Strom: Preisvergleich und Entwicklung der elektrischen Energie

Stromanbieter

Jeder braucht Strom und in der Regel ist auch jeder Haushalt in Deutschland mit Strom versorgt. Fast jeder wird daher auch die Situation kennen, wenn man den Brief mit der Stromrechnung öffnet und sich – wie immer – erschreckt.

Steigende Preise führen bei vielen Verbrauchern zwar zu einer immer höheren Rechnung, gleichzeitig scheuen sich jedoch viele vor einem Wechsel, weil der Anbietermarkt unübersichtlich und der Wechsel kompliziert erscheint. Im Prinzip sollte sich aber jeder Verbraucher einmal andere Anbieter anschauen, denn in den seltensten Fällen bezieht man seinen Strom vom günstigsten Stromversorger. Wir geben Ihnen Tipps zum Stromvergleich und erklären, wie es eigentlich zu den steigenden Strompreisen kommt.

Sie denken über einen Strompreis-Wechsel nach?

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Durch einen Wechsel kann der Geldbeutel deutlich entlastet werden – Ersparnisse von mehreren hundert Euro im Jahr sind möglich. Insbesondere Verbraucher, die sich noch im Grundversorgungsvertrag ihrer Stadtwerke befinden, sollten über einen Strompreisvergleich nachdenken, da es sich hierbei häufig um sehr ungünstige Konditionen handelt.

Grundsätzlich sollte sich jedoch jeder informieren, ob es günstige Alternativen für die Stromversorgung gibt, zumal der Online-Vergleich im Internet einfach und schnell möglich ist. Zudem gibt es mittlerweile über 1.000 Stromlieferanten mit etwa 13.000 Stromtarifen in Deutschland. Im Durchschnitt haben Verbraucher an ihrem Wohnort die Möglichkeit aus über 140 Stromanbietern zu wählen.

Stromvergleich online: Geldbeutel und Nerven schonen

Der einfachste Weg zum Stromanbieterwechsel – und damit zu großen Kostenersparnissen – führt über den Strompreisvergleich im Internet. Hier erhält man einen schnellen, transparenten und anschaulichen Überblick auf die günstigsten Stromanbieter und deren Konditionen. Meist reichen einfache Angaben wie die Postleitzahl, der Jahresverbrauch sowie der aktuelle Anbieter, um herauszufinden, welche anderen und vor allem günstigeren Anbieter und Tarifoptionen es gibt. Der Gewerbestrom für Industriekundenfunktioniert übrigens ähnlich.

Mittlerweile kann der Strompreisvergleich bei einigen Portalen nach den Suchkriterien der Stiftung Warentest durchgeführt werden. Dadurch werden weniger gute Angebote von vornherein ausgesiebt. Die Vertragsbedingungen sollten allerdings in jedem Fall ganz genau durchgelesen werden.

Der Vergleich: Die wichtigsten Faktoren im Überblick

1.
Vorauszahlungen

Verlangt der Anbieter monatliche oder jährliche Abschlagszahlungen? Als Verbraucher sollte man sich ausschließlich auf Tarife mit monatlichen Abschlagszahlungen einlassen. Bei Tarifen mit Vorkasse kann es passieren, dass bereits gezahltes Geld im Falle der Insolvenz des Anbieters nicht zurückerstattet wird.

2.
Kündigungsfrist

Üblich sind Kündigungsfristen von vier bis sechs Wochen zum Vertragsende. Bei Kündigungsfristen von zwölf Wochen sollte man stutzig werden, da hier höchstwahrscheinlich versucht wird, den Verbraucher zu binden und unnötige Vertragsverlängerungen zu erzwingen.Vertragslaufzeit: Normalerweise betragen die Laufzeiten für Stromverträge zwölf Monate. Längere Laufzeiten sind unüblich und sollten daher nicht akzeptiert werden.

3.
Bonuszahlungen

Neukundenrabatt und Sofort-Bonus sind auf dem ersten Blick sehr reizvoll und lohnenswert. Allerdings werden sie von vielen Anbietern nur benutzt, um einen hohen Platz in den Vergleichstabellen zu erhalten und den eigentlichen Strompreis zu verschleiern. Sollte es aufgrund einer Strompreiserhöhung zu einer vorzeitigen Kündigung kommen, verwehren einige Anbieter den Neukundenbonus. Der Sofortbonus lohnt sich häufig nur dann, wenn der Stromanbieter nach einem Jahr gewechselt wird, da oft allein durch den Bonus ein günstiger Preis im ersten Vertragsjahr entsteht.

4.
Preisgarantie

Lohnenswert für den Verbraucher sind Preisgarantien, die den Strompreis für einen Zeitraum von zwölf Monaten auf einen festen Stand fixieren. So kann man längerfristig planen und muss nicht jeden Monat mit einer Erhöhung rechnen. Allerdings sind von der Garantie häufig Erhöhungen von Steuern, Abgaben und Umlagenausgenommen. In solchen Fällen behalten sich die Energieversorger vor, die Preise doch zu erhöhen.

Checkliste

Checkliste Stromanbieterwechsel
So funktioniert der Wechsel (PDF)

Kriterien für einen guten Stromanbieter
Darauf sollten Sie achten (PDF)

Stromsparen leicht gemacht
Tricks für eine niedrigere Stromrechnung (PDF)

Preisvergleich

Möchten Sie wissen, ob Sie zu viel Geld für Strom ausgeben? Werfen Sie einfach mal einen Blick auf die durchschnittliche deutsche Stromrechnung: ein Dreipersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh zahlt 2013 etwa 83 Euro im Monat. Die Ausgaben eines Fünfpersonenhaushalts mit einem Verbrauch von 4900 kWh liegen derzeit bei ungefähr 117 Euro im Monat. Liegen Ihre Ausgaben deutlich über diesen Werten, sollten Sie sich nach einem günstigeren Anbieter umschauen und versuchen Strom zu sparen. Aber auch wenn Ihre Stromrechnung im Durchschnitt oder sogar darunter liegt, kann es trotzdem einige Einsparmöglichkeiten bei Ihnen geben.

Die drei Hauptbestandteile, aus denen sich der Strompreis zusammensetzt, sind:

  • Kosten für Stromerzeugung, Transport und Betrieb
  • Kosten für die Nutzung der Netze
  • Steuern und Abgaben

Strompreise: Zusammensetzung und aktuelle Entwicklung

Wenn man hört, dass die Strompreise steigen, kann man sich darunter wenig vorstellen. Man geht davon aus, dass allein der Stromanbieter für den Preis pro Kilowattstunde verantwortlich ist, tatsächlich hängt der Strompreis von mehreren Faktoren ab und hat sich in den letzten Jahren unterschiedlich entwickelt.

Die verschiedenen Bestandteile des Strompreises

Der Strompreis setzt sich aus mehreren Kostenbestandteilen zusammen, wobei sich die Anteile von Zeit zu Zeit deutlich verschieben können. Laut Bundesnetzagentur sieht die Zusammensetzung wie folgt aus:

  • Nettonetzentgelt (20,5 Prozent): Das ist das Entgelt, das Stromnetzbetreiber von den Netznutzern für die Durchleitung des Stroms verlangen
  • Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung (2,2 Prozent): Entgelte für die Kosten der Abrechnung, der Mess- und Steuereinrichtung (z.B. Stromzähler) sowie das Entgelt für die Ablesung
  • Steuern (23,5 Prozent): Teilt sich auf in Umsatzsteuer (16,3 Prozent) und Stromsteuer (7,2 Prozent)
  • Kosten für die Strombeschaffung und für den Vertrieb (24,1 Prozent): enthalten sind hier auch sonstige Kosten und der Vertrieb
  • Konzessionsabgabe (5,9 Prozent): Entgelt, das Energieversorgungsunternehmen an Gemeinden zahlen, um öffentliche Wege für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen nutzen zu dürfen
  • Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (22,0 Prozent): Die EEG-Umlage dient dazu die Kosten für die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien den Stromendverbraucher tragen zu lassen
  • Andere (1,9 Prozent):
    • Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (0,6 Prozent)
    • Umlage nach § 19 StromNEV (0,3 Prozent)
    • Umlage Offshore-Haftung (0,9 Prozent)
    • Umlage für abschaltbare Lasten (0,03 Prozent)

Quelle: Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2014

Land Preis pro kWh
Bulgarien 8,3 Cent
Ungarn 12,0 Cent
Rumänien 12,9 Cent
Polen 14,2 Cent
Finnland 15,6 Cent
Frankreich 15,9 Cent
Luxemburg 17,4 Cent
Griechenland 17,7 Cent
Niederlande 18,2 Cent
Ver. Königreich 19,2 Cent
Schweden 19,7 Cent
Österreich 20,2 Cent
Spanien 22,5 Cent
Zypern 22,9 Cent
Irland 24,1 Cent
Italien 24,5 Cent
Deutschland 29,8 Cent
Dänemark 40 Cent

Die Strompreisentwicklung im Überblick

Im Jahr 1998 lag der Bruttostrompreis für eine dreiköpfige Familie mit einem Durschnittsverbrauch von 3500 Kilowattstunden bei 17,11 Cent pro Kilowattstunde. Die nächsten beiden Jahre sank er dann und lag 2000 auf dem Tiefstand von 13,94 Cent. Von da an stieg er Jahr für Jahr beständig an und liegt mittlerweile bei 29,8 Cent. Laut Statistischem Bundesamt gaben die privaten Haushalte im Jahr 2012 34 Milliarden Eurofür Strom aus, wohingegen es 2007 noch 26,9 Milliarden Euro waren. Auch für die nächsten Jahre ist keine gegenläufige Entwicklung in Sicht und der Strompreis wird voraussichtlich auch 2015 weiter steigen.

Warum wird der Strom immer teurer?

Ein wichtiger Faktor für die Preisentwicklung ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Durch das EEG hat Strom aus erneuerbaren Energiequellen einen Einspeisevorrang in das Energienetz und die Betreiber erhalten zudem eine über Jahre festgelegte Vergütung. Diese Vergütung wird mit der EEG-Umlage bezahlt, die über ein Zehntel des Strompreises ausmacht (derzeit etwa 13,8 Prozent). Von 6,24 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2014 sank die EEG-Umlage 2015 auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde.

Der Anstieg der EEG-Umlage hat mehrere Gründe:

Wer trägt die Kosten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes?

Im Jahr 2014 betrugen die von den Verbrauchern zu tragenden Kosten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. 23,6 Milliarden Euro. Private Haushalte kommen mit 8,3 Milliarden Euro für den größten Teil auf, gefolgt von der Industrie mit 7,4 Milliarden Euro. Gewerbe, Handel und Dienstleistungen kostet das EEG 2014 4,5 Milliarden Euro und öffentlichen Einrichtungen 2,8 Milliarden Euro. Die geringsten Kosten tragen die Landwirtschaft mit 0,5 Milliarden Euround der Verkehr mit 0,1 Milliarden Euro.