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Heuschnupfen 2017-03-17T16:09:29+00:00

Heuschnupfen – Pollen lösen Allergie aus

Das Frühjahr ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Die Natur erwacht, es grünt und blüht überall. Doch was bei vielen Menschen großes Wohlbefinden hervorruft, verursacht bei anderen Furcht und Ängste. Die fliegenden Blütenpollen können Auslöser für unangenehme allergische Reaktionen sein.

frei atmen

Rund 16 Prozent der Deutschen werden von Pollenallergien geplagt. Die häufigste Ausprägung dieser Allergien ist der gefürchtete Heuschnupfen. Die Betroffenen müssen mit einer permanent “laufenden” Nase und stark angeschwollenen Schleimhäuten kämpfen. Das führt zu heftigen Niesanfällen und unangenehmem Juckreiz. Auch die Augen sind betroffen: Sie sind gerötet, tränen und brennen und sind gegen Lichteinwirkungen äußerst empfindlich. Darüber hinaus fühlen sich die Heuschnupfengeplagten oft müde und schlapp, haben Kopfschmerzen und sind leicht reizbar.

16 %

ArztEs kann aber zu noch stärkeren Reaktionen kommen, wie zum Beispiel:

Auf der psychischen Ebene:

Hält der Heuschnupfen lange an und kommt regelmäßig wieder, so kann das zu gefährlichem allergischen Asthma führen.

Die Entstehung einer Pollenallergie

Wie kommt es eigentlich zum Heuschnupfen? Der normale Erkältungsschnupfen wird von Viren verursacht, doch beim Heuschnupfen lösen die Pollen, der Blütenstaub von Bäumen, Gräsern und Kräutern, die Krankheit und Beschwerden aus. Das Immunsystem eines Allergikers reagiert überempfindlich auf die eingeatmeten Pollen mit ihren Eiweißstoffen und irrt sich bei der Einschätzung der Situation. Es überschätzt hierbei die Gefahr. Um die vermeintlich bösartigen Angreifer wieder loszuwerden, wird eine übertriebene Abwehrmaschinerie in Gang gesetzt. Es werden Antikörper gegen das fremde Eiweiß produziert. Diese Antikörper setzen sich auf den sogenannten “Mastzellen” fest, die wiederum Hormonschübe auslösen. Unter anderem wird das Histamin freigesetzt, welches der Stoff ist, der die Heuschnupfensymptome auslöst.

Die Gründe für vermehrtes Allergieaufkommen

Die Veranlagung für das desorientierte Immunsystem wird offensichtlich vererbt. Die allergischen Reaktionen auf die Pollen nehmen immer mehr zu. Fachleute nehmen an, dass unser Verlangen nach Hygiene zumindest einen Teil der Verantwortung für die Ausbreitung der Allergien trägt. Auch die Wohnungseinrichtungen, Teppichböden und Heizungen sowie die fast luftdichten Fenster führen zu höheren Konzentrationen von Reizstoffen in den Wohnungen. Niedrige Kinderzahlen fördern ebenfalls die Überempfindlichkeit unserer Immunzellen. Der Kontakt mit Krankheitserregern nimmt zwar ab, doch damit wird auch das Training des Immunsystems vernachlässigt.

Nach den Ergebnissen von Studien aus der Schweiz wird diese Annahme bestätigt. Kinder, die in ländlichen Regionen aufwachen, leiden erheblich weniger unter Allergien. Sie erkranken dreimal seltener an Heuschnupfen als andere Kinder. Ähnliche Verhältnisse sind auch in Kinderkrippen und Heimen zu finden. Fazit dieser Studie: Je mehr Kinder zusammen sind, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit von allergischen Reaktionen.

Die Diagnose Heuschnupfen

Ob man tatsächlich an einem allergischen Schnupfen leidet, kann mit Sicherheit nur der Allergologe feststellen. Mit einem Hauttest wird festgestellt, welche Pollen die allergischen Reaktionen auslösen. Diese Substanzen werden auf die Haut gebracht. Nach einiger Zeit zeigen sich Hautreaktionen, wenn eine Allergie vorliegt. Heuschnupfen ist ganz und gar nicht harmlos. Zwar verschwinden die Symptome mit den auslösenden Pollen, doch wenn der Heuschnupfen immer wieder kommt und immer länger anhält, kann das nach einigen Jahren zu allergischem Asthma führen.

Die Gefahren der Allergie

Mediziner bezeichnen das als “Etagenwechsel”. Die Allergie wandert sozusagen von den oberen Atemwegen,von Nase und Rachen zu den unteren Atemwegen, den Bronchien und der Lunge. Schon aus diesem Grund muss ein Heuschnupfen behandelt werden. Je länger er dauert, umso empfindlicher werden die Schleimhäute auch anderen Reizen gegenüber. Rauch, Temperaturwechsel oder Staub lösen immer wieder Schnupfenanfälle aus. Das begünstigt den “Etagenwechsel”, die Wandlung von einer relativ harmlosen Allergie zu einer möglichen ernsten Gefährdung der Gesundheit. Eine rechtzeitige und adäquate Behandlung ist also sehr wichtig.

Zur Vorbeugung können Calciumtabletten gegeben werden. Auch spezielle Augen- und Nasentropfen lindern die Symptomatik. Wenn die Nasenschleimhäute geschwollen sind und Atemprobleme auslösen, so können abschwellende Nasentropfen helfen. Sind die Augen stark gerötet, können Augentropfen gegen Bindehautentzündung Abhilfe schaffen.

Die Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Desensibilisierung und für verschreibungspflichtige Medikamente. Allerdings müssen gesetzlich Versicherte die rezeptfreien Medikamente gegen die Frühjahrsallergie selbst zahlen, nicht aber die „Grastablette“.

Privat Krankenversicherte haben den Vorteil, dass auch die Kosten für frei verkäufliche Arzneimittel übernommen werden, wenn der Arzt sie verordnet hat. Auch eher exotische Maßnahmen wie Lichttherapien, Behandlungen mit den Akupunkturnadeln und andere Maßnahmen zur Vorbeugung werden von den privaten Krankenversicherungen oft gezahlt.

Werden die Beschwerden zu stark, können Antihistaminika eingesetzt werden. Die Wirkung des Botenstoffes Histamin, der die allergischen Reaktionen auslöst, wird mit diesen Medikamenten abgeschwächt. Es gibt Antihistaminika sowohl rezeptfrei als auch nur mit ärztlicher Verordnung. Um schwere Entzündungen zu bekämpfen, kann der Arzt auch Cortisonpräparate verordnen.

Ursachenbekämpfung von Heuschnupfen

durch Desensibilisierung

  • geht gegen die Ursachen des allergischen Schnupfens an
  • subkutane Immuntherapie (SCIT): dem Patienten wird der allergieauslösende Stoff unter die Haut gespritzt
  • Anfang: sehr geringe Dosen
  • Im Verlauf der Behandlung: Steigerung der Menge des Impfstoffes
  • mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an den Stoff und beruhigt sich
  • Die Wirkung ähnelt der einer Impfung
  • Der Körper beginnt die Allergene wieder zu vertragen, die vor der Behandlung noch die Symptome ausgelöst haben
  • Nachteile der Therapie: Sie wirkt nicht bei jedem Allegiker und das wiederkehrende Spritzen ist vielen Patienten sehr unangenehm. Die Dauer der Therapie beträgt drei bis fünf Jahre.
  • Vorteil: Die Ursache wird direkt bekämpft.

durch „Impftablette“

  • Stoffe werden über die Mundschleimhaut in Form von Tropfen oder Tabletten aufgenommen
  • auch „Grastablette“ genannt
  • bekämpft die Ursachen der Therapie
  • Dauer der Behandlung: drei Jahre
  • täglich muss der Patient eine Tablette unter der Zunge zergehen lassen
  • Vorteil: Das Medikament kann zu Hause eingenommen werden und ist relativ preiswert.
  • Nachteile: Der Arzt kann die korrekte Einnahme nicht kontrollieren. Allergologen sind noch nicht von der Wirkund überzeugt.
  • Weitere Langzeituntersuchungen sind notwendig.
  • ABER: es ist bereits bewiesen, dass die Tabletten die Ausbreitung der Allergien verhindert und damit auch die Entstehung von allergischem Asthma.

Einfache Vorsichtsmaßnahmen gegen Pollen

Abseits der medizinischen Therapien können Allergiker ein paar simple Regeln befolgen, die Hilfe bieten. In der Zeit, in der die Pollen fliegen, sollten sie den Aufenthalt im Freien möglichst einschränken. Auch das Lüften der Wohnung sollte nur kurz geschehen, nach Möglichkeit ausschließlich in der Nacht. Auch während eines Regens oder danach sind nur wenige Pollen in der Luft. Ansonsten sollten die Fenster im Haus möglichst nicht geöffnet werden. Auch die Autofenster sind eine Gefahr für den Allergiker und sollten geschlossen bleiben. Es ist heute möglich, sowohl im Auto als auch im Haus Luft- oder spezielle Pollenfilter anzubringen.

Tägliches abendliches Waschen der Haare verhindert, dass über Nacht Pollen in die Atemwege eindringen. Deshalb sollte man sich auch nicht im Schlafzimmer an-, aus- oder umziehen. Außerdem hilft auch eine gesunde Ernährung. Vitamin C, das in vielen Obstsorten ist, bindet die Histamine und kann so den Juckreiz vermindern.

(Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu medizinischen Inhalten!)