, bis zum Jahresende eine BU abzuschließen.

6.
Arbeitsdruck: Sechs von zehn Arbeitnehmern leiden unter dem Druck auf Arbeit. Jeder Vierte wird schließlich berufsunfähig.

7.
Psychischer Stress: Jeder dritte Fall von Berufsunfähigkeit geht auf psychischen Stress zurück.

8.
Burnout: Von den Mitarbeitern eines deutschen Unternehmens leiden etwa 8 Prozent an Burnout-Syndrom.

9.
Burnout immer häufiger: Im Laufe der letzten sieben Jahre hat sich das Auftreten des Burnout-Syndroms verachtfacht.

10.
30-jährige gefährdet: Laut Experten wird jeder zweite heute 30-Jährige vor dem Rentenalter berufsunfähig werden.

Garantierter Schutz bei Berufsunfähigkeit

Die Berufsunfähigkeit ist ein Begriff aus dem Arbeitswesen. Sie beschreibt und bestätigt die dauernde Beeinträchtigung einer Person in der Berufsausübung auf Grund einer Krankheit, eines Unfalls oder durch Invalidität. Dabei sind die Definitionen der Deutschen Rentenversicherung für die Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich enger und weniger verbraucherfreundlich als die privater Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Durch die Absicherung der Berufsunfähigkeit ist automatisch auch die Erwerbsunfähigkeit mit versichert. Man spricht dabei aber im Allgemeinen von einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Zum Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit:

Berufsunfähigkeit Erwerbsminderung
Dauernde Beeinträchtigung der Berufsfähigkeit durch Krankheit, Körperverletzung, Invalidität oder Kräfteverfall Durch körperliche oder geistige Leiden bedingte Unfähigkeit durch Arbeit den Lebensunterhalt zu verdienen (Erwerbsminderung)
Berufsunfähige können zwar ihren Beruf nicht mehr ausüben, aber noch weiterhin einer anderen Arbeit nachgehen Als voll erwerbsgemindert gilt, wer dem Arbeitsmarkt weniger als drei Stunden am Tag zur Verfügung steht

Berufsunfähigkeitsgesetz

Geregelt werden Arbeitsunfälle unter § 8 Abs. 1SGB VII. Nach der gesetzlichen Regelung zählen zu einem Arbeitsunfall alle Unfälle, die direkt mit dem Ausüben des Berufs im Zusammenhang stehen. Auch Unfälle bei Betriebsveranstaltungen sind versichert.

Ist eine BU pfändbar?

Berufsunfähigkeitsrenten können auch pfändbar sein, wie die Urteile des BGH vom 03.12.2009 (Az. IX ZR 189/08) und vom 15.07.2010 (Az. IX ZR 132/09) beweisen. Laut Gesetz sind private Renten „bedingt pfändbar“. Man kann eine Billigkeitsentscheidung bei Gericht zu beantragen, wodurch geklärt wird, welcher Betrag pfändbar ist. Der Versicherte darf dadurch nicht unter das Existenzminimums rutschen. Hat er jedoch mehrere Einkünfte, ist die Berufsunfähigkeitsrente dann unter Umständen pfändbar.

Arbeitskraft absichern

Die Absicherungsquote für eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherung ist statistisch gesehen eher gering. Trotzdem wissen rund zwei Drittel der Deutschen von den Regelungen der Rentenversicherung, sollten sie erwerbsunfähig werden.

Abgesicherte in Deutschland 22 % ges.
Frauen 17 %
Männer 28 %
Häufige Gründe für Nichtabsicherung Anteil
Kosten für die BU 47 %
Noch nicht damit beschäftigt 27 %

Quelle: YouGov-Umfrage im Auftrag der Hannoverschen, 2015

TK-Gesundheitsreport 2014: Arbeitsunfähigkeit nach Berufen

Der aktuell ausgeübte Beruf besitzt einen entscheidenden Einfluss auf die Häufigkeit und Dauer von Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund unterschiedlicher gesundheitsbezogener Risiken habe beispielsweise ein Handwerker ein höheres Verletzungsrisiko am Arbeitsplatz als ein Büroangstellter.
Dies geht aus dem jährlich erscheinenden Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse hervor, der im ersten Teil die Auswertungen zum Thema Arbeitsunfähigkeit zusammenfasst.

Basis der Untersuchung sind TK-Routinedaten der aktuell 4,1 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigten oder arbeitslos gemeldeten Mitglieder der Techniker Krankenkasse. Auslöser für die steigenden Fehltage (im Durchschnitt 14,7 Tage) am Arbeitsplatz seien insbesondere psychische Störungen, Atemwegserkrankungen, Krankheiten des Bewegungsapparates sowie Verletzungen.

Eine große Rolle spielen weiterhin Rückenbeschwerden. Etwa jeder 19. krank­heits­bedingte Fehltag ist auf die Diagnose Rückenschmerzen zurückzuführen. Folgende Aufzählung zeigt die Fehltage aufgrund von Rückenbeschwerden in einzelnen Berufsfeldern:

  • Bau-, Bauneben- und Holzberufe: 300 Arbeitsunfähigkeitstage (Rückenschmerzen als Einzeldiagnose: 179 AU-Tage)
  • Arbeitslose: 295 Arbeitsunfähigkeitstage (Rückenschmerzen als Einzeldiagnose: 146 AU-Tage)
  • Metallerzeugung und -bearbeitung: 293 Arbeitsunfähigkeitstage (Rückenschmerzen als Einzeldiagnose: 173 AU-Tage)
  • Verkehrs- und Lagerberufe: 283 Arbeitsunfähigkeitstage (Rückenschmerzen als Einzeldiagnose: 170 AU-Tage)
  • Ernährungsberufe: 267 Arbeitsunfähigkeitstage (Rückenschmerzen als Einzeldiagnose: 160 AU-Tage)

Der richtige Versicherungs­schutz für jeden Bedarf

Angestellte können unter bestimmten Bedingungen auch über die gesetzliche Altersrente ohne Gesundheitsprüfung für die Berufsunfähigkeit abgesichert werden. Möglich ist dies seit dem 1. Januar 2001 für Personen, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden. Das bis dahin zweigliedrige System von Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten wurde ersetzt.

Diese Regelung gilt nach § 240 SGB VI aber nur als Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit und wird auch nur als solche abgesichert. Aufgrund strenger Voraussetzungen erhalten heute aber wesentlich weniger Menschen eine Invaliditätsrente als noch vor der Reform 2001. Freiberufler können Ansprüche über die berufständischen Versorgungswerke erwerben.

Auch die betrieblichen Vorsorgemöglichkeiten sind meist ohne oder mit nur wenigen Fragen zur Gesundheit erhältlich. In den Genuss eines solchen Invaliditäts­schutzes kommen allerdings meist nur Beschäftigte in der Chemieindustrie, im Baugewerbe oder in Verlagen.

Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Das Risiko, berufsunfähig zu werden, ist höher, als sich sicher viele bewusst sind. Jeder fünfte Arbeitnehmer muss seinen Beruf mittlerweile vor dem Renteneintrittsalter aufgeben. Der gesetzliche Invaliditätsschutz reicht in der Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Grundsätzlich ist der Bedarf bei körperlich Erwerbstätigen höher als bei „Kopfarbeitern“. Genauso haben Selbständige, Freiberufler und Arbeitnehmer in privatwirtschaftlichen Unternehmen eine größere Versorgungslücke als Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst und Beamte. Aber auch für Letztere kann sich eine zusätzliche Absicherung in Form einer sogenannten Dienstunfähigkeitsversicherung lohnen.
Grundsätzlich ab dem Tag, an dem die Berufsunfähigkeit eingetreten ist – das kann der Beginn einer schwereren Erkrankung sein oder ein Unfall. Der Versicherer sollte möglchst umgehend in Kenntnis gesetzt werden, wenn das Risiko einer Berufsunfähigkeit besteht. Denn die Leistungsentscheidung kann dabei einige Monate dauern, da die Versicherungsunternehmen zunächst den medizinischen Befund, die genaue Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit sowie eine gegebenenfalls vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung überprüft werden muss.
Die Berufsunfähigkeit stellt die Versicherung fest. Grundlage der Entscheidung sind dabei die Berichte der behandelnden Ärzte, seltener werden Gutachter eingeschaltet, die eine Einschätzung über das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit treffen sollen.
Mögliche Vorerkrankungen des Versicherungsnehmers beeinflussen die Prämienhöhe des Versicherten und können dazu führen, dass ein Antrag abgelehnt oder nur zu erschwerten Bedingungen mit einem Prämienaufschlag oder einem Ausschluss für bestimmte Krankheiten angenommen wird. Bestehende Erkrankungen werden durch die Gesundheitsfragen im Antrag ermittelt, je nach Rentenhöhe kann auch eine ärztliche Untersuchung erforderlich sein. Die Gesundheitsfragen sollten stets wahrheitsgemäß beantwortet werden, da der Versicherer ansonsten im Fall der Fälle die BU-Rente aufgrund der Verletzung vorvertraglicher Anzeigepflichten verwehren kann.
Wer einmal einen Antrag gestellt hat, der abgelehnt oder nur mit Erschwernissen angenommen worden wäre, muss diesen Umstand bei einem weiteren Antrag immer angeben! Damit erhöht sich das Risiko, auf bei anderen Anbietern abgelehnt zu werden und am Ende gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. Besser ist es deshalb, den gewünschten Berufsunfähigkeitsschutz nicht direkt zu beantragen, sondern eine Risikovoranfrage zu stellen bzw. einen Invitatio-Antrag: Damit wird der Versicherer aufgefordert, die Versicherbarkeit eines Kunden zu prüfen und daraufhin selbst ein Angebot zu erstellen. Das können Sie als Kunde annehmen oder eben auch ablehnen. Ihr Vorteil: Ein nicht angenommenes Angebot ist kein abgelehnter Antrag und muss bei weiteren Anträgen nicht angegeben werden. Vorsicht aber auch, wenn die Versicherer die Anfragedaten in der Risikodatei HIS spreichern – teilnehmende Versicherer können dann auf Ihre Daten zugreifen. Es werden aber immer weniger Versicherer, die so vorgehen! Wer dennoch keinen Vertrag erhält, oder unzufrieden mit den Bedingungen ist, kann Alternativen wie die Erwerbsunfähigkeits-, Grundfähigkeits– oder Dread-Disease-Versicherung überprüfen.
Die Versicherungszeit, also der Zeitraum, in dem das Berufsunfähigkeitsrisiko abgesichert ist sowie die Leistungszeit (Zeitspanne, in der die Versicherung die BU-Rente maximal auszahlt), sollten möglichst bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter, also dem 67. Lebensjahr, gewählt werden. Je nach Risikoprofil des Antragsstellers ist dies aber nicht immer möglich. Personen in riskanten Berufen erhalten häufig nur Verträge mit Versicherungszeiten bis zum 55. oder 60. Lebensjahr. Daher lohnt ein intensiver Vergleich der Produkte und ihrer Bedingungen am Markt.
Mit der Nachversicherungsgarantie können Sie die Leistungen Ihrer Police flexibel an geänderte Lebensumstände wie Geburt, Heirat, Scheidung, Jobwechsel, Hauskauf oder Gehaltserhöhungen anpassen und die Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Bei manchen Produkten am Markt kann dies sogar ohne das Vorliegen der genannten Ereignisse in regelmäßigen Abständen erfolgen. Manche Versicherer knüpfen dieses Recht zudem an bestimmte Altershöchstgrenzen, beispielsweise das 45. Lebensjahr. Auch die maximale Höhe der Anpassung kann je nach Anbieter variieren.
Die Versicherung versichert in der Regel den vor dem Eintritt der Berufsunfähigkeit ausgeübten Beruf. Spätere Berufswechsel haben folglich keinen Einfluss auf die Prämienhöhe und müssen dem Versicherungsunternehmen auch nicht gemeldet werden. Wichtig kann ein Berufswechsel werden, wenn Sie berufsunfähig werden: Manche Versicherer beziehen nämlich den zuvor ausgeübten Beruf mit ein in die Prüfung einer Berufsunfähigkeit – dadurch steigt ggf. das Risiko, dass Sie verwiesen werden, wenn Sie den ursprünglichen Beruf noch ausüben könnten.
Der Begriff der „abstrakten Verweisung“ ist eine mögliche Klausel im Versicherungsvertrag. In diesem Fall verweisen Versicherer auf eine gleichwertige Erwerbstätigkeit, die der Versicherte theoretisch trotz Krankheit ausüben könnte und zahlen dementsprechend keine BU-Rente. Ob der Versicherte den Job auch tatsächlich ausüben kann und eine Stelle bekommt, ist nicht relevant. Sie sollten daher eine Versicherung wählen, die auf eine solche Klausel im Vertrag verzichtet. Bei den meisten Gesellschaften ist die abstrakte Verweisung aber kein Thema mehr. Aber auch, wenn die abstrakte Verweisung bei der erstprüfung des Antrages bedingungsgemäß kein Thema ist, kann sie es bei einem vorübergehenden Ausscheiden aus dem Job – zum Beispiel durch eine Elternzeit – sehr wohl werden: Manche Versicherer greifen nämlich bei der Prüfung der Berufsunfähigkeit nur drei bis fünf Jahre auf den vor dem Ausscheiden ausgeübten Beruf zurück und sehen nach Ablauf der Frist tatsächlich eine abstrakte Verweisung vor. Gerade jüngere Menschen – vor allem Frauen, die Kinder haben möchten – sollten auf diese Klausel achten.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist grundsätzlich eine Risikoversicherung, bei der nach Ende der Versicherungszeit kein Guthaben anfällt. Anders sieht es bei sogenannten Invest—Policen aus, bei denen die Überschüsse nicht dazu verwendet werden, die Beiträge direkt zu senken, sondern bei denen die Überschüsse angelegt werden – meist in Fonds. Bei diesen Verträgen fällt am Ende der Vertragslaufzeit ein Guthaben an, die Beiträge sind aber auch entsprechend höher.
Die Beitragsstundung bezieht sich auf das Recht des Kunden, auf Antrag seine Beiträge zinslos stunden zu lassen, solange der Versicherer klärt, ob das Leiden als Berufsunfähigkeit anerkannt wird oder nicht. Angesichts der Tatsache, dass die Entscheidung des Versicherers mehrere Monate dauern kann und der vermeintlich Berufsunfähige kein Einkommen bezieht, sollte diese Möglichkeit unbedingt vertraglich festgehalten sein.