Stromverbrauch dauerhaft senken – Energie und Geld sparen

Stromverbrauch Symbol

Sind die Kosten auf der Stromrechnung zu hoch, dann denkt man sich meistens, dass der Stromanbieter Schuld ist und es an der letzten Strompreiserhöhung liegt. Eine hohe Stromrechnung kann aber auch eine ganz andere Ursache habe, nämlich den Stromverbrauch.

In jedem Haushalt stecken viele potenzielle Quellen und Ursachen, durch die möglicherweise Strom verschwendet wird. Werden sie ausfindig gemacht, kann jedes Jahr viel Geld gespart werden.

Laut Stiftung Warentest sind hauptsächlich Warmwasserspeicher, Durchlauferhitzer und das Heizen mit Strom für einen überhöhten Energieverbrauch im Haushalt verantwortlich. Darüber hinaus entstehen hohe Stromkosten vor allem durch veraltete Geräte und durch ineffizienten oder sogar unnötigen Betrieb von Haushaltsgeräten. Bei uns erhalten Sie wertvolle Tipps, wie Sie ihren Verbrauch effektiv senken können und so zusätzlich zum Stromwechsel Kosten sparen können.

InformationEs gibt drei Hauptfaktoren, von denen der grundsätzliche Verbrauch eines Haushalts abhängig ist. Zum einen spielt die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen eine Rolle, denn mehr Personen verbrauchen auch mehr Strom. Durch die gemeinsame Nutzung von Geräten wie der Waschmaschine oder dem Kühlschrank passiert es allerdings häufig, dass es in einem 6-Personen-Haushalt einen geringeren Pro-Kopf-Verbrauch gibt, als in einer Zwei-Personen-Wohnung. Weiterhin ist der Verbrauch in einer Wohnung geringer als in einem Einfamilienhaus und auch die Art der Wasseraufbereitung ist ein wichtiger Faktor beim Verbrauch.

Einfache Hinweise zum Energiesparen

So senken Sie Ihren Stromverbrauch

1. Haushaltsgeräte effektiver nutzen und öfter ausschalten:

Man sollte sich immer Vergewissern, dass alle Geräte, die in Betrieb sind, wirklich benötigt werden. Dazu zählen:

Periphere Geräte (Drucker am PC, DVD-Player am Fernseher)

  • Unnötige Mehrfachnutzung vermeiden (nicht Fernseher UND Computer einschalten)
  • Geräte auch bei kurzer Nichtnutzung ausschalten (Radio während des Spaziergangs, Licht beim verlassen des Raumes

2. Nicht auf Standby verlassen

Auch der Standby-Modus vieler Geräte sollte nicht überbeansprucht werden. Zwar gibt es mittlerweile eine Standby-Verordnung, nach der für viele Neugeräte ein Standby-Verbrauch von nur einem Watt erlaubt ist, insbesondere ältere Geräte verursachen jedoch auch im sogenannten Schlummermodus Stromkosten. Empfehlenswert ist daher eine Mehrfachsteckdose mit Schalter, mit der mehrere Geräte auf einmal vom Netz genommen werden können.

3. Altgeräte ausfindig machen und durch neue Modelle ersetzen

Die meisten Stromkosten werden durch veraltete Haushaltsgeräte erzeugt. Insbesondere aktuelle Kühlschränke und Wäschetrockner aber auch Fernseher sind deutlich energiesparender, als ihre mehrere Jahre alten Kollegen. Wenn also mal ein Gerät kaputt geht, dann sollten gründlich überlegt werden, ob eine Reparatur sinnvoll ist. Sinnvoller ist manchmal, das Gerät gegen ein neues Modell auszutauschen.

4. Energieeffiziensklasse beachten

Bei dem Neukauf eines Gerätes sollte immer besonderer Wert auf die Energieeffizienzklasse gelegt werden. Diese findet man auf den bunten Aufklebern bei Neugeräten. Am besten ist dabei die Effizienzklasse A+++, das Minimum sollte die Klasse A+ sein, um sowohl ein umweltfreundliches als auch ein energiesparendesGerät zu bekommen. Als Hilfe hat die Verbraucherzentrale eine Liste der sparsamsten Geräte 2014/2015 erstellt.

5. Vorhandene Alternativen im Haushalt nutzen

Stromkosten können vor allem gespart werden, wenn die Möglichkeiten von Haushaltsgeräten effektiv ausgenutzt werden. So sollte bei wenig und leicht verschmutztem Geschirr das Sparprogramm der Geschirrspülmaschine verwendet werden. Ähnlich ist es bei der Waschmaschine, mit der durch eine 40-Grad statt einer 60-Grad-Wäsche fast 40 Prozent weniger Strom verbraucht wird.

Auch die Nutzung von Alternativgeräten ist in einigen Fällen möglich. Möchte man nur die E-Mails kontrollieren oder auf einem Nachrichtenportal surfen, dann empfiehlt es sich statt eines stationären PCs den Laptop zu verwenden oder noch besser, ein Tablet-Computer oder ein Smartphone.

Einfamilienhaus Mehrfamilienhaus
Ein-Personen-Haushalt 2600 kW/h 1500 kW/h
Zwei-Personen-Haushalt 3200 kW/h 2200 kW/h
Drei-Personen-Haushalt 4000 kW/h 3000 kW/h
Vier-Personen-Haushalt 4400 kW/h 3300 kW/h
Fünf-Personen-Haushalt 5300 kW/h 4200 kW/h

Quelle: Die Stromsparinitiative

Hilfe von der Verbraucherzentrale holen

ServiceGibt es Unklarheiten darüber, ob zu viel Strom verbraucht wird und welche Kostenfallen es möglicherweise im Haushalt gibt, dann kann einfach ein Termin mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale vereinbart werden. Diese schickt einen Energieberater, der den Strom- und Wärmeverbrauch sowie die Elektrogeräte kontrolliert und darüber hinaus Einsparpotenziale aufzeigt, die mit geringen Mitteln möglich sind. Dabei wird unter anderem die Effizienz der Geräte kontrolliert und untersucht, ob es unnötige Stromfresser gibt. Ein Basis-Check kostet zehn Euro.

Auch ein Gebäude-Check ist möglich, bei dem im Unterschied zum Basis-Check auch die Gebäudehülle, die Heizungsanlage und die Möglichkeiten der Nutzung von erneuerbaren Energien überprüft werden. In beiden Fällen erhalten Verbraucher innerhalb von zwei Wochen nach dem Check einen Brief mit den Ergebnissen und einigen Handlungsempfehlungen.

Nach Zahlen des NRW-StromChecks von 2013 gehen 24,6 Prozent, also fast ein Viertel des Stromverbrauchs, in privaten Haushalten auf TV/Audiosysteme und Büroelektronik zurück. Geräte zum Kühlen und Gefrieren sind für ungefähr16 Prozent des verbrauchten Stroms verantwortlich. 13,8 Prozent werden durch Wasch-, Trockner-  und Spülmaschinen verursacht. Der geringste Verbrauch in privaten Haushalten geht mit 8,5 Prozent vom Licht aus.

Mit einfachen Mitteln den Stromverbrauch berechnen

Um das Einsparpotenzial bzw. Stromfresser in den eigenen vier Wänden aufzudecken, hilft eine einfache Formel. Zwar gibt sie nicht exakt an, wie viel Strom die Geräte im Haushalt konsumieren, es lässt sich aber immerhin ein Näherungswert ausrechnen, der dabei hilft den Strombedarf besser einzuschätzen. Für die Formel benötigt man den Stromverbrauch des Gerätes und die Anzahl der Stunden, die es eingeschaltet ist. Der Verbrauch wird meist in Watt angegeben, für die Formel ist es aber sinnvoller die Kilowattzahl zu nutzen. Dafür einfach die Wattzahl durch tausend dividieren (100 W = 0,1 kW).

Die Formel sieht wie folgt aus:

  • Stromverbrauch des Gerätes in kW x Betriebszeit pro Tag = Tagesverbrauch
  • Stromverbrauch des Gerätes in kW x Betriebszeit pro Tag x 365 Tage = Jahresverbrauch

Beispiel: Fernseher mit einem Strombedarf von 65 Watt und 4 Stunden Betriebszeit am Tag.

  • 0,065 kW x 4 Stunden = 0,26 kWh Tagesverbrauch
  • 0,065 kW x 4 Stunden x 365 Tage = 94,9 kWh Jahresverbrauch

Möchte man wissen, wie viel Geld der Betrieb des Gerätes kostet, dann multipliziert man einfach den Tages- oder Jahresverbrauch mit dem Preis für eine Kilowattstunde:

  • Jahresverbrauch x Stromkosten pro kWh = Jahreskosten für das Gerät

Beispiel: Fernseher mit einem Jahresverbrauch von 94,9 kWh:

  • 94,9 kWh x 0,28 Euro = 26,6 Euro Stromkosten im Jahr

Mit Messgerät den Verbrauch berechnen

Eine genauere Methode den Stromverbrauch zu ermitteln, ist die Nutzung von Strommessgeräten. Diese werden einfach zwischen das Gerät und die Steckdose geschaltet und messen dann im Betrieb den Strombedarf. Stromverbrauchszähler kosten ca. 20 bis 30 Euro, allerdings können sie häufig auch bei Verbraucherzentralen, Stadtwerken und Baumärkten gegen eine kleine Gebühr geliehen werden.

So überprüfen Sie Ihre Stromrechnung

Sie sollten immer einen kritischen Blick auf die Stromabrechnung werfen. Mögliche Falschberechnungensind von den Energieunternehmen sicher nicht gewollt, aber auch ein unbeabsichtigter Fehler kann teuer werden. Die häufigsten Probleme auf einem Blick:

  • Der aktuelle Verbrauch sollte ungefähr dem Vorjahresverbrauch entsprechen. Gibt es einen deutlichen Unterschied, überlegen Sie, ob sich Ihr Verbrauch in der Vergangenheit durch zusätzliche Haushaltsgeräte oder besondere Wetterbedingungen geändert haben könnte
  • Etwaige Gutschriften bzw. Neukundenboni sollten verrechnet sein
  • Die Zählernummer auf der Rechnung muss mit Ihrer Zählernummer im Gebäude übereinstimmen
  • Die Höhe von Grundpreis, Arbeitpreis, Umlagen und Steuern müssen der im Vertrag vereinbarten Summe entsprechen
  • Auch wenn Sie denken, Sie hätten zu wenig gezahlt, sollte Sie sich bei Ihrem Energieversorger melden. Der neue Rechnungsbetrag erfolgt nämlich auf Grundlage Ihrer letzten Rechnung. Wenn über Monate weniger gezahlt als verbraucht wird, muss mit einer hohen Nachzahlung gerechnet werden

Haben Sie ein Problem mit Ihrer Rechnung festgestellt, wenden Sie sich an Ihren Stromanbieter. Geschieht das auf dem Postweg, sollte der Brief als Einschreiben verschickt werden. Sollte der Energieversorger seinen Fehler nicht einsehen oder sich nicht melden, sollten Sie sich an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Diese versucht zwischen Verbraucher und Stromanbieter zu vermitteln und ist für Verbraucher kostenlos.

Nicht nur zu Hause, auch auf der Arbeit kann Strom gespart werden. Der meiste Strom am Arbeitsplatz wird durch Beleuchtung und elektronische Geräte verbraucht. Computer, elektrische Werkzeuge, Kaffeemaschinen usw. sollten am Ende des Arbeitstages nicht nur in den Stand-by-Modus gehen, sondern komplett vom Stromnetz genommen werden. Auch die überflüssige Nutzung von künstlichem Licht verursacht Energiekosten, die durch die Einbindung von mehr Tageslicht reduziert werden können.