Wildunfall mit Haarwild: Leistungen der Teilkaskoversicherung?


Auto versichern

Wildunfall mit Haarwild 
© panthermedia.net / Friedrich Mizerovsky


Aufprallgewicht von Wild bei 60 Stundenkilometern

Rothirsch: 5 Tonnen
Wildschwein: 3,5 Tonnen
Damhirsch: 2,5 Tonnen

Bei Schäden, die Resultat eines Unfalls mit Haarwild sind, springt in der Regel neben der Vollkaskoversicherung auch die Teilkaskoversicherung ein, um den Schaden zu decken. Dabei ist es wichtig, dass es sich bei dem Wildschaden auch um einen Unfall mit einem Tier handelt, welches tatsächlich zum Haarwild gerechnet wird.


Welche Tiere zählen zum Haarwild?

So sind im Sinne des Bundesjagdgesetzes § 2 Absatz 1 Nummer 1 Tiere wie Kühe, Pferde, Hunde oder Katzen kein Haarwild, sondern domestizierte Haus- und Nutztiere. Die Unfallschäden durch einen Zusammenstoß mit ihnen wären insofern von der Versicherung nicht gedeckt.

Anders sieht es bei Rot- und Damwild, Feld- und Schneehasen, Luchsen und Füchsen, Wildkaninchen, Stein- und Baummardern oder auch Wildschweinen aus. Ein Unfall mit diesen Tierarten wäre auch ein Fall für die Teilkasko-Versicherung. Anders verhält es sich bei Unfällen mit Waschbären: Da diese nicht zum Haarwild im Sinne des Bundesjagdgesetzes zählen, würde bei einem Unfall lediglich die Vollkasko-Versicherung, nicht aber eine Teilkaskoversicherung greifen. Ebenso setzt diese Versicherung ein, wenn dem Wild erfolgreich ausgewichen oder gebremst wird und durch Abkommen von der Fahrbahn oder Kollision mit einem Baum Schäden am eigenen Fahrzeug entstehen.



Wann greift die Versicherung bei einem Wildunfall nicht?

Wichtig für den Versicherungsnehmer ist zu wissen, dass das eigene Auto beim Unfall in Bewegung gewesen sein muss, damit die Versicherung greift. Fällt beispielsweise ein totes Tier auf das stehende Fahrzeug, ist dieser Schaden nicht durch die Teilkaskoversicherung gedeckt. Weiterhin sei zu beachten, dass wenn das Haarwild den Unfall verletzt überlebt und davonläuft, der Geschädigte sich umgehend von der Polizei bzw. vom zuständigen Jagdpächter eine Wildschadensbestätigung ausstellen lassen muss, um Ansprüche an die Versicherung erfolgreich geltend machen zu können.

Nicht selten müssen Gutachter im Falle eines Beinahezusammenstoßes prüfen, ob die Schilderung des/der Unfallbeteiligten der Wahrheit entspricht, auch um die Deckung der Folgekosten wie Rettungskosten etc. gewährleisten zu können. Insofern empfiehlt es sich, bereits der Polizei am Unfallort bzw. dem Jagdrevierpächter eine möglichst genaue Beschreibung sowohl des Wildes, wie auch des Unfallhergangs abzugeben.



Vergleich

Tipps, um einen Wildunfall zu vermeiden

  • Kontrollieren Sie vor Fahrtantritt das Licht und die Reifen.
  • Fahren Sie an Gefahrenstellen mit erhöhtem Wildaufkommen langsamer, um den Bremsweg zu minimieren.
  • Sehen Sie ein Tier am Straßenrand, fahren Sie Vorsichtig, um im Ernstfall rechtzeitig bremsen zu können.
  • Führen Sie einen Sehtest durch, da sich eine anfängliche Sehschwäche erst bei Nacht richtig bemerkbar macht.

Mögliche Ausnahmen bei einem Autounfall mit Kleintieren

Weicht der Fahrer Kleintieren wie Hasen oder Kaninchen aus, um einen Aufprall mit dem Tier zu vermeiden, riskiert er den Versicherungsschutz durch die Teilkasko. Der Schaden durch den Zusammenstoß wäre deutlich geringer, als mögliche Folgen eines riskanten Ausweichmanövers.


Verhalten bei einem Wildunfall

  1. Verlassen Sie nicht die Fahrspur und unterlassen Sie riskante Ausweichmanöver.
  2. Ist es zu einem Unfall mit dem Wild gekommen, verlassen Sie nicht den Unfallort.
  3. Sichern Sie die Unfallstelle mit dem Warndreieck ab und schalten Sie die Warnblinkanlage ein.
  4. Lassen Sie das Tier liegen. Wilde Tiere sind nicht an Menschen gewöhnt und können panisch reagieren. Auch übertragbare Krankheiten wie Tollwut sind eine Gefahr.
  5. Melden Sie den Unfall umgehend der Polizei. Die Beamten werden sich um das weitere Vorgehen kümmern.