Gasverbrauch langfristig senken – Kosten und Energie sparen

Gasflamme

Viele Haushalte wollen sich aufgrund der steigenden Gaspreise, aber auch durch ein sensibilisiertes Umweltbewusstsein, an der Einsparung von Energie beteiligen. Nicht immer ist der Gasanbieter oder die letzte Preiserhöhung Schuld an den wachsenden Kosten.

Eine hohe Rechnung kann auch eine andere Ursache haben, nämlich den individuellen Verbrauch eines einzelnen Haushalts. Wenn Sie einige einfach Regeln beachten, können Sie Ihren Gasverbrauch senken und somit jedes Jahr mehrere hundert Euro einsparen.

Ein hoher Gasverbrauch kann verschiedene Ursachen haben. Meistens haben schon scheinbar kleine Dinge, wie ein angekipptes Fenster oder ein Gegenstand vor der Heizung große Auswirkungen auf die kommende Rechnung. Bei uns erhalten Sie wichtige Tipps und Ratschläge, wie Sie Ihren Verbrauch einfach, aber effektiv senken und so neben dem Gaswechsel zusätzlich Kosten sparen können.

Eine einfache Möglichkeit den Verbrauch zu senken, ist die Wartung der Heizungsanlage. Sollte Ihre Heizung gluckernde Geräusche von sich geben, sollte sie entlüftet werden. Dazu kann, je nach Ventil, ein Vierkantschlüssel oder Schraubenzieher verwendet werden. Das Entlüftungsventil befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats. Zur Entlüftung sollte ein Behälter unter das Ventil gestellt werden und es sollte so lange geöffnet werden, bis ein kontinuierlicher Wasserstrahl austritt. Umfassendere Maßnahmen zur Einsparung von Heizkosten sind die nachträgliche Wärmedämmung des Hauses oder eine Erneuerung der Heizanlage. Vor solchen Maßnahmen sollte unbedingt eine genaue Kosten/Nutzen-Rechnung aufgestellt werden.

7 Tipps zum Energiesparen: Gasverbrauch reduzieren

1. Richtige Wahl der Heiztemperatur

Eine einfache Methode den Gasverbrauch zu senken, ist die richtige Wahl der Heiztemperatur. Ungefähr ein Viertel des Energieverbrauchs im Haushalt entfällt auf die Raumwärme. Trotzdem werden in vielen Haushalten die Innenräume mit viel zu hohen Temperaturen beheizt. Schon eine Absenkung der Raumtemperatur um 1 Grad Celsius kann Energieeinsparungen von rund 6 Prozent bewirken. Beachten Sie jedoch:

  • Lassen Sie die Temperatur der Innenräume nicht unter 12 Grad Celsius sinken, da das Aufheizen ansonsten zu viel Zeit in Anspruch nimmt und zudem Schimmel droht. Erhalten Sie also eine konstante Temperatur von mindestens 15 Grad.
  • Auch zu starkes Heizen kann schädlich sein. Wenn die Heizung durchgehend bei voller Leistung arbeitet, sinkt die Luftfeuchtigkeit im Raum und die trockene Luft kann Sie anfälliger für Erkältungen und Erkrankungen der Atemwege, sowie der Binde- und Schleimhäute machen.

2. Richtiges Lüften

Durch regelmäßiges Stoßlüften können Sie Ihren Gasverbrauch erheblich senken. Öffnen Sie in der Wohnung alle Fenster etwa drei bis fünf Mal am Tag für ungefähr fünf Minuten. Stellen Sie die Heizung während des Lüftens aber auf eine niedrige Stufe, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Da Frischluft von der Heizwärme deutlich besser aufgenommen wird als abgenutzte Luft, entsteht nach kurzer Zeit wieder eine angenehme Raumtemperatur, ohne stärkeres Aufdrehen des Heizkörpers.

3. Heizung regelmäßig entlüften

Es ist sinnvoll vor Beginn und nach der Heizperiode, die überschüssige Luft aus den Heizkörpern zu lassen. Hierfür gibt es spezielle Entlüftungsschlüssel, die Sie für wenig Geld in den meisten Baumärkten oder Fachgeschäften erwerben können. Falls Ihr Heizkörper gluckernde Geräusche von sich gibt oder nicht mehr richtig warm wird, sollten Sie diesen möglichst schnell entlüften, da dies ein sicheres Anzeichen für zu viel Luft im Heizkörper ist.

4. Heizkörper freistellen

Sie sollten darauf achten, dass Heizungen nicht durch Möbel verdeckt werden und keine Wäsche darauf trocknet. Die erwärmte Luft kann kann in diesem Fall nicht ausreichend zirkulieren und es kommt zum Wärmestau, der unnötig Energie verbraucht. Das gleiche gilt für Gardinen oder schwere Vorhänge. Auch hier sollten Sie darauf achten, dass die Heizung nicht verdeckt wird.

Entfernen Sie Ihre Heizkörper zudem regelmäßig von Staub. Staub ist ein Wärmefänger, der die Wärme an den Heizkörper bindet und somit nicht in den Raum lässt.

5. Warmwasser regulieren

Die Warmwasserbereitung erfolgt wahlweise mit Gas oder Strom. Auch hier können erhebliche Kosten gespart werden, wenn das Wasser beispielsweise über eine Gastherme oder eine Gaszentralheizung erwärmt wird. Auch die Temperaturen für das warme Wasser lassen sich oft senken:

  • Stellen Sie die Wasserhähne auf eine kalte Temperatur
  • Installieren Sie eine Thermostat-Armatur in der Dusche
  • Sparen Sie auch im Verbrauch: Ein Vollbad benötigt ungefähr dreimal mehr Wasser als eine Dusche und verbraucht dementsprechend viel Energie und Kosten

6. Energie sparen beim Kochen

Selbst beim Kochen lässt sich Energie sparen. Generell kann man sagen, dass Gasherde effizienter sind als beispielsweise ein Herd mit Ceranfeld, da hier ist ein Vorheizen nicht nötig ist. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Größe des Topfes an das Kochfeld angepasst ist, da sonst unnötig Energie verbraucht wird.

7. Bauliche Maßnahmen zur Kostenreduzierung

Die langfristigste Lösung ist die Wärmedämmung. Hier haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Die Außendämmung der Außenwand ist in der Regel teurer, jedoch aus bauphysikalischer Sicht oft vorzuziehen.
  • Die Innendämmung ist bei gegliederten Fassaden oder Gebäuden mit Denkmalschutz jedoch die nahelegendste Alternative.

Tipp: Heizungsrohre, die durch unbeheizte Räume führen, sollten gedämmt werden. Hierbei gilt: Die Dämmung sollte mindestens so stark sein wie die Rohre. Dadurch wird gewährleistet, dass die Wärme dort ankommt, wo sie benötigt wird und nicht zwischendurch ungenutzt verloren geht.

Die richtige Raumtemperatur: Je höher die Raumtemperatur, desto größer auch die Heizkostenrechnung. Die Raumtemperatur für die einzelnen Räumlichkeiten sollte daher gut gewählt sein. Jedes Grad weniger spart Heizenergie.

Räumlichkeit Optimale Temperatur
Wohnzimmer 20-22 °C
Kinderzimmer 20 °C
Küche 16-18 °C
Hausflur 15 °C
Schlafzimmer 15-18 °C
Badezimmer 23 °C
Abstellräume 16 °C
Keller und Dachboden 12-15 °C

Entscheidend ist in allen Fällen aber die individuelle Behaglichkeitstemperatur. Senken Sie die Raumtemperatur nachts oder tagsüber, wenn sie einige Stunden lang nicht da sind, um einige Grad auf etwa 18 °C ab. Bei Abwesenheit von wenigen Tagen sollte die Temperatur auf ca. 15 °C eingestellt werden. Während der Nachtstunden kann die Raumtemperatur in Wohn- und Arbeitsräumen um ungefähr 5 °C gesenkt werden.

Das Online Statistik-Portal „statista“ hat die zehn sparsamsten Städte Deutschlands nach ihrem Erdgasverbrauch in den Jahren 2011 und 2012 ermittelt. Im Jahr 2012 verbrauchten die Einwohner Hattingens zum Beispiel durchschnittlich 126 Kilowattstunden Energie aus dem fossilen Energieträger Erdgas pro Quadratmeter Wohnfläche.

Städte 2011 in kWh/m³ 2012 in kWh/m³
Hattingen 117 126
Freiburg 13 8135
Leipzig 135 136
Halle 139 137
Erfurt 132 138
Magdeburg 14 1138
Oberhausen 151 139
Ahlen 147 141
Chemnitz 142 143
Karlsruhe 145 143

So können Sie Ihren Gasverbrauch berechnen

Auf Ihrer Endkundenabrechnung wird der Gasverbrauch allgemein in der Einheit Kilowattstunden (kWh) angegeben. Wenn Sie auf den heimischen Gaszähler schauen, ist der Verbrauch hier aber nur in Kubikmeter (m³) aufgeführt. Wie errechnet man nun seinen persönlichen Gasverbrauch?

Eine Formel, wie die zur Berechnung des Stromverbrauchs gibt es bei Gas leider nicht. Wenn es darum geht einen möglichst genaue Angabe über den Gasverbrauch zu bekommen, ist es wichtig, folgende Formel zur Umrechnung anzuwenden.

kWh = m³ x Brennwert x Zustandszahl

Der Brennwert ist hierbei die Wärmeenergie in kWh/m³, die bei der Verbrennung des Gases freigesetzt wird. Der Wert hängt direkt mit der Zusammensetzung des Gases zusammen. Je höher der Methangehalt, desto höher auch der Brennwert. Es wird zwischen zwei Erdgasklassen unterschieden:

  • H-Gas aus der Nordsee und den GUS-Staaten (Brennwert: 10-12)
  • L-Gas aus den Niederlanden und aus Norddeutschland (Brennwert 8-10)

Gasrechnung enthält wichtige Informationen

Der Brennwert ist auf jeder Gasrechnung aufgeführt oder kann beim Gasversorger direkt erfragt werden.

Der Brennwert von Gas bezieht sich immer auf den sogenannten Normzustand. Dieser entspricht einem Druck von 1,01325 bar, einer Temperatur von 0 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 0 %. Da der tatsächliche Betriebszustand von Gas immer von dem Normwert abweicht, muss der Unterschied über einen Korrekturfaktor ausgeglichen werden.

Dafür ist die Zustandszahl (z-Zahl) notwendig. Mit der Zustandszahl wird der Zustand an der Gas-Abnahmestelle auf den Normzustand zurückgerechnet. Die Zustandszahl muss für jede Gas-Abnahmestelle in regelmäßigen Abständen neu ermittelt werden. Dies geschieht meistens monatlich und wird von den Gasanbietern durchgeführt. Genau wie den Brennwert, finden Sie auch die Zustandszahl auf jeder Ihrer Abrechnungen.

Rechenbeispiel: Verbrauch ermitteln

Ihr Jahresverbrauch zeigt am Gaszähler einen Wert von 2.000 m³ an. Der Brennwert liegt bei 8,0 und die Zustandszahl ist 0,95. Dann gilt

kWh = 2.000 x 8 x 0,95 = 15.200

Ihr jährlicher Verbrauch läge also bei 15.200 kWh.