Ratgeber: So erkennen Sie einen gesunden Blutdruck

Blutdruck – was bedeutet das eigentlich? Was genau geschieht, wenn Arzt oder Sprechstundenhilfe den Blutdruck messen und sich die Werte notieren? Der Blutdruck ist offensichtlich ein bedeutsames Kennzeichen, ein Indikator für die allgemeine Gesundheit sowie für die gute und stabile Funktion von Kreislauf und Herz. Das Herz ist im Prinzip eine Pumpe, die das Blut durch den Körper strömen lässt. Damit das Blut auch durch die kleinsten und engsten Gefäße fließen kann, muss das Herz mit Druck arbeiten.

Arzt am Computer

Deshalb zieht es sich zusammen. In diesem Moment wird das Blut in die Arterien gedrückt. Wenn das Herz sich am stärksten zusammengezogen hat, steigt der Blutdruck auf seinen höchsten Wert. Danach erschlafft das Herz wieder und pumpt kein Blut mehr in die Adern. So sinkt der Druck des Blutes in den Adern auf den geringsten Wert. Aus diesen physiologischen Abläufen wird deutlich, aus welchen Gründen immer zwei Werte bei einer Blutdruckmessung angegeben werden. Der höchste Wert des Drucks bei zusammengezogenem Herzen nennt man den systolischen Blutdruck, der niedrigste Wert bei entspannten Herzen wird als diastolischer Blutdruck bezeichnet. Die Einheit, in der die Blutdruckwerte angegeben werden, ist mmHg, also Millimeter Quecksilbersäule.

Ursachen und Vorbeugung von niedrigem Blutdruck

Die Veranlagung dazu ist oft angeboren. Gibt es keine erkennbaren Ursachen, so spricht man von essentieller Hypotonie. Als sekundäre Hypotonie wird der niedrige Blutdruck bezeichnet, wenn er als Folge einer anderen Erkrankung auftritt. Das kann die Unterfunktion der Schilddrüse, der Nebennierenrinde oder der Hirnanhangsdrüse sein.

Auch Erkrankungen des Herzens, Bettlägerigkeit, zu wenig Flüssigkeitszufuhr oder Salzmangel können den zu geringen Blutdruck auslösen. Eine gesunde Ernährungsweise kann hier vorbeugen.

Blutdruckwerte: Was ist normal?

n der Praxis liest der Arzt die Ergebnisse von seinem Messgerät ab, zu Hause zeigen die Geräte die Werte an. Die Bedeutung der Blutdruckwerte zeigt folgende Tabelle:

Formen des Blutdrucks systolisch mmHg diastolisch mmHg
Idealer Wert <120 <80
normaler Wert 120-129 80-84
Hoch normaler Wert 130-139 85-89
Leichter Bluthochdruck – Schweregrad I 140-159 90-99
Mittlerer Bluthochdruck – Schweregrad II 160-179 100-109
Schwerer Bluthochdruck – Schweregrad III >180 >110

Der Blutdruck ist kein konstanter Wert, der zu jeder Tageszeit und in jeder Lebenslage gleich ist. Die höchsten Werte werden bei Belastungen jeder Art gemessen. So ist der Blutdruck bei körperlicher Anstrengung hoch, und auch stressige Situationen und nervliche Belastungen treiben den Blutdruck in die Höhe. Ein einziger hoher oder sehr niedriger Wert sagt noch nichts über das gesamte Geschehen im Blutkreislauf aus. Erst bei regelmäßiger Messung an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Zeiten kann man sich ein genaues Bild über den Blutdruck machen. Der Arzt kann auch eine Dauermessung über 24 Stunden durchführen. Am Körper des Patienten wird dazu ein kleines Gerät angebracht, das in bestimmten Abständen selbsttätig den Blutdruck misst.

Die Messung des Blutdrucks beim Arzt

Wie erfährt man, wie die eigenen Blutdruckwerte aussehen? In vielen Fällen wird der Arzt bei Beschwerden oder einer Erkrankung den Blutdruck messen. Auch bei einem Routinecheck gehört die Blutdruckmessung zu den notwendigen Daten. In der Arztpraxis wird der Blutdruck normalerweise mit einem Gerät gemessen, das aus einer Manschette und einem Manometer besteht. Die Manschette wird am Oberarm angelegt und aufgepumpt, so dass kein Blut mehr durch den Oberarm fließt. Dann wird die Luft wieder abgelassen, so dass das Herz wieder Blut durch den Arm schicken kann. Der Arzt hört dann mit einem Stethoskop im Ellenbogen die Strömungsgeräusche ab.

  1. Ermittlung des oberen oder systolischen Wertes: Zunächst hört der Arzt das Geräusch, wenn sich das Herz zusammenzieht und das Blut durch die Adern strömt.
  2. Ermittlung des unteren oder diastolischen Wertes: Dann verschwindet das Geräusch, weil das Blut wieder ungehindert durch die Blutbahnen fließen kann. Auf diese Weise wird der untere oder diastolische Wert bestimmt, der dem Ruhedruck der Gefäße entspricht. Besonders an diesem Wert ist abzulesen, wie hoch die Elastizität der Gefäße ist.

Blutdruckmessung zu Hause

Der Handel bietet eine Vielzahl von Geräten an, mit denen man den Blutdruck selbst messen kann. Es gibt Instrumente zur Messung am Oberarm oder auch alternativ am Handgelenk. Beide Gerätetypen arbeiten vollautomatisch, das Aufpumpen und Ablassen geschieht mit einem Knopfdruck. Man hört des Öfteren Expertenmeinungen, wonach die Messung am Handgelenk ungenauer sein soll. Doch die neuen Geräte sind relativ genau und zuverlässig, wenn man einige Vorgaben beachtet. Grundsätzlich müssen die Bedienungsanleitungen des Herstellers genau gelesen und die Anweisungen exakt durchgeführt werden.

  • Die Messungen sollten immer zur gleichen Tageszeit und am gleichen Arm vorgenommen werden.
  • Vor der Blutdruckmessung sollte man sich immer hinsetzen und entspannen. Es ist wichtig, dass die Messung nur im Zustand körperlicher und seelischer Entspannung durchgeführt wird.
  • Bei einer Messung am Handgelenk sollte die Manschette dort angelegt werden, wo man auf der Innenseite den Puls fühlen kann. GANZ WICHTIG: Das Gerät muss auf Höhe des Herzens gehalten werden.
  • Während der Messung sollte man Sprechen, Husten oder Lachen möglichst vermeiden.
  • Hochgeschobene Kleidung darf nicht einschneiden, weil sonst die Werte verfälscht werden können.

Blutdruck außerhalb der Normalwerte

So mancher Patient wird sehr erstaunt sein, wenn von der Norm abweichende Blutdruckwerte gemessenwerden. Denn oft werden zu hohe oder zu niedrige Werte gar nicht bemerkt. Der hohe Druck in den Adern führt oft nicht zu Beschwerden oder Schmerzen, die Betroffenen fühlen sich grundsätzlich wohl. Abnormale Werte werden deshalb eher zufällig bei Routinechecks entdeckt.

In vielen Fällen ist es nicht möglich, eine genaue Ursache für Bluthochdruck festzustellen. Die Mediziner sprechen dann von einer primären oder auch essentiellen Hypertonie. Es gibt aber einige Faktoren, die eine Entstehung der Hypertonie begünstigen.

  • Für Männer über 55 Jahre und Frauen über 65 Jahre erhöht sich das Risiko.
  • Wenn in der Familie gehäuft zu hoher Blutdruck auftaucht, steigt das Risiko.
  • Schädlich sind zu viel Salz, zu viel Alkohol, Nikotin und Stress.
  • Geringe Zufuhr von Kalium in Obst, Gemüse und Nüssen fördert die Hypertonie.
  • Zu wenig Bewegung

Signifikant ist das gleichzeitige Auftreten von Bluthochdruck und Übergewicht, Diabetes Typ 2 und erhöhte Blutfettwerte. Von einer sekundären Hypertonie spricht der Arzt, wenn der Blutdruck als Folge einer anderen Erkrankung auftaucht. In den meisten Fällen ist er eine Folge von Nierenerkrankungen, Krankheiten der Gefäße oder Störungen des Stoffwechsels.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen dieKosten für Medikamente, die der Arzt verordnet. Das gilt für alle zugelassen Arzneimittel. Bei einigen Krankenkassen werden auch vorbeugende oder begleitende Kurse zur sportlichen Betätigungoder spezielle Kochkurse gezahlt. Die Kosten für eine Operation werden jeweils im Einzelfall geprüft. Eine generelle Übernahme dieser Kosten gibt es bisher nicht. In bestimmtem Umfang können gesetzlich Versicherte auch psychotherapeutische Maßnahmen in Anspruch nehmen oder Entspannungstechniken erlernen. Wenn im Zusammenhang mit dem hohen oder niedrigen Blutdruck stationäre Maßnahmen notwendig sein sollten, übernehmen die Krankenkassen auch hier die Kosten.

Die Behandlung des Bluthochdrucks

Allein der Arzt kann durch verschiedene Messungen die richtige Diagnose stellen und weitere Untersuchungen durchführen. Auch die Entscheidung, ob eine Behandlung der Hypertonie tatsächlich notwendig ist und wie die Behandlung aussehen kann, liegt allein in der Hand des Arztes.

In den meisten Fällen wird der Bluthochdruck mit Medikamenten behandelt. Die meisten Patienten vertragen diese Medikamente sehr gut. Welches Medikament für welchen Patienten das passende und am besten geeignete ist, wird der Arzt nach den entsprechenden Untersuchungen festlegen. Es gibt auch die Möglichkeit, den Blutdruck mit einer Operation zu senken. Dabei werden bestimmte Nerven an den Nieren verödet, die für den ausufernden Blutdruck verantwortlich sind. Diese Methode wird bisher nur in schweren Fällen durchgeführt, wenn sich der Blutdruck mit Medikamenten nicht ausreichend senken lässt.

Hypertonie – Bluthochdruck

Bluthochdruck wird inzwischen als Volkskrankheit angesehen. In Deutschland ist ungefähr die Hälfte der Bevölkerung von zu hohen Blutdruckwerten betroffen. Hypertonie ist ein hoher Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen und kann Organe und Gefäße schädigen. Häufig beschleunigt der zu hohe Blutdruck die Arterienverkalkung mit ernsten Folgen. Das kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall, zu Herz- oder Nierenschwäche führen. Es wurden auch Aneurysmen der Bauchaorta festgestellt. Die Netzhaut und die Gefäße des Auges können durch den hohen Blutdruck geschädigt werden.

Bluthochdruck vorbeugen

Mit einigen Verhaltensmaßregeln kann man der Hypertonie vorbeugen oder die gesundheitliche Situation zumindest stabil halten.

  • Übergewicht sollte vermieden werden
  • regelmäßige und häufige Bewegung
  • abwechslungsreiche Ernährung mit gesundem Fett aus Fisch, Pflanzenölen und Nüssen
  • wenig Alkohol
  • kein Nikotin
  • Vermeidung von starkem Stress, Erlernen von Entspannungstechniken

Sollte der zu hohe Blutdruck festgestellt worden sein, gelten diese Tipps erst recht. Zusätzlich sollte kontinuierlich der Blutdruck gemessen werden. Regelmäßige Kontrollen durch den Arzt sind ebenfalls notwendig. Die verordneten Arzneimittel müssen meistens ein Leben lang genommen werden. Man darf auf keinen Fall diese Medikamente eigenmächtig absetzen. Bei Unverträglichkeiten sollte der Arzt zu Rate gezogen werden.

Die Behandlung bei zu niedrigen Werten

Ohne Beschwerden wird der niedrige Blutdruck nicht behandelt. Wenn es aber zu größeren Problemen kommt, so kann der Arzt Medikamente gegen die Auswirkungen der Hypotonie verschreiben.

Diese Medikamente haben oftmals Nebenwirkungen. Sie können Bluthochdruck auslösen, führen zu Herzrasen oder Ödemen und können Depressionen auslösen. Deshalb ist es oft günstiger, den niedrigen Blutdruck ohne Medikamente zu behandeln.

Hypotonie – Niedriger Blutdruck

Im Gegensatz zur Hypertonie sind zu niedrige Blutdruckwerte nicht bedrohlich. Im Gegenteil: Die Hypotonie kann vor Herz- und Gefäßerkrankungen schützen. Auch das Risiko von Gefäßverkalkungen ist wesentlich geringer. Werden niedrige Blutdruckwerte festgestellt, so ist das keine Erkrankung, sondern zunächst nur ein ermittelter Wert.

Symptome bei abweichenden Blutdruckwerten

Wenn die abweichenden Blutdruckwerte auch in den meisten Fällen keine Beschwerden verursachen, so kann es doch allgemeine Erscheinungen geben, die auf Probleme mit dem Blutdruck hinweisen:

Symptome bei Hypertonie oder Bluthochdruck

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Nasenbluten
  • Müdigkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Übelkeit
  • Sehstörungen
  • Rote Gesichtsfarbe

Symptome bei Hypotonie oder niedrigem Blutdruck

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Schlafbedürfnis
  • Verminderte Konzentration
  • Leistungsabfall
  • Erschöpfung, Schwäche
  • Blasse Haut
  • Kälteempfinden
  • Antriebslosigkeit
  • Ohnmachten durch Druckabfall im Gehirn

(Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu medizinischen Inhalten!)