Mallorca-Police: Besserer Schutz für Mietwagen im Ausland


Mietwagen


Mindestversicherungssummen in beliebten Reiseländern


ReiselandPersonenschädenSachschäden
Deutschland7.500.000,00 € pro Unfall1.000.000,00 € pro Unfall
Spanien70.000.000,00 €12.000.000,00 €
Italien774.658,00 € pro Unfall774.658,00 € pro Unfall
Österreich5.000.000,00 €5.000.000,00 €
Türkei350.000,00 €14.000,00 €
Frankreichunbegrenzt1.000.000,00 €
Griechenland500.000,00 € pro Unfall100.000,00 €
Tunesienunbegrenztunbegrenzt
Kroatien459.739,92 €197.031,39 €
Niederlande5.000.000,00 € pro Unfall1.000.000,00 € pro Unfall
Norwegenunbegrenzt1.235.000,00 €

Es ist sehr beliebt, sich bei einem Urlaub im Ausland ein Auto zu mieten. Dabei ist aber Vorsicht geboten, denn wer damit einen Unfall verursacht bleibt sehr schnell auf hohen Kosten sitzen. Deshalb ist es wichtig sich zu schützen. Dies ist mit der sogenannten Mallorca-Police möglich, die bereits vor Urlaubsantritt bei der eigenen Kfz-Versicherung als Zusatzversicherung abgeschlossen werden kann. Diese ist nicht auf die Insel Mallorca oder auch Spanien begrenzt, sondern gilt überall in Europa.



Für Urlauber ein Muss: die so genannte Mallorca-Police.“ Focus Money Online

Focus


Versicherungslücke nach Unfall

Mit der Anmietung eines Autos im Ausland erhalten die Kunden natürlich Versicherungsschutz. Jedoch ist dort in den meisten Fällen bei einer Kfz-Haftpflichtversicherung nicht der gleiche Versicherungsumfang wie in Deutschland vorhanden. Wenn der Mieter eines Autos nun aber einen größeren Unfall verursacht, kann es vorkommen, dass dieser einen Teil der Kosten selber tragen muss. Die Mallorca-Police kann diese Versicherungslücke schließen.


Abschluss der Zusatzversicherung

Die Mallorca-Police muss vor Antritt einer Reise bei der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Damit wird eine Versicherungssumme vereinbart, die höher ist als die im Urlaubsland. Sie wird mindestens auf die hier im Land festgelegte Mindestversicherungssumme erhöht. Diese hat folgende Werte:

  • 7,5 Millionen Euro für Personenschäden
  • 1,12 Millionen Euro für Sachschäden

Gerade in manchen südeuropäischen Ferienländern liegen die maximal abgedeckten Schäden weit unter deutschem Niveau. Das kann im Fall eines Unfalls teuer werden.“ Handelsblatt




Infografik: Was tun nach einem Unfall im Ausland?


  • Infografik Unfall im Ausland

Unfall in Dänemark

Dänemark

Bei einem Unfall in Dänemark gilt zunächst: Sofort anhalten, die Unfallstelle sichern und ggf. Verletzten helfen. Sofern es sich nur um einen Sachschaden handelt ist es üblich, die Polizei nicht einzuschalten – nur bei Personenschäden wählt man die 112. Stattdessen tauschen die Unfallbeteiligten Kennzeichen, Name und Anschrift von Fahrer und Fahrzeughalter sowie die zuständige Haftpflichtversicherung und Versicherungsnummer aus. Dabei bietet es sich an, den Europäischen Unfallbericht zu nutzen, der für beide Seiten verständlich das Geschehen und die wichtigsten Daten festhält. Wichtig ist es auch, Name und Anschrift möglicher Zeugen zu notieren und die Unfallstelle bzw. den Schaden ggfs. zu fotografieren. Beachten Sie: Oftmals kommt es zu Problemen, wenn Fahrzeuginsassen und/oder Familienmitglieder als Zeugen benannt werden – am besten bitten Sie also neutrale Anwesende darum, als Zeugen zu fungieren.In keinem Fall sollten Sie fremdsprachige Schriftstücke unterzeichnen, deren Inhalt sich Ihnen nicht erschließt. Eine Unterschrift unter dem Europäischen Unfallbericht ist jedoch zwingend notwendig. Wichtig ist es auch, dass das Fahrzeug in Dänemark von einem Sachverständigen begutachtet wird – die gegnerische Versicherung muss dazu Gelegenheit haben, sonst erfolgt keine Regulierung. Haben Sie Schmerzen, sollten Sie unverzüglich einen dänischen Arzt aufsuchen und sich die Symptome bzw. die Unfallfolgen schriftlich attestieren lassen. In jedem Fall sollten Sie Ihre Kfz-Versicherung schnellstmöglich über den Unfall informieren und ggfs. den Zentralruf der Autoversicherer kontaktieren, um Ihre Ansprüche schnellstmöglich durchsetzen zu können.


Nach einem Unfall in Dänemark haben geschädigte deutsche Autofahrer generell zwei Möglichkeiten:

Entweder sie melden ihre Ansprüche bei der Versicherung in Dänemark direkt an oder sie wickeln den Schaden über den Regulierungsbeauftragten der dänischen Haftpflichtversicherung in Deutschland ab. Oftmals empfehlen Experten, aufgrund von fehlenden Fremdsprachenkenntnissen die zweite Option zu wählen. Achtung: Über den Repräsentanten muss die Abwicklung innerhalb von drei Monaten geschehen, andernfalls sollten Sie die deutsche Verkehrsopferhilfe einschalten.Geht es an die Regulierung, sollten Sie wissen, dass dänische Versicherungen eine Zahlung davon abhängig machen, ob der deutsche Geschädigte selbst ausreichend versichert war. Zudem sollten Sie und auch Ihre Versicherung beachten: Erstattet die deutsche Assekuranz aufgrund einer Mitschuld des deutschen Unfallbeteiligten der Gegenseite einen Teil des Schadens, kann die dänische Assekuranz diesen Schritt als uneingeschränktes Schuldeingeständnis werten und die Zahlung vollständig verweigern. Es ist daher wichtig, dass die deutsche Versicherung ihren Teil des Schadens erst zum Abschluss des Verfahrens zahlt.

Eventuelle Schadenersatzansprüche sind nach 5 Jahren verjährt. Nicht ersetzt werden Nutzungsausfall, Finanzierungskosten und Unkostenpauschalen. Alle, die in einem komplizierteren Verfahren die Hilfe eines Anwalts in Anspruch nehmen möchten sollten wissen, dass gerichtliche und außergerichtliche Anwaltskosten meist nicht durch die gegnerische Versicherung getragen werden.

Bei einem Unfall ist es in jedem Fall wichtig, die eigene Kfz-Versicherung in Deutschland zu informieren.

Die Telefonnummer sollte immer griffbereit liegen – ein Unfall geschieht schließlich oftmals unerwartet und lässt meist keine Zeit, nach Nummern zu suchen.Oftmals verfügen deutsche Autofahrer im Ausland über einen Schutzbrief des ADAC oder anderer Anbieter. Der Kooperationspartner des ADAC in Dänemark heißt Falk. Im Schadensfall gilt es zunächst die ADAC-Notstation per Festnetz (45 93 17 08) bzw. Handy (+45 45 93 17 08) zu kontaktieren. Der ADAC benachrichtigt Falk, der Club bietet dieselben Leistungen wie der ADAC vor Ort, für ADAC-Mitglieder sind sie kostenfrei. Achtung: Wer direkt Falk kontaktiert, könnte Abrechnungsschwierigkeiten bekommen, also besser den Umweg über den ADAC wählen.

In besonderen Notfällen, etwa im Todesfall oder wenn Ausweispapiere in einem Unfallwagen verbrannt sind, wenden Sie sich am besten an die deutsche Botschaft in Kopenhagen. Hilfe bieten u.U. auch die Honorarkonsuln in Aalborg, Århus, Haderslev, Middelfart, Naestved, Nykobing, Odense, Thorshavn, Ilulissat (Grönland) oder Bornholm. Die Ansprechpartner finden sich auf der Webseite der Kopenhagener Vertretung.


Unfall in Frankreich

Paris

Auch bei einem Unfall in Frankreich sollten alle Beteiligten umgehend anhalten, die Unfallstelle sichern und ggf. Verletzten helfen. Die Polizei schaltet man erst dann ein, wenn Personen verletzt sind oder wenn die Unfallstelle den Verkehr behindert. Sind Personen verletzt worden, muss die Polizei (Tel.: 17) und ggf. der Notarzt (Tel.: 15) informiert werden. Die Polizei erstellt in diesem Fall ein Unfallprotokoll. Erst dann gilt es einen Arzt aufzusuchen, der die Verletzungen attestiert.
Liegt lediglich ein Sachschaden vor, ist es an den Unfallbeteiligten, Kennzeichen, Name und Anschrift von Fahrer und Halter des jeweiligen Fahrzeugs zu notieren. Auskunft über die Haftpflichtversicherung und die Versicherungsnummer gibt eine grüne Plakette auf der Windschutzscheibe. Achtung: Sollte die Plakette nicht mehr gültig sein, ziehen Sie besser die Polizei hinzu.Am besten Sie nutzen zur Dokumentation des Unfallhergangs und der Unfallbeteiligten den Europäischen Unfallbericht in Deutsch-Französisch. Alternativ ist es auch möglich, den Constat Amiable d’Accident Automobile (kurz: Constat Amiable) zu nutzen, ein französischer Unfallbericht, der mit dem Europäischen Unfallbericht identisch ist. Vergessen Sie nicht, unter dem Punkt „ Dégâts matériels“ alle Sachschäden außer denen am Fahrzeug aufzuführen. Den Schadensbericht können Sie auch auf Deutsch verfassen.

Sinnvoll ist es in jedem Fall, Namen und Anschrift möglichst neutraler Unfallzeugen auf der Vorderseits des Constat Amiable zu notieren und die Unfallstelle bzw. den Schaden zu fotografieren.


Deutschen Autofahrern steht es offen, den Schaden entweder in Frankreich oder über den Regulierungsbeauftragten der französischen Haftpflichtversicherung in Deutschland abzuwickeln.

Den Ansprechpartner in Deutschland erfahren Sie beim Zentralruf der Autoversicherer. Schwierigkeiten gibt es zuweilen im Hinblick auf die Schuldfrage oder dahingehend, dass der französische Unfallbeteiligte den Schaden nicht an seine Versicherung meldet. In ersterem Fall wird der sogenannte Huissier aktiv: Der (im Wortsinn) Gerichtsvollzieher ist eine Art privater Rechtsbeistand, der gegen Bezahlung versucht, die strittigen Fragen zu klären. Wer weder vom Huissier noch von der Polizei Unterstützung bei Streitigkeiten um den Unfallhergang erfährt, sollte den Constat Amiable nicht unterzeichnen, sich aber eine Ausführung aushändigen lassen und sich damit an die Versicherung des Unfallgegners wenden.

Problematisch ist der zweite Fall, weil französische Unfallgegner immer wieder versuchen, ihrer Versicherung einen Unfall zu verschweigen, um weiterhin schadensfrei und damit günstiger fahren zu können. Wichtig ist es daher, vom Unfallgegner, am besten vor Zeugen, eine Zusage zu erhalten, den Schaden tatsächlich zu melden. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie das Geschäftszeichen (numéro du sinistre) erbitten, unter dem der Unfall bei der gegnerischen Versicherung bearbeitet wird.In Sachen Regulierung ist es wichtig, sich mit dem Schadensbericht umgehend an die gegnerische Versicherung zu wenden. Ist die Assekuranz nicht in Paris vertreten, verlangen Sie am besten umgehend ein Gutachten (l‘expertise). Die Schuldfrage regelt man maßgeblich auf Grundlage des Unfallprotokolls – umso wichtiger ist es, beim Ausfüllen große Sorgfalt walten zu lassen und nur das zu unterschreiben, was tatsächlich zutrifft.

Der Umgang mit den französischen Versicherungen ist nicht einfach – prinzipiell werden nur Schreiben auf Französisch bearbeitet. Handelt es sich nur um einen Sachschaden, begleichen französische Assekuranzen ausschließlich Reparaturkosten. Nicht ersetzt werden im Regelfall Anwaltskosten, Kreditkosten und unfallbedingte Nebenkosten wie etwa die Kosten für einen Mietwagen oder ein Hotelzimmer. Zudem sollten Sie damit rechnen, dass sich die Assekuranzen viel Zeit nehmen und Zahlungen hinauszögern – allerdings sind sie verpflichtet, Ihren Fall binnen drei Monaten zu bearbeiten. Kompliziertere Fälle mit Personenschäden können sich jedoch auch über viele Monate hinziehen.

Ist der Versicherungsgegner trotz gesetzlicher Versicherungspflicht nicht ausreichend versichert, springt u.U. der Fonds de Garantie ein.

Direkt nach dem Unfall sollte der eigene Kfz-Versicherer informiert werden. Muss das Fahrzeug abgeschleppt werden, wendet man sich entweder an die Polizei, die dann auch gleich das Unfallprotokoll erstellt, oder beispielsweise an die Notrufstation des ADAC, die in Frankreich unter +33 (0)825 800 822 erreichbar ist.


Unfall in Griechenland

Griechenland

Wie in jedem anderen Land sind Verkehrsteilnehmer auch in Griechenland dazu angehalten stehen zu bleiben, den Unfallort zu sichern und ggf. Erste Hilfe zu leisten. Liegen nur Sachschäden vor, ist der Europäische Unfallbericht zu verwenden, um alle wichtigen Angaben beider Unfall-Parteien sowie den Unfallhergang zu dokumentieren. Nicht vergessen, auch Namen und Adressen von Zeugen zu notieren und den Unfallort und Schäden zu fotografieren! Besteht auch ein Personenschaden, ist die Polizei (Tel.: 100) und ggf. der Notarzt (Tel.: 166 oder 155, mobil 112) zu verständigen.

Die Polizei nimmt lediglich bei Personenschäden ein Protokoll auf. Achtung: Fremdsprachige Schriftstücke mit unbekanntem Inhalt sollten Sie in keinem Fall unterzeichnen! Zudem sollten Sie in Griechenland stets die Grüne Versicherungskarte oder eine andere Versicherungsbestätigung mitführen – die Polizei darf Personen, die eine solche Versicherungsbestätigung nicht vorzeigen können, sofort festnehmen und so lange festhalten, bis die Bestätigung vorgelegt wird.In jedem Fall gilt es, den eigenen Versicherer umgehend über den Unfall zu informieren, einen Ansprechpartner vor Ort finden Sie auf der Rückseite Ihrer Versicherungskarte. Die griechische Vertretung stellt in den meisten Fällen einen Anwalt und ggfs. einen Dolmetscher zur Verfügung. Wichtig ist letzterer insbesondere deshalb, um sich gegen unwahre oder ungenaue Zeugenaussagen verwahren zu können.

Übrigens: Bei Personenschäden stellt die Polizei das unfallverursachende Fahrzeug zunächst für fünf Tage, auf gerichtliche Anordnung auch länger, sicher. Die Sicherstellung muss jedoch bei Vorlage der Grünen Versicherungskarte oder einer Garantieerklärung einer griechischen Versicherungsgesellschaft aufgehoben werden.


Abgewickelt werden kann ein Unfallschaden in Griechenland entweder direkt vor Ort oder über den Regulierungsbeauftragten der griechischen Haftpflichtversicherung in Deutschland (Adresse und Ansprechpartner über Zentralruf).

Der Schadensfall muss binnen drei Monaten bearbeitet werden. Es ist in jedem Fall empfehlenswert, einen Anwalt einzuschalten – schon allein deshalb, weil griechische Assekuranzen im Regelfall nur einen Teil des tatsächlich entstandenen Schadens übernehmen wollen und auf dem Vergleichsweg darauf drängen. Zu beachten ist, dass die gesetzlichen Mindestdeckungssummen in Griechenland die deutschen deutlich unterschreiten – Autofahrer aus Deutschland sollten daher so oder so über einen guten Auslands-Kaskoschutz verfügen. Den vollen Schadenersatz erhält man oftmals nur auf dem (sehr langwierigen und kostspieligen) Klageweg. Die Anwaltskosten sind grundsätzlich selbst zu tragen. Nicht ersetzt werden Kosten für Sachverständigengutachten, Mietwagenkosten (Ausnahme: gewerbliche Nutzung), Schadenfinanzierungskosten sowie unfallbedingte Nebenkosten, allgemeine Unkosten oder eine Entschädigung für Urlaubsbeeinträchtigungen. Achtung: Eine einfache Reparaturrechnung, die die Behebung des entstandenen Schadens belegt, reicht vor Gericht nicht aus. Vielmehr müssen Schadensumfang und –höhe von einem vereidigten Zeugen bestätigt werden, bei dem es sich am besten um einen in Griechenland ansässigen Gutachter handelt, der sich freiwillig zur Zeugenaussage bereit erklärt hat.Schließlich sei noch darauf hingewiesen, dass Schadenersatzansprüche aus Verkehrsunfällen bereits zwei Jahre nach dem Unfall verjähren. Angesichts der Tatsache, dass man generell den Klageweg einschlagen muss, um vollen Schadenersatz zu erhalten und dass die Mühlen der Justiz in Griechenland u.U. sehr langsam mahlen können, ist damit zu rechnen, dass nach zwei Prozessjahren u.U. kein Schadenersatz geleistet wird.

In jedem Fall schnellstmöglich benachrichtigen sollten Sie im Schadensfall ihren eigenen Versicherer.

Liegt lediglich ein Sachschaden vor, wird Ihr Fahrzeug nicht in polizeiliche Verwahrung genommen. Wer liegenbleibt, kann den griechischen Straßendienst (Tel.: 104) oder die griechische Notrufstation des ADAC (Tel.: +30 210 911 79 11) benachrichtigen.

In Notfällen ist die deutsche Botschaft unter +30 693 23 381 53/52 erreichbar. Ansonsten ist die Botschaft unter +30 210 72 85 111 zu erreichen.


Unfall in Italien

Tourismus

Ist man in Italien in einen Unfall verwickelt, gilt es zunächst einmal das Fahrzeug zu stoppen, die Unfallstelle zu sichern und ggf. Verletzte zu versorgen. Personenschäden sind ein Fall für die Polizei, die unter 112 erreichbar ist sowie für den Notarzt, den man unter 118 (Tel.)bzw. 112 (Handy) erreicht. Zwar fertigt die Polizei einen Unfallbericht an – Einblick erhält man jedoch oftmals erst, wenn ein Strafverfahren eingeleitet wird. In jedem Fall lohnt es sich, alle wichtigen Daten mithilfe des Europäischen Unfallberichtes festzuhalten. Zu notieren sind in jedem Fall Kennzeichen, Name und Anschrift von Fahrer und Halter aller beteiligten Fahrzeuge. Die rechteckige Plakette hinter der Windschutz- oder Seitenscheibe informiert über Haftpflichtversicherung und Versicherungsnummer. Wie so oft gilt auch hier: Notieren Sie möglichst auch die Namen und Adressen möglicher (neutraler) Zeugen, fotografieren Sie Unfallort und Schäden und unterschreiben Sie nichts, dessen Inhalt Sie nicht kennen.


Die Schadensregulierung in Italien unterscheidet sich insofern von der deutschen, als dass das italienische Zivilgesetzbuch grundsätzlich von der Schuld eines Autofahrers ausgeht.

Nach italienischem Recht ist der Fahrer bzw. seine Versicherung demnach grundsätzlich zum Schadenersatz verpflichtet – es sei denn er kann nachweisen, dass er sorgfältig gehandelt hat und der Unfall für ihn unvermeidbar war. Kann die Schuldfrage nicht abschließend geklärt werden, zahlt jeder der beiden Unfall-Parteien die Hälfte des Schadens.Zum Beweis für einen entstandenen Schaden reichen meist Fotos des Schadens aus – ein Gutachter muss in den meisten Fällen nicht beauftragt werden. Sollte doch ein Sachverständiger hinzugezogen werden, sind die Kosten dafür selbst zu tragen.

Im Prinzip herrscht in Italien eine Versicherungspflicht für PKW, nicht aber für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Mopeds. Hat der PKW-Fahrer seine Versicherung nicht bezahlt, verweigert die Assekuranz die Regulierung. Wer seine Ansprüche durchsetzen möchte, kann sich zum einen an einen Garantiefonds, den Fondo di Garanzia per le Vittime della Strada, wenden und um Schadenersatz bei Personenschäden mit Sachschäden bitten. Zum anderen ist es möglich, auf Regulierung zu klagen (actione directe) – dabei verklagt man neben der Versicherung aber auch gleich den Versicherungsnehmer und Fahrzeugführer. Es empfiehlt sich in diesem Fall, einen erfahrenen Anwalt zu Rate zu ziehen – die Kosten dafür sind jedoch meist aus eigener Tasche zu bezahlen. Zu beachten ist auch, dass der Schadenersatzanspruch schon zwei Jahre nach Eintritt des Schadens verjährt.

Im Schadensfall ist zuerst die eigene Kfz-Versicherung zu informieren, ggf. auch die Polizei und unter der Rufnummer +39 039 21 04 1 auch die italienische Notruf-Station des ADAC.

Die deutsche Botschaft kann behilflich sein, um die italienischen Behörden zu einer besseren (und schnelleren) Zusammenarbeit zu bewegen.

Hilfe im Notfall bietet u.a. auch der Deutsche Hilfsverein Rom (Associazione Germanica di Beneficenza Roma). Der gemeinnützige Verein (Tel.: +39 06 687 25 53) hilft deutschsprachigen Menschen in Rom dabei, ihre Interessen in gesundheitlichen, rechtlichen oder sozialen Notlagen durchzusetzen und vermittelt bei Bedarf zwischen deutschen und italienischen Behörden.


Unfall in Spanien

Italien

Ist man in Spanien in einen Autounfall verwickelt, so muss zunächst das Fahrzeug zum Stehen gebracht, der Unfallort gesichert und ggf. Verletzte versorgt werden. Sobald Unklarheit über die Schuldfrage herrscht oder Personen verletzt sind ist es notwendig, die Polizei hinzuzuziehen. Wichtig dabei ist, dass man nicht die Policía Local informiert, sondern die Guardia Civil de Trafico. Die nimmt ein Unfallprotokoll auf (nichts unterschreiben, von dem Sie nicht wissen, was drin steht!) und nimmt den Wagen des Unfallverursachers zunächst einmal in Verwahrung. Die Polizei erreichen Sie unter der Rufnummer 112, den Notarzt unter 016.In jedem Fall sollten Sie Kennzeichen, Name und Anschrift des Fahrzeugführers und –halters notieren, darüber hinaus den Namen der Versicherung und die Versicherungsnummer. Eine große Hilfe ist hier der Europäische Unfallbericht, in dem alle wichtigen Angaben festgehalten werden.
Informieren Sie darüber hinaus auch Ihre eigene Versicherung über den Unfall und reichen Sie den Unfallbericht, am besten versehen mit Name und Anschrift von Zeugen und beweiskräftigen Fotos, schnellstmöglich ein.


Die Schadensabwicklung kann auch bei einem Unfall in Spanien sowohl im Land als auch über den Regulierungsbeauftragten der spanischen Haftpflichtversicherung in Deutschland (Adresse und Ansprechpartner über Zentralruf) erfolgen.

Generell gilt ein ähnliches Prinzip wie in Italien: Kann man seine Unschuld beweisen, muss kein Schadenersatz geleistet werden – gelingt das nicht, trägt jeder Unfallgegner die Kosten des jeweils Anderen. Nicht ersetzt werden dabei Rechtsanwalts-, Gutachter-, Mietwagen-, Finanzierungs- und sonstige unfallbedingte Nebenkosten. Das ist umso bedenklicher, weil spanische Haftpflichtversicherer in so gut wie jedem Fall einen Gutachter entsenden und man die Hilfe eines Anwalts benötigt, um zu seinem Recht zu kommen.Übrigens: Am schwersten wiegt in Spanien eine Schuldanerkennung, noch mehr als Zeugenaussagen. Schafft man es also, eine Schuldanerkennung vom Unfallgegner zu erhalten, kann die Abwicklung schnell erfolgen. Das muss sie auch: Die Ansprüche verfallen bereits ein Jahr nach dem Unfall.

Erster Ansprechpartner bei einem Autounfall in Spanien sollte die eigene Kfz-Versicherung sein, gefolgt von ggf. Polizei und Diensten wie dem ADAC (Tel.: +34 93 508 28 28).

In dringenden Notfällen steht die deutsche Botschaft in Madrid unter der Rufnummer +34 91 557 9000 zur Verfügung.

Darüber hinaus hat die Polizei von Madrid einen eigenen Service nur für Touristen eingerichtet, den Servicio de Atención al Turista Extranjero (SATE). Das Büro in der Calle Leganitos Nr. 19 in Madrid ist täglich zwischen 9 und 12 Uhr besetzt. Telefonisch erreicht man SATE, wo es auch deutschsprachige Mitarbeiter gibt, unter der Nummer 902 102 112.


Was tun bei Unfall im Ausland?

Ein Verkehrsunfall im Ausland ist schnell passiert: Mal sind es die ungewohnten Witterungsbedingungen, mal ungewohnte Verkehrsregeln, mal Müdigkeit oder Unachtsamkeit, die einen Crash verursachen. Schnell stellt sich dann die Frage: Wer kommt für den entstandenen Schaden auf? Und wie komme ich als Urlauber eigentlich zu meinem Recht?In den folgenden Abschnitten erfahren Sie mehr darüber, was direkt nach einem Unfall in den beliebtesten Urlaubsländern beachtet werden sollte. Da sich die Regelungen zur Abwicklung zum Teil extrem unterscheiden, haben wir auch hier einige Informationen für Sie zusammengefasst. Darüber hinaus finden Sie für jedes Land Ansprechpartner vor Ort, die direkt am Unfallort und auch bei der Durchsetzung etwaiger Ansprüche hilfreich sein können.


Grüne Karte

Die Grüne Versicherungskarte ist den meisten Autofahrern ein Begriff: In vielen Urlaubsländern ist es ratsam sie mitzuführen, um im Schadensfall schnell und unkompliziert eine Schadensregulierung realisieren zu können. Was aber, wenn man in Deutschland unterwegs ist und es zu einem Unfall mit einem ausländischen Autofahrer kommt? Möglich ist das allemal: Deutschland ist einerseits ein Transitland und andererseits ist die Wahrscheinlichkeit gerade in grenznahen Urlaubsregionen groß, auf ausländische Autofahrer zu treffen. An wen wendet man sich dann aber im Schadensfall?

Möglich und sinnvoll ist es natürlich auch dann, den europäischen Unfallbericht zu nutzen um Schäden und Unfallhergang protokollieren zu können. Als Ansprechpartner steht neben dem Zentralruf der Autoversicherer auch das Deutsche Büro Grüne Karte zur Verfügung. Zu den Mitgliedern dieses Vereins mit Sitz in Berlin zählen die in Deutschland tätigen Kfz-Haftpflichtversicherer. Aufgabe des Vereins ist es, den Verkehrsopferschutz bei Unfällen in Deutschland zu verbessern, an denen Kraftfahrzeuge, die außerhalb ihres Zulassungslandes unterwegs sind, beteiligt sind. Zum einen gibt der Verein die Grünen Karten an deutsche Versicherungsnehmer aus – zum anderen reguliert er Ersatzansprüche, die sich gegen ausländische Schadensverursacher richten.


Europäischer Unfallbericht

Ein Unfall im Ausland bedeutet oftmals Ärger in mehrfacher Hinsicht: Spätestens wenn ein Sach- oder Personenschaden entsteht gilt es, sich über die Regulierung zu einigen. Was insbesondere dann erschwert wird, wenn die Unfallbeteiligten unterschiedliche Sprachen sprechen.

Hilfreich ist hier der Europäische Unfallbericht, den Sie am besten immer zusammen mit einem Kugelschreiber griffbereit im Handschuhfach mit sich führen. Der europaweit einheitliche Unfallbericht des Europäischen Versicherungsverbandes ist in jeder verfügbaren Landessprache sowohl inhaltlich als auch grafisch einheitlich gestaltet und durchnummeriert, was das Ausfüllen auch bei „internationalen“ Verkehrsunfällen deutlich erleichtert. Er besteht aus zwei identischen Teilen in zwei Sprachen (z.B. Deutsch-Englisch oder Deutsch-Spanisch). Zu notieren sind darauf u.a. alle wichtigen Daten beider Unfallparteien sowie der Unfallhergang samt Unfallskizze. Im Folgenden haben Sie die Möglichkeit, den europäischen Unfallbericht herunterzuladen.

In jedem Fall muss der Bericht von allen Beteiligten unterzeichnet werden – nur so wird er auch von den Assekuranzen anerkannt. Die Unterschrift ist jedoch nicht mit einem Schuldeingeständnis gleichzusetzen, die Klärung der Schuldfrage obliegt bei gegensätzlichen Ansichten ggfs. einem Gericht. Jede der Unfallparteien erhält einen Durchschlag bzw. eine eigene Ausführung des Berichtes, um damit ggfs. eigene Ansprüche gegen die jeweils gegnerische Assekuranz geltend machen zu können. Wichtig ist, dass das jeweilige Dokument nach Unterzeichnung durch beide am Unfall beteiligten Parteien nicht mehr verändert wird! Zuhause angekommen muss es unverzüglich der (eigenen) Kfz-Versicherung übersendet werden.


Zentralruf der Autoversicherer

Der Zentralruf der Autoversicherer ist nach Anlaufstellen im Urlaubsland der wichtigste Ansprechpartner für deutsche Autofahrer, die einen Schaden regulieren wollen bzw. müssen. Dabei handelt es sich um eine staatliche Auskunftstelle, die 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr unter einer deutschen Rufnummer zu erreichen ist. Nach einem Unfall in Deutschland, im europäischen Ausland sowie in Norwegen, Island, Lichtenstein und in der Schweiz ermittelt sie den zuständigen Schadensregulierer im Ausland.

Aus Deutschland : 0800 – 250 260 0

Aus dem Ausland : +49 40 300 330 300

Zur Ermittlung der zuständigen gegnerischen Versicherung benötigt die Auskunftstelle lediglich das Kennzeichen des Unfallgegners, den Schadentag und bei Unfällen im Ausland das Unfall-Land. Die Bearbeitung der Anfrage über die Hotline dauert lediglich wenige Minuten – deutsche Geschädigte müssen also nicht warten, bis sich der Unfallgegner bei seiner Versicherung meldet und kommen so schneller an ihr Geld. Konkret erhalten sie Angaben zum Versicherungsverhältnis des Unfallgegners, Informationen zur ausländischen Versicherung und eine Auskunft darüber, wer in Deutschland der entsprechende Ansprechpartner ist. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners sollte sich mit diesen Informationen schnell ausfindig machen und kontaktieren lassen. Übrigens: Sollte die ausländische Assekuranz innerhalb von 3 Monaten nach dem Schaden keine angemessene Reaktion zeigen, rät der Zentralruf dazu, den Verein Verkehrsopferhilfe einzuschalten.

Für diesen Service fallen keine Kosten an, lediglich die Telefonkosten müssen Anrufer begleichen. Diese belaufen sich auf 6 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz und max. 42 Cent/Minute aus den Mobilfunknetzen.