Lückenlos Vertrag für Strom wechseln: So kündigen Sie richtig

Vertragswechsel

Wenn einem die Stromrechnung über den Kopf wächst oder der Anbieter mal wieder eine Strompreiserhöhung angekündigt hat, dann ist ein Wechsel des Stromanbieters ratsam.

Viele Verbraucher wissen gar nicht, wie einfach so ein Stromanbieterwechsel sein kann und welche Vorteile er mit sich bringt. Zudem gibt es Situationen, wie etwa ein Umzug, bei dem der Stromanbieter gekündigt werden muss.

Laut TNS Infratest kennen etwa 74 Prozent der haushaltsführenden Personen in Deutschland ihren Jahresstromverbrauch nicht und sogar 84,5 Prozent wissen nicht, wie viel sie für die Kilowattstunde Strom bezahlen.

Etwa 77 Prozent der Personen, die ihren Stromanbieter gewechselt haben, geben als Hauptgrund des Wechsels die Kostenersparnis an. Circa elf Prozent wechselten aufgrund ökologischer Gründe und etwa neun Prozent wegen eines Umzugs.

Tatsächlich hat fast die Hälfte der deutschen Haushalte noch nie einen neuen Stromtarif, geschweige denn einen neuen Stromanbieter gesucht. Dabei kann jeder ganz einfach kündigen, oftmals geht das sogar mit nur ein paar Klicks im Internet. Wenn Sie auf einige wichtige Dinge achten, dann steht einem reibungslosen Wechsel nichts mehr im Weg.

Der Stromwechsel – Schritt für Schritt zur Kostenersparnis

1. Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist beachten

Als Erstes sollten Sie in ihrem Vertrag nachschauen, wie lange ihr aktueller Stromvertrag noch läuft und wie die Kündigungsfrist bei ihrem aktuellen Anbieter aussieht. So können Sie herausfinden, ob es in der nächsten Zeit für Sie möglich ist, zu einem neuen Anbieter zu wechseln. Alle Verbraucher, die noch imGrundversorgervertrag (in der Regel die Stadtwerke) sind, haben die besten Voraussetzungen für die Kündigung ihres Stromanbieters. Bei Stromverträgen mit den Grundversorgern ist die Kündigungsfrist gesetzlich festgelegt und beträgt nach §20 des StromGVV 14 Tage. Sind Sie ein sogenannter Sondervertragskunde, haben also einen anderen Anbieter als den Grundversorger, dann beträgt die Kündigungsfrist normalerweise sechs Wochen. Es gibt allerdings auch Anbieter mit Kündigungsfristen bis zu drei Monaten.

2. Aktuellen Stromverbrauch ermitteln

Im nächsten Schritt sollten Sie möglichst genau ihren Stromverbrauch ermitteln. Die einfachste Möglichkeit ist, auf der letzten Jahresrechnung ihres derzeitigen Stromanbieters zu schauen. Achten Sie darauf, einen möglichst genauen Verbrauch in Erfahrung zu bringen, da Sie sonst entweder zu viel bezahlen und die Differenz erst am Jahresende wieder ausgezahlt bekommen oder zu wenig bezahlen und mit der Endabrechnung nachzahlen müssen.

3. Einen neuen Anbieter suchen

Ist Ihnen ihr Stromverbrauch und ihre Kündigungsfrist des aktuellen Anbieters bekannt, dann können sie sich als Nächstes nach einem neuen Anbieter umschauen. Am einfachsten funktioniert das mit einem Vergleich der Stromanbieter im Internet aber auch die Durchsicht von Stromanbietertests kann hilfreich sein. In der Regel übernimmt der neue Anbieter sogar die Kündigung für Sie, sodass Sie sich nicht einmal darum kümmern müssen. Sie müssen lediglich auf eine Vertragsbestätigung warten und ihren Zählerstand melden. Mit dem Vertragsabschluss kümmert sich ihr neuer Anbieter um die Kündigung ihres alten Vertrages.

Das „Deutsche Institut für Service-Qualität“ hat 2015 im Auftrag des Nachrichtensenders „n-tv“ eine Studie durchgeführt, bei der 35 regionale und überregionale Stromanbieter auf Service und Konditionen untersucht wurden.

Rang / Stromanbieter
1. Montana
2. Team Energie
3. Stadtwerke München
4. DEW21
5. Meingau Energie
6. Extraenergie
7. Stadtwerke Flensburg
8. EVD
9. Grünwelt Energie
10. Econsum

Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung

In einigen Fällen sollten Sie die Kündigung Ihres aktuellen Versorgers selbst in die Hand nehmen, so zum Beispiel bei einer Preiserhöhung. Sollte Ihr aktueller Stromanbieter seinen Preis erhöhen, dann müssen Sie sich nicht an die normale Kündigungsfrist halten und bis zum nächstmöglichen Kündigungszeitpunkt warten, sondern können vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und ihren Stromanbieter wechseln. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie nach erhaltener Information über die Preiserhöhung so schnell wie möglich reagieren. In den meisten Fällen haben Sie für eine Sonderkündigung gerade einmal zwei Wochen Zeit. Die Kündigung sollten Sie unbedingt als Einschreiben mit Rückschein verschicken. Neben Ihrem Namen und der Adresse, sollten Sie in dem Schreiben auch Ihre Kunden- und Zählernummer angeben.

Weiterhin sollten Sie die Kündigung selbst übernehmen, wenn der Vertrag sich in absehbarer Zeit um mehrere Monate verlängern würde und Sie vorhaben zu wechseln aber noch keinen neuen Anbieter gefunden haben. Um eine unnötige Verlängerung des Vertragsverhältnisses mit dem aktuellen Anbieter zu entgehen, ist es in einem solchem Fall angebracht, den Vertrag selbst zu kündigen. Wenn Sie nach Ablauf des Vertrages keinen neuen Anbieter gefunden haben, müssen Sie keine Angst haben, ohne Strom zu leben, denn der örtliche Grundversorger gewährleistet in jedem Fall die Energieversorgung.

Beim Umzug: Strom kündigen oder ummelden

Als ob das Schleppen von Kisten und das Malern der Wände beim Umzug nicht schon stressig genug wäre, muss man sich auch noch um die Stromversorgung kümmern, sowohl in der alten wie in der neuen Bleibe. Egal ob Mietwohnung oder Eigenheim.

Kunden mit einem Grundversorgervertrag haben es hier am einfachsten. Mit einem Hinweis auf den Umzug kann einfach mit einer 14-tägigen Frist gekündigt und zu einem anderen Stromanbieter gewechselt werden. Für alle anderen Kunden ist es etwas schwieriger. Schauen Sie im aktuellen Vertrag nach, ob der Anbieter ein Sonderkündigungsrecht im Falle eines Umzugs einräumt. So können Sie mit Hinweis auf den Umzug einfach eine Kündigung absenden. Inhalt der Kündigung sollte sein:

  • Kundennummer
  • Strom-Zählernummer
  • aktueller Zählerstand mit Ablesedatum

Sollten Sie innerhalb des Versorgungsgebietes Ihres Stromanbieters umziehen, dann müssen Sie den aktuellen Vertrag bei diesem meist behalten. In einem solchen Fall sollten Sie ihren Anbieter mindestens sechs Wochen im Voraus über den Umzug informieren.

Ziehen Sie außerhalb des Versorgungsgebietes des bisherigen Anbieters, dann sollten Sie sich möglichst früh nach einem Neuen umschauen und wechseln, damit er Sie bereits beim Einzug mit Strom beliefern kann. Aber auch, wenn Sie es nicht mehr schaffen, sich für den neuen Wohnsitz einen Anbieter zu suchen, ist das kein Problem. Der lokale Grundversorger sichert in jedem Fall die Stromversorgung, sodass Sie beim Einzug nicht im Dunkeln sitzen. Zwar läuft die Grundversorgung häufig mit einem vergleichbar teuren Tarif, ganz dramatisch ist das jedoch nicht, da hier die bereits erwähnte zweiwöchige Kündigungsfrist gilt.

Sind Sie für die neue Wohnung auf der Suche nach einem Stromanbieter, dann benötigt dieser:

  • das Datum des Einzugs
  • die Strom-Zählernummer
  • den aktuellen Zählerstand