Gesund und finanziell sicher durch die Schwangerschaft

Schwangerschaft und Geburt sind ein sehr bedeutsamer Teil menschlichen Lebens. Der Ratgeber Familie beschreibt den Weg zu einer problemlosen Schwangerschaft. Informationen von den ersten Anzeichen einer Schwangerschaft über die medizinische Vorsorge zu den Leistungen der Krankenversicherung können Hilfestellung geben.

Schwangere Frau

Das sicherste und eindeutige Anzeichen für eine Schwangerschaft ist das Ausbleiben der Menstruation. Wenn eine Krankheit ausgeschlossen werden kann, so bedeutet die fehlende Monatsblutung, dass sich ein befruchtetes Ei in der Gebärmutter eingenistet hat. Doch bereits vor diesem Zeitpunkt gibt es bei vielen Frauen erste Anzeichen für eine Schwangerschaft. Hormone überschwemmen und verändern den weiblichen Körper. So ist es möglich, dass man schneller müde wird. Der erste Druck auf die Blase bewirkt, dass die Toilette häufiger aufgesucht wird. Bereits sehr früh fühlen sich viele Frauen aufgebläht, leiden unter Bauchkrämpfen und spüren ein Ziehen in den Brüsten. Die bekannte morgendliche Übelkeit mit Erbrechen, Sodbrennen und Heißhunger kann bereits in einem frühen Stadium auf eine Schwangerschaft hindeuten.

Der Schwangerschaftstest

Auch gegen Reisen gibt es keine Argumente. Wie beim Sport gilt auch hier: Keine Übertreibungen! Höchstleistungen wie Bergbesteigungen oder das Aufstellen von Tauchrekorden kann schädlich sein. Reisen soll entspannen und erholsam sein. Lange Flugreisen können Stress bedeuten und sind deshalb gut zu überlegen.

Letzte Gewissheit

Letzte Sicherheit kann aber nur Frauenarzt bringen, dessen sogenannter HCG-Test mit einem Bluttest das Hormon nachweist. Dieser sehr sichere Test kann bereits neun Tage nach der Befruchtung durchgeführt werden. Der Frauenarzt kann ebenfalls bei einer gynäkologischen Untersuchung sehr frühe körperliche Veränderungen feststellen.

Der Mutterpass

Wenn die Schwangerschaft festgestellt ist, so wird der Frauenarzt den Mutterpass ausstellen, ein sehrwichtiges Dokument. Er hält den den Verlauf der Schwangerschaft fest und enthält alle Daten zur effektiven Betreuung in der Schwangerschaft und nach der Geburt. So werden zum Beispiel die Blutgruppe und der Rhesusfaktor im Mutterpass eingetragen. Dieser Faktor (D+ oder D-) ist wichtig für den Verlauf der Schwangerschaft. Bei einer Unverträglichkeit der Blutgruppen durch den Rhesusfaktor muss der Arzt rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um Schaden für Mutter und Kind zu verhindern. Auch Blutdruckmessungen und andere Untersuchungsergebnisse werden dort festgehalten. Der Mutterpass sollte immer mitgeführt werden.

Zeitraum Schw.-Wochen Verlauf
1. Trimester oder 1. Trimenon 1. bis 12. Woche Der Embryo entwickelt sich. Die Organe werden gebildet, Kopf und Gliedmaßen entwickelt. Die ersten Nervenzellen im Kopf werden verbunden. Die Schwangerschaft ist noch nicht sichtbar. Gerade in diesem Zeitraum gibt es häufig Beschwerden.
2. Trimester oder 2. Trimenon 13. bis 28. Woche Schwerpunkt ist die Größenzunahme des Embryos. Auch deshalb wächst nun der Bauch der werdenden Mutter. Anfängliche Beschwerden lassen nach.
3. Trimester oder 3. Trimenon 29. bis 40. Woche Das Baby ist jetzt lebensfähig und könnte als Frühgeburt überleben. Mehr Zeit bedeutet aber eine bessere Entwicklung. Viele Frauen klagen vermehrt über Beschwerden. Die Schwangere braucht Schonung, muss Kraft und Energie tanken.

Tipps zum Verhalten während der Schwangerschaft

Ein Grundsatz sollte bestimmend für das Verhalten in der Schwangerschaft sein:

Eine schwangere Frau ist nicht krank.

Doch die Schwangerschaft ist eine besondere Lebenssituation, die ein paar Regeln verlangt. Es ist für Mutter und Kind gleichermaßen wichtig, sich wohl und gesund zu fühlen. Ausreichende Bewegung kann dazu beitragen, denn Bewegung fördert die Durchblutung, regt den Kreislauf an und beeinflusst das Allgemeinbefinden positiv. Aber ein Zuviel kann der kindlichen Entwicklung schaden. Schwimmen, Spaziergänge oder Gymnastik sind ideale Betätigungsfelder.

Schwanger auf Reisen

Angestellte, Selbständige und Beamte sind die drei größten Gruppen der Privatversicherten. Doch das System steht weiteren Personengruppen ebenso offen, dazu zählen.

Weitere Berufsgruppen im Überblick

Selbst bei Arbeitslosigkeit ist eine private Krankenversicherung möglich, allerdings nur für Personen, die bereits vor der Arbeitslosigkeit hier versichert waren. Welche Versicherung generell am besten passt, kann über einen aktuellen PKV-Vergleich im Internet geprüft werden.

Gegen Sex in der Schwangerschaft spricht ebenfalls nichts. In einer normalen Schwangerschaft sind Ängste, das Kind könne Schaden nehmen, völlig unbegründet. Was beiden Partnern gefällt, ist erlaubt. Bei Auffälligkeiten, Schmerzen oder Blutungen sowie bei jeder Risikoschwangerschaft sollte der Arzt befragt werden.

Medikamente dürfen nur dann eingenommen werden, wenn es die Gesundheit von Mutter oder Kind erfordert. Ohne Absprache mit dem Arzt sollte kein Arzneimittel zur Anwendung kommen.

Beschwerden in der Schwangerschaft

Durch die stetige Gewichtszunahme und diehormonellen Veränderungen kann es zu Beschwerden kommen. In den meisten Fallen sind das aber übliche Begleiterscheinungen in verschiedenen Ausprägungen, die nach der Schwangerschaft wieder verschwinden.

Für all diese Probleme gibt es Hilfe und medizinische Mittel. Vielen Unannehmlichkeiten kann man vorbeugen. Werden zum Beispiel dieGrundsätze gesunder Ernährung und maßvoller Bewegung eingehalten, werden viele Unannehmlichkeiten bereits im Keim erstickt. Bei den eher kleinen Widrigkeiten des Alltags sind Hausmittel die erste Wahl, damit es der Mutter besser geht und dem Baby kein Schaden zugefügt wird. Die positive Einstellung zur Schwangerschaft, zum Kind und zum eigenen Körper ist die Grundlage für eine gut verlaufende Schwangerschaft. Die Mutter muss sich den veränderten Bedingungen anpassen, alles eher langsam angehen und öfter Ruhepausen einlegen. Bei ernsthaften Beeinträchtigungen oder gar Krankheiten ist der Frauenarzt die wichtigste Anlaufstelle. Ohne Absprache mit dem Frauenarzt sollten keine Medikamente eingenommen werden.

Mögliche Beschwerden

  • Krampfadern
  • Häufiger Harndrang
  • Kurzatmigkeit
  • Übelkeit am Morgen
  • Rückenschmerzen
  • Müdigkeit und Schlafstörungen
  • Schwangerschaftsstreifen
  • Sodbrennen und Magenbeschwerden
  • Wadenkrämpfe
  • Ödeme
  • Zahnbeschwerden

Der Begriff der Risikoschwangerschaft bedeutet nicht, dass es für Mutter oder Kind eine aktuelle Gefahrenlage gibt. Vielmehr müssen bei bestimmten Sachlagen zusätzliche Regelungen und Maßnahmen erfolgen, die zur Sicherheit von Mutter und Kind notwendig sind.

Ein Faktor für eine Risikoschwangerschaft ist beispielsweise das Alter. Bei Frauen unter zwanzig Jahren oder bei Frauen über 35 Jahren kann es zu Problemen kommen. Wenn frühere Schwangerschaften schlecht verliefen oder gar mit Fehlgeburten endeten, sind Vorsichtsmaßnahmen ebenfalls nötig. Gutartige Geschwülste in der Gebärmutter und Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz- oder Lungenerkrankungen und Diabetes können negative Auswirkungen auf die Schwangerschaft haben. Permanente Begleitung und genaue Überwachung sind während einer Risikoschwangerschaft zur Sicherheit nötig.

Sämtliche Kosten für eine Entbindung im Krankenhaus werden von der Krankenversicherung übernommen. Auch die Aufwendungen für eine Hausgeburt und die nachher notwendige Pflege werden übernommen. Ein Geburtshaus steht unter der Leitung von Hebammen und ist für eine normale Geburt ohne Komplikationen ausgerüstet. Für Risikoschwangerschaften ist in einem Geburtshaus kein Platz. Die Krankenkassen zahlen auch hier die Arbeit der Hebammen, nicht aber die Kosten für Unterhalt und Verpflegung. Das bleibt meistens der werdenden Mutter vorbehalten. Natürlich übernimmt auch die private Krankenversicherung all diese Kosten.

  • regelmäßiges Abhören der Herztöne
  • gynäkologische Untersuchungen
  • Untersuchungen nach Ödemen, Krampfadern und Hämorrhiden
  • Bestimmung von Gewicht und Blutdruck
  • Urinuntersuchung
  • Ausstellung des Mutterpasses in der 6. Schwangerschaftswoche
  • Bestimmung der Blutgruppe
  • Untersuchung auf Antikörper, Röteln, Syphilis und Clamydien
  • Bestimmung der roten Blutkörperchen (Hb-Test)
  • HIV-Test (bei medizinischer Indikation)
  • Blutentnahme zum Test auf Infektionskrankheiten (kostenpflichtig)
  • Nackenfaltenuntersuchung per Ultraschall (kostenpflichtig)
  • Glucose-Toleranztest (kostenpflichtig)
  • Injektion bei Rhesus-negativer Blutgruppe
  • Abstrich zur Untersuchung bakterieller Infektionen (kostenpflichtig)

Kostenerstattung für gesetzlich Versicherte

Die gesetzlichen Krankenkassen begleiten Frauen durch die gesamte Zeit der Schwangerschaft. Die Freude über das Baby steht natürlich immer im Vordergrund, doch auch finanzielle Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt für die sorglose Vorbereitung auf den Nachwuchs.

  • Betreuung durch einen Arzt und die Hilfe einer Hebamme
  • Kostenfreie Versorgung mit Medikamenten, Heil- und Verbandsmittel
  • Häusliche Pflege und Haushaltshilfe
  • Mutterschaftsgeld

Die Art und Weise der Vorsorgeuntersuchungen ist in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegt.

Woche Allg. Vorsorgeuntersuchungen Ultraschall Hb-Test CTG Antikörpertests
6.Woche JA JA
9.Woche JA
12.Woche
15.Woche JA
20.Woche JA JA JA
24.Woche JA [JA] JA JA
28.Woche JA JA JA
32.Woche JA JA JA
34.Woche JA [JA]
36.Woche JA [JA]
38.Woche JA
40.Woche JA JA – [kostenpflichtig]

Kostenerstattung für privat Versicherte

Werdenden Müttern bietet die private Krankenversicherung selbstverständlich alle Leistungen, die durch das Mutterschutzgesetz und die Mutterschaftsrichtlinie festgeschrieben sind. Doch es gibt noch Leistungen, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehen.

Ärztliche Vorsorgeuntersuchungen

  • Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen auf Wunsch der Schwangeren oder nach Anordnung des Arztes
  • Zusätzliche Blutuntersuchungen zur Feststellung von Infektionskrankheiten
  • Nackenfaltenmessung zur Risikofeststellung des Down-Syndroms

All diese zusätzlichen Untersuchungen müssen gesetzlich Versicherte bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft selbst tragen.

Die Kosten der Entbindung – Was wird gezahlt?

Sämtliche Kosten für eine Entbindung im Krankenhaus werden von der Krankenversicherung übernommen. Auch die Aufwendungen für eine Hausgeburt und die nachher notwendige Pflege werden übernommen. Ein Geburtshaus steht unter der Leitung von Hebammen und ist für eine normale Geburt ohne Komplikationen ausgerüstet. Für Risikoschwangerschaften ist in einem Geburtshaus kein Platz. Die Krankenkassen zahlen auch hier die Arbeit der Hebammen, nicht aber die Kosten für Unterhalt und Verpflegung. Das bleibt meistens der werdenden Mutter vorbehalten. Natürlich übernimmt auch die private Krankenversicherung all diese Kosten.

Das Mutterschaftsgeld

Im Mutterschutzgesetz sind Zeiten festgelegt, in denen eine schwangere Frau nicht arbeiten soll. In der Regel sind das sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt. Bei Frühgeburten und Mehrlingsgeburten erhöht sich die Zeit nach der Geburt auf zwölf Wochen. Während dieser Zeit haben gesetzlich krankenversicherte Frauen und Empfängerinnen von Arbeitslosengeld Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Die Zahlung erfolgt nicht automatisch, sondern muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Selbständige Frauen, Familienversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung und Empfängerinnen von Arbeitslosengeld II erhalten kein Mutterschaftsgeld.

Die Höhe des Geldes

Die Höhe des Mutterschaftsgeldes beträgthöchstens 13 Euro täglich. Wenn es eine Differenz zwischen dem Nettoentgelt und dem Mutterschaftsgeld gibt, so stockt der Arbeitgeber die Bezüge auf. Schwangere Frauen, diegeringfügig beschäftigt und gleichzeitig familienversichert sind, können ebenfalls eineinmaliges Mutterschaftsgeld in Höhe von 210 Euro beim Bundesversicherungsamt beantragen. Auch hier zahlt der Arbeitgeber den entsprechenden Zuschuss.

Arbeitnehmerinnen in der privaten Krankenversicherung müssen das Mutterschaftsgeld beim Bundesversicherungsamt beantragen. Hier geht es um eine einmalige Zahlung von maximal 210 Euro. Der Zuschuss des Arbeitgebers wird genauso berechnet wie bei Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen.

(Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu medizinischen Inhalten!)