Impfung und Immunisierung gegen die Schweinegrippe

Die Impfkampagne der Bundesrepublik Deutschland gegen die Schweinegrippe hat bereits Ende 2009 stattgefunden. Seit 2010 werden Patienten durch die herkömmliche Gripppeschutzimpfung automatisch gegen die Schweinegrippe geimpft.

Verwendeter Impfstoff in Deutschland und Nebenwirkungen

InformationEnde November des Jahres 2009 wurden im Rahmen der bundesweiten Impfkampagne zunächst Personen des öffentlichen und medizinischen Dienstes immunisiert. Seit dem 10. November 2009 konnten sich auch Privatpersonen impfen lassen. Die Bundesregierung sah zu dieser Zeit verschiedene Impfstoffe für die Bevölkerung vor, welche unterschiedliche Nebenwirkungen zur Folge haben konnten. Um weitere großangelegte Impfkampagnen vermeiden zu können, wurde das Immunisierungsserum gegen die Schweinegrippe in den Impfstoff gegen die saisonale Influenza eingegliedert. Seit 2010 ist daher keine extra Impfung gegen die Schweinegrippe mehr notwendig.

Verwendeter Impfstoff in Deutschland und Nebenwirkungen

Innerhalb der EU sind drei verschiedene Impfstoffe zugelassen: Focetria, Pandemrix sowie Celvapan. Die Seren Focetria und Pandemrix enthalten den Wirkstoff Adjuvantien. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die die Immunisierung verstärken soll, aber auch stärkere Nebenwirkungen zur Folge haben kann. Bei den Wirkungsverstärkern handelt es sich um Öl-Wasser-Emulsionen, die unter anderen Squalen enthalten, eine aus Haifischleber gewonnene Substanz.

Patienten müssen bei Focetria und Pandemrix mit folgenden Nebenwirkungen rechnen:

  • Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle
  • teilweise mehrtägige Kopf- und Gliederschmerzen

KinderMediziner empfehlen, Kinder nicht mit einem adjuvantienversetzten Impfstoff immunisieren zu lassen. Das gilt auch für Schwangere. Für die genannten Per­sonen ist daher das Präparat Celvapan geeignet, da dieses keine Konser­vierungs­stoffe oder Verstärker besitzt. Gemäß der Regelungen der Bundes­regierung ist der Impfstoff Celva­pan jedoch allein für Angehörige der Bundesregierung und Pandemrix allein für Privatpersonen vorgesehen.

Impfkampagne in Deutschland

Die deutschlandweite Impfkampagne gegen die Schweinegrippe war die erste Massenimpfung seit 41 Jahren. Hierfür bestellte die Bundesregierung Ende Juli 2009 etwa 50 Millionen Dosen beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK). Beginn der Kampagne war der 26. Oktober 2009. Ein früherer Beginn war nicht möglich, da die Testphase des Impfstoffes bis August andauerte und die Produktion somit erst im September begonnen werden konnte. Eine gewisse Testphase ist notwendig, um mögliche Nebenwirkungen weitreichend ausschließen zu können.

Die Durchführung der Impfaktion fand vor allem in Arztpraxen und Krankenhäusern statt, aber auch Schulen und Turnhallen wurden in Betracht gezogen.

Nationaler Impfplan in Deutschland

In Bezug auf die Reihenfolge der zu impfenden Personen hat das Robert Koch Institut einen nationalen Impfplan erstellt. Dieser orientiert sich am weltweiten Pandemieplan der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wurde 2004 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Der Plan sieht vor, die Impfung bestimmter Personengruppen in folgender Reihenfolge durchzuführen:

  1. Mitarbeiter im Gesundheitswesen und im öffentlichen Dienst, dazu gehören: Beschäftigte in Arztpraxen, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten sowie Krankenhauspersonal, Feuerwehr und Polizei
  2. Grund: Medizinische Versorgung sowie die Ordnung aufrecht erhalten
  3. Schwangere
  4. Grund: größere Gefahr der schweren Erkrankung oder Fehlgeburt
  5. Impfung erfolgt nur bei zweifelsfreier Risikolosigkeit des Impfstoffs
  6. Menschen mit chronischen Erkrankungen, dazu gehören: Asthmatiker, Patienten mit chronischer Bronchitis, mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mit Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetiker, HIV-Infizierte, Menschen mit Multipler Sklerose und schwerer Fettleibigkeit
  7. Grund: Besondere Lebensgefahr durch das Virus A/H1N1

Nachdem die Impfung dieser Personen abgeschlossen wurde, werden auch Personen im Alter von 15 bis 49 Jahren sowie Kinder geimpft. Ältere Personen, sofern sie keine Risikopatienten sind, werden zuletzt immunisiert. Insgesamt sollen ca. 24,6 Millionen deutsche Bundesbürger (30 Prozent) präventiv behandelt werden. In der Bundesrepublik Deutschland hat die Impfkampagne gegen die Schweinegrippe Kosten von etwa 600 Millionen bis eine Milliarden Euro verursacht. Die Kosten wurden zu 50 Prozent durch die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen und durch Bund bzw. Länder getragen.

Finanzierung der Impfung

Die Finanzierung der Schweinegrippeimpfung war Angelegenheit der Länder. Diese haben spezielle Fonds eingerichtet, durch welche die Honorarkosten der Ärzte, sowie der Impfstoff finanziert werden sollten. Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben in diesen Fonds pauschale Beiträge eingezahlt, deren Höhe zuvor in der Impfverordung verankert wurde. Hierfür wurde insgesamt für jeden Patienten ein Kostenaufwand von maximal 28 Euro veranschlagt. Bestandteil dieser Summe waren das Spritzbesteck für etwa zehn Euro und der Impfstoff für etwa 18 Euro.

Kostenerstattung in der privaten Krankenversicherung

Durch einen Beschluss des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) in Berlin wurde geregelt, dass sich auch die private Krankenversicherung (PKV) an der Kostendeckung der Schweinegrippeimpfung beteiligt. Nach Ansicht des PKV-Verbands durften die Ärzte Aufgrund dieser Anteilnahme keine weiteren Privatrechnungen ausstellen, da die Mediziner in diesem Falle eher als staatliches Hilfsorgan wirksam würden. Ärzte konnten ihre Dienste daher nur über die entsprechenden Länder vergüten lassen.

Anders als in der gesetzlichen Vorsorge konnten privat Versicherte daher nicht verpflichtet werden, Eigenleistungen bezüglich der Impfung zu zahlen. Die Versicherungsnehmer erhielten keine Rechnung über die erfolgte Impfung, die Impfung war somit kostenlos. Stellten Ärzte die Impfung dennoch in Rechnung, mussten sie von den Versicherten nicht gezahlt werden.

Kostenerstattung in der gesetzlichen Krankenversicherung

Auch für gesetzlich Versicherte war die Impfung gegen die Schweinegrippe kostenlos. Die Impfung wurde vom Staat empfohlen, da ihr ein Pandemie-Potential zugeschrieben wurde. Die Praxisgebühr musste für die Impfung nicht gezahlt werden, da für alle Vorsorgeuntersuchungen eine Befreiung von der Praxisgebühr besteht.

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