Autoversicherung: Rabatte richtig ausschöpfen


Kfz-Versicherungen gewähren auf ihre Verträge in der Regel unterschiedliche Rabatte und Sonder-Tarife, die sich entweder direkt auf das Fahrzeug beziehen können oder sich nach dem Halter des Pkws richten.


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Freischaden / Freischaden-Bonus

Beim Freischaden handelt es sich um eine spezielle Versicherungsleistung, die von einigen Versicherungsunternehmen auf freiwilliger Basis angeboten wird. Im Wesentlichen kann man den Freischaden als eine Art Bonus betrachtet – daher wird er auch häufig als Freischaden-Bonus bezeichnet. Der Hintergrundgedanke ist im Grunde genommen denkbar einfach: Sollte ein Versicherungsnehmer über einen Freischaden-Bonus verfügen, kann er einen Schaden über die Kfz-Versicherung regulieren, ohne dass eine Rückstufung bei der Schadenfreiheitsklasse erfolgt.

Unter normalen Bedingungen führt die Regulierung eines Schadens zu einer Rückstufung bei der Schadenfreiheitsklasse. Die Rückstufung hat wiederum zur Folge, dass sich der Versicherungsbeitrag erhöht. In welchem Umfang die Rückstufung und somit auch die Beitragserhöhung ausfällt, hängt immer vom Einzelfall ab. Oftmals sieht die Beitragserhöhung auf den ersten Blick gar nicht so hoch aus, doch sobald man den hierdurch erstandenen Aufpreis über die Jahre hinweg zusammenaddiert, kann sie sich sehr deutlich bemerkbar machen. Aus diesem Grund haben einige Versicherungsnehmer große Angst vor einer Rückstufung und wollen diese nur ungern in Kauf nehmen. Deshalb werden kleinere Schäden auch gern aus eigener Hand bezahlt, damit der Schaden nicht über die Versicherung reguliert werden muss.

Sofern man hingegen über einen Freischaden verfügt, ist die ganze Sache halb so wild. Immerhin kann der Schaden direkt vom Versicherer reguliert werden, ohne dass man sich als Versicherungsnehmer wegen einer Rückstufung sorgen muss: Diese wird nicht vorgenommen.

Doch bevor man von dieser Regelung profitieren kann, muss man erst einmal über den Freischaden-Bonus verfügen. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass es zumeist relativ lange dauert, bis er einem eingeräumt wird. In der Regel muss man über einen Zeitraum von vielen Jahren unfallfrei fahren, damit der Freischaden-Bonus gewährt wird. Die Gewährung erfolgt zumeist wenn man sich in einer sehr hohen Schadenfreiheitsklasse wieder findet: Ab einem bestimmten Zeitpunkt können die Versicherer den Beitrag nicht noch weiter herabsenken – dann wird gern der Freischaden-Bonus angeboten.


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Berufsgruppenrabatt / Beamtenrabatt

Welche Berufe durch diese Vergünstigungen berücksichtigt werden, entscheiden im Allgemeinen die Versicherungsgesellschaften. Häufig kommen gerade Berufsgruppen, welche vor allem im Büro arbeiten, bei ihrer Versicherung am günstigsten weg.

Allerdings bietet nicht jeder Versicherer einen solchen Tarif an. Falls doch, ist der Anspruch auf einen Berufsgruppenrabatt an einige Voraussetzungen gebunden. Vor Abschluss des Vertrages wird die Versicherungsgesellschaft sicher einen Nachweis verlangen, aus dem die Berufsgruppe hervorgeht. Hierfür reicht im Allgemeinen ein Arbeitgebernachweis. Daneben sind berufliche Veränderungen, die eine Änderung der Berufsgruppe nach sich ziehen, dem Versicherer schnellstmöglich mitzuteilen. Eventuell kann ein Wechsel des Arbeitsplatzes den Verlust der Vergünstigungen bei der Kfz-Versicherung bedeuten. Wer diese Mitteilung unterlässt, muss von Seiten des Versicherers mit Konsequenzen rechnen. Eine weitere Bedingung, an die der Versicherer die Aufnahme in einen Berufsgruppenrabatt knüpfen kann, ist die Beschränkung des Personenkreises, welcher den Pkw führen darf. Häufig gehen die Einschränkungen so weit, dass nur noch der Halter den Wagen nutzen kann.

Eine dem Berufsgruppenrabatt sehr ähnliche Vergünstigung im Rahmen der Kfz-Versicherung ist der Beamtenrabatt, den neben Beamte auch Angestellte das öffentlichen Dienstes in Anspruch nehmen können. Nicht selten tauchen ähnliche Tarife auch in anderen Versicherungsbereichen auf, mit denen einzelnen Berufen besondere Vorteile, etwa in der privaten Krankenversicherung, genießen können. Ein Berufsgruppenrabatt ist aber nur eine Möglichkeit, beim Abschluss einer Kfz-Versicherung bares Geld zu sparen. Für alle, die nicht der passenden Beschäftigung nachgehen und sich benachteiligt fühlen, hier noch ein kleiner Tipp: Familien mit Kindern oder mit Wohneigentum können mitunter von anderen Rabatten profitieren und die Haushaltskasse so ein wenig schonen.




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Einzelfahrerrabatt

Beim Einzelfahrerrabatt (der bei manchen Versicherungsgesellschaft auch als Alleinfahrerrabatt bezeichnet wird) handelt es sich um eine Minderung des Versicherungsbeitrags, die geltend gemacht werden kann, wenn das versicherte oder zu versichernde Fahrzeug ausschließlich vom Versicherungsnehmer genutzt bzw. gefahren wird. Die Versicherungsgesellschaften sehen in dieser Form der Nutzung eine verringerte Unfallwahrscheinlichkeit, weshalb teilweise mit ordentlichen Rabatten zu rechnen ist. Sollte man sein Fahrzeug ausschließlich selbst nutzen und man sich nicht sicher sein, ob man diesen Rabatt bereits ausschöpft, so ist es empfehlenswert, im Versicherungsvertrag nachzusehen oder sich direkt mit dem Versicherer in Verbindung zu setzen.

Wenn sich die Ausgangssituation ändert und das Fahrzeug fortan von mehreren Personen genutzt wird, so kann der Tarif jederzeit angepasst werden. Der Versicherungsnehmer ist sogar dazu verpflichtet, eine solche Änderung des Nutzungsverhaltens der Versicherungsgesellschaft mitzuteilen. Denn sollte es zum Schadensfall kommen und sich herausstellen, dass das versicherte Fahrzeug von einer anderen Person als dem Versicherungsnehmer gefahren wurde, so droht diesem eine Strafzahlung.

Allerdings bedeutet das nicht, dass ein Fahrzeug im Falle der Vereinbarung eines Einzelfahrerrabattes ausschließlich vom Versicherungsnehmer genutzt werden darf. Ausnahmen, wie zum Beispiel die Fahrzeugnutzung in Gefahren- / Notfallsituationen oder die kurzzeitige Nutzung durch Werkstattmitarbeiter ist selbstverständlich gestattet.


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Erstbesitzerrabatt

Kfz-Versicherungen bieten oftmals auch einen Nachlass auf die regelmäßig zu zahlenden Beiträge an, wenn der Versicherungsnehmer der Erstbesitzer eines Fahrzeugs ist. Dabei ist die Höhe des zu gewährenden Rabatts abhängig vom Alter des Fahrzeugs wie auch vom Datum der Erstzulassung seitens des Versicherungsnehmers. Wie auch bei anderen Rabatten müssen seitens des Versicherungsnehmers alle Angaben der Wahrheit entsprechen. Bei vorsätzlich falsch angegebenen Daten können Vertragsstrafen oder gar die Kündigung der Versicherung folgen. Auch wenn sich während der Laufzeit des Vertrages entsprechende Daten ändern, muss der Versicherungsnehmer dies seiner Versicherungsgesellschaft umgehend mitteilen. Verkauft der Versicherte beispielsweise jenes Fahrzeug, auf welches die Versicherung ihm den Erstbesitzerrabatt gewährt hat und kauft ein Auto, auf welches dieser Rabatt nicht gewährt würde, muss er dies der Versicherung mitteilen, damit diese den Vertrag entsprechend anpasst. Alternativ kann jedoch auch ein neuer Vertrag geschlossen werden.

Entsprechend attraktiv kann der Erstbesitzerrabatt vor allem dann sein, wenn es um den Abschluss einer Teil- oder Vollkaskoversicherung geht. Den neuen Wagen auch gegen selbstverschuldete Schäden, Naturgewalten oder auch Diebstahl abzusichern bedeuten für den Versicherungsnehmer auch automatisch höhere Beiträge. Je nach Versicherungsunternehmen variiert die Höhe des gewährten Rabatts wie aber auch in Bezug auf das gewählte Modell und dessen Alter unterschiedlich gestaffelte Beiträge anfallen können.

In der Regel fällt der Rabatt für brandneue Fahrzeuge höher aus als für bereits etwas ältere Modelle. Insofern wird der Erstfahrerrabatt nicht ausschließlich auf Neuwagen gewährt, wenn auch der Nachlass dort entsprechend höher ist. Vielmehr gilt das im Fahrzeugschein eingetragene Datum der Erstzulassung bzw. der im Fahrzeugbrief vermerkte Erstbesitzer. Schließlich machen viele Versicherungsunternehmen das Gewähren des Erstbesitzerrabatts (in der Regel ca. 10 %) auch davon abhängig, dass der Versicherungsnehmer einer entsprechend niedrigen Schadensfreiheitsklasse mit hohen Beitragssätzen zugeordnet werden kann.


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Garagenrabatt

Wer seinen Pkw nachts nicht im Freien, sondern überwiegend in einer Garage parkt, kann bei zahlreichen Versicherungsgesellschaften den so genannten Garagenrabatt geltend machen. Die Einräumung eines solchen Rabattes wird dadurch begründet, dass das Fahrzeug in der Garage vor äußeren Einflüssen besser geschützt ist.

Versicherungsnehmer, die bisher keinen Garagenrabatt geltend gemacht haben, aber ihr Fahrzeug stets in einer Einzel-, Doppel, Sammel- oder Tiefgarage parken, sollten sich mit ihrem Versicherungsanbieter in Verbindung setzen um herauszufinden, ob auch für sie die Möglichkeit besteht, den Rabatt zu erhalten. Sollte man seinen Pkw unter einem Carport abstellen, so stehen die Aussichten auf einen Rabatterhalt eher schlecht: Bislang räumen die meisten Versicherer ihren Kunden den Rabatt nur ein, wenn das Fahrzeug in einer abschließbaren bzw. nicht für jedermann zugänglichen Garage geparkt wird.


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Online-Rabatt

Beim Online-Rabatt handelt es sich um einen Kostennachlass, den einige Versicherungsgesellschaften gewähren, wenn der Kunde seine Kfz-Versicherung online bzw. direkt über das Internet abschließt. Zunehmend mehr Versicherungsunternehmen zielen darauf ab, ihre Kunden über diesen Weg zu gewinnen, um somit kostengünstiger arbeiten zu können – ein Teil der erzielten Kostenersparnis wird dabei an die Kunden weitergereicht.


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Wenigfahrerrabatt

Der Wenigfahrerrabatt wird allen Fahrzeughaltern gewährt, die während des Versicherungsjahres eine bestimmte Zahl an gefahrenen Kilometern nicht überschreiten, denn mit jedem Meter, der weniger gefahren wird, sinkt das Unfallrisiko und damit auch die Gefahr von Schäden für die Versicherung. Gerade für Familien, in denen ein Pkw für den Nachwuchs angemeldet wird, kann sich diese Regelung durchaus lohnen, da Fahranfänger häufig noch keine größeren Entfernungen zurücklegen und somit eher von einem Wenigfahrerrabatt profitieren können. Aber auch die ältere Generation der Automobilbesitzer zieht aus diesem Rabatt durchaus ihren Vorteil.


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Fahrzeugalterrabatt

Der Fahrzeugalterrabatt ist ein Faktor, der einen unmittelbaren Einfluss auf die Höhe des Versicherungsbeitrags nimmt. Als Grundlage für die Ermittlung des Rabatts dient das Alter des Fahrzeugs, wobei anzumerken ist, dass üblicherweise das Datum der Erstzulassung herangezogen wird. Es ist anzumerken, dass man sich von der Bezeichnung nicht irreführen lassen darf: Ein höheres Fahrzeugalter führt nicht zwingend zu einem höheren Rabatt und somit zu einem geringeren Beitrag – in den meisten Fällen verhält es sich genau umgekehrt.

Dies ist schnell begründet: Je jünger ein Fahrzeug ist, desto eher ist davon auszugehen, dass der Fahrer damit auch sehr umgänglich fährt, was letztendlich auch zu einer Verringerung des Unfallrisikos führt. Die Besitzer älterer Fahrzeuge sind hingegen dafür bekannt, nicht ganz so umsichtig zu sein. Aus diesem Grund verhält es sich zumeist so, dass ein hohes Fahrzeugalter eher zu einer Verteuerung des Beitrags führt.

Selbstverständlich gibt es aber auch Ausnahmen. Wenn ein Fahrzeug vergleichsweise alt ist und beispielsweise kurz davor besteht, den Status eines Oldtimers zu erhalten, kann sich das Fahrzeugalter sogar positiv auf die Höhe des Versicherungsbeitrags auswirken. Hierbei kommt es auch immer sehr stark auf das jeweilige Fahrzeugmodell an. Sollte ein Fahrzeug das Zeug zum Klassiker haben, kann dieses unter Umständen sogar besonders preiswert versichert werden. In diesem Zusammenhang ist eine wichtige Anmerkung zu machen: Sofern ein Auto über den Oldtimerstatus verfügt und mit einem H-Kennzeichen zugelassen ist, sollte man sich als Fahrzeughalter darüber informieren, ob sich der Wechsel in eine Oldtimerversicherung lohnt. In den meisten Fällen lässt sich der Versicherungsbeitrag auf diese Weise deutlich senken.

Eine weitere Ausnahme verkörpern bestimmte Sportfahrzeuge. Einige Neufahrzeuge, die mit einer besonders hohen Motorleistung aufwarten, werden im Hinblick auf den Fahrzeugalterrabatt ebenfalls nicht immer sehr positiv eingestuft. Dies liegt an der Sportlichkeit, die bei diesen Autos einfach viel zu sehr im Vordergrund steht. Außerdem verlieren Supersportwagen bei der Zielgruppe mit zunehmendem Fahrzeugalter zumeist deutlich an Attraktivität.