Rechtsschutzversicherung / Verkehrsrechtsschutz-Versicherung


Die Verkehrsrechtsschutz-Versicherung ist wohl die verbreitetste Rechtsschutzversicherung. Sie kann einzeln oder im Paket mit anderen Rechtsschutz-Bausteinen abgeschlossen werden.


Die RS-Versicherung kann sich auf Fahrzeuge als auch Personen beziehen, entsprechend unterscheidet man beim Verkehrsrechtsschutz auch zwischen Fahrzeug-Rechtsschutz, Fahrer bzw. Lenker-Rechtsschutz und Familien-Rechtsschutz.

Der Leistungsumfang kann von Versicherer zu Versicherer variieren, übliche Komponenten einer KFZ Rechtsschutzversicherung sind:

  • Schadenersatz-Rechtsschutz
  • Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht
  • Steuer-Rechtsschutz
  • Verwaltungs-Rechtsschutz (früher auch Führerschein-RS)
  • Straf-Rechtsschutz
  • Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz
  • Disziplinar- und Standes-Rechtsschutz
  • Sozialgerichts-Rechtsschutz

Es gibt den Verkehrsrechtsschutz nicht nur als einzelne Versicherung sondern viel häufiger auch in Kombination mit anderen Versicherungen (Beruf-, Eigentum/Miet-, Privat-Rechtsschutzversicherung).


Fallbeispiel nach einem Unfall

Der Geschädigte zieht nach einem Unfall vor Gericht und fordert zusätzlich zum entstandenen Sachschaden an seinem PKW ein Schmerzensgeld. Der Richter hält ein Schmerzensgeld in diesem Fall für angemessen und verhängt die zu zahlende Summe. Damit der Angeklagte nicht auch noch die Prozess- und Gerichtskosten tragen muss, greift hier die Rechtsschutzversicherung.


Verkehrsrechtsschutzversicherung im Test

Stiftung Warentest (2015)

Im Test der Stiftung Warentest hat sich rausgestellt, dass es vorallem auf die Anzahl der versicherten Fahrzeuge und Personen ankommt. So benötigen Familien einen anderen Rechtsschutz als Alleinstehende. Die Tests haben ergeben, dass Familien mit einem Fahrzeug immer einen günstigen Tarif finden und Familien mit mehreren Fahrzeugen bei richtiger Suche nicht unbedingt draufzahlen müssen. Aber auch als Alleinstehender ohne eigenes Fahrzeug, ist eine Rechtsschutzversicherung laut Stiftung Warentest interessant, wenn der Versicherte desöfteren Carsharing-Plattformen nutzt. Stiftung Warentest hat die Versicherung dabei auf folgende Kriterien geprüft:

  • Jahresbeitrag mit und ohne Selbstbehalt
  • Mitversicherung volljähriger Kinder als Fahrer auf fremde und eigenen Pkw
  • Mitversicherung des Lebenspartner als Fahrer auf fremde und eigenen Pkw
  • Deckungssummen innerhalb Europas und Weltweit
  • Versicherung auf Mietwagen
  • Sozialrechtsschutz und die Wartezeit in Monaten

Bei den getesteten Tarifen für Familien mit einem oder mehreren Fahrzeugen, Schnitt am besten der Tarif der Advocard ab. Mit der Note “sehr gut” und einem Jahresbeitrag von 173 Euro ohne Selbstbehalt, konnte er sich so ganz vorn platzieren. Direkt dahinter folgt ebenfalls mit einem “sehr gut” die Rechtsschutzversicherung der Allrecht/Deurag und einem Jahresbeitrag von 147 Euro ohne Selbstbehalt.
Auch für Alleinstehende mit oder ohne eigenem Fahrzeug, wo besonders der Jahresbeitrag und die bewerteten Versicherungsbedingungen (Deckungssummen, Versicherung für Mietwagen) eine Rolle gespielt haben, positioniert sich das Angebot der Advocard ganz oben in der Liste. Hier Beträgt der Jahresbeitrag 102 Euro ohne Selbstbeteiligung.

Ökotest (2014)

Ökotest nahm 2014 über 60 Tarife von Rechtsschutzversicherungen unter die Lupe und legte besonders viel Wert auf Tarife für Familien. Neben den Erziehungsberechtigten, sollte die Rechtsschutzversicherung auch die Kinder mit schützen. Beim Test wurde auch festgestellt, dass die Preisspannen zwischen Tarifen mit identischem Leistungspaket von unterschiedlichen Anbietern stark auseinander gehen. Hier lohnt es sich, richtig zu vergleichen um Geld zu sparen.

Folgende Anbieter konnten Ökotest überzeugen und sich die Position als Testsieger teilen:

  • Degenia
  • Roland
  • Rechtsschutz-Union

Warum benötigt man eine Rechtsschutzversicherung?

Da in einem Streitfall meist beide oder alle Parteien denken, dass sie sich im Recht befinden, wird nicht selten zur Schlichtung der Weg über einen Anwalt genommen. Damit diese enormen Kosten nicht auf einem sitzen bleiben, gibt es die Rechtsschutzversicherung.

Für wen gilt die Rechtsschutzversicherung?

Abhängig von Tarif und Anbieter, können

  • Eigentümer des Fahrzeugs
  • alle zulässigen Fahrer des Fahrzeugs
  • Fahrgäste
  • Fußgänger oder Radfahrer
  • Fahrer von Fremden Fahrzeugen

versichert werden.

Worauf sollte ich beim Abschluss achten?

Beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung sollte darauf geachtet werden, dass alle in Frage kommenden Themengebiete des Rechtsschutz in den Versicherungsschutz mit einbezogen werden. Auch wenn es im ersten Augenblick nicht mit dem Verkehrsrecht in Berührung zu kommen scheint, sollte das Steuerrecht beim Abschluss mit abgedeckt werden.