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Krebs 2017-03-17T16:09:29+00:00

Diagnose Krebs: Krankenkassen zahlen Vorsorgeuntersuchung

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Krebs eine Sammelbezeichnung für eine große Anzahl von verschiedenen Krankheiten. All diesen Leiden ist eines gemeinsam: Körperzellen wachsen völlig unkontrolliert und können so normales und gesundes Gewebe zerstören. Durch frühzeitige Erkennung bestehen bessere Heilungschancen.

beim Arzt

Als Krebs wird in der Medizin jegliche bösartige Neubildung von Gewebe bezeichnet. Die Vermehrung von körpereigenen Zellen ist im Grunde ein völlig normaler Vorgang. Doch bei der krankhaften Entwicklung geraten die Zellen außer Kontrolle und wachsen ungehemmt weiter. Allgemein kann man sagen, dass jedes Krebsgeschehen eine Störung des Gleichgewichtes zwischen Zellzyklus und Zelltod bedeutet.

Diese normale Ausgewogenheit wird nach neuen Erkenntnissen von bestimmten Genen gesteuert, die bei einer Krebserkrankung ihre Funktionen nicht mehr erfüllen können. Die Ursachen und Auslöser für das Krebsgeschehen sind vielfältig und selbst erfahrene Mediziner kennen nicht alle Ursachen für das unkontrollierte Zellwachstum. Die Diagnose Krebs schafft für jeden Betroffenen eine sehr schwer zu ertragende Situation, die nur mit enormen persönlichen Kraftanstrengungen zu meistern ist.

Hautkrebs

Fakt ist: In jedem Jahr erkranken in Deutschland ungefähr 140.000 Menschen an Hautkrebs, der damit die häufigste Krebserkrankung darstellt. Bei rechtzeitiger Entdeckung gibt es gute Heilungschancen.

Männer und Frauen können ab dem 35. Lebensjahr im Rhythmus von zwei Jahren ein Hautkrebs-Screening durchführen lassen. Dabei wird der Patient von Kopf bis Fuß genau untersucht. Hautkrebs kann sich überall bemerkbar machen, so dass die gesamte Haut untersucht werden muss. Ohne Apparate oder Eingriffe ist diese Untersuchung zurKrebsfrüherkennung sehr schonend und völlig schmerzlos. Der untersuchende Arzt muss an einer Maßnahme teilgenommen haben, mit der er für solche Untersuchungen qualifiziert wurde. Werden bei der Untersuchung Auffälligkeiten festgestellt, werden Gewebeproben an ein Labor geschickt.

Darmkrebs

In jedem Jahr erkranken mehr als 70.000 Menschen an Darmkrebs. Nach diesen Zahlen ist der Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung. Die Zahl der Erkrankungen ist seit mehr als zehn Jahren stabil, doch die Sterblichkeit an Darmkrebs geht zurück.

Erste Hinweise: Blut im Stuhl kann ein erstes Signal für bösartige Veränderungen an der Darmschleimhaut sein. Mit einem einfachen Test kann verstecktes, nicht gleich sichtbares Blut im Stuhl festgestellt werden. An drei aufeinanderfolgenden Tagen wird eine Stuhlprobe abgegeben. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen diese Untersuchung bei Personen zwischen 50 und 55 Jahren einmal im Jahr.

Die Darmspiegelung oder Koloskopie steht Patienten ab 55 Jahren zu und kann alle zehn Jahre wiederholt werden. Es gibt kaum eine Untersuchung, die mit so vielen Vorurteilen zu kämpfen hat wie die Darmspiegelung. Eine Darmspiegelung läuft wie folgt ab: Der gesamte Vorgang dauert ungefähr 20 Minuten und ist so gut wie schmerzfrei. Man kann mit einem leichten Beruhigungsmittel so weit sediert werden, dass man das Geschehen kaum wahrnimmt. Der Dickdarm wird mit einer Kamera und einem Schlauch untersucht. Bereits während der Untersuchung können Vorstufen des Krebses, wie Polypen oder Wucherungen, erkannt und entfernt werden.

Prostatakrebs

Der Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Bei den an Krebs verstorbenen Männern ist in zehn Prozent der Fälle der Prostatakrebs die Todesursache. Von einem Alter von 45 Jahren an können Männer eine Vorsorgeuntersuchung vornehmen lassen.

Dabei untersucht der Arzt die Prostata vom Enddarm aus. Die Genitalien werden ebenfalls untersucht. Der Arzt tastet auch das Gewebe um die Geschlechtsorgane und die Lymphknoten ab.

Gebärmutterhalskrebs

In Deutschland erkranken in jedem Jahr rund 6.000 Frauen neu an einem Zervixkarzinom, so der medizinische Fachausdruck für den Gebärmutterhalskrebs. Ungefähr 1.800 davon sterben an dieser Form des Krebses.

Die Vorsorgeuntersuchungen stehen Frauen einmal in jedem Jahr ab dem 20. Lebensjahr zur Verfügung. Vor der eigentlichen Untersuchung wird der Arzt oder die Ärztin nach Beschwerden, Auffälligkeiten und Vorerkrankungen fragen. Dann wird die Bauchdecke abgetastet, um Auffälligkeiten auszuschließen. Die Gebärmutter wird über die Scheide kontrolliert. Der Arzt wird für die Untersuchung einen Metallspiegel, das sogenannte Spekulum benutzen, mit dem die Beschaffenheit der Organe besser zu sehen ist. Auch das Kolposkop, eine beleuchtete Lupe, kann zum Einsatz kommen.

Der Gynäkologe wird außerdem noch einen Abstrich machen. Mit diesem Pap-Test, der 1928 von dem griechischen Arzt Georg Papanicolaou erfunden wurde, können Zellveränderungen festgestellt werden, dieVorstufen des Krebses sein können.

Brustkrebs

Der Brustkrebs oder das Mammakarzinom, ist die häufigste bösartige Erkrankung der menschlichen Brustdrüsen. Sie ist fast nur bei Frauen zu finden, lediglich jede hundertste Erkrankung wird bei einem Mann festgestellt. Die Sterblichkeitsrate ist sehr hoch, höher als bei jeder anderen Krebserkrankung.

Frauen ab 30 Jahren können einmal im Jahr ihre Brust untersuchen lassen. Dabei tastet der Frauenarzt beide Brüste ab und untersucht auch die Lymphknoten. Die Haut und etwaige Veränderungen werden ebenfalls genau untersucht.

Mammografie-Screening nennt man die Reihenuntersuchungen mit einem Röntgengerät. Zu diesen Untersuchungen werden Frauen zwischen 50 und 70 Jahren alle zwei Jahre eingeladen. Die Brüste werden durchleuchtet. Der geschulte Arzt kann auf den Röntgenbildern bereits kleine Veränderungen sehen. Gibt es Auffälligkeiten, so wird ein weiterer Termin anberaumt.

Vorsorgeuntersuchungen sind keine Garantie

Alle diese Vorsorgeuntersuchungen sind für gesetzlich Versicherte kostenlos. Unumstritten sind diese Untersuchungen nicht. So sind falsche Diagnosen nicht ausgeschlossen, was zu schwerwiegenden psychischen Belastungen bei einem fälschlicherweise diagnostizierten Krebs führen kann. Umgekehrt ist es ebenfalls möglich, dass trotz aller Sorgfalt eine Krebserkrankung nicht erkannt wird. So glaubt sich ein Patient in Sicherheit, obwohl er die Krankheit bereits in sich trägt.

Fachliche Beratung vor Behandlung

Es gilt in jedem Fall, Nutzen und Risiken gegeneinander abzuwägen. So sind die Röntgenuntersuchungender weiblichen Brust umstritten, weil die Strahlenbelastung recht hoch sein kann. Fachleute warnen davor, die Früherkennungsuntersuchungen zu überschätzen. Sie können die Krankheit früh erkennen, doch Schutz vor einer Erkrankung bieten sie nicht. Eine fachliche Beratung über Vor- und Nachteile hilft, die richtige Entscheidung zu treffen.

 

Krebserkrankungen verursachen in Deutschland jeden zweiten Todesfall. Vor einigen Jahrzehnten war die Diagnose Krebs gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Doch die Heilungs- und Überlebenschancen haben sich verbessert.

Die Vorsorgeuntersuchungen haben sicherlich ihren Anteil an diesem Fortschritt, denn für fast alle Krebsarten gilt: Je früher ein Krebs erkannt wird, umso wirksamer sind Therapien und umso größer die Heilungschancen.

Deshalb wurden mehrere Vorsorgeuntersuchungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen.

Auch die private Krankenversicherungübernimmt die Kosten für all diese und nochweitere Vorsorgeuntersuchungen. Um genau zu wissen, welche Vorsorgemaßnahmen die private Krankenversicherung zahlt, ist ein Blick in die Verträge und Vertragsbedingungen vonnöten.

Es ist durchaus möglich, dass sich Art und Umfang der bezahlten Leistungen je nach gewähltem Tarif erheblich unterscheiden.

(Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu medizinischen Inhalten!)