Passende Kfz-Versicherung für Fahranfänger: Tipps und Tricks


Fahranfänger


Wie Sie Fallstricken aus dem Weg gehen können

Die Tarifsysteme von Kfz-Versicherungen sind mittlerweile komplexer denn je. Online-Preisvergleiche können dabei helfen, Licht ins Dunkel zu bringen. Aber Vorsicht: Nicht alle Dienstleister berücksichtigen alle Anbieter, die für Sie in Frage kommen könnten. Nutzen Sie daher im Idealfall mehrere Online-Vergleiche und versuchen Sie Ihre Suchergebnisse zwischenzuspeichern. Geben Sie zudem nur Daten preis, die auch tatsächlich benötigt werden.

Leistungen der Autoversicherung im Vergleich

Bei kaum ein anderen Versicherung können die Unterschiede bei den Kosten so groß sein, wie bei der Kfz-Versicherung. Die Schere geht dabei besonders bei Führerscheinneulingen auf. Daher sollten junge Fahrer unbedingt die Preise vergleichen. So ermittelte Finanztest Ende 2013 Beitragsunterschiede von mehr als 2.500 Euro im Jahr.

Achten Sie darauf, dass Sie auch im Schadensfall umfassend geschützt sind und beziehen Sie Ihre Lebensumstände ein. Eine Absicherung gegen Marderbisse und entsprechende Folgeschäden lohnt sich beispielsweise, wenn Ihr Auto das ganze Jahr draußen und nicht in der Garage steht.

Da Versicherungsnehmer und damit auch Fahranfänger jedes Jahr in eine günstigere Schadenfreiheitsklasse rutschen, wenn sie unfallfrei bleiben, verringert sich der Gesamtbeitrag an den Versicherer. Beitragserhöhungen können so einfach unter den Tisch fallen. Achten Sie daher auf der Jahresrechnung auf den sogenannten Vergleichsbeitrag. Dieser Betrag verrät, wie viel der Kunde im Vorjahreszeitraum gezahlt hätte, wenn er zu diesem Zeitpunkt schon in der neuen Schadenfreiheitsklasse gewesen wäre.

Kunden sollten nicht nur bei Vertragsabschluss umfassend vergleichen. Experten empfehlen einen jährlichen Vergleich. Habe Sie ein passenderes Angebot entdeckt, können Sie in der Regel bis zum 30. November eines Jahres kündigen (Kalenderjahr als Grundlage) und zu einem anderen Anbieter wechseln. Bei einigen wenigen Anbietern gelten andere Fristen, wenn sie das Versicherungsjahr als Basis ansetzen. Dies ist den Versicherungsbedingungen im Vertrag zu entnehmen. In manchen Fällen kann es auch günstig sein zu kündigen und sich als Neukunde anzumelden.


Checkliste: 10 Wege, wie Sie Ihre Kosten reduzieren können

In der Regel empfiehlt es sich den Führerschein so früh wie möglich zu machen, auch wenn der erste Autokauf zunächst nicht geplant ist. Wenn Sie sich später für den Kauf eines Fahrzeugs entscheiden, profitieren Sie so von einer besseren Einstufung in die Schadenfreiheitsklassen.

Auch die Wahl des Fahrzeugstyps kann die Beitragshöhe der Kfz-Versicherung beeinflussen. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ermittelt einmal im Jahr die sogenannte Typklasse für jedes in Deutschland zugelassene Fahrzeugmodell. Neben dem ermittelten Schadensfällen haben hier das Alter der Fahrzeughalter sowie das Alter des jüngsten Fahrers Einfluss auf die Einstufung. Je höher die Typklasse, desto höher der Beitrag. Hier können die bei Fahranfängern beliebten alten Gebrauchtwagen nachteilig sein, da sie meist in teure Klassen eingruppiert sind. Entscheiden Sie sich daher bei günstigen Autos eher für für Fahranfänger untypische Modelle. Alternativ: Investieren Sie in ein teureres Auto in einer günstigeren Typklasse und sparen Sie damit Kosten bei der Versicherung.

Eine weitere Möglichkeit ist die Anmeldung des Fahrzeugs als Zweitwagen der Eltern. Zu prüfen ist dabei, ob der Fahranfänger das Auto auch fahren darf, denn manche Versicherer schließen unter 24-Jährige aus. Je nach Versicherer können die Schadenfreiheitsklassen beider Verträge verbunden werden. Da dann aber beide Policen bei einem Unfall des Fahranfängers hochgestuft werden, ist dieses Modell zu überdenken. Der große Nachteil an der Zweitwagenregelung ist jedoch, dass der Fahranfänger selbst keinen Schadenfreiheitsrabatt sammeln kann, sondern nur der Versicherungsnehmer, in diesem Fall die Eltern. Bei einigen Anbietern kann der Rabatt aber nach etwa drei Jahren auf den Sohn oder die Tochter übertragen werden.

Vorteilhaft kann die Übertragung von schadensfreien Jahren von nahen Verwandten, z.B. den Großeltern sein. Da der Verwandte aber seine Einstufung verliert, ist dies nur lohnenswert, wenn der Wagen des Verwandten endgültig abgemeldet werden soll. Aufgrund der Tatsache, dass lediglich die schadenfreien Jahre gutgeschrieben werden können, in denen der Fahranfänger bereits einen Führerschein hatte, empfiehlt sich dies in der Regel eher für ältere Fahranfänger. Manche Gesellschaften erlauben die Übertragung jedoch nur zwischen Ehe- und Lebenspartnern.

Wer sein erstes Auto bei der gleichen Versicherungsgesellschaft wie die Eltern absichert, kann unter Umständen von Vergünstigungen profitieren. So bieten einige Gesellschaften 140 (75 Prozent im neuen Rabattsystem) statt 230 Prozent des Grundbetrags.

Wer sich für das “begleitende Fahren ab 17” und/oder das Fahrsicherheitstraining z.B. des ADAC oder durch Berufsgenossenschaften entscheidet, kann ebenfalls Vergünstigungen erhalten, wenn eine Bestätigung der Teilnahme vorgelegt werden kann. Beachten Sie jedoch, nicht jeder Anbieter fördert das begleitende Fahren.

Je nach Versicherer erhalten Sie einen Garagenrabatt, einen Preisnachlass für Alleinfahrer oder für wenige Jahreskilometer oder wenn Sie eine Bahncard besitzen.

Rabattmöglichkeiten räumen Versicherungsgesellschaften auch manchmal ein, wenn der Fahranfänger vorher ein Mofa oder ein Moped auf sich zugelassen hatte.

Wer unfallfrei bleibt, kann in den ersten Jahren seine Beiträge besonders schnell reduzieren. Dazu zählt auch, kleinere Schäden nicht über die Versicherung zu regulieren.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und muss daher in jedem Fall abgeschlossen werden. Die Teil- und Vollkaskoversicherung ist je nach Fahrzeugtyp eher optional. Ältere Gebrauchtwagen benötigen in der Regel keine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung.

Der Erhalt des Führerscheins und der erste Autokauf ist insbesondere für junge Erwachsene auf dem Land ein großer Schritt in die mobile Unabhängigkeit. Um diese aufrechtzuerhalten, muss neben den Anschaffungs- und laufenden Kosten jedoch auch viel Geld für die Kfz-Versicherung ausgegeben werden.


Fahranfänger haben es in der Regel schwer, eine Versicherung mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis zu erhalten. Die Versicherungsgesellschaften begründen die teure Absicherung im Vergleich zu erfahreneren Fahrern häufig mit der fehlenden Fahrpraxis und dem damit einhergehenden statistisch erhöhten Unfallrisiko. So fallen für diese Zielgruppe häufig mehr als das Doppelte der Grundprämie an – zumindest solange, bis neue Kfz-Telematik-Tarife noch nicht zur Normalität geworden sind. Mit welchem Risikoaufschlag Fahranfänger rechnen müssen und mit welchen Tricks sie sich eine günstigere Police sichern können.


Erstversicherung für Junge: Preise und Leistungen

Wesentlichen Einfluss auf die Beitragshöhe hat die Einstufung in die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse), die besagt, wie viele Jahre bereits ohne eine Schadensmeldung, gefahren wurde. Dabei gilt: Je niedriger die Schadenfreiheitsklasse, desto teurer der Versicherungsbeitrag. Fahranfänger werden in der Regel in der teuren Schadenfreiheitsklasse 0 eingestuft, was je nach Versicherung bis zu 240 Prozent des Grundbeitrags entsprechen kann. So können je nach Anbieter und Fahrzeug im Jahr schnell bis 3.600 Euro nur für die Kfz-Haftpflichtversicherung zusammenkommen. Wer den Führerschein dagegen länger als drei Jahre besitzt, erhält eine bessere Absicherung (SF ½ bis SF 3).



Infografiken und Checklisten – Alles wichtige auf einen Blick

  • Infografik Fahranfänger
  • Slider Fahranfänger

Kfz-Versicherungen für Anfänger im Test


Der Stiftung Warentest Ableger Finanztest hat im Januar 2013 die Angebote für Fahranfänger in der Kfz-Versicherung genauer unter die Lupe genommen. Modellkundin war eine 19-Jährige Studentin, die in Hamburg wohnt. 


Grundprämie und Prozente für Anfänger beachten

Die meisten Versicherer teilen mittlerweile in bis zu 35 Schadensfreiheitsklassen mit niedrigeren Rabattsätzen ein. Fahranfänger werden dann bei ihnen mit 95 Prozent der Grundprämie eingestuft. Dies sieht zunächst vielversprechend aus. Doch viele Versicherer haben gleichzeitig ihre Grundprämie erhöht und die Kosten sind dann wieder mit denen der alten SF-Klassen vergleichbar. Achten Sie daher neben den Prozenten auch stets auf die Höhe der Grundprämie!


Kfz-HaftpflichtHaftpflicht & TeilkaskoHaftpflicht/ Teilkasko/ begleites Fahren
AdmiralDirekt (Basis) 842 Euro p.a.AdmiralDirekt (Basis) 905 Euro p.a.AdmiralDirekt (Basis) 873 Euro p.a.
AdmiralDirekt (Komfort) 851 Euro p.a.AdmiralDirekt (Komfort) 917 Euro p.a.AdmiralDirekt (Komfort) 884 Euro p.a.
Itzehoer (Simple Drive) 971 Euro p.a.Itzehoer (Simple Drive) 1023 Euro p.a.Huk24 (Basis) 1.000 Euro p.a.
Quelle: Finanztest 1/2013 Kfz-Versicherungsbeiträge für Fahranfänger