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Reise 2017-04-28T17:45:27+00:00

Reiseimpfungen: Der beste Schutz gegen exotische Krankheiten

Wenn einer eine Reise tut – der kann unter Umständen eine Menge erzählen. Vor allem Reisen in ferne und exotische Länder sind sicherlich aufregend und spannend. Doch kann sich der Reisende auch in große Gefahr begeben, denn gerade in fernen Ländern gibt es Krankheiten, die es in unseren Breiten nicht oder nicht mehr gibt.

Frau in Paris

AuslandskrankenversicherungCholera und Typhus, Gelbfieber und Malaria – all das sind gefährliche Krankheiten, die den Traum vom Urlaub zu einem Albtraum machen können. Viele dieser Erkrankungen können schlimme, ja sogar tödliche Folgen haben. Doch es gibt wirksamen Schutz vor vielen dieser Infektionen: Impfungen schützen vor der Übertragung von Viren und Bakterien. Oft hält die Angst vor Nebenwirkungen viele Reisende von den prophylaktischen Impfungen ab, doch die neuen Impfstoffe sind weniger gefährlich als viele denken. Für Experten ist eines klar: Die Folgen der Erkrankungen sind in jedem Fall schlimmer als die Nebenwirkungen der Schutzimpfungen.

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Gesetzliche Bestimmungen

In den Einreisebestimmungen der Reiseländer ist festgelegt, welche Impfungen von Einreisenden verlangt werden. Fixierte Bestimmungen gibt es vor allem bei Gelbfieber und Meningitis, also bei Gehirnhautentzündung. Die meisten Länder orientieren sich an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Gesundheitsbehörden im jeweiligen Land sind für die Festlegung der Impfmaßnahmen zuständig. Allerdings ändern sich die Vorschriften sehr häufig, so dass man sich am besten bei einer bevorstehenden Reise über das Reiseziel, die aktuelle Situation und die gesetzlichen Vorgaben informiert.

Die wichtigsten Erkrankungen auf Reisen

Nachfolgend sind einige der wichtigsten Erkrankungen aufgeführt, die den Urlaub für den Reisenden zu einem Desaster werden lassen können.

Cholera

Die Cholera wird durch Bakterien verursacht. Nach einer Inkubationszeit zwischen drei und sechs Tagenbricht die Krankheit mit starkem Brechdurchfall und Bauchschmerzen auf. Nicht alle Infizierten erkranken, und die meisten Erkrankungen verlaufen eher milde. Ansteckungen erfolgen durch verschmutztes Wasser, die damit bewässerten Feldfrüchte oder den Stuhl eines Erkrankten.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
Cholera tritt in Ländern mit schlechten hygienischen Zuständen auf Schluckimpfung, 2 Dosen im Abstand von 1-6 Wochen Geringes Risiko, Impfung nicht von der WHO empfohlen, kann aber von Einreiseländern verlangt werden

Gelbfieber

Das Gelbfieber ist eine höchst gefährliche Erkrankung, die von einem Virus verursacht wird. Die Infektionskrankheit wird durch Mücken übertragen. Bei schlechtem Verlauf ist ein tödlicher Ausgang durchaus möglich. Die Erkrankung geht mit hohem Fieber und einer Gelbfärbung der Haut einher. Äußerst gefährlich ist die erhöhte Blutungsneigung. Sowohl innere als auch äußere Blutungen bringen das Leben der Erkrankten in Gefahr.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
Das Gelbfieber tritt nur in tropischen Regionen Afrikas, in Süd- und Mittelamerika auf Einmalige Impfung, die nach zehn Tagen wirksamen Schutz bietet Notwendig bei der Einreise in die genannten Länder. Viele Länder verlangen eine Impfung bei der Einreise über die gefährdeten Länder.

Japanische Enzephalitis

Die Krankheit wird durch Viren verursacht, die durch Mücken übertragen werden. Vier bis vierzehn Tage nach der Ansteckung treten hohes Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Bei schweren Verläufen müssen die Betroffenen mit Bewusstseinstrübungen, Krämpfen, Verwirrtheit und sogar mit einem Koma kämpfen. 35 Prozent der Infizierten finden den Tod, bei den Überlebenden können schwere Schäden zurückbleiben. Das Virus wird vor allem in wasser- und sumpfreichen Gebieten übertragen. Die hauptsächliche Übertragungszeit liegt zwischen Mai und Dezember.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
Von Ostasien über Südostasien nach Südasien und in den Norden Australiens Zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen Das Risiko für Reisende wird eher als gering bezeichnet. Bei längerem Aufenthalt oder bei Aufenthalten während der Übertragungszeit wird die Impfung empfohlen.

Hepatitis

Die Hepatitis ist eine Virusinfektion der Leber. Sie ist weit verbreitet. Äußerlich ist die Hepatitis an der Gelbfärbung des Augapfels zu erkennen, weil die Leber die Gallenfarbstoffe nicht mehr richtig verarbeiten kann. Die Hepatitis A (Infektion mit dem Virustyp A) verläuft oft unbemerkt, besonders bei Kindern. Erwachsene leiden oft unter allgemeinen Krankheitszeichen wie Kreislaufschwäche, Durchfall und Übelkeit. Die Hepatitis B (Infektion mit dem Virustyp B) ist weit gefährlicher. Das Virus wird meistens durch sexuelle Kontakte übertragen. Die Symptome sind ähnlich der Infektion mit dem Typ A, doch bei bis zu einem Prozent der Erkrankten verläuft die Krankheit tödlich. Zehn Prozent der Erkrankten behalten eine chronische Lebererkrankung zurück.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
Weltweites Vorkommen, besonders in den Tropen.Auch im Mittelmeerraum, Südosteuropa, Asien, Afrika und Mittel- und Südamerika Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B möglich. Notwendig sind zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen. Für einen Langzeitschutz von zehn Jahren muss eine dritte Impfung nach sechs Wochen erfolgen. Aufgrund der schweren Erkrankung wird die Impfung in Deutschland bei den Schutzimpfungen für Kinder durchgeführt. Empfohlen wird der Schutz bei Reisen in Länder mit erhöhten Risiko, so zum Beispiel in China.

Typhus

Typhus ist eine sehr gefährliche und schwere Infektion durch Bakterien aus der Familie der Salmonellen. Sie wird durch kontaminiertes Trinkwasser und Lebensmittel verursacht. Bauchschmerzen, Fieber und Übelkeit kennzeichnen die Infektionskrankheit. Gefährliche Folgen können die Perforation des Darms sowie eine Hirnhautentzündung sein.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
Risikogebiete sind Nordafrika und Süd-Ost-Asien Schluckimpfung oder Injektion, vor allem die Schluckimpfung muss richtig angewandt werden. Impfstoffe wirken zwei bis drei Jahre lang Touristen erkranken eher selten an Typhus. In Ländern mit erhöhtem Risiko ist vor allem strikte Hygiene wichtig.

Tollwut

Tollwut ist eine Viruserkrankung, die eigentlich nur Tiere betrifft. Durch Kontakte mit infizierten Tieren oder Bisswunden kann der Erreger auf den Menschen übertragen werden. Die Tollwut hat eine variable Inkubationszeit, die von ein paar Tagen bis zu einem Jahr (im Extremfall) dauern kann. Die verletzte Stelle schmerzt, dazu kommen Fieber, Taubheitsgefühle, Übelkeit und Erbrechen. Die Krankheit führt mit Muskelkrämpfen und Lähmungen immer zum Tod. In Deutschland und Mitteleuropa sind Impfköder ausgelegt worden, so dass die Krankheit hier selten auftritt.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
Indien, USA, Afrika, Osteuropa, Mittelasien und Russland Drei Impfungen, zweite Impfung nach einer Woche, die dritte Impfung nach drei oder vier Wochen Besonders bei langen Aufenthalten in den Risikogebieten wichtig, auch Kinder sind wegen häufiger Kontakte zu Tieren gefährdet.

Meningokokken-Meningitis

Mit diesem etwas komplizierten Namen wird eine eitrige Entzündung der Hirnhäute und des Gehirnsbezeichnet. Die Meningitis ist eine hochgefährlich Erkrankung. Wenn es auch leichte Verläufe mit Fieber, Übelkeit und Schüttelfrost gibt, so sind auch akute Ausbrüche möglich. Mit Krämpfen, Lähmungen und Bewusstseinstrübungen tritt der Tod innerhalb weniger Stunden ein. Typisch ist die Nackensteifigkeit, die ein überstrecktes Hohlkreuz im Liegen verursacht.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
In Afrika gibt es immer wieder Ausbrüche, zum Beispiel in der Sahel-Zone. Bestimmte Bakterienstämme kommen auch in Mitteleuropa vor. Erwachsene brauchen eine einmalige Impfung Bei Reisen in die Risikogebiete empfohlen

Polio (Kinderlähmung)

Die Krankheit wird durch ein Virus ausgelöst, das die Nervenzellen im Rückenmark befällt. Die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen leicht und ähnelt der Symptomatik einer Grippe mit Durchfall. Aber bei einem Prozent der Infizierten bleiben Lähmungen an Armen und Beinen zurück. Auch Atemprobleme und Gehirnschäden sind möglich.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
In Nigeria, Ägypten, Indien und Pakistan werden die meisten Fälle registriert. Auch Somalia, Niger und Afghanistan sind betroffen. Heute nur noch mittels Injektion Grundimmunisierung mit zwei Impfungen im Abstand von vier bis acht Wochen und einer weiteren Impfung nach sechs bis zwölf Wochen Bei Reisen in die Risikogebiete empfohlen

FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die FSME wird durch Zecken übertragen. Ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenbiss treten grippeartige Beschwerden wie Fieber, Schnupfen, Abgeschlagenheit auf. Auch Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall können sich zeigen. Bei zehn Prozent der Erkrankten beginnt nach einer Woche ohne Symptome eine zweite Phase. Das Fieber kehrt mit starken Kopfschmerzen und neurologischen Beschwerden zurück. Der Zeckenbiss kann zu einer Hirnhautentzündung, zu Lähmungen und Bewusstseinsstörungen führen. Die Auswirkungen sind einer Kinderlähmung ähnlich, auch kann die Atmung behindert sein.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
In Deutschland sind vor allem Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen betroffen. Weiter sind Frankreich, Österreich, Russland, Polen sowie China und Japan unter anderem Verbreitungsgebiete. Drei Injektionen im Abstand von drei Monaten bzw. nach neun bis zwölf Monaten. Kurzimpfung: Innerhalb von drei Wochen drei Impfungen Bei Reisen in die Risikogebiete empfohlen

Diphtherie

Die Krankheit wird wird durch Bakterien verursacht, die aber auch durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die Symptome sind die einer Halsentzündung. Jedoch geht die Krankheit in einen schweren Verlauf mit Atemnot über, bei der die Gefahr einer Erstickung besteht. Durch das Gift des Bakteriums können andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. In zehn Prozent der Fälle führt die Krankheit zum Tod.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
Vor allem in den Tropen, in Süd- und Osteuropa und in den GUS-Staaten verbreitet Zwei Impfungen zwischen vier und acht Wochen, nach 12 Monaten die dritte Impfung. Bei Reisen in Infektionsgebiete eine Nachimpfung, wenn die Impfungen mehr als fünf Jahre zurückliegt. Weltweit empfohlen. Besonders wichtig bei Reisen in die Risikogebiete

Tetanus

Tetanus ist eine schwere Erkrankung des Nervensystems. Die Muskulatur des Infizierten ist wie in einem Krampf erstarrt. Durch das Gift des Tetanus-Bakteriums verlieren die Erkrankten ihre Sprechfähigkeit, die Atmung setzt aus. Die Hälfte der Erkrankten findet den Tod. Das Bakterium ist überall und weltweit aktiv. Es sitzt in den Böden und kann durch kleinste Wunden in den Körper gelangen.

Verbreitung Impfung Notwendigkeit
Weltweite Verbreitung Grundimmunisierung mit drei Impfungen. Einmalige Auffrischung vor Reisen, wenn die Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt Weltweit empfohlen. Besonders wichtig bei Reisen in die Risikogebiete

Bei allen Impfungen können Nebenwirkungen auftreten. Meistens sind das nur leichte Missempfindungen, die sich auf die Umgebung der Einstichstelle beziehen. Im Allgemeinen sind die modernen Impfstoffe gut verträglich und haben nur wenige und harmlose Nebenwirkungen.

Die beste Vorsorge für Reisende ist eine individuelle Impfberatung, die zunächst mit dem Hausarzt besprochen werden kann. Individuelle Gegebenheiten, die mit den Impfungen abgestimmt werden müssen, sollten geklärt werden. Dazu gehören beispielsweise der Gesundheitszustand des Reisenden, bestimmte Immunisierungen oder bestehende Krankheiten, die eine Impfung ausschließen.

Weitere Beratung und Ansprechpartner:

  • Reisemediziner
  • Impfarzt
  • Impfsprechstunden an Universitäten
  • Gesundheitsämter bzw. andere städtische Stellen

Die gesetzlichen Kassen übernehmen in vielen Fällen als zusätzliche oder freiwillige Leistungen die Kosten für die Reiseimpfungen. Als Grundlage gelten dabei die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut. Auch werden die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes herangezogen. Auch eine Impfberatung wird in vielen Fällen von den Krankenkassen gezahlt. Genaue Auskunft kann man bei der Krankenkasse erfragen.

(Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu medizinischen Inhalten!)