Benzinpreise: Spritverbrauch senken und weniger tanken

Benzinpreise

Hohe und steigende Benzinpreise vermiesen vielen Autobesitzern die Lust am Fahren. Auch der hohe Verbrauch sorgt dafür, dass das Auto immer öfter in der Garage stehen gelassen wird. Jede Tankfüllung hinterlässt ein großes Loch im Portemonnaie und vor allem Fahrer, die durch ihren Arbeitsweg auf das Auto angewiesen sind, ärgern sich über die Kosten.

Um die Kosten für das Fahrzeug zu senken, kann nicht nur die Autoversicherung gewechselt werden, es gibt auch einige Hilfsmittel und Tipps, mit denen der Verbrauch gesenkt und die günstigste Tankstelle ausfindig gemacht werden kann. Smartphone-Apps helfen bei der Tankstellensuche aber noch einfacher ist es, den Benzinverbrauch zu senken. Damit wird nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Umwelt geschont. Bei uns erhalten selbst erfahrene Autofahrer neue Hinweise für eine spritsparende Fahrweise.

So senken Sie Ihren Spritverbrauch und sparen Benzin

Dem eigenen Geldbeutel und der Umwelt zu liebe ist es wichtig, nicht nur den günstigsten Literpreis in der Umgebung zu suchen, vor allem sollte Sprit gespart werden und das ist einfacher als gedacht. Hier gibt es die wichtigsten Benzinspartipps im Überblick.

1.
Das Auto richtig starten

Den Motor des Autos sollte man erst unmittelbar vor dem Losfahren starten. Den Motor erst warmlaufen zu lassen kostet unnötig Sprit und belastet die Umwelt, zudem wird der Motor unter Last viel schneller warm und verbraucht dann weniger Sprit. Weiterhin hilft es, das Gaspedal beim Starten des Motors nicht ganz durchzutreten.

2.
Der richtige Fahrstil: Langsam und niedrig-tourig fahren

Nach dem Anfahren (ungefähr eine Wagenlänge) kann man sofort in den zweiten Gang schalten. Die weiteren Gänge dann so früh wie möglich hochschalten, meist bei einer Drehzahl von 2000 u/min. 50 km/h können im Stadtverkehr schon im fünften Gang gefahren werden.

Auf der Autobahn gilt, dass der Spritverbrauch ab 100 km/h überproportional steigt. Hier sollte man immer eine Geschwindigkeit zwischen 100 km/h und 130 km/h fahren, am sparsamsten sind 110 km/h.

Für jeden Autofahrer gilt: Vorausschauend fahren. Zu häufiges Bremsen steigert den Spritverbrauch enorm. An rote Ampeln oder geschlossene Bahnschranken kann man mit eingelegtem Gang heranrollen. Auch das Abschalten des Motors lohnt sich meist schon bei Standzeiten von zehn Sekunden.

3.
Unnötigen Ballast abwerfen und Extras abschalten

Pro 100 Kilogramm Belastung steigt der Benzinverbrauch des Autos um einen Liter pro 100 Kilometer, deshalb sollte man auf unnötigen Ballast verzichten. Die Einkäufe also am besten so früh wie möglich ausladen und nicht durch die Gegend fahren. Weiterhin sorgen viele Ausstattungen im Auto für einen erhöhten Energie- und somit Spritverbrauch. Insbesondere die Klimaanlage ist ein Stromfresser, der sich deutlich auf den Benzinverbrauch auswirkt. Auch ungenutzte Dachgepäckträger und Fahrradhalter sind überflüssiger Ballast und sorgen zudem für unnötigen Luftwiderstand.

4.
Reifendruck regelmäßig kontrollieren

Für einen geringeren Spritverbrauch kann der Reifendruck sorgen. Beim Aufpumpen der Reifen kann man ohne Probleme den Barwert für die Volllast nehmen, weil sich dadurch der Reifenwiderstand verringert, auf keinen Fall jedoch mehr. Ein zu geringer Luftdruck führt hingegen zu Verschleiß am Reifen und erhöht den Bremsweg.

5.
Der einfachste Trick: Das Auto stehen lassen

Unnötige Autofahrten, vor allem Kurzstrecken, sollten man in jedem Fall vermeiden. Da ein Auto auf den ersten ein bis zwei Kilometern nach dem Start übermäßig viel Sprit verbraucht, sollte man kleine Fahrwege miteinander verbinden. Beim Wochenendeinkauf also auch gleich das Tanken erledigen und den wichtigen Brief bei der Post abgeben.

Am besten ist es jedoch, ganz auf das Auto zu verzichten. Die Brötchen zum Wochenende kann man ganz entspannt mit dem Fahrrad vom Bäcker holen und ein Spaziergang muss nicht im fünf Kilometer entfernten Wald beginnen, sondern kann auch vor der eigenen Haustür starten.

ChecklisteSpritsparen leicht gemacht (PDF)
So verbrauchen Sie weniger Benzin

Angegeben ist der Durchschnittspreis für einen Liter Superbenzin in der Bundesrepublik Deutschland. Die Daten stammen vom ADAC.

Jahr Preis pro Liter
1950 63,3 Pfennig
1960 66,8 Pfennig
1970 63,6 Pfennig
1980 119,7 Pfennig
1985 142,5 Pfennig
1990 118,7 Pfennig
2000 198,8 Pfennig
2002 104,6 Cent
2010 140,5 Cent
2012 159,8 Cent
2013 154,9 Cent
2014 149,3 Cent
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Richtig tanken – so sparen Sie an der Zapfsäule

Auch beim Tanken sollte einiges beachtet werden, um Kosten zu sparen:

  • Das Sparen funktioniert am einfachsten, wenn mit einer Tankstellen-App Benzinpreise verglichen werden. Wer nicht zum Handy greifen will, sollte sich merken, dass Benzin zwischen 18 und 19 Uhr am günstigsten ist. Am teuersten ist es zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens. Anders als häufig angenommen gibt es keinen bestimmten Wochentag, an dem besonders preiswert getankt werden kann.
  • Ist eine günstige Tankstelle gefunden, sollten sich Autofahrer merken, dass Volltanken nicht immer sinnvoll ist. Ein höheres Gewicht sorgt für einen höheren Verbrauch und somit kann ein voller Tank mehr Fluch als Segen sein. Wenn für das Tanken allerdings unnötige Wege in Kauf genommen werden müssen, können die Ersparnisse durch einen langen Fahrtweg schnell verpuffen.
  • Zu guter Letzt gilt, dass es in der Regel keine qualitativen Unterschiede zwischen Kraftstoffen von Marken- und Billigtankstellen gibt. Entscheidend ist die Oktanzahl, die bei allen Tankstellen gleich ist. Viele Experten zweifeln auch den Nutzen von sogenannten Premium-Kraftstoffen an, wie er von einigen Markentankstellen angeboten wird. Untersuchungen zeigen, dass die enthaltenen Zusatzstoffe zwar für eine geringe Leistungssteigerung und etwas geringeren Verbrauch sorgen, der deutlich höhere Preis wird durch die sehr geringen Einsparungen aber nicht gerechtfertigt.

Staatliche Anteile an Kraftstoffkosten in Deutschland

Nach Angaben des Automobilclubs von Deutschland bekommt der Staat von 1,55 Euro pro Liter Benzin 90,7 Cent und bei 1,36 Euro für einen Liter Diesel 69,36 Cent. Den größten Anteil macht die Mineralölsteuer aus, danach folgt die Ökosteuer und zu einem geringen Maß der Erdölbevorratungsanteil. Hinzu kommt natürlich noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent.

Tankstelle

Deutsche Tankstellen damals und heute

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Tankstellen aktuell in Deutschland

1965 gab es in der Bundesrepublik Deutschland 40.640 Tankstellen. Im Jahr 1969 erreichte die Anzahl der Tankstellen in der Bundesrepublik Deutschland ihren Höchststand. 46.684 der Zapfstellen gab es zum damaligen Zeitpunkt.

Im Verlauf der nächsten Jahre schrumpfte die Zahl stetig und lag 1980 bei ca. 27.000 Tankstellen. Die Wiedervereinigung sorgte nur marginal für eine Erhöhung der Tankstellen in der Bundesrepublik. Mittlerweile gibt es noch ungefähr 14.300 Straßentankstellen in Deutschland.

Wer mit dem Auto im Ausland unterwegs ist, hat sicherlich schon die vielen unterschiedlichen Benzinpreise bemerkt. Der Grund dafür liegt häufig in der Besteuerung. Exemplarisch sollen die Preisunterschiede in Europa am Beispiel von Superbenzin dargestellt werden. Der europäische Durchschnittspreis liegt bei 1,49 Euro.

Land Preis pro Liter
Norwegen 1,92 Euro
Griechenland 1,68 Euro
Deutschland 1,58 Euro
Schweiz 1,46 Euro
Österreich 1,36 Euro
Polen 1,28 Euro