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Zahlreiche HUS-Fälle infolge von EHEC 2011

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Das hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) oder auch Gasser-Syndrom ist eine Erkrankung der kleinen Blutgefäße. Ursachen sind vielfältiger Natur, meist sind es jedoch Bakteriengifte, die die Blutzellen und die Nierenfunktion schädigen.

Betroffen sind in den meisten Fällen Kleinkinder und Säuglinge, bei denen es die häufigste Ursache eines akuten Nierenversagens oder einer Nierenersatztherapie ist. Es kann jedoch auch bei Erwachsenen auftreten. Eine Sonderform der HU-Erkrankung ist das atypische hämolytisch-urämische Syndrom.

Die HUS-Erkrankung als schwere Komplikation

Die Mehrheit der in Auswirkung einer EHEC-Infektion verstorbenen Personen erlagen den Folgen eines HUS-Syndroms. Dieses gilt als schwere und unter Umständen auch tödliche Komplikation, die bei bakteriellen Darminfektionen mit EHEC auftreten kann. Das Gift der Bakterien greift dabei häufig die Nieren an. Bei den Betroffenen zeichnet sich meist folgender Verlauf ab:

  • akute hämolytische Anämie (Blutarmut)
  • Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen im Blut)
  • akutes Nierenversagen

Lebensmittelverunreinigungen als häufigste Ursache

Die häufigste Ursache eines HUS stellt eine Lebensmittelvergiftung mit Escherichia Coli-Stämmen dar, die das gefährliche Bakteriengift “Shiga-Toxin” bilden. Dies ist auch bei den EHEC-Keimen der Fall. Die Erkrankung beginnt meist mit Durchfall, zuerst wässrig, dann blutig und kann sich bis hin zu schweren Komplikationen mit einer unumkehrbaren Nierenschädigung ausweiten. Auch neurologische Beeinträchtigungen des Gehirns sind bei einer HUS-Erkrankung nicht auszuschließen. Bis zu zehn Prozent dieser schweren Komplikationen enden tödlich.

Rinder als Hauptinfektionsquelle

Rein statistisch bilden Rinder die Hauptinfektionsquelle eines HUS. Die gefährlichen Darmkeime siedeln sich meist in der Darmflora dieser Wiederkäuer an und werden über den Stuhl ausgeschieden und gestreut. Nicht durchgegartes Rindfleisch kann daher zu einer Infektion führen. Doch auch verunreinigter Salat, unpasteurisierte Milch, Apfelmost oder auch wie aktuell Sprossen können Träger der Bakterien und damit Auslöser eines hämolytisch-urämischen Syndroms sein.

1A Info: Atypisches hämolytisch-urämisches Syndrom als Sonderform

Fünf Prozent aller innerhalb eines Jahres auftretenden HUS-Fälle sind dagegen dem atypischen HUS zuzuordnen. Dabei sind Ursachen meist durch angeborene oder erworbene Erkrankungen des Immunsystems bedingt. Daher müssen HUS-Patienten ohne Anzeichen und Nachweis einer EHEC-Infektion auf das Vorliegen von genetisch determinierten Störungen des Blutkreislaufs getestet werden.

Durchschnittlich 1.000 HUS-Fälle im Jahr

Das Auftreten von EHEC/HUS-Fällen ist nicht neu: Pro Jahr werden dem Robert-Koch-Institut (RKI) rund 1.000 Fälle des gefährlichen HUS-Syndroms gemeldet. Die Mehrheit der Infektionen betrifft Kinder unter fünf Jahren. Daher ist die Alters- und Geschlechterverteilung bei der Ausbruchswelle 2011 ungewöhnlich: Infizierte sind meist Erwachsene und überdurchschnittlich viele Frauen.

HUS-Erkrankungen außerhalb Deutschlands

Ebenfalls 2011 breitete sich die Infektion im europäischen Ausland aus, unter anderem in Frankreich. Besonders betroffen war die Region um Bordeaux im Südwesten des Landes. Zwar waren die betroffenen Patienten nicht zuvor in Deutschland, dennoch wurde derselbe Serotyp wie in Deutschland für die Infektionen verantwortlich gemacht. In weiteren Ländern wie Österreich, der Tschechischen Republik, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Spanien, Dänemark und Großbritannien wurden ebenfalls im Frühjahr EHEC- und HUS-Infektionen registriert. Auch hier gehen die Behörden davon aus, dass sie dieselbe Ursache wie in Deutschland haben. Vereinzelt kam es auch in Nordamerika zu HUS-Infektionen.

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