Kfz-Haftpflichtversicherung: Leistungen im Überblick

Haftpflicht


Die KFZ Haftpflichtversicherung ist vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben. Ohne eine solche Haftpflicht-Versicherung dürfen Sie kein Fahrzeug zulassen und nicht im Strassenverkehr bewegen. Für die Zulassung beim Straßenverkehrsamt müssen Sie deshalb eine elektronische Versicherungsbestätigung bzw. mancherorts eine Versicherungsbestätigungskarte – oft auch Doppelkarte genannt – vorlegen.



Dem Pflichtversicherungsgesetz liegt der Gedanke zugrunde, dass ein geschädigtes Verkehrsopfer seine berechtigten Ansprüche durchsetzen können und der Schädiger auch finanziell in der Lage sein muss, selbst größere Schäden zu bezahlen. Gerade bei Personenschäden ist die Höhe möglicher Entschädigungen schwer einzuschätzen und übersteigt nicht selten die finanziellen Möglichkeiten des Schädigers. Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt also das Risiko von Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab, die durch den Gebrauch des jeweiligen Fahrzeuges entstehen.

Geltungsbereich der Kfz-Haftpflichtversicherung

Der Geltungsbereich dieser Versicherung ist Europa. Geographische Erweiterungen zu vereinbaren, ist oft gegen Prämienaufschlag möglich.



Die grüne Karte

Der Nachweis für eine Kfz-Haftpflicht-Versicherung im Ausland ist die Internationale Versicherungskarte (IVK), auch grüne Karte genannt. Mit ihr bescheinigt der Versicherer das Bestehen einer Haftpflichtversicherung mit den gesetzlichen Mindestsummen, die in dem jeweiligen Land vorgeschrieben sind, höchstens aber mit den vertraglich vereinbarten Deckungssummen. Die Mindestdeckungssummen sind in den Ländern der EU oder den USA durchaus verschieden. In Deutschland belaufen sich die gesetzlichen Mindestdeckungssummen derzeit auf 2,5 Millionen EURO pro Schadenfall für Personenschäden, 500.000 EURO für Sachschäden und 50.000 EURO für Vermögensschäden.


Die Antragsannahme

Der Versicherer hat nicht das Recht, einem potentiellen Kunden die Deckung im Rahmen einer Haftpflichtversicherung zu verwehren, da der Abschluss eines Vertrages einen gesetzlichen Zwang darstellt. Einzige Ausnahmen sind dabei:

Der Versicherungsnehmer hatte bereits ein Fahrzeug bei der betreffenden Gesellschaft versichert und wurde aufgrund eines Schadenereignisses, nicht rechtzeitig bezahlter Prämie sowie arglistige Täuschung, Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht oder Drohung von Seiten des Versicherungsnehmers von dieser Gesellschaft bereits gekündigt.

Der Annahme des Vertrages stehen sachliche oder örtliche Beschränkungen des Geschäftsplanes des betreffenden Versicherers entgegen, z.B. kann ein Unternehmen auf eine bestimmte Region beschränkt sein oder auf einen bestimmten Personenkreis. Die Gesellschaft berechnet nach ihrem Tarif einen Beitragszuschlag, den der potentielle Kunde nicht bezahlen möchte. Widerspricht ein Versicherer einem Antrag jedoch nicht innerhalb von zwei Wochen, gilt er als angenommen.


Deckungsumfang

Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt die gesetzliche Schadenersatzpflicht des Versicherungsnehmers, die durch den Besitz und den Gebrauch des Fahrzeuges entsteht. Sie umfasst sowohl Personen-, Sach-, wie auch Vermögensschäden. Der Versicherungsschutz beinhaltet dabei: die Prüfung der Haftungsfrage die Befriedigung berechtigter Ansprüche die Abwehr unberechtigter Ansprüche die Übernahme zivilrechtlicher Ansprueche und die Führung eines Rechtsstreites im Namen des Versicherungsnehmers, jedoch auf Kosten des Versicherungsunternehmens.

Der Haftpflichtversicherer prüft also zuerst, ob Sie für ein Schadenereignis haftbar zu machen sind und übernimmt von sich aus die Regulierung dieses Schadens. Andererseits wehrt er jedoch auch unberechtigte Ansprüche eines Geschädigten ab. Im Schadenfall brauchen Sie sich bei der Regulierung um nichts zu kümmern. Sobald die Regulierung abgeschlossen ist, teilt Ihnen der Versicherer die Aufwendungen für den Schadenfall mit. Gemäß den Tarifbestimmungen für die Kraftfahrzeugversicherung haben Sie dann sechs Monate Zeit, die Regulierungskosten dem Versicherer zurückzuerstatten und damit eine Belastung des Schadenfreiheitsrabattes im nächsten Kalenderjahr zu vermeiden.


Vorläufige Deckung

Bei der Zulassung eines Pkws muss der Fahrzeughalter eine Versicherungsbestätigung vorweisen können – dies erfolgt entweder gegen Vorlage der Versicherungsbestätigungskarte oder durch Angabe der Versicherungsbestätigungsnummer. Auf diese Weise wird gegenüber der Zulassungsstelle nachgewiesen, dass für das Fahrzeug ein Versicherungsschutz bzw. eine so genannte Deckungszusage besteht. Dieser Schutz gilt nur vorläufig und wird deshalb als vorläufige Deckung bezeichnet.