HPV Impfung – Schutz gegen den gefährlichen Virus

Arzt am Büroplatz

Die sogenannten Humanen Papillomviren sind Auslöser für Gebärmutterhalskrebs. In den meisten Ländern werden seit dieser Erkenntnis Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren gegen die Erreger geimpft. Die Krankenversicherung übernimmt hierfür zum größten Teil die Kosten.

HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomviren. Diese Viren werden zum überwiegenden Teil beim Geschlechtsverkehr übertragen. Inzwischen kennt die Wissenschaft mehr als 120 Virustypen, von denen ungefähr 40 die Geschlechtsorgane befallen können.

Die genitalen HPV werden in zwei grobe Raster aufgeteilt: Die Hochrisiko– und die Niedrigrisikotypen. Die Hochrisiko-Viren sind in fast allen Tumoren des Gebärmutterhalses nachgewiesen worden. Bestimmte Hochrisikotypen, die Typen 16 und 18, sind zu einem hohen Anteil an der Bildung von Zervixkarzinomen, dem Krebs des Gebärmutterhalses, beteiligt. Die Niedrigrisiko-Viren haben so gut wie keinen Anteil am Entstehen eines Gebärmutterhalskarzinoms. Wenn Niedrigrisiko-Viren in einer Krebsgeschwulst nachgewiesen wurden, dann immer nur zusammen mit den als Hochrisikoviren bezeichneten Virentypen. Gibt es eine Infektion ausschließlich mit Viren des niedrigen Risikobereiches, sind die entstehenden Tumore immer gutartig. In den meisten Fällen werden Genitalwarzen ausgebildet.

Impfung und Impfstoff

InformationEs sind zwei Impfstoffe in Deutschland verfügbar: „Cervarix“ und „Gardasil“. Letzteres stammt aus dem Hause des US-Pharmaherstellers MSD Sharp & Dohme. Seit Ende September 2006 ist der Impfstoff für Europa zugelassen und ist seit Oktober 2006 auch in Deutschland zu beziehen. Der Impfstoff „Cervarix“ von GlaxoSmithKline bekam ein Jahr später ebenfalls seine Zulassung. Die „Ständige Impfkommission“ am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfahl die Impfung gegen die Viren im März 2007.

Die Ansteckungen mit den Viren sind weit verbreitet. Etwa 80 Prozent der sexuell aktiven Männer und Frauen stecken sich bei ihren Aktivitäten mit Humanen Papillomviren an. Die meisten bemerken das gar nicht, denn das Virus bereitet zunächst keinerlei Beschwerden. Im Normalfall ist das menschliche Immunsystem durchaus fähig, allein mit dem Virus fertig zu werden. Bei 90 Prozent aller Infektionen schleusen die körpereigenen Abwehrkräfte die Erreger innerhalb von sechs bis 18 Monaten aus dem Körper. Doch unter bestimmten Risikofaktoren können sich die Viren in den Hautzellen festsetzen. Möglicherweise erst Jahre oder Jahrzehnte später können sie dann zu Gebärmutterhalskrebs führen. Es gibt einige Faktoren, die die Ansteckung mit den Viren fördern:

  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr
  • Rauchen
  • häufig wechselnde Sexualpartner
  • sexuelle Aktivitäten in sehr frühem Alter
  • Die Viren selbst kann man nicht behandeln. Die Warzen und auch der Gebärmutterhalskrebs müssen therapiert werden.

Info: Tausende erkranken jährlich

Trotz aller Aufklärung und vieler Angebote zur Vorsorge erkranken in Deutschland über 6.000 Frauen an einem Zervixkarzinom. Rund 2.000 der Erkrankten sterben an dem Krebs. Wesentlich häufiger sind Veränderungen im Gewebe, die durch die Papillomviren verursacht werden. Sie werden als mögliche Vorstufen zur Entwicklung von Krebs gesehen.

Wissenschaftler und Mediziner haben im November 2008 die HPV-Impfung und ihren Nutzen in Frage gestellt. Der G-BA hat die ständige Impfkommission um eine erneute Prüfung und Bewertung der Impfung ersucht. Im August 2009 hat die STIKO ihre Empfehlung erneuert. Mädchen im empfohlenen Alter sollten sich weiterhin impfen lassen.

PKV

  • zahlt die HPV-Impfung für Mädchen zwischen 12-17 Jahren
  • Je nach Tarif wird die Impfung auch später übernommen

GKV

  • zahlt die HPV-Impfung für Mädchen zwischen 12-17 Jahren
  • Frauen über 17 müssen die drei notwendigen Impfung meist selbst zahlen

Die Kosten für alle drei notwendigen Impfungen betragen ungefähr 500 Euro.

Wirkung und Nebenwirkungen der HPV-Impfung

Bei der Vielzahl von Papillomviren schützt der derzeit verfügbare Impf­stoff vor zwei Virus-Typen, den Hochrisiko-Typen 16 und 18. Die sind aber sehr bedeutsam, weil bei 70 Prozent der Frauen, die an Gebärmutter­halskrebs erkrankt sind, diese beiden Virustypen einzeln oder zusammen nachgewiesen wurden. Das bedeutet, dass höchstens 70 Prozent der Erkrankungen durch die Impfung vermieden werden. Deshalb kann man nicht von einem 100-prozentigen Schutz durch die Impfung ausgehen.

Es gab eine große Diskussion über die Nebenwirkungen der Impfung. Die HPV-Impfung ist weltweit verbreitet, in mehr als 80 Ländern gibt es Impfempfehlungen. Insgesamt sind viele Millionen Frauen gegen die Papillomviren geimpft worden, in den Vereinigten Staaten bisher rund 23 Millionen. Wissenschaftler haben nun erstmals die Daten von über 12.000 geimpften Frauen untersucht:

Risiken und Nebenwirkungen

12.000 Frauen wurden getestet. Bei sechs Prozent der Fälle gab es schwere Nebenwirkungen:

  • Ohnmachtsanfälle
  • allergische Probleme
  • Blutgerinnsel
  • Autoimmunstörungen.

Die Rate der Nebenwirkungen lag bei Ohnmachtsanfällen und Blutgerinnseln höher als bei vergleichbaren Impfungen.

32 der geimpften Frauen starben. Doch ob die Todesfälle direkt auf die Impfung zurückzuführen sind, wurde jedoch nicht abschließend geklärt.

Gleich nach der Zulassung der Impfstoffe setzten massive Werbeaktionen ein. Es wurde suggeriert, dass eine HPV-Impfung ein totaler Schutz gegen die Papillomviren sei. Die Medienkampagne löste geradezu eine Welle von Impfungen aus.

(Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu medizinischen Inhalten!)

Problematisch:

  1. Bekannte Studien können keine definitiven Aussagen über die Wirksamkeit machen
  2. Es ist nach wie vor ungewiss, wie lange der Schutz anhält
  3. Es gibt keine Langzeitstudien, die den tatsächlichen Nutzen der Impfung beweisen
  4. Bei einer bereits bestehenden Infektion mit Papillomviren schlägt die Impfung kaum noch an

Die vorhandenen Impfstoffe sind nach den Erkenntnissen der STIKO fast zu 100 Prozent gegen Infektionen mit den beiden Hochrisiko-Virustypen wirksam. Gegen Infektionen mit anderen Virus-Typen, die ebenfalls Gewebeveränderungen hervorrufen, ist die Wirkung wesentlich geringer.

Tipp: Impfung frühzeitig durchführen lassen

Da die Impfung bei einer bereits bestehenden Infektion mit Papillomviren nicht mehr anschlägt, sollte diese dann durchgeführt werden, wenn es noch keine sexuellen Aktivitäten gibt.